Nietzsche, Friedrich

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Friedrich Nietzsche (um 1885)

Friedrich Wilhelm Nietzsche (Lebensrune.png 15. Oktober 1844 in Röcken bei Lützen; Todesrune.png 25. August 1900 in Weimar) war ein deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe. Er gilt als eine der einflußreichsten Personen der neuzeitlichen Geistesgeschichte.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der 17jährige Friedrich Nietzsche mit der Geste der verborgenen Hand

Jugend (1844–1869)

Als Friedrich Nietzsche am 15. Oktober 1844 in Röcken bei Lützen (preußische Provinz Sachsen) geboren wurde, stand für seinen Vater die spätere Berufswahl und Karriere seines Sohnes schon fest. Der junge Friedrich sollte die Familientradition der männlichen Nietzsches konsequent weiterführen, und zwar die Ausführung der Pflichten eines lutherischen Pfarrers. Nebst seinem Vater war auch schon sein Großvater Pfarrer einer kleinen Gemeinde gewesen. Wer hätte damals geahnt, daß Friedrich Nietzsche ein Verfechter der antichristlichen Lehre und ein überzeugter Atheist im späteren Leben sein würde? Als der Vater im fünften Lebensjahr Friedrich Nietzsches überraschend verstarb, übernahm seine Mutter in einem Haushalt die Erziehung, in der auch seine beiden Tanten, seine Großmutter und seine Schwester lebten. Schon früh entwickelte der junge Nietzsche ein Interesse für Poesie. Mit 10 Jahren begann er, erste Gedichte, Dramenentwürfe und ähnliches zu schreiben.

Im Oktober 1865, kurz bevor Nietzsche ein Studium in Leipzig aufnahm, verbrachte er zwei Wochen in Berlin bei der Familie seines Studienfreundes Hermann Mushacke. Dessen Vater, Eduard Mushacke, hatte in den 1840er Jahren zu einem Debattierzirkel um Bruno Bauer und Max Stirner gehört. Daß Nietzsche bei diesem Besuch mit Stirners berüchtigtem, 1845 erschienenen Buch „Der Einzige und sein Eigentum“ konfrontiert wurde, liegt nahe, läßt sich aber nicht belegen.[1] Jedenfalls wandte Nietzsche sich unmittelbar danach einem Philosophen zu, der Stirner und dem Junghegelianismus denkbar fern stand: Arthur Schopenhauer. Ein weiterer Philosoph, den er in seiner Leipziger Zeit für sich entdeckte, war Friedrich Albert Lange, dessen „Geschichte des Materialismus“ 1866 erschien. In erster Linie setzte Nietzsche jedoch zunächst sein philologisches Studium fort. In dieser Zeit knüpfte er eine enge Freundschaft mit seinem Kommilitonen Erwin Rohde. Geprägt von der antiken Ästhetik und den Werken Arthur Schopenhauers machte Nietzsche 1868 Bekanntschaft mit Richard Wagner, ein weiterer begeisterter Anhänger der Philosophie Schopenhauers. In den folgenden 10 Jahren besuchten sich Wagner und Nietzsche mehrmals. Diese Begegnungen sollten beide nachhaltig beeinflussen.

Im Februar 1869 nahm Friedrich Nietzsche seine Professur in Basel als außerordentlicher Professor für griechische Sprache und Literatur an. Schon mit 24 Jahren hielt er eine Antrittsrede über „Homer und die klassische Philologie“, deren Erfolg ihm hohe Beachtung bei seinen Kritikern schenkte. Im Jahre 1871 meldete sich der patriotische Nietzsche als freiwilliger Krankenpfleger im Deutsch-Französischen Krieg. Darüber hinaus klagte Nietzsche nach der Reichsgründung am 18. Januar 1871 über den Mangel einer geistigen Einheit Deutschlands neben der gerade erreichten politischen Einheit. Noch Jahre später kritisierte er Deutschland als existentiell gefährdet durch ebenjenen äußeren militärischen Sieg. Der junge und strebsame Nietzsche veröffentlichte 1872 sein erstes Hauptwerk: „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“. Dadurch fand er die Möglichkeit, seinem Gemütszustand Ausdruck zu verleihen. Dieses Werk behandelte kulturkritische Fragen, mit deren geistiger Weiterentwicklung Friedrich Nietzsche sein ureigenes Problem erkannte: die Moral.

