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Nietzsche, Friedrich

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Friedrich Nietzsche

Friedrich Wilhelm Nietzsche (Lebensrune.png 15. Oktober 1844 in Röcken bei Lützen; Todesrune.png 25. August 1900 in Weimar) war ein deutscher Philosoph, Dichter und klassischer Philologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend (1844–1869)

Der 17-jährige Friedrich Nietzsche mit der Geste der verborgenen Hand

Als Friedrich Nietzsche am 15. Oktober 1844 in Röcken bei Lützen (preußische Provinz Sachsen) geboren wurde, stand für seinen Vater die spätere Berufswahl und Karriere seines Sohnes schon fest. Der junge Friedrich sollte die Familientradition der männlichen Nietzsches konsequent weiterführen, und zwar die Ausführung der Pflichten eines lutherischen Pfarrers. Nebst seinem Vater war auch schon sein Großvater Pfarrer einer kleinen Gemeinde gewesen. Wer hätte damals geahnt, dass Friedrich Nietzsche ein Verfechter der antichristlichen Lehre und ein überzeugter Atheist im späteren Leben sein würde. Als der Vater im 5. Lebensjahr Friedrich Nietzsches verstarb, übernahm seine Mutter in einem Haushalt die Erziehung, in der auch seine beiden Tanten, seine Großmutter und seine Schwester lebten. Schon früh entwickelte der junge Nietzsche ein Interesse für Poesie. Mit 10 Jahren begann er die ersten Gedichte zu schreiben.

Im Oktober 1865, kurz bevor Nietzsche das Studium in Leipzig aufnahm, verbrachte er zwei Wochen in Berlin bei der Familie seines Studienfreundes Hermann Mushacke. Dessen Vater, Eduard Mushacke, hatte in den 1840er Jahren zu einem Debattierzirkel um Bruno Bauer und Max Stirner gehört. Dass Nietzsche bei diesem Besuch mit Stirners berüchtigtem, 1845 erschienenen Buch Der Einzige und sein Eigentum konfrontiert wurde, liegt nahe, lässt sich aber nicht belegen.[1] Jedenfalls wandte Nietzsche sich unmittelbar danach einem Philosophen zu, der Stirner und dem Junghegelianismus denkbar fern stand: Arthur Schopenhauer. Ein weiterer Philosoph, den er in seiner Leipziger Zeit für sich entdeckte, war Friedrich Albert Lange, dessen Geschichte des Materialismus 1866 erschien. In erster Linie setzte Nietzsche jedoch zunächst sein philologisches Studium fort. In dieser Zeit knüpfte er eine enge Freundschaft mit seinem Kommilitonen Erwin Rohde. Geprägt von der antiken Ästhetik und den Werken Arthur Schopenhauers machte Nietzsche 1868 Bekanntschaft mit Richard Wagner, ein weiterer begeisterter Anhänger der Philosophie Schopenhauers. In den folgenden 10 Jahren besuchten sich Wagner und Nietzsche mehrmals. Diese Begegnungen sollten beide nachhaltig beeinflussen.

Im Februar 1869 nahm Friedrich Nietzsche seine Professur in Basel als außerordentlicher Professor für griechische Sprache und Literatur an. Schon mit 24 Jahren hielt er eine Antrittsrede über „Homer und die klassische Philologie“, deren Erfolg ihm hohe Beachtung bei seinen Kritikern schenkte. Im Jahre 1871 meldete sich der patriotische Nietzsche als freiwilliger Krankenpfleger im Deutsch-Französischen Krieg. Darüber hinaus klagte Nietzsche nach der Reichsgründung am 18. Januar 1871 über den Mangel einer geistigen Einheit Deutschlands neben der gerade erreichten politischen Einheit. Noch Jahre später kritisierte er Deutschland in jeder Hinsicht. Der junge und strebsame Nietzsche veröffentlichte 1872 sein erstes Hauptwerk: „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“. Dadurch fand er die Möglichkeit, seinem Gemütszustand Ausdruck zu verleihen. Dieses Werk behandelte kulturkritische Fragen, mit deren geistiger Weiterentwicklung Friedrich Nietzsche sein ureigenes Problem erkannte: die Moral.

