Streicher, Julius

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Julius Streicher
Julius Streicher

Julius Streicher (* 12. Februar 1885 in Fleinhausen bei Augsburg; † 16. Oktober 1946 in Nürnberg) war ein nationalsozialistischer Politiker. Er war Gründer, Eigentümer und Herausgeber der Zeitung „Der Stürmer“.

Streicher gehörte zu den 24 im Nürnberger Prozess in Nürnberg Angeklagten und wurde 1946 Tod durch den Strang verurteilt und hingerichtet.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Biografie

Julius Streicher kam am 12.2.1885 als Sohn eines Lehrers in Fleinhausen bei Augsburg zur Welt. Nach Abschluss der achtjährigen Volksschule machte Streicher, wie sein Vater, eine Ausbildung zum Volksschullehrer in Nürnberg. Von 1904 bis 1923 arbeitete er in diesem Beruf. Im Ersten Weltkrieg wurde der Leutnant der Reserve mehrfach ausgezeichnet. Bereits 1918 war er Mitglied des Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes. Streicher war 1919 Mitbegründer der Deutschsozialistischen Partei, die er durch den Beitritt in die NSDAP, ihr eingliederte.

1923 nahm er am Hitler-Ludendorff-Putsch teil. Nachdem er bis dahin bei seinen politischen, so auch bei seinen antisemitischen Betätigungen stets von der Schulbürokratie gedeckt worden war, war er nun unhaltbar geworden und wurde vom Schuldienst suspendiert. Förmlich entlassen wurde er erst 1928. Seit 1923 war er ausschließlich politisch tätig. Streicher war im Nürnberger Stadtrat, von 1924 bis 1932 war er Abgeordneter des Bayerischen Landtags und von 1933 bis 1945 Mitglied des Reichstags. In der NSDAP war er von 1925 bis 1940 Gauleiter für Mittelfranken, später von ganz Franken. In der SA hatte er den Rang eines Obergruppenführers.

Streicher propagierte einen extremen Antisemitismus, der ihm Kritik selbst in seiner Partei einbrachte. Die wesentliche Plattform dafür war die von ihm gegründete, ihm gehörende und von ihm herausgegebene Hetzschrift Der Stürmer. Das seit 1923 erschienene Blatt erreichte 1938 mit einer halben Million Exemplaren seine höchste Auflage.

Nach den Pogromen des 9. und 10. November 1938 zwang die Gauleitung die jüdischen Eigentümer "zugunsten der von dem Beauftragten der Gauleitung noch zu benennenden Erwerber Grundstücke, Häuser und Geschäfte zu erpresserischen Bedingungen zu verkaufen".[1] Jüdisches Eigentum ging an Streichers Vertreter und von dort an hohe Parteigenossen. Der Verstoß gegen das Gebot der Entfernung von Juden aus der Wirtschaft ausschließlich durch staatliche Stellen vom 12. November 1938 führte zu einer Untersuchungskommission, die "in ein Wespennest von Korruption" stieß. Die Kommission ergänzte ihren Bericht mit einer Liste sonstiger Vergehen des Gauleiters. Streicher wurde vom Parteigericht aller Ämter enthoben. Der „Stürmer“ und der zugehörige Verlag, an denen Streicher gut verdiente, wurden ihm auf Hitlers Anweisung belassen. Streicher wurde verboten, Nürnberg zu betreten.

Nach dem Einmarsch der US-Streitkräfte in Bayern wurde Streicher am 23. Mai 1945 verhaftet. Im Nürnberger Tribunal sagte Streicher, von einer Ermordung der jüdischen Bevölkerung nichts gewusst zu haben. Am 1. Oktober 1946 wurde er zum Tod durch Erhängen verurteilt und etwa zwei Wochen später hingerichtet.

Seine letzten Worte waren:

"Heil Hitler! Dies ist mein Purimfest 1946. Ich gehe zu Gott. Die Bolschewisten werden eines Tages euch auch hängen."

[bearbeiten] Fußnoten

  1. ^ Dieses und die folgenden Zitate in: Peter Hüttenberger, Die Gauleiter. Studie zum Wandel des Machtgefüges in der NSDAP, Stuttgart 1969, S. 201f.

[bearbeiten] Literatur

  • Julius Streicher: Politisches Testament (PDF-Datei)
  • Peter Hüttenberger, Die Gauleiter. Studie zum Wandel des Machtgefüges in der NSDAP, Stuttgart 1969
  • Franz Pöggeler, Der Lehrer Julius Streicher. Zur Personalgeschichte des Nationalsozialismus, Frankfurt (M.) u. a. 1991

[bearbeiten] Verweise

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