Professor in Basel (1869–1879)

Handschrift
Nietzsche, Friedrich.jpg

Nebst den Bekanntschaften mit berühmten Theologen und Philosophen pflegte Nietzsche besonders seine Freundschaft zu Richard Wagner. Jedoch zeigten sich ab 1876 (dem ersten Jahr der Bayreuther Festspiele) Anzeichen einer Entfremdung von Wagner, bis es schließlich zum Bruch der freundschaftlichen Beziehung der beiden Männer aufgrund der unvereinbaren Auffassungen zur christlichen Religion und zu sittlichen Vorstellungen kam. Nietzsche entsagte einer engstirnigen Hingabe zum Christentum, deckte die „Sklavenmoral“ dieser lebensfeindlichen Religion auf und verkündete: „Gott ist tot“. Im Jahre 1879 mußte er seine Professur in Basel wegen der stetigen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes niederlegen.

Freier Philosoph (1879–1889)

Er schuf als freier Philosoph in den nächsten 10 Jahren seine größten abschließenden Werke. Ständig schaffend in verschiedenen Orten, hauptsächlich in Italien und der Schweiz (mit Reisen bis nach Sizilien), veröffentlichte Nietzsche „Menschliches, Allzumenschliches“ (1880), „Morgenröte“ (1881) und „Die fröhliche Wissenschaft“ (1882). Nietzsche versuchte in allen drei Werken, den Menschen als ein Wesen darzustellen, das die Freiheit besitzt, sich seine Tugenden, Sitten und seine eigene Moral zu wählen. Nietzsches im Spätwerk verankerte Lehre von der „Umwertung aller traditionellen Werte“ orientiert sich am einzelnen Individuum. Hinsichtlich des Typus bleibt Nietzsche überaus skeptisch. Die sogenannte „Herrenmoral“ geht aus dem Selbstbewußtsein des Einzelnen, der keine Befehle braucht, hervor.

Dieser Radikalindividualismus Nietzsches steht ein wenig unverbunden neben seinen sittlich-reformerischen Ideen, die ja unzweifelhaft Gruppen, Schichten und Gemeinschaften zum Adressaten haben. Gedanken über eine Fortentwicklung der Menschheit hin zu dem, was Nietzsche den Übermenschen nennt, stellt er in seinem dichterischen Werk „Also sprach Zarathustra“ ausführlich dar. Die Idee von dem heutigen Menschen, als etwas, „daß überwunden werden muss“, um dem neuen, edleren Menschen (besagten Übermenschen) Raum zu schaffen, ähnelt auffallend den späteren Ideen des Nationalsozialismus, besonders auch vielen Aussagen in Adolf Hitlers Mein Kampf, welches Buch in Teilen als die politische Forderung der philosophischen Gedanken Nietzsches bewertet werden kann. Wenn heutzutage daher oftmals die Rede davon ist, daß die Nationalsozialisten Nietzsche „vereinnahmt“ hätten, so handelt es sich dabei entweder um uninformierte oder aber um bewußt lügenhafte Polemik.

In den Jahren 1886 und 1887 folgten „Jenseits von Gut und Böse“ sowie „Zur Genealogie der Moral“. Weitere kleinere Werke wie „Der Fall Wagner“ (1888), „Der Antichrist“ (1894 veröffentlicht) und „Nietzsche contra Wagner“ (1895) führen Nietzsches atheistische Lebenseinstellung und antichristliche Haltung weiter.

Zum deutschen Idealismus um Hegel übernahm er für einige Zeit die scharfe Kritik Schopenhauers. Später ignorierte er die Richtung; die Lektüre der Originalwerke hielt er offenbar für entbehrlich. Bedenkenswert ist, daß sich bei Nietzsche zu Stirner und den Junghegelianern (Feuerbach und Bauer) keine nennenswerten Äußerungen finden, obwohl er sie als Denker einer „geistesregen Zeit“ ansah,[1] und auch keine zu Karl Marx, obwohl er sich verschiedentlich äußerst abfällig über den politischen Sozialismus äußerte.

