Podbielski, Theophil von

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Theophil von Podbielski II.jpg

Eugen Anton Theophil von Podbielski (auch: Theophil Eugen Anton von Podbielski sowie Herr auf Gut Dallmin in der Westprignitz; Lebensrune.png 17. Oktober 1814 in Köpenick; Todesrune.png 31. Oktober 1879 in Berlin) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, zuletzt General der Kavallerie und General-Inspekteur der Artillerie sowie Präses des General-Artillerie-Komitees, Mitglied der Landesverteidigungskommission, Erster Kurator der Vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule zu Berlin und Ritter des Ordens „Pour le Mérite“.

Werdegang

General-Lieutnant Theophil von Podbielski, General-Quartiermeister im Großen Hauptquartier
Kriegsrat in Versailles, Sitz des Königlichen Großen Hauptquartiers im Deutsch-Französischem Krieg; von links: Generalleutnant Leonhard Graf von Blumenthal, General der Infanterie Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen, Generalleutnant Theophil von Podbielski, Kriegsherr Wilhelm I., Deutscher Kaiser sowie König von Preußen, General der Infanterie Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke (Chef des Großen Generalstabs), General der Infanterie Albrecht von Roon und Generalleutnant Otto von Bismarck, Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes.
Theophil von Podbielski.jpg

Abstammung

Theophil von Podbielski entstammt dem Adelsgeschlecht „Ritter von Podbielski“ aus dem Land Nur östlich der Weichsel. Seine Eltern waren der Major (zuletzt Oberstleutnant a. D.) Anton von Podbielski (Lebensrune.png 1780; Todesrune.png 8. Juni 1841) und dessen Ehefrau Johanna Eleonore, geborene von Falkenhayn (Lebensrune.png 1. März 1787; Todesrune.png 12. August 1869). Sowohl sein Vater als auch sein Onkel, Generalmajor Nikodem Joseph (Nikodemus-Josef) von Podbielski (1780–1844; seit 1807 Ritter des Ordens „Pour le Mérite“), trat Ende des 18. Jahrhunderts als Fahnenjunker in preußischen Diensten und heirateten in den alten deutschen Adel hinein.

