Universum Film

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Die Ufa gehört derzeit Bertelsmann

Die Universum Film AG, kurz UFA, ist ein traditionsreiches deutsches Filmunternehmen.

Geschichte

Gründung (1917)

Aus Ludendorffs Erlaß, der zur Gründung der UFA führte

Im Ersten Weltkrieg wurde der Film von den deutschlandfeindlichen Staaten bereits in weitem Umfang für deren nationale Propaganda und zur Hetze gegen ihre Feinde benutzt. Insbesondere England und Amerika brachten in ihren und den ihnen zugänglichen Ländern derartige Hetzfilme zur Vorführung. In Deutschland geschah in dieser Hinsicht zunächst wenig.

Die militärische Stelle des in staatlichen Diensten stehenden Bild- und Filmamtes und die Deutsche Lichtbildgesellschaft (Deulig), welche im Jahre 1916 zur planmäßigen Werbearbeit für Deutschlands Kultur, Wirtschaft und Fremdenverkehr gegründet worden war, hatten einen zu sehr behördlichen Charakter, als daß sie vom Deutschen Reich als wirksames Gegenmittel gegen die Feindpropaganda eingesetzt werden konnten. Unter diesen Umständen beschloß gegen Ende des Jahres 1917 die oberste deutsche Heeresleitung, die militärische Stelle des Auswärtigen Amtes und das Kriegsministerium in engstem Zusammengehen mit der Hochfinanz eine „private“ Filmgesellschaft zu errichten, die wichtige Aufgaben auf dem Gebiete der Propaganda, deutscher Kultur und Volkserziehung im Sinne der Reichsregierung miterfüllen sollte. Am 18. Dezember 1917 wurde so die Universum Film AG (UFA) gegründet, in der sich drei Konzerne zusammenschlossen: der Nordisk-Konzern mit der Kopenhagener Nordisk Film Company, die über die größte Filmtheateranzahl in Deutschland verfügte, der Messter-Konzern und der Union-Konzern. Durch den Zusammenschluß dieser Gruppen wurde der größte und beste Theaterpark in Deutschland mit einer weitreichenden Verleihorganisation mit den damalig renommiertesten Produktionsgesellschaften, die Filme mit den damals bekanntesten Darstellern herstellten, vereinigt.

Die neuen Leitenden der UFA gingen Auftragsgemäß ans Werk. Sie standen vom ersten Tage an im Feuer der parteipolitischen Auseinandersetzung. Als sie Schreibtische und Telefone, Hilfspersonal und Organisation beieinander hatten, als ein Überblick über die technischen und künstlerischen Möglichkeiten gewonnen war, stand Deutschland schon in der militärischen Krise des Jahres 1918.

Stummfilmzeit (1918–1930)

Die Unruhen der Zeit spiegelten sich in den nicht immer erfreulichen, zum Teil auch schon von parteipolitischen Auseinandersetzungen bestimmten Verhandlungen zwischen der UFA und der Deutschen Lichtbild-Gesellschaft wider. Die amtlichen militärischen Stellen waren noch im August 1918 damit befaßt, Ordnung und Linie in ihre Organisation der Filmpropaganda zu bringen. In der UFA bemühte man sich um die Produktion und das Auslandsgeschäft.

Eine Fülle von neu ausgewählten Personen stand zur Verfügung, aber daneben auch Männer des alten Filmgeschäfts. Die Abgeordneten des Deutschen Reichstages, deren Beauftragte im November 1918 die Zensur geköpft hatten, mußten im Mai 1920 ihren eigenen Theorien von der Herrlichkeit der vollkommenen Freiheit den Kopf abschlagen. Sie mußten, wenn auch gegen ihren inneren Widerspruch, einfach unter dem Druck der letzten gesunden Kräfte des deutschen Volkes ein Reichslichtspielgesetz annehmen, das die Zensur wieder einführte.

Zu einer großen befreienden Regelung der deutschen Filmwirtschaft schwangen auch sie sich nicht auf. Es blieb beim persönlichen Eingriff des Staates, wobei die vom Reichstag bestimmten Vertreter für die Filmzensur später sowohl dem bolschewistischen Film „Panzerkreuzer Potemkin“ wie auch das Machwerk „Im Westen nichts neues“ freigaben. Die großen und kleinen Theater waren jetzt gezwungen auf Filme zurückzugreifen, die inmitten der politischen Katastrophe meist in den Ateliers der UFA oder der erst seit 1921 mit der UFA vereinigten „Decla Bioskop“ in Babelsberg gedreht worden waren. Die UFA war die große Produktionsfirma. Die Grundsätze, die von ihr angewandt wurden, mußten mehr oder minder für das gesamte Filmgeschäft Geltung haben.