In geistiger Umnachtung (1889–1900)

Adolf Hitler betrachtet die Büste Nietzsches

Im Januar 1889 traf ihn das Schicksal. Nach einem nervlichen Zusammenbruch in Turin/Italien, wird Friedrich Nietzsche in die psychiatrische Klinik der Universität Jena eingewiesen und lebte bis zu seinem Tode in geistiger Umnachtung. Ab 1890 kümmerten sich seine Mutter und nach deren Tod seine Schwester um den gebrochenen Mann, bis am 25. August 1900 in Weimar Friedrich Nietzsches singulär-exemplarisches Dasein endete und er starb. Ätiologie und Wesen der Erkrankung Nietzsches gelten bis heute als rätselhaft (er litt bereits als Kind unter schwersten Migräne-Anfällen). Nietzsche wußte jedoch selber, daß er seine von ihm selbst stets als „große Gesundheit“ bezeichnete Willensanstrengung – zum Werk – erkauft hat mit einem Raubbau an der eigenen Konstitution. Alle bekannt gewordenen Versuche, Nietzsches Denkweise und seine Schlußfolgerungen als ein Resultat der chronischen, lebenslangen Beschwerden zu interpretieren, sind ihrerseits sehr viel zeitgebundener und unfreier, als irgendeiner der solchermaßen gedeuteten Texte Nietzsches.

Nietzsche-Rezeption

Siehe auch: Nietzsche-Rezeption im Nationalsozialismus

Friedrich Nietzsche gilt als einer der größten deutschen Philosophen und Denker sowie Leitgeber der geistigen Strömungen der Daseinsphilosophie. Der Nietzsche-Forscher Karl Schlechta schreibt über Friedrich Nietzsche:

„Innerhalb der durch Reformation ausgelösten Bewegung des deutschen Geistes auf den letzten Ursprung und Urgrund der menschlichen Natur hin hat Nietzsche sich am gewaltigsten von den alten Werten der kulturellen Überlieferung zu befreien versucht“.

Bernd A. Laska vertritt die These, Nietzsche habe infolge der Begegnung mit dem Werk Max Stirners, welches ihm vom Junghegelianer Eduard Mushacke vermittelt worden sei, eine „initiale Krise“ durchgemacht, die ihn zu Schopenhauer führte.[1]

Gegnerschaft

Nietzsche hatte auch im deutschen Volk erbitterte Gegner. Gerhart Hauptmann stellte z. B. fest:

„Friedrich Nietzsche war nicht unser Mann. Es fehlte uns damals die Zeit, subtile und komplizierte Gespinste des Gehirns, die wesentlich Selbstzweck schienen, zu verfolgen. Nein, wir hatten besseres zu tun. Wir wollten blühen, wir wollten Frucht bringen.“

Der deutsche Dichter Julius Hart stellte die Kraft des nordischen Ariers Nietzsches „romanistisch-dilettantisch-weibischen Empfindungen“ entgegen. Nietzsche, der „Täuscher und Betrüger“, hörig der „romanischen Fremdrassenkultur“, habe „polnisches Blut“ in den Adern, gehöre damit einer „minderwertigen Rasse“ an.

Auch der Philologe Martin Franz Wilhelm Löpelmann lehnte Nietzsche als Wegweiser oder Geistesheld ab. Er habe von „Kraft und Stärke zu schwärmen verstanden, weil er diese selbst nie besaß“. Er kreidet Nietzsche Deutschfeindlichkeit, judenfreundliche Gesinnung und Gegnerschaft gegenüber dem Sozialismus an. Er habe „für die Arbeiterfrage nie Verständnis gehabt.“

Weitere bekannte Gegner waren Eugen Dühring und Theodor Fritsch.

Nichtsdestoweniger fand Nietzsche schon 1894 Aufnahme im Konservationslexikon Brockhaus (14. Auflage) als „Stilist ersten Ranges“ und als „Dichter eines neuen Dithyrambusstils“. Bis heute mißversteht das akademische Deutschland Nietzsches eindringliche Analysen als Elaborate eines „Dicherphilosophen“.

Die Rettung von Nietzsches Nachlaß

Am 6. Dezember 1945 wurde Max Oehler, bis dahin Verwalter des Nietzsche-Archivs in Weimar, von sowjetischen Truppen verhaftet und das Archiv selbst verschlossen und versiegelt. Die Sowjets hatten offenbar vor, den gesamten Bestand zu vernichten, d.h. zu verbrennen. Wie Wolfgang Stephan[2] aufgrund intensiver Recherchen berichtet, hat Rudolf Paul, der damalige Präsident des Landes Thüringen, den Nietzsche-Nachlaß gerettet. Als er von Hans Wahl, dem Präsidenten des Goethe- und Schillerarchivs, darüber informiert wurde, daß man plane, die Bestände des Archivs abzutransportieren, intervenierte er unverzüglich bei dem verantwortlichen Hauptmann der sowjetischen Besatzungsarmee. Er argumentierte sehr geschickt und hatte das Glück, auf einen aufgeschlossenen Offizier zu treffen.

