... reitet für Deutschland

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FILM

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Filmdaten
Originaltitel: ... reitet für Deutschland
Produktionsland: Deutsches Reich
Erscheinungsjahr: 1941
Laufzeit: 92 Minuten
Sprache: Deutsch
Filmproduktion: Universum-Film AG
Erstverleih: UFA-Filmverleih GmbH
IMDb: deueng
Stab
Regie: Arthur Maria Rabenalt
Regieassistenz: Hans Müller
Drehbuch: Fritz Reck-Malleczewen, Richard Riedel, Josef Maria Frank,
Richard Riedel,
Josef Maria Frank
Vorlage: Clemens Laar (Bearbeitung),
Carl Friedrich Freiherr von Langen (Biografie)
Produktionsleitung: Hans Schönmetzler
Musik: Alois Melichar
Ton: Erich Leistner
Kamera: Werner Krien
Standfotos: Ernst Baumann,
Erwin Klitsch
Bauten: Otto Hunte,
Karl Vollbrecht,
Herbert Nitzschke
Kostüm: Gerda Leopold,
Otto Liebusch,
Walter Salemann
Aufnahmeleitung: Willi Herrmann-Balz,
Arndt Liebster
Herstellungsleitung: Richard Riedel
Schnitt: Kurt Hampp
Besetzung
Darsteller Rolle
Willy Birgel Rittmeister von Brenken
Gertrud Eysoldt Tante Ulle
Gerhild Weber Brenkens Freundin Toms
Herbert A. E. Böhme Olav Kolrep
Willi Rose Karl Marten
Rudolf Schündler Generaldirektor Brenner
Paul Dahlke Schieber Dolinski
Hans Zesch-Ballot Brigadekommandeur
Walter Werner Geheimrat
Gerhard Dammann Alter Fuhrwerksbesitzer
Hans Quest Sein Sohn
Peter Elsholtz Deutscher Ulane
Herbert Hübner Ein Pferdehändler
Karl Kahlmann Regierungspräsident
Walter Lieck Prosinger, Pferdehändler
Ruth Lommel Eine junge Frau im Rennstall in Genf
Klaus Pohl Gerichtsvollzieher
Armin Schweizer Kapellmeister beim Reittunier in Genf
Karl Swinburne Leiter des Reittuniers
Angelo Ferrari Italienischer Offizier beim Reittunier
Karl Jüstel Ausländischer Offizier beim Reittunier
Jakob Sinn Henseleit, Inspektor auf Gut Brenken
Marianne Stanior Erste Sekretärin Brenners
Wolfgang Staudte Rebenschütz, Wachtmeister
Ewald Wenck Alter Kutscher des Pferdeomnibusses
Franz Ernst Bochum Brenkens Diener
Fanny Cotta Krankenschwester
Herbert Gernot Voigt, Ordonanzoffizier des Kommandeurs
Willy Witte 2. Ordonanzoffizier
Knut Hartwig Wachtmeister auf der Polizeistation
Leopold von Ledebur Logennachbar Toms in Genf
Benno Müller Stationsvorstand in Alt-Mellin
Jaspar von Oertzen von Burt, Adjudant des Kommandeurs
Hellmuth Passarge Pferdehändler auf der Trabrennbahn
Ernst Rotmund Gallizischer Pferdehändler
Eduard Wencky Weiterer Pferdehändler
Anton Pointner Reporter
Paul Rehkopf Reinboth, Futtermeister auf Gut Brenken
Ferdinand Robert Angestellter der Rennleitung in Genf
Walter Steinweg Deutscher Offizier
Major Momm Leiter der Kavallerieschule Krampnitz

... reitet für Deutschland ist ein Sportfilm von 1941. Die Dreharbeiten fanden im Zeitraum vom 26. August 1940 bis 5. April 1941 in der Umgebung von Graudenz, Angermünde, Schwedt (Oder) und Meran („Internationales Reitturnier“) statt. Die Uraufführung war am 30. Mai 1941 in Berlin.