Professor in Basel (1869–1879)

Friedrich Wilhelm Nietzsche (Handschrift).jpg

Nebst den Bekanntschaften mit berühmten Theologen und Philosophen pflegte Nietzsche besonders seine Freundschaft zu Richard Wagner. Jedoch zeigten sich ab 1876 Anzeichen einer Entfremdung von Wagner bis es schließlich zum Bruch der freundschaftlichen Beziehung der beiden Männer aufgrund der unterschiedlichen Auffassungen zur christlichen Religion und sittlichen Moralvorstellungen kam. Nietzsche entsagte der engstirnigen Hingabe zum Christentum, deckte die „Sklavenmoral“ dieser lebensfeindlichen Religion auf und verkündete: „Gott ist tot“. Nachdem er 1879 seine Professur in Basel wegen der stetigen Verschlechterung seines Gesundheitszustandes niederlegen musste.

Freier Philosoph (1879–1889)

Er schuf als freier Philosoph in den nächsten 10 Jahren seine größten abschließenden Werke. Ständig schaffend in verschiedenen Orten, hauptsächlich in Italien, veröffentlichte Nietzsche „Menschliches, Allzumenschliches“ (1880), „Morgenröte“ (1881) und „Die fröhliche Wissenschaft“ (1882). Nietzsche versuchte in allen drei Werken, den Menschen als ein Wesen darzustellen, das die Freiheit besitzt, sich seine Tugenden, Sitten und seine eigene Moral zu wählen. Jedoch sprengt sich Nietzsches Lehre von der „Umwertung aller traditionellen Werte“ nicht am einzelnen Individuum, sondern verfolgt als oberstes Ziel die Schaffung einer ausgewählten, Kulturschaffenden Übermenschheit mit einer eigenen „Herrenmoral“. Diesen Gedanken über eine Fortentwicklung der Menschheit hin zu dem, was Nietzsche den Übermenschen nennt, stellt er in seinem dichterischen Werk „Also sprach Zarathustra“ ausführlich dar. Die Idee von dem heutigen Menschen, als etwas, „daß überwunden werden muss“, um dem neuen, edleren Menschen (besagten Übermenschen) Raum zu schaffen, ähnelt auffallend den späteren Ideen des Nationalsozialismus, besonders auch vielen Aussagen in Adolf Hitlers Mein Kampf, welches Buch in Teilen als die politische Forderung der philosophischen Gedanken Nietzsches bewertet werden kann. Wenn heutzutage daher oftmals die Rede davon ist, daß die Nationalsozialisten Nietzsche „vereinnahmt“ hätten, so handelt es sich dabei entweder um uninformierte oder aber um bewußt lügenhafte Polemik.

In den Jahren 1886 und 1887 folgten „Jenseits von Gut und Böse“ sowie „Zur Genealogie der Moral“. Weitere kleinere Werke wie „Der Fall Wagner“ (1888), „Der Antichrist“ (1894 veröffentlicht) und „Nietzsche contra Wagner“ (1895) führen Nietzsches atheistische Lebenseinstellung und antichristliche Haltung weiter.

Zum deutschen Idealismus um Hegel übernahm er für einige Zeit die scharfe Kritik Schopenhauers. Später ignorierte er die Richtung; die Lektüre der Originalwerke hielt er offenbar für entbehrlich. Bedenkenswert ist, daß sich bei Nietzsche zu Stirner und den Junghegelianern (Feuerbach und Bauer) keine nennenswerten Äußerungen finden, obwohl er sie als Denker einer „geistesregen Zeit“ ansah,[1] und auch keine zu Karl Marx, obwohl er sich verschiedentlich über den politischen Sozialismus äußerte.

In geistiger Umnachtung (1889–1900)

Im Jahre 1889 traf ihn das Schicksal. Nach einem nervlichen Zusammenbruch im Januar in Turin/Italien wird Friedrich Nietzsche in die psychiatrische Klinik der Universität Jena eingewiesen und lebte bis zu seinem Tode in geistiger Umnachtung. Ab 1890 kümmerten sich seine Mutter und nach deren Tod seine Schwester um den gebrochenen Mann bis am 25. August 1900 in Weimar Friedrich Nietzsches tragisches Dasein endete und er starb.

