Gedeon, Wolfgang
Wolfgang Michael Gedeon (
23. April 1947 in Cham, Autorenpseudonym W.G. Meister) ist ein deutscher Arzt, Autor und ehemaliger Politiker der Alternative für Deutschland (AfD). 2016 wurde er in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt. Besondere Bekanntheit als AfD-Landtagsabgeordneter erlangte er durch seine NWO-kritischen Bücher und Reden. Gedeon selbst betont, in erster Linie anti-zionistisch zu sein.[1] Am 20. März 2020 wurde Gedeon auf Beschluß des AfD-Bundesschiedsgerichtes aus der Partei ausgeschlossen.[2]
Inhaltsverzeichnis
Wirken
Nach dem Medizinstudium in Würzburg und München eröffnete Gedeon 1975 eine Praxis in Gelsenkirchen. 2005 gab er die Praxis auf und zog nach Rielasingen. Er ist Autor verschiedener politischer und philosophischer Schriften und trat 2013 in die AfD ein.[3]
Mit dem Buch „Der grüne Kommunismus und die Diktatur der Minderheiten“, welches bereits 2012 erschien, erzürnte er die Lügenpresse, die Gutmenschen und den Zentralrat der Juden in Deutschland. Gedeon bezeichnet darin die BRD-Justiz als Gesinnungsjustiz, da sie unter zionistischem Einfluß stehe. Das Judentum bezeichnet Gedeon als den „inneren Feind des Abendlandes“, die Protokolle der Weisen von Zion hält Gedeon für „eher keine Fälschung“.[4][1]
Nachdem sich die beiden prominenten Juden-Funktionäre Dieter Graumann und Josef Schuster über die BRD-Systemmedien über die Weltsicht Gedeons beschwert hatten, kündigte der AfD-Kovorsitzende Jörg Meuthen sofort eine AfD-interne Überprüfung Gedeons an. Der Bundesvorstand der AfD beschloß wenige Tage später, dem baden-württembergischen Landesverband den Ausschluß Gedeons zu empfehlen.[5]
Um eine Zuspitzung der Machtauseinandersetzung zu erzwingen, hatte Jörg Meuthen seinen eigenen Verbleib im Amt an den Weggang Gedeons geknüpft. Der AfD-Vordenker Marc Jongen hat in einem vergleichsweise langen Beitrag der Jungen Freiheit im Juni 2016 die Position Meuthens entschieden verteidigt. Jongen sprach von einer „Schicksalsgemeinschaft zwischen dem deutschen und dem jüdischen Volk“, die „von deutscher Seite mit höchster Sensibilität und moralischem Taktgefühl zu behandeln“ sei. Das trifft sicher zu. Von deutscher Seite, denn wer würde bei Juden so etwas wie Sensibilität oder gar Taktgefühl für möglich halten innerhalb einer „Schicksalsgemeinschaft“? Jongen resümierte:
- „Hier schreibt sich jemand in Inhalt und Duktus so gut wie unverhüllt in die Tradition übelster antisemitischer Hetzliteratur von Houston Steward Chamberlain über Alfred Rosenberg bis hin zu Horst Mahler ein.“[6]
Sah es zunächst so aus, als würde dieser Zeitungsartikel das sofortige Ende der AfD-Laufbahn Gedeons markieren, konnte Meuthen sich zum anberaumten Termin in der Sache nicht durchsetzen.
Am 21. Juni 2016 erklärte Gedeon, seine Mitgliedschaft in der AfD-Fraktion ruhen zu lassen. Dadurch wolle er eine Spaltung der Partei verhindern. Er werde daher im Plenum nicht mehr in den Reihen der Fraktion sitzen. Über seinen endgültigen Ausschluß wollte die Partei im September 2016 entscheiden.[7] Im Juli 2016 wurde Gedeon als Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Konstanz abgewählt.[8]
Da sich die AfD, wie von Gedeon befürchtet, zu einer zionistischen Partei entwickelt, beschloß der AfD-Bundesvorstand bereits einen Tag nach der Landtagswahl 2018 in Bayern folgerichtig und einstimmig, ein erneutes Parteiausschlußverfahren gegen Wolfgang Gedeon einzuleiten. Grund hierfür war seine Kritik an der Gründung der AfD-Gruppe Juden in der AfD.[9]
Strategiepapier im Vorfeld des Bundesparteitages der AfD
Am 4. April 2017 veröffentlichte Gedeon eine Strategieschrift zur politischen Ausrichtung der Partei mit dem Titel „Die AfD: eine große, eine kleine oder gar keine Alternative?“[10]
In dem Strategiepapier greift Gedeon Frauke Petry scharf an und nennt die angestrengten Parteiausschlußverfahren gegen sich und Björn Höcke „hanebüchen“. Er beschreibt zutreffend die Sprache der BRD als Kampfmittel der Linksideologen in den Blockparteien und zeigt Strategien zu deren Bekämpfung auf. Die geopolitische Situation beschreibt er wie folgt:
- „Die politische Klasse des Westens wird mit allen Mitteln versuchen, Lösungen in ihrem Sinne durchzusetzen. Ihr strategisches Ziel ist ein Welteinheitsstaat nach amerikanisch-westlichem Zuschnitt; Voraussetzung hierfür: die Auflösung der Nationalstaaten und deren Zwangsvereinigung in einem Einheitsstaat – erst einmal in Europa, das man als historische Brut-Stätte des Nationalismus ausgemacht hat. Die EU-Vereinigungspolitik wird deshalb in den nächsten Jahren aggressiver und totalitärer werden. Nationalstaaten, die sich der Vereinheitlichung widersetzen, müssen mit Sanktionen bis hin zu militärischen Interventionen rechnen. [...] Formal besteht in den Staaten des Westens eine Demokratie, die aber von innen ausgehöhlt ist und totalitäre Züge aufweist.“
Wird die AfD eine zionistische Partei?