Auszeichnungen

Prädikate
  • staatspolitisch wertvoll
  • jugendwert

Handlung

Quelle
Folgender Text ist eine Quellenwiedergabe. Unter Umständen können Rechtschreibfehler korrigiert oder kleinere inhaltliche Fehler kommentiert worden sein. Der Ursprung des Textes ist als Quellennachweis angegeben.

Das Ziel steht Brenken fest vor Augen. Er will als erster deutscher Turnierreiter nach dem Weltkrieg wieder den deutschen Namen in aller Welt zu Ehren bringen. Zwar versuchen Kriegsgewinnler und Inflationsgauner, das Gut zu versteigern und Brenken so wirtschaftlichen Fundament zu nehmen; aber sein Freund Kolrep sorgt für eine Terminverschiebung der Versteigerung, und an einem schönen Sommerabend nehmen Brenken und Harro Abschied von Alt-Mellin.

Vorn in einem der Personenwagen sitzt Toms. Sie reist getrennt von Brenken, ohne sein Wissen auch nach Genf. Der große Preis Europa beginnt. Es sind furchtbare Hindernisse. Die Menschen hinter den Barrieren werden nervös. Brenken will gerade den Stall verlassen, als sich draußen ein brausender Beifall für Captain Vagliasindi, Italien, erhebt. Die Stimme des Sprechers klingt über das weite Feld: „Kein Fehler, bisher bester Ritt.“ Als nächster geht ein Ire ins Rennen. Das Pferd setzt über den großen Oxer – stürzt – das Publikum schreit auf – Pferd und Reiter bleiben bewegungslos liegen. Sanitätsmannschaften eilen an die Unglücksstelle. Das Pferd wird erschossen. Nun reitet Brenken auf die Bahn. Ein eiskaltes Schweigen empfängt ihn. Er grüßt und reitet zum Starter. Da bricht von den Galerien auf ein verabredetes Zeichen ein furchtbares Gejohle, Geschreie und Gepfeife los. Der Sprecher mahnt zur Ruhe; aber erst nachdem Harro mit unendlicher Kraft und Grazie fehlerlos die ersten Hindernisse genommen hat, verstummt der Lärm. Toms lächelt erleichtert auf.

Die Zuschauer sind erstarrt. Brenken reitet aus der Bahn. Der Sprecher: „Rittmeister von Brenken, Deutschland, null Fehler!“ An der Fehlertafel verschwinden alle Namen bis auf den Italiener und den Deutschen. In diesem Augenblick freudigster Erregung erscheint auch Toms in der Box Harros. Der Entscheidungskampf beginnt. Capitain Vagliasindi, Italien, geht mit acht Fehlpunkten aus dem Rennen. Wieder hört man den Sprecher: „Rittmeister von Brenken reitet für Deutschland!“ Der Starter senkt die Fahne, die ersten beiden Hürden nimmt Harro fehlerlos. Auf den Tribünen herrscht eine Totenstille. Immer näher kommt Brenken dem Ziel. Harro springt, als gäbe es für ihn keine Hindernisse. Ehe sich das Publikum überhaupt gefaßt hat, hat Brenken das letzte und schwerste Hindernis genommen und reitet mit ehernem Gesicht vor die Tribüne. Da bricht ein Beifallssturm los. Toms laufen die Tränen über das Gesicht. Die ersten Takte des Deutschland-Liedes ertönen, Brenken zieht die Mütze. Unbeweglich, wie ein ehernes Standbild deutscher Kraft und Größe, stehen Roß und Reiter in diesem internationalen Forum. Rittmeister von Brenken ritt und siegte für Deutschland!


