Prag

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Pfeil 1 start metapedia.png Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Prag (Auswahlseite) aufgeführt.

Prag ist eine deutsche Reichsstadt in Böhmen und dessen Hauptstadt. Derzeit wird die Stadt tschechisch verwaltet und ist Hauptstadt der Tschechei, nachdem sie bereits 1918 dem neugeschaffenen Kunststaat Tschechoslowakei, der vor allem auf die Initiative Englands zurückging, zugeschlagen wurde.

Die Goldene Stadt Prag vom Pulverturm aus gesehen

Prag war eine Zeitlang die faktische Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und lange ein Zentrum der deutschen Wissenschaft.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Pogrome von Tschechen gegen Deutsche bereits 1918
Parade der Wehrmacht auf dem Wen­zels­platz mit deutscher und tschechischer Nationalflagge
Deutsche aus Prag wurden nach Kriegsende von tschechischen Partisanen und Gardisten wahllos zusammengetrieben, abgeführt, erschlagen oder erschossen und am Straßenrand verscharrt.

Die Gründung Prags wird in der Sage der Libussa zugeschrieben.

Tatsächlich jedoch bilden den Anfang die beiden uralten Burgen Wyschehrad und Prag an den beiden Ufern der Moldau. Erstere war ein Fürstensitz, zu dem später in der Premyslidenzeit die „Prah“ hinzukam. Zwischen den Burgen Hradschin und dem Wyschehrad entwickelte sich die deutsche Altstadt (Stadtrecht von 1255).

Die älteste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 928. Die Burgen erweiterten sich vor und um 1100 durch die deutschen Siedler. Diesen wurde von Sobieslaw II. der erste Freiheitsbrief erteilt.

1235 erhielt die Altstadt, 1257 die Kleinseite unterhalb des Hradschin deutsches Stadtrecht und Mauern.

König Ottokar II. verschönerte die Stadt und baute die Königsburg auf dem Hradschin um, deren Größe und Blüte jedoch von Kaiser Karl IV. (1346–1378) begründet wurde. Dieser legte die Neustadt, anfangs Karlstadt genannt, an, zog eine Steinmauer um den Lorenzberg, Strahow und den Hradschin. 1344 legte er den Grundstein für den Veitsdom und begann den Bau der steinernen Moldaubrücke.

Karl VI. machte Prag zum Sammelplatz von Handel und Verkehr, ordnete Messen an und zog durch seine ständige Hofhaltung viele Deutsche und Welsche an. 1348 wurde von ihm die erste deutsche Universität, die Karls-Universität, gestiftet (zugleich die erste Universität nördlich der Alpen), die 1882 in eine deutsche und eine tschechische Universität geteilt wurde.

Unter Karl IV. begannen die ersten Anzeichen nationaler und religiöser Gegensätze, welche dann unter seinem Sohn, Wenzel IV., zu den hussitischen Unruhen führten. Am 30. Juli 1419 begannen diese in Prag. Im Juli 1420 scheiterte das erste deutsche Kreuzheer, und die vier Prager Artikel, das Glaubensbekenntnis der Hussiten, wurden verfaßt. Prag litt sehr unter den Parteikämpfen, und das deutsche Bürgertum der Altstadt wich, nachdem viele deutsche Professoren und Studenten schon 1409 die Stadt verlassen hatten, immer mehr der tschechisch-hussitischen Bevölkerung.

1436 unterwarf sich Prag dem Kaiser Sigmund, der am 23. August dort gekrönt wurde. Seit Georg Podiebrad und den Jagellonen Wladislaw und Ludwig (1471–1526) kam die Kleinseite, die 1420 so verwüstet worden war, daß sie einige Jahre ganz unbewohnt blieb, wieder empor und wurde der Hauptsitz der deutschen Bevölkerung.

Die vereinigte Alt- und Neustadt, Kleinseite und Hradschin bildeten dann die „drei Städte Prags“, die im Schmalkaldischen Krieg infolge ihrer Parteinahme für die aufständischen böhmischen Herren 1547 ihrer Privilegien zum großen Teil verlustig gingen.

Unter den Kaisern Rudolf II. und Matthias (1567–1619) hatte die Stadt eine erneute Blütezeit. Beide residierten auf dem Hradschin, und während ihrer Regierungszeit bauten zahlreiche Vornehme ihre Paläste in der Stadt, weshalb Prag auch die „Stadt der Paläste“ genannt wurde. Während dieser Periode trat auch das deutsche und neben ihm das italienische Element in der Bevölkerung wieder stärker hervor.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde im Jahre 1621 am Altstädter Ring das Strafgericht an Adeligen und Bürgern wegen der Teilnahme am Aufstand vollzogen. Es begann die gewaltsame Rekatholisierung. Das Stadtvolk verarmte infolge der Bußen, Kriegslasten und der Vertreibung oder Auswanderung der reichen Bürgerschaft. Seine verlorenen Privilegien erhielt es jedoch 1627 fast vollständig zurück.

Am 15. November 1631 wurde Prag von den Sachsen besetzt. Bereits im Mai 1632 wurde die Stadt wieder von Wallenstein eingenommen. Am 30. Mai 1635 kam dann der Friede zwischen dem Kaiser und den Kursachsen zustande.

Während des Österreichischen Erbfolgekrieges war Prag von 1741 bis 1744 von Baiern, Franzosen und Sachsen besetzt. Bekannt wurde die Schlacht bei Prag vom 6. Mai 1757.

1784 wurden die vier Prager Städte (Altstadt, Neustadt, Kleinseite und Hradschin) vereinigt, die Verwaltung wurde 1808 von Kaiser Franz I. neu organisiert.

1845 erhielt Prag die erste Eisenbahnverbindung nach Wien.

