Schlacht bei Kulm und Nollendorf

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Die Schlacht bei Kulm und Nollendorf fand am 29. und 30. August 1813 im Sechsten Koalitionskrieg bei den Dörfern Kulm und Nollendorf in der Nähe von Teplitz und Aussig in Böhmen statt.

Geschichte

Preußisches Denkmal der Schlacht bei Priesten, Klum und Arbesau: Das Denkmal zu Ehren der preußischen Soldaten, die im August 1813 während der Schlacht bei Kulm und Arbesau gefallen waren, ließ hier der König von Preußen Friedrich Wilhelm III. bauen.

Vorgeschichte

In den Befreiungskriegen versuchte hier das französische Heer unter General Dominique Joseph Vandamme mit einer Truppenstärke von 30.000 Mann einen Marsch von Pirna über Berggießhübel nach Teplitz in Böhmen. Dieser Marsch wurde von den russischen, österreichischen und preußischen Truppen verhindert, wobei die Franzosen Verluste von bis zu 10.000 Mann erlitten. Vandamme selbst geriet in Kriegsgefangenschaft.

Am 27. August siegten die Franzosen in der Schlacht von Dresden. Im Zuge der Verfolgung des geschlagenen österreichischen, preußischen und russischen Gegner in südlicher Richtung durch das Erzgebirge drohte erneut eine Niederlage durch Einkreisung. Das Korps „Vandamme“ rückte schon am 26. August von Pirna aus nach Teplitz vor um die Gebirgsübergänge zu sperren. Der deutsche Prinz Eugen von Württemberg, Generalleutnant der kaiserlich-russischen Armee, ergriff gegen den Willen weiterer russischer Generale die Initiative, um Vandamme vom Teplitzer Tal fernzuhalten. Als Verwandtem des russischen Kaisers konnte man ihm schlecht widersprechen. Der Prinz hatte 13.000 Mann unter seinem Kommando.

Am 27. August kam die 1. Gardeinfanteriedivision mit 6.700 Mann hinzu. Nach den schweren Kämpfen vom 28. August meldete Vandamme dem Generalstabschef Berthier schon den Sieg. Der deutschstämmige Oberkommandierende der russischen Armee Ostermann-Tolstoi erklärte dem Kaiser von Österreich den Rückzug. Erst durch das Eingreifen von Friedrich Wilhelm III. und dem Befehl an seine preußischen Truppen, wieder auf Kulm zu marschieren, kam Besserung in Sicht. Noch stand aber Vandamme mit 32.000 Mann (darunter viele Deutsche aus den von Napoleon besetzen Gebieten) gegen 14.700 Mann der Russen (darunter viele Deutsche und Baltendeutsche).

Die Schlacht

Am 29. August wechselte Priesten mehrmals den Besitzer in den Kämpfen zwischen zahlenmäßig zwar überlegenen aber jungen Soldaten in französischen Diensten und russischen Gardetruppen, die mit der Artillerie zwar in Schach gehalten werden konnte aber im Nahkampf den Franzosen den Tod brachte.

Im Nordwesten sammelten sich nun die Preußen bei Freienwalde. Am 30. August wurden die Russen mit Schwerpunkt Eggenmühle erneut angegriffen. Selbst als die Österreicher eingriffen führte Vandamme die Schlacht fort im Vertrauen an geordnete Rückzugsmöglichkeiten. Aber jetzt tauchte im Rücken der Franzosen das preußische II. Armeekorps unter Friedrich von Kleist bei Nollendorf auf. Daher auch in der preußischen Geschichtsschreibung Schlacht bei Kulm und Nollendorf statt nur Kulm. Der nun selbst eingekreiste Vandamme ließ die Artillerie den Kampf gegen Österreicher und Russen fortsetzen und wandte sich mit seiner Hauptmacht gegen die Preußen. Teilen seiner Kavallerie, polnischen Ulanen, gelang der Durchbruch. Teile der Infanterie und Vandamme selbst wurden von den russisch-kaiserlichen Truppen gefangengenommen, die Generale und Standarten in den Kreml gebracht.

Arbesau (30. August 1813)

Der für die Franzosen unerwartete Angriff des II. preußischen Armeekorps des Generalleutnants von Kleist (33 Bataillone, 24 Schwadronen und 14 Batterien) von der Nollendorfer Höhe herab in den Rücken der Franzosen veränderte die Schlacht. Von Kleist und sein Generalstabschef Karl von Grolman hatten den Entschluß gefaßt, die Truppen nicht durch das Defilee von Graupen zu führen, sondern auf dem Gebirgskamm von Zinnwald gerade auf Nollendorf, um dem französischen Truppen den Rückweg zu versperren. Gegen die Bedrohung von Peterswalde her sicherte General Hans Ernst Karl von Zieten mit seiner Kavalleriebrigade. General Vandamme leitete die Schlacht vom Horkaberg und erhielt um 10.00 Uhr Meldung über die Gefahr in seinem Rücken. Er erwartete eigentlich das Anrücken des Korps unter Laurent de Gouvion Saint-Cyr und war bereits des Sieges sicher. Jetzt befahl er seiner Artillerie das Feuer im Zentrum zu verdoppeln, in der dadurch gewonnenen Zeit konnte er 8 Bataillone den neuen Feind an der linken Flanke bei Nieder-Arbesau entgegenwerfen.

Als die Russen den französischen Abzug bemerkten, startete im Zentrum das Korps des Prinzen Eugen von Württemberg sofort die Generaloffensive auf die Höhen von Straden, rechts davon ging die Brigade unter Friedrich Freiherr von Bianchi (1768–1855) bei Karbitz vor. Auf dem linken Flügel bei Eggenmühle drängten die russischen Grenadiere und die österreichische Brigade des Prinzen von Hessen-Homburg die französische Division Mouton-Duvernet zurück, die sich zum Teil über den Kamm des Gebirges bei Ebersdorf und Streckenwalde absetzten. Bis zu 100 Geschütze waren im Zentrum gegen die Franzosen konzentriert. Unter diesen Feuerschutz setzte die österreichische Kavallerie zu einer weitreichenden Umgehung des linken Flügels der Franzosen an. Bei den Preußen konnte die vorderste Brigade unter Generalmajor Georg Dubislav Ludwig von Pirch in Ober-Arbesau einzudringen, die Wegnahme von Nieder-Arbesau scheiterte. Ein Gegenangriff der Kavallerie-Division Corbineau drang noch tief in die preußischen Linien ein, erst die Ankunft der Brigade des Generalmajors Joseph Friedrich Karl von Klüx stabilisierte deren Reihen.

Die Kavallerie der Verbündeten besetzte derweil im Zentrum vor Kulm das lange umkämpfte Dorf Priesten und konnte dadurch einen großen Teil der bereits rückwärts flutenden französischen Infanterie abschneiden. Nach einem hoffnungslosen Kampf kapitulierten bis zu 12.000 Franzosen. General Vandamme, Philippon, Corbineau, Quiot und François Nicolas Benoît Haxo fielen in Gefangenschaft und die gesamte Artillerie (80 Geschütze) wurde zur Trophäe der Alliierten.

Die bei den Verbündeten anwesenden Monarchen Kaiser Alexander I. und König Friedrich Wilhelm III. hatten den Verlauf der Schlacht vom Schloßberge bei Teplitz beobachtet und erschienen erst nach dem Eingreifen der Preußen unter von Kleist am Schlachtfeld.

Bildergalerie

Literatur