Sauerbruch, Ferdinand

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Prof. Dr. med. Dr. med. h. c. Ferdinand Sauerbruch

Ernst Ferdinand Sauerbruch (Lebensrune.png 3. Juli 1875 in Barmen (heute zu Wuppertal); Todesrune.png 2. Juli 1951 in Berlin) war ein deutscher Arzt, Chirurg und Sanitätsoffizier, zuletzt Generalarzt der Reserve und Träger des Ritterkreuzes des Kriegsverdienstkreuzes im Zweiten Weltkrieg. 1937 wurde er mit dem Deutschen Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet. Sein Sohn war Ritterkreuzträger Peter Sauerbruch.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Von links: Staatssekretär im einstweiligen Ruhestand Dr. Dr. h. c. Theodor Lewald (Erster Vorsitzender DRA), Prof. Dr. Dr. h. c. mult. August Bier (mit der Kette des Rektors der DHfL), der neue DHfL-Rektor Prof. Dr. Ferdinand Sauerbruch und DRA-Generalsekretär Dr. h. c. Carl Diem, 27. Juni 1932
Empfang in der Reichskanzlei in Berlin am 30. Januar 1938 für die ersten am 7. September 1937 bekanntgegebenen Träger des Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft; von links der Chirurg Ferdinand Sauerbruch, Gerdy Troost (für ihren verstorbenen Gatten, den Architekten Paul Ludwig Troost), Adolf Hitler, Reichsleiter Alfred Rosenberg, August Bier und Wilhelm Filchner.
Von links: Generalarzt der Reserve z. V. Geheimer Medizinalrat Prof. Dr. med. Dr. med. vet. h. c. Erwin Payr, Generalarzt der Reserve sowie SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Prof. Dr. med. Karl Brandt, Generalkommissar des Führers (später Reichskommissar) für das Sanitäts- und Gesundheitswesen, und Geheimer Hofrat Generalarzt der Reserve Prof. Dr. med. Ferdinand Sauerbruch beim 65. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie am 6. Oktober 1943; Brandt hatte kurz zuvor im Namen des Führers im Rahmen der Verleihungszeremonie Sauerbruch das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes überreicht.
Generalarzt der Reserve Prof. Dr. Sauerbruch in Brüssel, 1943

Sauerbruch studierte in Marburg, Jena und Leipzig Medizin, wo er 1902 promovierte. Anschließend ging er nach Kassel, Erfurt, Berlin und war 1903 bis 1905 in Breslau. Dort wandte er sich der Brustraumchirurgie zu, dem Teilgebiet der Chirurgie, auf dem er mit seiner Entwicklung des Druckdifferenzverfahrens Bahnbrechendes leistete. Am 6. April 1904 führte Sauerbruch seine Unterdruckkammer („Sauerbruch-Kammer“) bei einer Operation am offenen Thorax mit Erfolg öffentlich vor und stellte diese Methode auf dem 33. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie im Juni 1904 der Fachöffentlichkeit vor.

1905 bis 1907 lehrte er in Greifswald, 1907 bis 1910 in Marburg und 1910 bis 1918 in Zürich. In Marburg wurde er 1908 außerordentlicher Professor und in Zürich erhielt er 1911 einen Lehrstuhl für Chirurgie. Hier widmete er sich vor allem der Thoraxchirurgie.

In den Jahren des Ersten Weltkrieges schuf er nach einem freiwilligen Jahr als beratender Armeechirurg neuartige Arm- und Beinprothesen. Diese reichgegliederten, überraschend beweglichen Prothesen verliehen ihm eine hohe Popularität.

Zwischenkriegszeit

1918 erhielt er in München das Ordinariat für Chirurgie und war hier an der Universität bis 1927 tätig und widmete sich vor allem der operativen Behandlung der Lungentuberkulose und entwickelte Diätmaßnahmen für Tuberkulosekranke.

Als der Halbjude Anton Graf von Arco auf Valley, nationalvölkischer beurlaubter Leutnant im Königlich Bayerischen Infanterie-Leib-Regiment, den hoch- und landesverräterischer Ministerpräsidenten Bayerns Kurt Eisner (Geheimnisverrat Eisners an die Alliierten) erschoß (Feme-Mord), wurde dieser von dessen bewaffneten Begleitern selbst niedergeschossen. Dr. Sauerbruch übernahm die medizinische Versorgung und rettete ihm mit einer Notoperation das Leben.

Als der jüdische Kommunist Ernst Toller, Abschnittskommandant der „Roten Garde“ 1919, Dr. Sauerbruch bat, die beim Münchner Geiselmord erschossenen Opfer abzuholen, lehnte dieser angewidert ab. Dennoch verbirgt er nach der Niederwerfung der Münchner Räterepublik auf Bitten seiner Bekannten, der Schauspielerin Tilla Durieux, Beweismaterial, daß Ernst Toller schwer belasten würde.

