Steglitz (Berlin)

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Steglitz

Staat: Deutsches Reich
Landkreis: Steglitz-Zehlendorf
Provinz: Brandenburg
Einwohner (2010): 72.000
Bevölkerungsdichte: 10.603 Ew. p. km²
Fläche: 6,79 km²
Postleitzahl: 12157, 12161, 12163, 12165, 12167, 12169
Kfz-Kennzeichen: B
Koordinaten: 52° 28′ 0″ N, 13° 20′ 0″ O
Steglitz befindet sich seit 1945 entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Berlin

Steglitz ist ein brandenburgischer Ort im Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Berlin.

Lage

Steglitz liegt auf der Hochfläche des Teltow am Höhenzug der Rauhen Berge, der heute nur noch teilweise erhalten ist. Der höchste Punkt von Steglitz ist der Fichtenberg mit 68 Metern über NN. Durch den Ortsteil fließen die Bäke und der Teltowkanal.

Der Ortsteil Steglitz grenzt von Süden beginnend innerhalb des Bezirks an die benachbarten Ortsteile Lankwitz, Lichterfelde und Dahlem, im Norden an den Ortsteil Friedenau des Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Die Ortslage Südende grenzt im weiteren Verlauf im Uhrzeigersinn an die Ortsteile Schöneberg und Tempelhof des Bezirks Tempelhof-Schöneberg.

Ortslagen

  • Südende

Geschichte

Das Dorf Steglitz ist vermutlich im Rahmen des askanischen Landausbaus während des 13. Jahrhunderts gegründet worden. 1242 wurde es erstmals als Stegelitze erwähnt. 1375 wurde Steglitz im Ortsregister des Landbuchs Kaiser Karl IV. erstmals beurkundet.

Bis zum 18. Jahrhundert blieb Steglitz ein kleines Dorf von nur etwa hundert Bewohnern. Steglitz profitierte dann von seiner Lage an der alten Reichsstraße 1, der heutigen Bundesstraße 1, die – einem mittelalterlichen Handelsweg folgend – ursprünglich über mehr als 1.000 Kilometer von Aachen über Berlin und Königsberg bis an die deutsch-litauische Grenze reichte und als wichtigste Straßenverbindung Deutschlands galt. Sie wurde 1792 als erste Landstraße in Preußen gepflastert. Im Jahr 1801 erwarb der preußische Staatsminister Carl Friedrich von Beyme Gut und Dorf Stegelitz.

Im Bereich der heutigen Albrecht- und Breite Straße entstand die Kolonie Neu-Steglitz. Der Berliner Seidenhändler und Fabrikant Johann Adolph Heese siedelte 1840 im Gebiet der heutigen Bergstraße eine Maulbeerplantage mit Seidenraupenzucht an. Steglitz wurde zum bedeutendsten Seidenbauzentrum Preußens.

1838 wurde die Strecke der Eisenbahnstrecke Berlin–Potsdam durch Steglitz gebaut, heute die S-Bahnlinie 1. 1839 erhielt Steglitz einen Bahnhof an der Strecke, der 1845 wieder geschlossen und 1864 neu eröffnet wurde. 1873 erhielt der Bahnhof Steglitz ein repräsentatives Bahnhofsgebäude, das 1965 für den Bau der Westtangente abgerissen wurde.

Im Jahre 1870 schlossen sich Stegelitz und die Kolonie Neu-Steglitz zusammen. Das Dorf Stegelitz verlor aus diesem Anlaß das zweite e im Namen und nannte sich nunmehr Steglitz.

Die Erschließung der Vororte Berlins führte zu einem raschen Bevölkerungswachstum. Dadurch – ebenso wie durch die Gründung ausgedehnter Villenkolonien in den Nachbardörfern Lichterfelde-West und Dahlem – kam es rasch zu einen wirtschaftlichen Aufschwung. 1872/1873 kam es zur Gründung der Villen- und Landhaus Kolonie Südende, die damals aber noch kein Teil von Steglitz war. 1875 wurde der Friedhof Steglitz eröffnet.