Paul schrieb in einem Brief vom 15. Mai 1946 an Wahl:

Ich habe Herrn Hauptmann Oserewski auf die Fälschungen hingewiesen, welche die Schwester Nietzsche an dessen Nachlaß begangen hat, und daß ein Interesse daran besteht, zum mindestens seitens der Nietzsche-Forscher, den wahren Nietzsche von den Fälschungen zu befreien.

Wahl sprach sich nun seinerseits mit Oserewski aus und konnte am 12. Juni 1946 dem Landespräsidenten über den Nietzsche-Nachlaß schreiben:

Der Inhalt ist in Weimar und wird freigegeben. Sobald von Weimar aus gemeldet werden kann, daß der Kulturbund, der im Nietzsche-Archiv etabliert ist und selbst den Wunsch hat herauszukommen, eine andere Unterkunft in Weimar gefunden hat, wird das Material freigegeben zur Wiedereinrichtung des Nietzsche-Archivs.

Anschließend dankt Wahl Paul:

Ohne Ihr Eingreifen wäre das Nietzsche-Archiv für Weimar verloren gewesen. Die Kisten standen transportbereit im Sauckel-Werk.

111 Kisten lagerten in der Nähe des Bahnhofs. Transportbereit war nicht allein der archivalische Nachlaß Nietzsches, sondern auch die Bibliothek des Hauses und die während des Krieges dorthin ausgelagerten Bücher der Stadtbibliothek Weimar. Sie wurden nun wieder zum Nietzsche-Archiv zurückgebracht. Aber offenbar nicht alles. Denn ein zu Strafarbeitseinsätzen eingesetzter Lehrer beobachtete, wie sowjetische Soldaten aus Einbänden von Büchern Schuhsohlen schneiden wollten. Bei genauerem Hinsehen stellte er fest, daß es sich um die in Schweinsleder gebundene Musarion-Ausgabe aus dem Nietzsche-Archiv handelte.[3]