Nietzsche-Rezeption

Adolf Hitler betrachtet die Büste Nietzsches
Siehe auch: Nietzsche-Rezeption im Nationalsozialismus

Friedrich Nietzsche gilt als einer der größten deutschen Philosophen und Denker sowie Leitgeber der geistigen Strömungen der Daseinsphilosophie. Der Nietzsche-Forscher Karl Schlechta schreibt über Friedrich Nietzsche:

„Innerhalb der durch Reformation ausgelösten Bewegung des deutschen Geistes auf den letzten Ursprung und Urgrund der menschlichen Natur hin hat Nietzsche sich am gewaltigsten von den alten Werten der kulturellen Überlieferung zu befreien versucht“.

Bernd A. Laska vertritt die These, Nietzsche habe infolge der Begegnung mit dem Werk Max Stirners, welches ihm vom Junghegelianer Eduard Mushacke vermittelt worden sei, eine „initiale Krise“ durchgemacht, die ihn zu Schopenhauer führte.[1]

Die Rettung von Nietzsches Nachlaß

Friedrich nietzsche.jpg

Am 6. Dezember 1945 wurde Max Oehler, bis dahin Verwalter des Nietzsche-Archivs in Weimar, von sowjetischen Truppen verhaftet und das Archiv selbst verschlossen und versiegelt. Die Sowjets hatten offenbar vor, den gesamten Bestand zu vernichten, d.h. zu verbrennen. Wie Wolfgang Stephan [2] aufgrund intensiver Recherchen berichtet, hat Rudolf Paul, der damalige Präsident des Landes Thüringen, den Nietzsche-Nachlass gerettet. Als er von Hans Wahl, dem Präsidenten des Goethe- und Schillerarchivs, darüber informiert wurde, dass man plane, die Bestände des Archivs abzutransportieren, intervenierte er unverzüglich bei dem verantwortlichen Hauptmann der sowjetischen Besatzungsarmee. Er argumentierte sehr geschickt und hatte das Glück, auf einen aufgeschlossenen Offizier zu treffen. Paul schrieb in einem Brief vom 15. Mai 1946 an Wahl: „Ich habe Herrn Hauptmann Oserewski auf die Fälschungen hingewiesen, welche die Schwester Nietzsche an dessen Nachlass begangen hat, und dass ein Interesse daran besteht, zum mindestens seitens der Nietzsche-Forscher, den wahren Nietzsche von den Fälschungen zu befreien.“ Wahl sprach sich nun seinerseits mit Oserewski aus und konnte am 12. Juni 1946 dem Landespräsidenten über den Nietzsche-Nachlass schreiben: „Der Inhalt ist in Weimar und wird freigegeben. Sobald von Weimar aus gemeldet werden kann, dass der Kulturbund, der im NietzscheArchiv etabliert ist und selbst den Wunsch hat herauszukommen, eine andere Unterkunft in Weimar gefunden hat, wird das Material freigegeben zur Wiedereinrichtung des Nietzsche-Archivs.“ Anschließend dankt Wahl Paul: „Ohne Ihr Eingreifen wäre das Nietzsche-Archiv für Weimar verloren gewesen. Die Kisten standen transportbereit im Sauckel-Werk.“ In 111 Kisten lagerten in der Nähe des Bahnhofs transportbereit nicht nur der archivalische Nachlaß Nietzsches, sondern auch die Bibliothek des Hauses und die während des Krieges dorthin ausgelagerten Bücher der Stadtbibliothek Weimar. Sie wurden nun wieder zum Nietzsche-Archiv zurückgebracht. Aber offenbar nicht alles. Denn ein zu Strafarbeitseinsätzen eingesetzter Lehrer beobachtete, wie sowjetische Soldaten aus Einbänden von Büchern Schuhsohlen schneiden wollten. Bei genauerem Hinsehen stellte er fest, daß es sich um die in Schweinsleder gebundene Musarion-Ausgabe aus dem Nietzsche-Archiv handelte.[3]

Werke und Ausgaben

Eingeklammerte Jahreszahlen geben das Jahr der Entstehung, mit Kommata abgetrennte das Jahr der Erstveröffentlichung an.