Chronologie

  • Besuch der Ritterakademie zu Liegnitz
  • 1.5.1831 als Avantageur in das 1. Ulanen-Regiment eingetreten, indem auch sein Vater als Stabsoffizier diente
  • 14.12.1831 Portepee-Fähnrich
  • 9.2.1833 überzähliger Sekondleutnant
    • Examen „mit Allerhöchster Belobigung“ bestanden
  • 23.3.1833 als jüngster überzähliger Offizier in das 4. Ulanen-Regiment versetzt
  • 22.5.1833 etatmäßiger Sekondleutnant
  • 1837 bis 1839 zur allgemeinen Kriegsschule kommandiert
  • 16.6.1839 auf 1 Jahr zur Dienstleistung bei der Garde-Artillerie-Brigade des Garde-Korps kommandiert
    • tatsächlich ein Regiment mit drei Abteilungen und 12 Kompanien, folgerichtig am 19.3.1850 in „Garde-Artillerie-Regiment“ umbenannt, am 7.5.1874 schließlich dann „1. Garde-Feldartillerie-Regiment“
  • 1840 zur Garde-Kavallerie-Brigade kommandiert
  • 26.6.1841 zur Dienstleistung als Adjutant zur 5. Kavallerie-Brigade versetzt
  • 22.2.1845 Premierleutnant
  • 6.1.1848 als Adjutant zur 9. Division versetzt
  • 30.6.1849 unter Beförderung zum Rittmeister in die Adjutantur versetzt und zur 6. Division übergetreten
  • 16.3.1850 zugleich Direktor der Divisionsschule in Torgau und Präses der Examinations-Kommission (Prüfungskommission) für Portepee-Fähnriche der 6. Division
  • 18.6.1853 als diensttuender Adjutant zum Generalkommando des III. Armee-Korps versetzt und in Folge der Umformung der Adjutantur in das 4. Ulanen-Regiment wieder einrangiert
  • 21.4.1855 zum Major befördert unter Versetzung in den Generalstab General-Kommandos des III. Armee-Korps
  • 12.1.1858 zum Kommandeur des 12. Husaren-Regiments ernannt
  • 31.5.1859 Oberstleutnant
  • 18.10.1861 Oberst
  • 29.1.1863 à la suite des Regiments und mit der Führung der 16. Kavallerie-Brigade beauftragt
  • 17.3.1863 Kommandeur dieser Brigade
  • 19.12.1863 Ober-Quartiermeister bei der nach Holstein bestimmten Armee unter Generalfeldmarschall Friedrich Heinrich Graf von Wrangel (1784–1877)
    • die Truppen waren an der Bundesexekution des Deutschen Bundes gegen Holstein und Lauenburg beziehungsweise Dänemark mitwirkten (Süderbygard, Friedericia, Düppel, Alsen). In dieser Eigenschaft nahm von Podbielski auch am sich anschließenden Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 teil.
  • 21.11.1864 unter Entbindung von der Dienststellung als Ober-Quartiermeister zur Wahrnehmung der Geschäfte als Chef des Stabes des Oberkommandierenden über die Truppen in den Elbherzogtümern, Generalleutnant Edwin Rochus Freiherr von Manteuffel (1809–1885), kommandiert
  • 18.4.1865 unter Ernennung zum Chef des Stabes beim Oberkommando über die Truppen in den Elbherzogtümern, und von der Stellung als Kommandeur der 16. Kavallerie-Brigade entbunden, in seinem Rang als Brigade-Kommandeur mit der Uniform des Husaren-Regiments Nr. 12 zu den Offizieren von der Armee versetzt
  • 18.6.1865 Generalmajor
  • 9.3.1866 zum Direktor des Allgemeinen Kriegs-Departements im Kriegsministerium unter Albrecht von Roon ernannt
  • 12.6.1866 für die Dauer des mobilen Verhältnisses im Deutschen Bruderkrieg zum Generalquartiermeister der Armee ernannt, Teilnahme an der Schlacht bei Königgrätz
  • 6.9.1866 von dieser Stellung bei der Demobilmachung wieder in sein früheres Verhältnis als Direktor des Allgemeinen Kriegs-Departements zurückgetreten
    • Nach dem Friedensschluß erwarb er sich bei der Neuorganisation und beim Ausbau des Heeres im Norddeutschen Bund große Verdienste. Gleichzeitig nahm er an der Arbeit des Bundesrats und im Reichstag teil.
  • 21.3.1967 Vorsitzender der Kommission zur Revision der Verordnung über die Disziplinar-Bestrafung in der Armee
  • 20.12.1867 Charakter als Generalleutnant und mit der Vertretung des beurlaubten Kriegsministers Albrecht von Roon beauftragt
  • 22.3.1868 Patent seiner Charge erhalten
  • 20.7.1870 General-Quartiermeister der Armee und somit rechte Hand von Helmuth von Moltke (Deutsch-Französischer Krieg)
    • auf einem berühmten Gemälde sitzt Generalquartiermeister Theophil von Podbielski seinem Generalstabschef Helmuth von Moltke bei den Kapitulationsverhandlungen in Donchéry in der Nacht vom 1. zum 2. September 1870 zur Seite
  • 18.8.1871 die Berechtigung zum Tragen der Uniform des 1. Husaren-Regiments und Stellung à la suite desselben erteilt
  • 2.11.1871 von dem Verhältnis als Chef des Allgemeinen Kriegs-Departements entbunden, zu den Offizieren von der Armee versetzt und als Chef des Generalstabes der Armee zur Disposition gestellt
  • 3.2.1872 mit der Führung des Geschäfte der General-Inspektion der Artillerie beauftragt
  • 31.12.1872 General-Inspekteur der Artillerie
    • Der bisher in jeder Situation souverän auftretende Soldat entsprach erneut allen Erwartungen seines Kaisers und trieb die Modernisierung des Artilleriewesens mit äußerster Energie und bemerkenswerter Weitsicht voran. So verfügte er unter anderem die Trennung von Feld- und Festungsartillerie sowie die Neuausrüstung der ersteren. Dabei machte sich von Podbielski, wie alle Heeresreformer, allerdings nicht nur Freunde, weil seine Personalentscheidungen manchmal ziemlich unbequem ausfielen, was er gegenüber einigen aufgebrachten Beschwerdeführern mit dem knappen Satz kommentierte: „Gnade zu üben, sei dem Kriegsherrn vorbehalten!“ Trotzdem stieß der ebenso geradlinige wie integer agierende von Podbielski auf breite Zustimmung und Anerkennung von Seiten der militärischen Führung und der Politik.
  • 2.9.1873 General der Kavallerie
    • zusätzlich zu seinen Aufgaben als General-Inspekteur auch Präses des General-Artillerie-Komitees, Mitglied der Landesverteidigungskommission und Erster Kurator der Vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule
  • 18.9.1875 zum Chef des Niederschlesischen Feld-Artillerie-Regiments Nr. 5 ernannt, das ab dem 27. Januar 1889 Feldartillerie-Regiment „von Podbielski“ (Niederschlesisches) Nr. 5 und ab dem 27. Januar 1902: Feldartillerie-Regiment „von Podbielski“ (1. Niederschlesisches) Nr. 5 hieß.
  • 31.10.1879 einem Herzanfall erlegen, vermutlich durch permanente Überlastung

Familie

Von Podbielski heiratete 28. April 1843 auf Gut Dallmin (Landkreis Westprignitz) Agnes Juliane Louise von Jagow (Lebensrune.png 28. Februar 1823 auf Gut Dallmin; Todesrune.png 25. Februar 1887 ebenda). Agnes war Tochter von Wilhelm Friedrich August von Jagow, Herr auf Dallmin (1783-1863) und dessen Gemahlin Agnes Caroline Ernestine Louise von der Schulenburg, Gräfin von der Schulenburg (1789-1853); sie hatte neun Geschwister. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor:

Auszeichnungen (Auszug)

Literatur

Verweise