Zitate

Zitate von Nietzsche
  • Es kennzeichnet die Deutschen, daß bei ihnen die Frage, ›Was ist deutsch?‹, nie ausstirbt.“ — In: Jenseits von Gut und Böse
  • „Wohin kam das letzte Gefühl von Anstand, von Achtung vor sich selbst, wenn unsre Staatsmänner sogar, eine sonst sehr unbefangne Art Mensch und Antichristen der That durch und durch, sich heute noch Christen nennen und zum Abendmahl gehn?... Ein junger Fürst an der Spitze seiner Regimenter, prachtvoll als Ausdruck der Selbstsucht und Selbstüberhebung seines Volks, – aber, ohne jede Scham, sich als Christen bekennend!... Wen verneint denn das Christentum? was heißt es ›Welt‹? Daß man Soldat, daß man Richter, daß man Patriot ist; daß man sich wehrt; daß man auf seine Ehre hält; daß man seinen Vortheil will; daß man stolz ist... Jede Praktik jedes Augenblicks, jeder Instinkt, jede zur That werdende Wertschätzung ist heute antichristlich: was für eine Mißgeburt von Falschheit muß der moderne Mensch sein, daß er sich trotzdem nicht schämt, Christ noch zu heißen!“ — Spätwerk Der Antichrist (1888, Kapitel 5, Nr. 38; die Stellen mit dreifachem Auslassungspunkt befinden sich so im Original und markieren keine Auslassungen, sondern gleichsam Gedankenstriche)
Zitate über Nietzsche
  • „In Nietzsche ist alles ein Schaffen, Bauen, Konstruieren, Befehlen, Bestimmen; der Zweck heiligt ihm alle Mittel, er lebt und stirbt für selbstgeschaffene, irdische, hiesige Ideale. Er will das Furchtbare der menschlichen Existenz durch den Willen adeln, überwinden. Alles in ihm ist Zuchtgedanke. Die Juden sind die Opponenten der Schaffenden, ihre Korrektoren, ihre bösen Gewissen.“Christian Morgenstern[4]
  • „Nietzsche wandte sich von Deutschland ab, als Deutschland im Glück war. Die Gründe kamen aus dem kulturellen Gesichtspunkte. [...] Im Jahre 1866 bekannte er sich ausdrücklich zu ‚unseren deutschen Hoffnungen’. [...] Die Abkehr von Deutschland kam erst aus der Enttäuschung durch die Nation seit 1870. [...] Von da an nahm die frühe Erkenntnis zu, daß das deutsche Volk noch nicht fähig war, das glückhaft-unerwartete Ereignis seiner politischen Einigung in eine nationale Kultur umzusetzen, die es bis dahin besessen hatte. Über dieser Erkenntnis wurde Nietzsche dann der erbarmungslose Kritiker der Gründerjahre, der nicht müde war, auf jene ‚höchste Einheit’ eines Volkes hinzuweisen, als einer Einheit des Geistes und des Lebens, die wir damals verfehlten.“Arthur Moeller van den Bruck[5]
  • „Zuweilen wurde das häusliche Leben durch Besuche auswärtiger Freunde unterbrochen, so wiederholt durch den Besuch Friedrich Nietzsches, damals noch durch die hingebendste Freundschaft mit Wagner verbunden. Ich hatte ihn bei der Grundsteinlegung im Jahr [18]72 kennengelernt, nachdem ich vorher schon mit Begeisterung seine Schrift ›Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik‹ gelesen hatte. Dann hatte ich ihn in München wiedergesehen, wo ich mit Olga weilte, um den Aufführungen von ›Tristan und Isolde‹ beizuwohnen, die uns alle ganz glücklich machten. Jetzt erfreute er uns oft durch sein wahrhaft wundervolles Klavierspiel, meist freie Improvisationen, so daß Wagner ihm einmal im Scherz sagte: ›Nein, Nietzsche, Sie spielen zu gut für einen Professor.‹“ — Malwida von Meysenbug (1816–1903)[6]
  • „Eine Sentenz Nietzsches beziehe ich auf mich: »Was heute beweisen kann, ob Einer Wert hat oder nicht, – daß er Stand hält!«“. — Adolf Hitler (im persönlichen Gespräch mit Hermann Giesler, August 1944)[7]

Werke und Ausgaben

Zeichnung
Mit Unterschrift

Eingeklammerte Jahreszahlen geben das Jahr der Entstehung, mit Kommata abgetrennte das Jahr der Erstveröffentlichung an.

Philologische Werke
  • Zur Geschichte der Theognideischen Spruchsammlung, 1867
  • De Laertii Diogenis fontibus, 1868/69
  • Homer und die klassische Philologie, 1869
  • Analecta Laertiana, 1870
  • Das florentinische Tractat über Homer und Hesiod, 1870 (siehe: Certamen Homeri et Hesiodi)
Philosophisches, Dichtungen und Autobiographisches
Musik

Seit seiner Jugend musizierte Nietzsche und komponierte zahlreiche kleinere Stücke.

Bedeutend sind:

  • Manfred-Meditation, 1872. Zum „Manfred“ von Lord Byron. Später gab Nietzsche das Komponieren auf.
  • Hymnus an die Freundschaft, 1874, Hörprobe
  • Gebet an das Leben, NWV 41, 1882, und Hymnus an das Leben, Chor und Orchester, 1887: Nietzsche vertonte 1882 ein Gedicht von Lou von Salomé. Peter Gast arbeitete dies zu einer Komposition für gemischten Chor und Orchester um, die 1887 unter Nietzsches Namen veröffentlicht wurde.

Biographien und Literatur über Nietzsche (alphabetisch nach Verfassernamen)