Philologische Werke

  • Zur Geschichte der Theognideischen Spruchsammlung, 1867
  • De Laertii Diogenis fontibus, 1868/69
  • Homer und die klassische Philologie, 1869
  • Analecta Laertiana, 1870
  • Das florentinische Tractat über Homer und Hesiod, 1870 (siehe: Certamen Homeri et Hesiodi)

Philosophisches, Dichtungen und Autobiografisches

Musik

Seit seiner Jugend musizierte Nietzsche und komponierte zahlreiche kleinere Stücke.

Bedeutend sind:

  • Manfred-Meditation, 1872. Zum Manfred von Lord Byron. Später gab Nietzsche das Komponieren größtenteils auf.
  • Hymnus an die Freundschaft, 1874. Hörprobe
  • Gebet an das Leben, NWV 41, 1882, und Hymnus an das Leben, Chor und Orchester, 1887: Nietzsche vertonte 1882 ein Gedicht von Lou von Salomé. Peter Gast arbeitete dies zu einer Komposition für gemischten Chor und Orchester um, die 1887 unter Nietzsches Namen veröffentlicht wurde.

Biographien und Literatur über Nietzsche

  • Paul Deussen: Erinnerungen an Friedrich Nietzsche (PDF-Datei)
  • Carol Diethe: Vergiss die Peitsche. Nietzsche und die Frauen. Aus dem Englischen von Michael Haupt. Europa Verlag, Hamburg/Wien, 2000. ISBN 3-203-76029-0 (Originalausgabe: „Nietzsches Women - Beyond the Whip“, 1996).
  • Paul Deussen: Erinnerungen an Friedrich Nietzsche (PDF-Datei)
  • Hermann-Peter Eberlein: Flamme bin ich sicherlich! Friedrich Nietzsche, Franz Overbeck und ihre Freunde. SchmidtvonSchwind Verlag, Köln, 1999. ISBN 3-932050-15-0.
  • Wilhelm Fischer: Friedrich Nietzsches Bild (1910) (PDF-Datei) Für Nicht - VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Elisabeth Förster-Nietzsche: Das Leben Friedrich Nietzsche's:
  • Klaus Goch: Franziska Nietzsche. Ein biographisches Porträt. Mit zahlreichen Abbildungen. Insel Verlag, Frankfurt am Main und Leipzig, 1994. ISBN 3-458-33323-1.
  • Alfredo Guzzoni (Hrsg.): 90 Jahre philosophische Nietzsche-Rezeption. Verlag Anton Hain, Königstein im Taunus, 1979. ISBN 3-445-01948-7 (Beiträge von Georg Brandes, Alois Riehl, Hans Vaihinger, Ludwig Klages, Alfred Baeumler, Karl Jaspers, Martin Heidegger, Karl Löwith, Jean-Paul Sartre, Michel Foucault, Eugen Fink, Arthur C. Danto u.a.).
  • Jakob J. Hollitscher: Friedrich Nietzsche, Darstellung und Kritik (PDF-Datei)
  • Albert Kalthoff: Friedrich Nietzsche und die Kulturprobleme unserer Zeit (PDF-Datei 20MB)
  • Friedrich Köhler: Aus Natur und Geisteswelt, Friedrich Nietzsche (PDF-Datei)
  • David Farrell Krell / Donald L. Bates: Nietzsche - der gute Europäer. Die Landschaften seines Lebens. Eine Biographie in Bildern und Selbstzeugnissen. Aus dem Amerikanischen von Sieglinde Denzel und Susanne Naumann. Knesebeck Verlag, München 2000, ISBN 3-89660061-3 (amerik. Originalausg.: 1997)
  • Henri Lichtenberger: Friedrich Nietzsche, ein Abriss seines Lebens und seiner Lehre (PDF-Datei)
  • Konrad Paul Liessmann: Philosophie des verbotenen Wissens. Friedrich Nietzsche und die schwarzen Seiten des Denkens. Nikol Verlagsgesellschaft, Hamburg 2009, ISBN 978-3-86820-003-4
  • Thomas Mittmann: Friedrich Nietzsche. Judengegner und Antisemitenfeind. Sutton Verlag, Erfurt o.J. (Bibliographie bis 2000). ISBN 3-89702-305-9.
  • Ernst Nolte: Nietzsche und der Nietzscheanismus. Propyläen Verlag, Frankfurt am Main, Berlin, 1990. ISBN 3-549-05833-0.
  • Henning Ottman (Hrsg.): Nietzsche-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. J.B. Metzler Verlag, Stuttgart/Weimar, 2000. ISBN 3-476-01330-8.
  • Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche, eine Freundschaft:
  • Alois Riehl: Friedrich Nietzsche, der Künstler und der Denker (PDF-Datei)
  • Andreas Urs Sommer: Friedrich Nietzsches „Der Antichrist“. Ein philosophisch-historischer Kommentar. Schwabe Verlag, Basel 2000. ISBN 3-7965-1098-1
  • Rudolf Steiner: Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit (PDF-Datei)
  • Stiftung Weimarer Klassik (Hrsg.): Friedrich Nietzsche. Chronik in Bildern und Texten. Im Auftrag der Stiftung Weimarer Klassik zusammengestellt von Raymond J. Benders und Stephan Oettermann unter Mitarbeit von Hauke Reich und Sybille Spiegel. Begleitpublikation zu der Ausstellung „Wann ist der Gotthardtunnnel fertig?“ Friedrich Nietzsche - Leben und Werk, Schiller-Museum Weimar, 15. April bis 31. Dezember 2000. Carl Hanser Verlag, München/Wien 2000. ISBN 3-446-19877-6
  • Anacleto Verrecchia: Zarathustras Ende. Die Katastrophe Nietzsches in Turin. Aus dem Italienischen übertragen von Paul Pawlowsky. Böhlau Verlag, Wien/Köln/Graz, 1986. ISBN 3-205-07253-7.
  • Theobald Ziegler: Vorkämpfer des Jahrhunderts, Friedrich Nietzsche (PDF-Datei)