Von dem Augenblick an, in dem die UFA freie Hand hatte, spekulierte deren Leitung auf den einen durchschlagenden Erfolg, der ihr die Tore zum Weltgeschäft öffnen sollte. Was der internationale Markt verlangte, sollte ihm geboten werden, was auf dem deutschen Markt soeben noch möglich war, sollte ausgenutzt werden, wenn man damit den Vorstoß in das internationale Geschäft erleichtern konnte. Wer neues, möglichst sensationell wirkendes Material an Drehbüchern oder Ideen, an fotografischer Technik und Regie, auch an schauspielerischem Können oder an Tricks dafür zu bieten hatte, war der UFA willkommen.

Entscheidend war für jede Verpflichtung, ob nach Ansicht der der wirtschaftlichen Leitung verpflichteten Fachleute des Films mit dieser neuen Ware das Auslandsgeschäft zu fördern war. Der Auslandsgeschmack aber wurde auch nach Ansicht derer, welche die Filme drehten, von Hollywood bestimmt. Sie beugten sich dem erst zwischen 1914 und 1919 hochgekommenen amerikanischen Film, der bei Kriegsende des Ersten Weltkrieges noch keineswegs Weltgeltung gewonnen hatte. Die Produzenten von Hollywood und die Geldgeber in Neu York waren damals noch immer dabei, sich den amerikanischen Markt erst einmal völlig zu sichern.

Man glaubte aber auch in der Leitung der UFA, noch rechtzeitig einer Ausweitung des amerikanischen Films dadurch entgegenzutreten zu können, daß man ihn nachahmte und womöglich einmal übertrumpfte, um ihm dann gleichwertig zu sein. Die UFA wurde nach dem Ersten Weltkrieg bedeutend entwickelt und machte den deutschen Stummfilm zu einem Weltbegriff. In der Tonfilmzeit traten dann weitere Großunternehmen auf den Markt, wie zuvorderst die TOBIS, ferner die Bavaria, die Terra-Filmkunst und die Produktionsgesellschaften Wien-Film, Berlin-Film und Prag-Film. Auf einem Gelände von fast einer halben Million Quadratmetern Gesamtfläche befanden sich etwa ein Dutzend Atelierhallen, die auf das modernste ausgestattet sind.

Ein Tonfilmatelier war in allem und jedem das gerade Gegenteil des Stummfilmateliers. War dieses vielfach aus Glas, leicht gebaut, und herrschte darin oft eine beträchtliche Lärmkulisse, so war das Tonfilmatelier fensterlos, absolut schalldicht und jedem fremden Geräusch feindlich. Die UFA war es, die 1929 in Neubabelsberg das erste deutsche Tonfilmatelier erbaute. Die Anlage ähnelte einem großen Kreuz, dessen Arme von vier großen Atelierräumen gebildet wurden, die symmetrisch um ein Mittelgebäude lagen. Die Nord- und Südhalle hatten eine nutzbare Baufläche von je 600 Quadratmetern, die West- und Osthalle je 450 Quadratmeter. Die Maximalhöhe für Filmbauten betrug neun Meter. Im Gebäude waren auch die Abhörräume, die Büro- und Hilfsräume, die Stromanlage und Transformatoren untergebracht Die Ateliers besaßen Doppelwände, selbst Regen- und Fliegergeräusche, im allgemeinen besonders gefürchtet, wurden nicht übertragen. Schalleitende Konstruktionen wurden nach Möglichkeit vermieden, überdies verwendete man besondere Baumaterialien, die den Schall absorbierten. Diese Anlagen wurden für alle Tonfilmateliers vorbildlich. Auch an den Wänden und Decken gab es besondere Vorrichtungen zur Schalldämpfung. Der Fußboden bestand aus massivem Holz. Hohlräume wurden sorgfältig vermieden, und die großen Türen schlossen in Doppelfalzen mit besonderer Verriegelung. Die Zufuhr frischer Luft erfolgte durch eine eigene Belüftungsanlage. In unmittelbarer Nähe jedes Ateliers befand sich der Abhörraum für den Tonmeister, darin ein großes pultförmiges Schaltbrett, das Steuerpult mit Potentiometerknöpfen, mit deren Hilfe mehrere Mikrophone einzeln an- und abschaltbar und in ihrer Lautstärke beeinflußbar waren. Weiterhin befand sich auf dem Steuerpult ein Impulsmesser, der Übersteuerungen der Verstärker und damit auch der Tonaufnahmegeräte anzeigte. Von dem Steuerpult aus hatte der Tonmeister durch große, schalldicht abgeschlossene Fenster vollständig freien Einblick ins Atelier, während er die von den Mikrophonen aufgenommenen Töne im Kontrollautsprecher abhörte, gleichzeitig aber auch die Verbindung mit dem Atelier und dem Aufnahmeraum durch das Telefon aufrechterhalten konnte. Außer den Babelsberger Ateliers besaß die UFA noch die Atelieranlagen UFA-Tempelhof sowie das Tonfilmstudio Froelich.