  • Herbert Cysarz: Wagner – Nietzsche – George. Form-Wille und Kultur-Wille, vornehmlich bei George. Aus dem Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts, Frankfurt a. M. 1931, S. 94–125
  • Paul Deussen: Erinnerungen an Friedrich Nietzsche (PDF-Datei)
  • Carol Diethe: Vergiss die Peitsche. Nietzsche und die Frauen, Aus dem Englischen von Michael Haupt, Europa Verlag, Hamburg/Wien 2000, ISBN 3-203-76029-0 (Originalausgabe: Nietzsches Women – Beyond the Whip, 1996)
  • Hermann-Peter Eberlein: Flamme bin ich sicherlich! Friedrich Nietzsche, Franz Overbeck und ihre Freunde. Schmidt von Schwind Verlag, Köln 1999, ISBN 3-932050-15-0
  • Wilhelm Fischer: Friedrich Nietzsches Bild (1910) (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Elisabeth Förster-Nietzsche: Das Leben Friedrich Nietzsche’s:
  • Hans Freyer: Friedrich Wilhelm Nietzsche, in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hrsg.): Die großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie. Vier Bände, Propyläen Verlag, Berlin 1935–1937 , Bd. 4, S. 39–60
  • Klaus Goch: Franziska Nietzsche. Ein biographisches Porträt. Mit zahlreichen Abbildungen. Insel Verlag, Frankfurt am Main / Leipzig 1994, ISBN 3-458-33323-1
  • Alfredo Guzzoni (Hg.): 90 Jahre philosophische Nietzsche-Rezeption, Verlag Anton Hain, Königstein im Taunus 1979, ISBN 3-445-01948-7 (Beiträge von: Georg Brandes, Alois Riehl, Hans Vaihinger, Ludwig Klages, Alfred Baeumler, Karl Jaspers, Martin Heidegger, Karl Löwith, Jean-Paul Sartre, Michel Foucault, Eugen Fink, Arthur C. Danto u. a.)
  • Jakob J. Hollitscher: Friedrich Nietzsche, Darstellung und Kritik (PDF-Datei)
  • Hans Hübner: Nietzsche und das Neue Testament, Mohr Siebeck, Tübingen 2000, ISBN 978-3-16-147489-7 [XI, 290 S.]
  • Anatoli Iwanow: Die Deutschen, ein auserwähltes Volk (2006)
  • Albert Kalthoff: Friedrich Nietzsche und die Kulturprobleme unserer Zeit (PDF-Datei 20 MB)
  • Hellmuth Kiowsky: Der metaphysische Aspekt des Mitleids: Schopenhauers Ethik und Nietzsches Moral der Vornehmheit (Europäische Hochschulschriften), Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften, 1995, ISBN 978-3631492345 [198 S.]
  • Ludwig Klages: Die psychologischen Errungenschaften Nietzsches, Leipzig 1926
  • Friedrich Köhler: Aus Natur und Geisteswelt, Friedrich Nietzsche (PDF-Datei)
  • David Farrell Krell / Donald L. Bates: Nietzsche – der gute Europäer. Die Landschaften seines Lebens. Eine Biographie in Bildern und Selbstzeugnissen, Aus dem Amerikanischen von Sieglinde Denzel und Susanne Naumann, Knesebeck Verlag, München 2000, ISBN 3-89660061-3 (amerik. Originalausg.: 1997)
  • Mario Leis: Frauen um Nietzsche, Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2000, ISBN 978-3-499-50631-9 [153 S.] (= Rowohlts Monographien, Bd. 50631)
  • Henri Lichtenberger: Friedrich Nietzsche, ein Abriss seines Lebens und seiner Lehre (PDF-Datei)
  • Konrad Paul Liessmann: Philosophie des verbotenen Wissens. Friedrich Nietzsche und die schwarzen Seiten des Denkens, Nikol Verlagsgesellschaft, Hamburg 2009, ISBN 978-3-86820-003-4
  • Frank Lisson: Friedrich Nietzsche, dtv, München 2004, ISBN 3-423-31077-4
  • Anthony Ludovici: Who is to be Master of the World? An Introduction to the Philosophy of Friedrich Nietzsche, T. N. Foulis, Edinburgh 1909
  • Thomas Mittmann: Friedrich Nietzsche. Judengegner und Antisemitenfeind, Sutton Verlag, Erfurt o. J. (Bibliographie bis 2000), ISBN 3-89702-305-9
  • Ernst Nolte: Nietzsche und der Nietzscheanismus, Propyläen Verlag, Frankfurt am Main / Berlin 1990, ISBN 3-549-05833-0
  • Henning Ottmann (Hg.): Nietzsche-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung, J.B. Metzler Verlag, Stuttgart/Weimar 2000, ISBN 978-3-476-01330-8
  • Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche, eine Freundschaft:
  • Alfons Reckermann: Lesarten der Philosophie Nietzsches. Ihre Rezeption und Diskussion in Frankreich, Italien und der angelsächsischen Welt 1960–2000, Walter de Gruyter, Berlin / New York 2003, ISBN 3-11-017451-0 [Diese gründliche Monographie belegt – ohne jede Ironieabsicht –, daß es in Frankreich eine (akademisch beglaubigte) linksradikale Nietzsche-Rezeption gibt, für die ein geradezu groteskes Mißverstehen der Texte Nietzsches kennzeichnend ist.]
  • Alois Riehl: Friedrich Nietzsche, der Künstler und der Denker (PDF-Datei)
  • Ernst R. Sandvoss: Unterwerfung der Vernunft: Nietzsches Evangelium der Macht. Shaker, 2011, ISBN 978-3832299705 [276 S.]
  • Jochen Schmidt (Hg.): Aufklärung und Gegenaufklärung in der europäischen Literatur. Philosophie und Politik von der Antike bis zur Gegenwart, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1989, ISBN 3-534-10251-7
  • Andreas Urs Sommer: Friedrich Nietzsches „Der Antichrist“. Ein philosophisch-historischer Kommentar, Schwabe Verlag, Basel 2000, ISBN 3-7965-1098-1
  • Rudolf Steiner: Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit (PDF-Datei)
  • Stiftung Weimarer Klassik (Hg.): Friedrich Nietzsche. Chronik in Bildern und Texten. Im Auftrag der Stiftung Weimarer Klassik zusammengestellt von Raymond J. Benders und Stephan Oettermann unter Mitarbeit von Hauke Reich und Sybille Spiegel. Begleitpublikation zu der Ausstellung „Wann ist der Gotthardtunnnel fertig?“ Friedrich Nietzsche – Leben und Werk, Schiller-Museum Weimar, 15. April bis 31. Dezember 2000. Carl Hanser Verlag, München/Wien 2000, ISBN 3-446-19877-6
  • Bernhard H. F. Taureck: Nietzsche-ABC, Reclam Verlag, Leipzig 1999, ISBN 3-379-01679-9
  • Anacleto Verrecchia: Zarathustras Ende. Die Katastrophe Nietzsches in Turin. Aus dem Italienischen übertragen von Paul Pawlowsky, Böhlau Verlag, Wien/Köln/Graz 1986, ISBN 3-205-07253-7
  • Burkhart Weecke: Die Wiederkehr des Heiligen in Nietzsches Zarathustra, Elemente (Zeitschrift) Nr. 4, Hauptausgabe 1990, S. 47–52
  • Friedrich Würzbach: Der tragische Denker: Friedrich Nietzsche, in: Ernst Adolf Dreyer / Heinz W. Siska (Hg.): Kämpfer, Künder, Tatzeugen. Gestalter deutscher Größe. 3 Bde., Zinnen-Verlag, München–Wien–Leipzig 1942, Bd. II, S. 549–571
  • Günter Zehm: Das Schlußwort Zarathustras. Friedrich Nietzsche und die Folgen, Edition Antaios, Schnellroda 2006, ISBN 3-935063-45-8
  • Theobald Ziegler: Vorkämpfer des Jahrhunderts, Friedrich Nietzsche (PDF-Datei)