Wissenswertes

Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit und schildert das Leben des Reitsportlers und Olympiasiegers Carl-Friedrich von Langen (1887–1934). Auf Bitten von dessen Familie erhielt die Hauptperson statt des wahren Namens den Namen Benken. Dieser Film wurde nach 1945 zunächst einige Jahre verboten, angeblich soll er einige antisemitische Szenen beinhalten. Diese wurden herausgeschnitten, und der Film wurde wieder freigegeben.

Für den Hauptdarsteller Willy Birgel wurde dieser Film zum Verhängnis: Er erhielt zwei Jahre Berufsverbot. Jahrzehnte später wurde er noch wegen dieses Films angegriffen, und er nahm diesbezüglich einmal Stellung:

„Als der Film fertig war, wollte man ihn plötzlich noch einmal drehen, mit einem prominenten SS-Reiter in der Hauptrolle. Überhaupt empfand man den Stoff – er spielt 1928 – als zu liberalistisch. Aber der Lauf des Filmes, der bereits angekündigt war, konnte nicht mehr aufgehalten werden. Jede Reklame wurde verboten, trotzdem bewiesen überall Verlängerungen, welche Erfolge zu verzeichnen waren. Schließlich mußte die Filmkontrolle Stellung nehmen und verlieh dem Film mit den Prädikat ‚staatspolitisch wertvoll‘, das mir als Hauptdarsteller später Unannehmlichkeiten bereiten sollte. Bei der Premiere – ich war verhindert, zu erscheinen – hatte man auf meinen Vorschlag das brave Pferd Harro auf die Bühne geführt. 1945/46 wurde ‚... reitet für Deutschland‘ amerikanischen Offizieren in Geiselgasteig als Beispiel eines guten, deutschen, patriotischen Films vorgeführt. In meiner Spruchkammerverhandlung aber kam es zu einem kurzen Dialog, der damals durch die Presse ging. Vorsitzender: ‚Sie sind schließlich für Deutschland geritten ...‘ Darauf ich: ‚Ja für Amerika konnte ich nicht reiten.‘“

Daß jedoch ein und derselbe Film je nach Situation als politisch oder als unpolitisch angesehen werden kann, ist von Arthur Maria Rabenalt, dem Regisseur von „... reitet für Deutschland“, mit Bezug auf diesen Film geäußert worden:

„Es ist oft die ungewollte, unbeabsichtigte Resonanz eines Filmes, die ihn politisch werden läßt. Der einzig von einfachen patriotischen Empfindungen getragene Sportfilm um einen Turnierreiter, der ohne politische Absicht hergestellt worden war, wurde erst durch seinen Erfolg sowohl im neutralen und im besetzten Ausland wie im Inland zu einem Publikumserfolg. Die Folge war, daß der Film ‚... reitet für Deutschland‘ nachträglich das Prädikat ‚staatspolitisch wertvoll‘ erhielt, nach dem Zusammenbruch gehörte er zu den berüchtigtsten ‚Nazifilmen‘, der auf der schwarzen Liste gezählt wurde und dem Regisseur und seinen Hauptdarstellern zu einem fast zweijährigen Berufsverbot – diesmal von den Amerikanern – verhalf (während das mitspielende Pferd Harro von den Russen deportiert wurde). Als die emotionelle Staudruckwelle verebbt war, wurde der Film völlig harmlos und unpolitisch befunden, als einer der ersten von der alliierten Verbotsliste gestrichen und mit Erfolg zum dritten Male wiederaufgeführt.“

Kritiken

  • „... Sturm der Begeisterung. Der Erfolg des Filmes übersteigt das gewohnte Maß. Für Willy Birgel ist die Rolle des Rittmeisters eine Erfüllung seiner künstlerischen Eigenart.“Das 12 Uhr Blatt, 1941, Berlin
  • „Hier feiert die Regie Triumphe. – Das Publikum lebte diesen spannungsvollen Film bewegt mit und dankte mit leidenschaftlichem Beifall.“Der Berliner Westen, 1941

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Der Film