In den Jahren 1928 bis 1949 war Sauerbruch Ordinarius für Chirurgie an der Berliner Universität und Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik an der Berliner Charité. In diese Zeit fallen seine komplizierten und riskanten Operationen, die ihm im In- und Ausland eine fast legendäre Bewunderung eintrugen.

Drittes Reich

Im September 1933 hatte er in einem „Offenen Brief an die Ärzteschaft der Welt“ die nationale Wiedergeburt Deutschlands begrüßt und beteiligte sich am „Bekenntnis der Professoren an den Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat“. Im Jahre 1934 wurde er durch Hermann Göring zum Staatsrat ernannt. 1937 erfolgte die Verleihung des Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft auf dem Reichsparteitag der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in Nürnberg, zusammen mit August Bier.

Der Führer hatte dem Generalarzt Geheimrat Dr. Ferdinand Sauerbruch im Jahre 1943 das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern verliehen. In den letzten Kriegswochen verlegte er sogar seinen Wohnsitz in die Charité, um dort verwundete deutsche Soldaten zu operieren.

Nachkriegszeit

Auch die sowjetische Besatzungsmacht ließ ihn nach Kriegsende als Klinikleiter der Charité, die nun im sowjetischen Sektor lag. Nach seinem Gesuch über die Versetzung in den Ruhestand war er noch an einer West-Berliner Privatklinik tätig.

Lebenserinnerungen

Sein Buch „Das war mein Leben“ wurde offenbar nach dem Krieg von einem Geisterschreiber rasch zusammengestrickt und beinhaltet derart viele Unwahrheiten und Verdrehungen, daß es kaum als ernsthafte Biographie zu betrachten ist.[1] Wahrscheinlich ging es darum, mit der weiteren Verbreitung des Buches Sauerbruch selbst von seiner Befürwortung des nun nach der Vernichtung Deutschlands in Mißkredit geratenen Nationalsozialmus reinzuwaschen und zugleich im Sinne der geplanten Umerziehung das deutsche Volk mit Lügen zu überschütten.

Tod

Königlich Bayerischer Geheimer Hofrat und Generalarzt der Reserve a. D. Prof. Dr. Med. Ernst Ferdinand Sauerbruch verstarb am 2. Juli 1951. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Friedhof Wannsee, Lindenstraße in der Abt. A.T.-58.

Familie

Dr. Sauerbruch heiratete am 3. Januar 1908 seine Verlobte Adeline „Ada“ Schulz, Tochter des Geheimen Medizinalrates Prof. Dr. Hugo Paul Friedrich Schulz (1853–1932) aus Wesel. Aus der Ehe sind vier (nach anderen Quellen fünf) Kinder entsprossen: Hans, Friedrich, Peter und Marilen.

Nach der Scheidung von Ada heiratete Sauerbruch 1939 Dr. Margot Grossmann (1903–1995), Internistin in Berlin.

Beförderungen

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Ehrungen

  • Geheimer Hofrat (1918)
  • Kußmaul-Preis der Universität Heidelberg (1922)
  • Mitglied der Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinischen Deutsche Akademie der Naturforscher
  • Preußischer Staatsrat (1934)
  • Ehrendoktor der Universität Uppsala
  • Mitglied. der Deutschen Akademie der Wissenschaften (1937)
  • Mitglied der Berliner Chirurgischen Gesellschaft (Vorsitz 1948–50, Ehrenpräsident 1950)
  • Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie
  • Ferdinand-Sauerbruch-Briefmarke der Bundespost, 1975 zum 100. Geburtstag
  • Ferdinand-Sauerbruch-Forschungspreis der Berliner Chirurgischen Gesellschaft (gestiftet 1991, verliehen seit 1993)[2]

Verfilmung

Sonstiges

Veröffentlichungen

Ferdinand Sauerbruch - Das war mein Leben.jpg
  • Die willkürlich bewegbare künstliche Hand: Eine Anleitung für Chirurgen und Techniker, Berlin 1916 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Ferdinand Sauerbruch im Sammelband: Hans Weberstedt Hg.: Deutschland fordert Gleichberechtigung. Eine Sammlung von Aufsätzen und Rundfunkreden über die Fragen der Gleichberechtigung, Sicherheit und Abrüstung. Armanen-Verlag, Leipzig 1933
  • Ferdinand Sauerbruch und Rudolf Nissen: Allgemeine Operationslehre. Leipzig 1933
  • Ferdinand Sauerbruch und Hans Wenke: Wesen und Bedeutung des Schmerzes. Berlin 1936
  • Rede als Wahlaufruf für Adolf Hitler am 11. November 1933 in Leipzig
  • Ferdinand Sauerbruch: Das war mein Leben. Autobiographie

Verweise

Literatur

  • Wolfgang Genschorek: „Ferdinand Sauerbruch, ein Leben für die Chirurgie“, 1978
  • Das Deutsche Führerlexikon, Otto Stollberg G.m.b.H., Berlin 1934

Fußnoten

  1. vgl.: Der Große Wendig, Band 4: Sauerbruchs Märchen über seinen Besuch bei Hitler, Kapitel 866 , S.648f.
  2. Sauerbruchpreis
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