1905 wurde die Straßenbahn der Gemeinde Steglitz zwischen Bahnhof und Grunewald eröffnet. Von 1912 bis 1914 verkehrte in Steglitz der Gleislobus Steglitz, einer der ersten Oberleitungsbusse der Welt.

Nachdem die Steglitzer Bevölkerung auf über 80.000 Einwohner angewachsen und Steglitz damit zur größten Landgemeinde Preußens geworden war, fand 1920 die widerrechtliche Eingemeindung in das neu geschaffene Groß-Berlin statt.

Mit der Schaffung von Groß-Berlin 1920 wurde Steglitz auch der Name des 12. Verwaltungsbezirkes von Berlin. Dieser wurde aus Steglitz, Groß-Lichterfelde, Lankwitz und der bisher zu Mariendorf gehörenden Villenkolonie Südende gebildet.

Die ehemalige Landgemeinde Steglitz wurde als Ortsteil Steglitz nun ein Teil des Bezirkes Steglitz. Weitere Ortsteile waren Lichterfelde und Lankwitz. Bis 1960 war Südende ein weiterer Ortsteil, danach wurde es in den Ortsteil Steglitz eingegliedert.

2001 erfolgte die Fusion des Bezirkes Steglitz mit dem Bezirk Zehlendorf zum Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Der Ortsteil Steglitz blieb unverändert bestehen.

Wandervogel

Das seit 1886 bestehende Gymnasium Steglitz war die Keimzelle der Wandervogelbewegung, die 1901 im Ratskeller des Steglitzer Rathauses gegründet wurde und seinerseits den Ursprung der Jugendbewegung darstellt. Dessen Chronist Hans Blüher beschrieb Steglitz 1913:

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Von den Steglitzer Großbaumeistern hätte man wohl sagen können, daß sie begabte Silhouettenschneider gewesen seien. Wenn man nämlich des Abends von Osten nach Westen ging und aus der Bäkeniederung und den anderen Villenvororten auf Steglitz zukam, da sah man im Golde das aufgereckte Dorf prangen, die Kuppel des Wasserturmes oben an, die spitzen Türme des Protestantenheiligtums und des Rathauses etwas tiefer daneben, dann die ernste Schönheit der katholischen Kirche, die so breit dastand im Heldengefühle der Diaspora; […] und es gab auch in der ganzen weiten Umgebung von Berlin keine Silhouette einer Ortschaft, die in so unvergeßlichen Formen dastand, wie die von Steglitz.

– Hans Blüher, [1]


Bekannte, in Steglitz geborene Personen

  • Klaus Bretschneider (1920–1944), Oberleutnant und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Erwin Clausen (1911–1943), Major und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Werner Doelle (1909–1925), Widerstandskämpfer gegen die Weimarer Republik und Blutzeuge der nationalsozialistischen Bewegung
  • Heinz Franke (1915–2003), Kapitänleutnant, U-Bootkommandant und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Jürgen von dem Knesebeck (1888–1980), Politiker (NSDAP)
  • Ernst von Leyser (1889–1962), Offizier, zuletzt General der Infanterie und Korps-Kommandeur im Zweiten Weltkrieg
  • Heinrich Neumann (1908–2005), Sanitätsoffizier der Reichswehr und der Wehrmacht, Fallschirmjäger und Träger des Ritterkreuzes sowie Ritterkreuzträger der Bundeswehr
  • Gerhard Schacht (1916–1972), Offizier
  • Günther Wever (1920–2004), Jagdflieger, Rechtsanwalt und Direktor der Preussag AG

Fußnoten

  1. Wandervogel. Geschichte einer Jugendbewegung. 3. Auflage. Berlin-Tempelhof 1913, S. 6.