Zitate über Nietzsche

  • „In Nietzsche ist alles ein Schaffen, Bauen, Konstruieren, Befehlen, Bestimmen; der Zweck heiligt ihm alle Mittel, er lebt und stirbt für selbstgeschaffene, irdische, hiesige Ideale. Er will das Furchtbare der menschlichen Existenz durch den Willen adeln, überwinden. Alles in ihm ist Zuchtgedanke. Die Juden sind die Opponenten der Schaffenden, ihre Korrektoren, ihre bösen Gewissen.“ - Christian Morgenstern[4]
  • „Nietzsche wandte sich von Deutschland ab, als Deutschland im Glück war. Die Gründe kamen aus dem kulturellen Gesichtspunkte. [...] Im Jahre 1866 bekannte er sich ausdrücklich zu ‚unseren deutschen Hoffnungen’. [...] Die Abkehr von Deutschland kam erst aus der Enttäuschung durch die Nation seit 1870. [...] Von da an nahm die frühe Erkenntnis zu, daß das deutsche Volk noch nicht fähig war, das glückhaft-unerwartete Ereignis seiner politischen Einigung in eine nationale Kultur umzusetzen, die es bis dahin besessen hatte. Über dieser Erkenntnis wurde Nietzsche dann der erbarmungslose Kritiker der Gründerjahre, der nicht müde war, auf jene ‚höchste Einheit’ eines Volkes hinzuweisen, als einer Einheit des Geistes und des Lebens, die wir damals verfehlten.“ - Arthur Moeller van den Bruck[5]

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 Bernd A. Laska: Nietzsches initiale Krise. Die Stirner-Nietzsche-Frage in neuem Licht. In: Germanic Notes and Reviews, vol. 33, n. 2, fall/Herbst 2002, pp. 109–133
  2. Stephan, W.: Der Zugriff der sowjetischen Militär-Administration auf Nietzsches Nachlass 1946 und seine Retter, in: Nietzsche-Studien 27, 1998
  3. Vgl.: Information Philosophie, Oktober 2003, S. 100 f.
  4. In: Stufen, Politisches Soziales
  5. Arthur Moeller van den Bruck: Die Wiederkunft Nietzsches, in: Norddeutsche Allgemeine Zeitung, Nr. 57/1919 Morgenausgabe, wieder abgedruckt in: Arthur Moeller van den Bruck: Der politische Mensch, hrsg. von Hans Schwarz, Breslau 1933, S. 98-105, S. 98-100
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