Anhalt, Günther

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Günther Anhalt

Günther Otto Friedrich Anhalt (Lebensrune.png 23. Januar 1906 in Breslau; Todesrune.png 27. April 1945 im Endkampf um Berlin)[1] war ein deutscher SS-Standartenführer und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges.

Militärischer Werdegang

Günther Anhalt begann seine militärische Laufbahn nach der schulischen Ausbildung am 1. April 1924 als Offiziersanwärter in der Reichswehr.

Am 1. Juli 1932 trat er der NSDAP (Nummer 1.395.568) und der SS (Nummer 45.437) bei. Anhalt gehörte 1933 zu den ersten Soldaten, die der SS-Stabswache „Berlin“ beitraten.

Am 27. Juli 1934 wurde für die Dauer von drei Monaten auf dem Reichswehr-Truppenübungsplatz Jüterbog, das Ausbildungs-Depot-Jüterbog errichtet. Dieses gliederte sich in 12 Ausbildungskompanien. Günther Anhalt gehörte hier zur 2. Ausbildungs-Kompanie unter dem SS-Hauptsturmführer Sator. Am 17. Oktober 1934 wurde er als SS-Hauptscharführer, Zugführer in der 7. Kompanie der Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“. Kompaniechef war der damalige SS-Hauptsturmführer Grezesch. Am 10. März 1935 zum SS-Untersturmführer und am 9. November 1936 zum SS-Obersturmführer befördert, übernahm Anhalt die Führung der 7. Kompanie anläßlich des Besuches des italienischen Außenministers Graf Ciano in Berlin und erwies dem Gast die militärischen Ehrenbezeigungen. Graf Ciano und von Ribbentrop trafen am 22. Mai 1939 in Berlin zusammen, um den deutsch-italienischen Freundschafts- und Bündnispakt (Stahlpakt) zu unterzeichnen.

Am 28. August 1939 wurde Anhalt Zugführer in der 5. Kompanie der Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ unter dem Kompaniechef SS-Hauptsturmführer Mohnke. Mit dieser Kompanie zog Anhalt in den Krieg gegen Polen, wo er zusammen mit Mohnke am 7. September 1939 verwundet wurde. Am 30. Januar 1940 zum SS-Hauptsturmführer befördert, übernahm er am 10. Mai 1940 das Kommando über die 6. Kompanie und am 6. April 1941 über die 1. Pionier-Kompanie der Leibstandarte.

Nach Beginn des Unternehmen „Barbarossa“ übernahm er am 9. Juli 1941 die Führung des IV. Bataillons und wurde am 1. September 1941 zum SS-Sturmbannführer befördert. Nachdem seine Division in eine motorisierte Division umgeformt worden war, erhielt Anhalt am 5. Juli 1942 das Kommando über das III. Bataillon des Infanterie-Regiments (mot.) 2 der Leibstandarte. Seine nächste Versetzung erhielt er zum Chef der Bandenkampfverbände und wurde am 22. November 1943 zum SS-Obersturmbannführer befördert. Nachdem er 1944 in das SS-Personal-Hauptamt gewechselt war, erhielt er im gleichen Jahr das Kommando über das SS-Polizei-Regiment 2 in der „Kampfgruppe von Gottberg“. Für die Kämpfe mit seinem Regiment wurde Anhalt am 12. August 1944 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.

Nach seiner Beförderung zum SS-Standartenführer, am 1. Juli 1944, wurde er Kommandeur der SS-Polizei-Brigade „Anhalt“ und übernahm am 13. November 1944 den Posten des Kommandeurs des Waffen-Grenadier-Regiments der Waffen-SS (bulgarische Nr. 1). Im gleichen Jahr erhielt er ebenfalls den Rang eines Obersten der Polizei.

Endkampf um Berlin

Am 26. Januar 1945 wurde Anhalt Kommandeur des SS-Regiments „Kurmark“, dem späteren SS-Freiwilligen-Grenadier-Regiments 87. Nachdem er im März 1945 das Kommando über das SS-Polizei-Grenadier-Regiment 90 erhalten hatte, fiel Günther Anhalt während der Kämpfe in Berlin am 27. April 1945. Dazu berichtete sein damaliger Fahrer und Angehöriger der Kampfgruppe Anhalt, Philipp Masbender, nach dem Krieg:

... Am Todestag fuhr ich den Pkw, und der Standartenführer saß neben mir. Der Kamerad Triebel saß hinten ... Nachdem der Standartenführer anhalten ließ, stieg er aus und ging aufrecht und ohne auf Deckung zu achten, auf der Straßenmitte nach vorn. Er hat sich von uns nicht davon abhalten lassen. Ich folgte ihm seitlich in einem Abstand. Soweit ich mich erinnern kann, hatten wir Infanteriefeuer. Dann schlug eine einzelne Granate vor dem Standartenführer ein. Er wurde hochgerissen, fiel aufs Gesicht und war, als ich ihn erreichte, tot. Er muß schwere innere Verletzungen gehabt haben, denn das Blut war aus Nase und Mund hervorgetreten. Nachdem wir ihn zum Gefechtsstand zurückgebracht hatten, stellte ich fest, daß er weder Soldbuch noch Erkennungsmarke bei sich hatte. Er trug auch keinerlei private Gegenstände bei sich. Dieses, und sein Verhalten vor seinem Tod, lassen mich zu der Annahme kommen, daß er den Tod gesucht hat. Er war nicht der einzige, der das damals getan hat. Seine Auszeichnungen, Ritterkreuz und Deutsches Kreuz in Gold u.a. habe ich seinem Putzer übergeben. Den üblichen Weg über eine Dienststelle gab es nicht mehr. Wir haben ihn im Garten hinter dem Gefechtsstand notdürftig beerdigt. Die Möglichkeiten waren eben durch die starken Feindeinwirkungen begrenzt. ( ... ) Nachdem Staf. Anhalt gefallen war, übernahm Stubaf. Wahl diese Einheit. ...“[2]

Bei dem in dem Bericht genannten „Kamerad Triebel“ handelte es sich um den damaligen SS-Untersturmführer und etwa ab dem 23.April 1945 Ordonnanz-Offizier im Regiment Anhalt, Helmut Triebel. Dieser berichtete:

... An einem frühen Morgen (Anm.: etwa der 27. April) wollte Staf. Anhalt die Bataillone aufsuchen und fuhr mit mir gegen 4.00 Uhr zuerst zum Potsdamer Platz (Anm.: zum II. Btl.). ... Es war schon hell geworden, als Staf. Anhalt dem Fahrer seines Kfz 15 die Weisung gab, nun mit uns in Richtung Osten zum Btl. Mrugalla zu fahren. Das hieß, durch die Hermann-Göring-Straße zum Brandenburger Tor – rechts abbiegen und dann zum Alexanderplatz (Anm.: unter Artilleriebeschuß). ... In der Nähe des Polizeipräsidiums ließ Staf. Anhalt das Kfz in Deckung fahren und stieg mir mir aus, um zu Fuß weiterzugehen. Wir liefen von Haustür zu Haustür, möglichst an den nach Osten Schutz bietenden Mauern entlang, bis zur Bluemnestraße. Hier mußten wir geradezu senkrecht in die Kampflinie laufen und hatten somit keinerlei Schutz. Der Staf. war etwas 6 m hinter mir, als wir ungefähr die Hälfte der Straßenlänge überwunden hatten. Plötzlich hörte ich ihn rufen, daß wir uns noch einmal orientieren sollten, und er auf der rechten Straßenseite in ein Haus wollte.
Da ich auf der linken Straßenseite vorangekommen war und mich erst im Winkel einer Hausruine nach dem Kommandeur umsehen konnte, habe ich den entscheidenden Granateinschlag nicht bemerkt. Ich konnte nur feststellen, daß Staf.Anhalt schwer verwundet war, sich auf mich zu bewegte und dann wie versteinert stehen blieb. Mit einigen Schritten war ich bei ihm, stützte ihn ab und ließ ihn langsam auf einen Steinhaufen niedersinken. Er wollte mir noch etwas sagen, aber sein Mund war voll von schaumigem Blut – die Lunge muß zerrissen worden sein, die Uniform war an vielen Stellen zerrissen und blutig. Helfen konnte ich ihm nicht mehr. Nach wenigen Minuten war er tot.
Nachdem ich abgewartet hatte, daß der Beschuss weniger wurde, habe ich den Fahrer mit einer geliehenen Tragbahre zu dem toten Kommandeur holen lassen, und wir sind zum Regiments-Gefechtsstand zurückgegangen. Dort haben wir Standartenführer Anhalt im Garten der ‚Villa Goebbels‘ begraben. Als Nachfolger ist in den Abendstunden des gleichen Tages der mir von der Division ‚Reich‘ her bekannte Stubaf. Wahl eingesetzt worden. ...“[3]

Ein weiterer Angehöriges der Kampfgruppe, der damalige SS-Oberscharführer und Führer eines Grantwerferzuges, Willi Rogmann, berichtete dagegen über Staf. Anhalt:

„ ... ist in meinem Beisein gefallen, Staf.Anhalt, gef. am 25. April auf dem Alexanderplatz ...“[4]

Beförderungen

Auszeichnungen

Verweise

Fußnoten

  1. Standartenführer Anhalt, GüntherDas-Ritterkreuz.de
  2. P. Maßbender am 15. September 1989 an Wolfgang Venghaus, in: Wolfgang Venghaus: Berlin 1945Band=, S. 247
  3. Bericht Helmut Triebel in: W. Venghaus: Berlin 1945, S. 350-361, hier S. 351–354
  4. W. Rogmann an Günter Gaul v. 30. März 1991, in: W. Venghaus: Berlin 1945, S. 289