Siehe auch

Filmbeiträge

Wo liegt die Wurzel allen Übels? (YouTube-Kanal: Sapere Aude)
Macht und Moral (YouTube-Kanal: Sapere Aude)

Verweise

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 Bernd A. Laska: Nietzsches initiale Krise. Die Stirner-Nietzsche-Frage in neuem Licht. In: Germanic Notes and Reviews, vol. 33, n. 2, fall/Herbst 2002, pp. 109–133
  2. Stephan, W.: Der Zugriff der sowjetischen Militär-Administration auf Nietzsches Nachlaß 1946 und seine Retter, in: Nietzsche-Studien 27, 1998
  3. Vgl.: Information Philosophie, Oktober 2003, S. 100 f.
  4. In: Stufen, Politisches Soziales
  5. Arthur Moeller van den Bruck: Die Wiederkunft Nietzsches, in: Norddeutsche Allgemeine Zeitung, Nr. 57/1919 Morgenausgabe, wieder abgedruckt in: Arthur Moeller van den Bruck: Der politische Mensch, hrsg. von Hans Schwarz, Breslau 1933, S. 98–105, S. 98–100
  6. Malwida von Meysenbug: Memoiren einer Idealistin, Bd. 2, Vorwort
  7. Hermann Giesler: Ein anderer Hitler, Druffel & Vowinckel-Verlag, 2005, 7. Auflage, S. 449, ISBN 3806111723
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