Am 17. Januar 2017 veröffentlichte Gedeon eine Denkschrift auf seiner Netzpräsenz, die sich erneut mit der politischen Ausrichtung der Partei beschäftigt. Gedeon kommt dort zu dem Schluß, daß die Alternative für Deutschland auf dem besten Weg sei, eine systemkonforme Partei des Zionismus zu werden. Er führte dort u. a. aus:
- „Ein zionistisches Glaubensbekenntnis als Grundlage alternativer Politik? So eine Alternative ist keine! Sie ist identisch mit Merkels prozionistischer „Staatsräson“ und ein Kotau vor dem westlichen System! An der Antisemitismus-Zionismus-Frage wird sich weisen, aus welchem Holz die AfD geschnitzt ist! Deshalb dürfen wir dieses Kernthema nicht unter den Teppich kehren, sondern müssen es, wenn wir unserer historischen Aufgabe gerecht werden wollen, als entscheidende Herausforderung unserer Politik begreifen – nicht irgendwann, sondern jetzt.“[11]
Zitate
von Gedeon
- „Das Problem in Deutschland ist nicht der Antisemitismus, sondern ein aggressiver zionistischer Lobbyismus sowie eine deutsche Politik, die an Selbstbesudelungssucht nicht mehr zu überbieten ist.“[12]
Zitate über Gedeon
- „Ein Mensch mit solchen Ansichten kann kein demokratischer Volksvertreter sein. Die AfD-Landtagsfraktion muss Wolfgang Gedeon aus der Fraktion ausschließen. Außerdem hoffe ich, dass die zuständigen Strafverfolgungsbehörden wegen des Verdachts auf Volksverhetzung Ermittlungen aufnehmen.“ — Josef Schuster (ZdJ)
- „Wenn die Partei es zuläßt, daß das deklariert antijudaistische, vulgo antisemitische, Weltbild eines Wolfgang Gedeon Teil ihres akzeptierten Meinungsspektrums wird, dann wird sich das Gift der Judenfeindschaft durch all ihre Positionen untergründig hindurchfressen.“[13] — Marc Jongen
- „Nach Gedeons neuerlichen Ausfällen gegen die Vereinigung der Juden in der AfD ist es an der Zeit, dass er endlich aus der Partei fliegt“.[14] — Alice Weidel
Veröffentlichungen
- Christlich-europäische Leitkultur – Die Herausforderung Europas durch Säkularismus, Zionismus und Islam, 2009 (3 Bände)
- Band I: Über Kultur, Geostrategie und Religion
- Band II: Über Geschichte, Zionismus und Verschwörungspolitik
- Band III: Über Europa, Globalismus und eine neue Politik der Mitte
- Der grüne Kommunismus und die Diktatur der Minderheiten – Eine Kritik des westlichen Zeitgeists, 2012
- Grundlagen einer neuen Politik – Über Nationalismus, Geopolitik, Identität und die Gefahr einer Notstandsdiktatur, 2016 (Broschüre)
- Ich, die AfD und der Antisemitismus – Populismus oder Mut zur Wahrheit?, 2018
- Corona, Crash und Bürgerkrieg – Auf dem Weg in eine globale Diktatur?, 2020
Siehe auch
- Philipp Jenninger
- Martin Hohmann
- Jürgen W. Möllemann
- Betroffenheitspolitik
- Offener Brief an die AfD Baden-Württemberg (Horst Mahler)
Verweise
- Offizielle Netzpräsenz
- Verlags-Netzpräsenz
- Wolfgang Gedeon auf YouTube
- Wolfgang Gedeon auf BitChute
- Zusammen mit dem Volkslehrer:
- Aktuelles
- Wolfgang Gedeon: Ist die AfD noch zu retten? Eine Nachlese zum Braunschweiger Bundesparteitag, 6. Januar 2020
- AfD-Politiker nennt Neonazi Horst Mahler einen Dissidenten, Bild, 1. Juni 2016 Vorsicht! Umerziehungsliteratur im antideutschen Sinne!
- Juden schockiert, Bild, 2. Juni 2016 Vorsicht! Umerziehungsliteratur im antideutschen Sinne!
Abgerufen am 24. Juni 2016. Bei WebCite® archivieren.JUNGE FREIHEIT bedauert Rezension des Gedeon-Buches, Junge Freiheit, 23. Juni 2016