Drittes Reich

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Gegen Ende des Jahres 1931 traf die UFA mit der Treuhandverwaltung für das Deutsch-Niederländische Finanzabkommen G. m. b. H. in Berlin unter den üblichen Sicherungsbedingungen (Grundstücke und Filme) ein bis zum 30. November 1936 laufendes Kreditabkommen über hfl. 3 Mill. Am 1. April 1932 vereinigte die Ufa ihre Geschäftsräume in dem bis vor kurzem der August Scherl G. m. b. H., Berlin, gehörigen Geschäftsgrundstück Krausenstraße 38/39. Das Grundstück ging in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in den Besitz der UFA über.

Zwischen 1933 und 1935 wurden in Neubabelsberg und Tempelhof größere Bauvorhaben durchgeführt, die aus Gründen des technischen Fortschritts und der Betriebsverbesserung notwendig waren. Zur Abrundung des Grundbesitzes in Neubabelsberg wurde eine Parzelle von 1.359 qm Fläche angekauft. Die Bestrebungen, durch Auflösung bzw. Übernahme des Geschäftsbetriebes von Tochtergesellschaften den Aufbau der Organisation zu vereinfachen, wurden fortgesetzt. Am 31. Mai 1934 bestanden noch insgesamt 59 (gegen 64 im Vorjahr) Tochtergesellschaften im In- und Ausland, gegenüber 111 Gesellschaften am 31. Mai 1927. Eine Anzahl dieser Gesellschaften verfügte über wertvollen Grundbesitz. Eine der ausländischen Tochtergesellschaften nahm aus Transfergründen einen Bankkredit auf. Weitere Bankschulden bestanden bei Tochtergesellschaften nicht. Am 13. Oktober 1934 machte die UFA durch ein Bankenkonsortium den Inhabern der am 1. Juni 1935 fälligen 7,5 %igen (früher 10 %igen) Teilschuldverschreibungen ein Konvertierungsangebot.

Die obersten Herrn der UFA

Die UFA-Tonwoche

Die UFA-Tonwoche war eine Wochenschau aus dem Dritten Reich, die bis Juni 1940 produziert wurde. Es wurden politische, militärische, kulturelle und sportliche Ereignisse aus Deutschland und dem Ausland gezeigt.

Die Regisseure der UFA

Bekannte Regisseure der UFA in der Stummfilmzeit und frühen Tonfilmzeit waren u. a. Ludwig Berger, Paul Czinner, Ewald André Dupont, Karl Grune, Fritz Lang, Ernst Lubitsch, Joe May, Friedrich Wilhelm Murnau, Arthur Robison, Hanns Schwarz, Paul Ludwig Stein und Wilhelm Thiele.

Zwischen 1933 und 1942 waren die Hausregisseure u. a. Carl Boese, Eduard von Borsody, Peter Paul Brauer, Veit Harlan, Karl Hartl, Georg Jacoby, Gerhard Lamprecht, Herbert Maisch, Paul Martin, Karl Ritter, Reinhold Schünzel (bis 1936), Detlef Sierck (bis 1938), Hans Steinhoff, Robert A. Stemmle, Viktor Tourjansky, Gustav Ucicky und Erich Waschneck.

Nach 1945

Mit der Zerschlagung der UFA schafften sich die Hollywood-Filmstudios den schärfsten Konkurrenten vom Hals und konnten somit seit 1945 den globalen Markt mit ihren Filmen überschwemmen. Kurze Zeit, bis etwa in die 60er Jahre hinein, hielten sich Reste des einstigen deutschen Filmglanzes noch in der DEFA, die jedoch für kommunistische Propaganda immer mehr mißbraucht wurde und danach langsam ebenfalls in der Bedeutungslosigkeit versank.

Seitdem sind deutsche Filme kaum noch gefragt und qualitativ eher minderwertig.

Filmbeiträge

„12 Minuten bei der UFA “ (1944, Kulturfilm)

Siehe auch

Verweise

Literatur

  • Friedemann Beyer, Gert Koshofer, Michael Krüger: „UFA in Farbe: Technik, Politik und Starkult zwischen 1936 und 1945“, Rolf Heyne-Verlag, ISBN 978-3899104745