1861 ging die Gemeindevertretung in die Hände der tschechischen Majorität über. Die Deutschen wurden aus der Verwaltung und aus Ämtern immer mehr zurückgedrängt.

Am 8. Juli 1866 wurde das österreichische Prag von den Preußen besetzt und am 23. August hier der Prager Friede unterzeichnet, der dem preußisch-österreichischen Krieg ein Ende machte.

Neuere Zeit

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt durch das Versailler Diktat und den sogenannten Vertrag von Saint Germain aus dem deutschen Verbund herausgerissen und zur Hauptstadt des neugegründeten Kunststaates Tschechoslowakei erklärt.

Mit tiefer Wehmut blickte Heinrich Gutberlet auf die vom Slawentum „in vandalischer Weise“ mißhandelte deutsche Stadt. Vergeblich hatte er die Lauen und Schwachen gemahnt, angesichts tschechischer und polnischer Anmaßung nicht tatenlos beiseite zu stehen. Dazu schrieb er unter anderem in seinem Gedicht „Prag“:

Die grauen Türme schau’n hernieder
Von deutschen Händen einst erschafft;
Sie singen stumme, alte Lieder
Von deutscher Kunst und Willenskraft.

1939 wurde Prag als Bestandteil des Protektorats Böhmen und Mähren für kurze Zeit wieder Teil des politischen Deutschlands. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Stadt von Zerstörungen abgesehen von Terrorangriffen der Alliierten weitgehend verschont.

Nach dem Krieg war Prag von sowjetischen Truppen besetzt und wurde wieder Hauptstadt der Tschechoslowakei. Die noch verbliebenen deutschen Bewohner wurden größtenteils ermordet.[Quellennachweis erforderlich]

Pfeil 2 siehe auch.pngSiehe auch: Prager Maiaufstand

1992 wurde das historische Zentrum von Prag zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Seit dem Jahr 2009 wird die Karlsbrücke, die der deutsche Kaiser Karl IV. im Jahre 1357 errichten ließ, angeblich von Tschechen „restauriert“. Die Medien berichteten diesbezüglich, daß auffälligerweise mehr Steine als notwendig ersetzt wurden.

Einwohner

Prag hatte im Jahre 1900 fast 223.000 Einwohner, eingeschlossen die Garnison mit 7.120 Mann. Mit Einschluß der Vorstädte Karolinenthal, Zizkow, Königliche Weinberge und Smichow zählte Prag 474.897 Einwohner.

Im Jahre 1880 lebten etwa 20 % Deutsche in Prag, 1910 noch 10 % Deutsche.[1] In den 1930er Jahren hatte Prag ca. 850.000 Einwohner, davon waren 52.000 deutsch.

Prag hatte 1985 mit Umgebung 1.180.000 Einwohner.

Bekannte, in Prag geborene Personen

In Prag geborene Nichtdeutsche

  • Karl Anton (1898–1979), tschechischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent
  • Thomas John Bata (1914–2008), jüdischer Unternehmer
  • Leopold Baum (1909–1946), jüdischer Publizist
  • Lippold ben Chluchim (?–1573), jüdischer Hoffaktor und Münzmeister
  • Martin Frič (1902–1968), tschechischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler
  • Václav Havel (1936–2011), tschechischer Schriftsteller und Politiker
  • Franz Kafka (1883–1924), jüdischer Erzähler und Romancier
  • Peter Kahane (geb. 1949), jüdischer Filmregisseur
  • Karl Kautsky (1854–1938), jüdischer Marxist, Politiker und Schriftsteller
  • Karl Lamac (1897–1952), tschechischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler
  • Jarmila Novotná (1907–1994), tschechische Opernsängerin und Schauspielerin
  • Johannes Urzidil (1896–1970), jüdischer Schriftsteller, Kulturhistoriker und Journalist
  • Robert Weltsch (1891–1982), bedeutender Zionist

Bildergalerie

Filmbeiträge

„Prager Barock“ (1943, Kulturfilm)

Siehe auch

Literatur

  • Ludwig Lange: Prag und seine nächsten Umgebungen in malerischen Original-Ansichten nach der Natur aufgenommen, 1841 (PDF-Datei)
  • August Ambros: Der Dom zu Prag, 1858 (PDF-Datei)
  • Alfred Woltmann: Deutsche Kunst in Prag – Ein Vortrag gehalten zu Prag am 25. November 1876 (PDF-Datei)
  • Wolfgang Wolfram von Wolmar: Prag und das Reich – 600 Jahre Kampf deutscher Studenten, 1943
  • Olga Barényi: Prager Totentanz, Schild Verlag, 1958 (Bestellmöglichkeit, weitere Bestellmöglichkeit)

Verweise

Achtung 2.png Bitte beachten Sie zu den aufgeführten Verweisen auch diesen Warnhinweis!


„Befreiung“ der Deutschen aus Prag 1945

„Sanierung“ der Karlsbrücke 2009

Quellen

  • Wenzel Wladiwoj Tomek: Geschichte der Stadt Prag, 12 Bde., 1856
  • Anton Frind: Gedenkbuch des neunhundertjährigen Jubiläums der Errichtung des Prager Bistums gefeiert im Jahre 1873, 1874
  • Joseph Erben: Statistisches Handbuch und Verwaltungsbericht von Prag und den Vororten

Fußnoten

  1. Die Expansion der Tschechoslowakei 1918 gegen Deutschösterreich gegen jedes Völkerrecht
  2. 2,0 2,1 Tore/Türme und Brunnen. Aus vier Jahrhunderten deutscher Vergangenheit, Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus & Leipzig 1924, S. 40 (Die Blauen Bücher)
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