Köhler, Bernhard

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Bernhard Köhler, Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, aus: Zigaretten Sammelbild „Wer führt das 3. Reich?“ , Nr. 129: Bernhard Köhler, Vorsitzender der Wirtschaftskommission der NSDAP

Bernhard Köhler (Lebensrune.png 30. Dezember 1882 in Greiz; Todesrune.png 24./25. April 1939) war ein deutscher Akademiker, Offizier des Deutschen Heeres, Reichsleiter, Vorsitzender der Wirtschaftskommission der NSDAP und, unter dem Fabrikanten Wilhelm Keppler (Leiter der Zentralstelle für die wirtschaftspolitischen Organisationen der NSDAP), der Beauftragte des Führers für Wirtschaftsfragen (eine Dienststelle, die der Reichskanzlei zugeordnet war) im Dritten Reich.

Leben

Jugend

Er wurde am 30. Dezember 1882 in Greiz geboren, studierte Naturwissenschaften und Philosophie und lebte bis zum ersten Weltkrieg als Privatgelehrter.

Erster Weltkrieg

Er meldete sich bei Kriegsbeginn sofort freiwillig, kam ins Feld, übernahm 1916 eine Maschinengewehrkompagnie, die er fast bis zum Kriegsschluß führte. Zuletzt war er Maschinengewehroffizier im Regimentsstab. Dreimal wurde er verwundet, und das Eiserne Kreuz war ein äußeren Zeichen todesmutigen Einsetzen an der Westfront, an der er vom ersten bis zum letzten Kriegstage stand. Der Kriegsschluß zeigte ihm, daß die Ursache zum Zusammenbruch nicht zuletzt an volkswirtschaftlichen Fehlern des alten Systems lagen, insbesondere in den Beziehungen zwischen Lohn und Arbeit.

Weimarer Republik

So wandte er sich volkswirtschaftlichen Studien zu und bestätigte sich auf verschiedenen Wirtschaftsgebieten auch praktisch. 1919 kam es bereits zu einer engeren Fühlungsnahme mit Gottfried Feder, der in der gleichen Richtung volkswirtschaftlich tätig war und nun versuchte, seine Ideen politisch auszuwerten.

Bernhard Köhler lernte Dietrich Eckart kennen und begann nunmehr in öffentlichen Veranstaltungen aufzutreten und seine wirtschaftlichen Grundsätzen zu propagieren. Er kam mit Anton Drexler zusammen, den damaligen Führer der Deutschen Arbeiterpartei, aus der sich später die NSDAP entwickelte und trat in einer Reihe von Versammlungen gemeinsam mit Adolf Hitler als Redner auf, so z. B. 1920 im Hofbräuhaus und in Rosenheim. Bernhard Köhler wurde dann Leiter des „Völkischen Beobachters“, bis dieser Eigentum der NSDAP wurde und Dietrich Eckart die Hauptschriftleitung übernahm. An den Sprechabenden im Sternecker-Bräu, die die Grundlage der politischen Arbeit der Deutschen Arbeiterpartei und später der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei bildeten, nahm Bernhard Köhler regelmäßig teil. Außerdem hielt er die ersten Versammlungen der NSDAP außerhalb Münchens ab. Er blieb Redner der Partei bis zum Verbot im November 1923 und war auch nach der Widergründung im Jahre 1925 wiederum einer ihrer ersten Redner, die ins Land hinausgingen und für Programm und Idee Adolf Hitlers warben. In den Jahren 1927 bis 1930 war Bernhard Köhler wiederum in der Wirtschaft tätig, bis er dem schließlich im Jahr 1931 erneut von der NSDAP als Redner eingesetzt wurde. Sein Sozialgebiet war die Propaganda gegen die Untätigkeit der Systemregierungen gegenüber der Arbeitslosigkeit. Immer wieder hämmerte er es den Arbeitern ein, daß man gar kein Interesse habe, sie wirtschaftlich zufrieden zu sehen, sondern daß man ihre Notlage verschärfe und ausbeute für eigene politische Ziele. Auf dem ersten Schulungskongreß der NSBO im November 1931 erhielt durch Bernhard Köhler der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit als besondere Forderung der NSDAP seine bestimmte Formulierung und seine Linie. Begründung des Sozialismus wurde von Bernhard Köhler in besonderen Maße herausgestellt und als Parole an die Bewegung ausgegeben.

Im Sommer 1932 wurde Bernhard Köhler in die Wirtschaftspolitische Abteilung der Reichsleitung berufen und übernahm dort die Arbeitsbeschaffungsstelle. Kurze Zeit darauf wurde er Stabsleiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung, im Dezember 1932 war er Wirtschaftsbeauftragter und stellvertretender Leiter der von Adolf Hitler geschaffene Kommission für Wirtschaftspolitik, deren Leiter Walter Funk der spätere Staatssekretär, war.

Drittes Reich

Nach dem Ausschluß des Reichsorganisationsleiters Gregor Strasser im Dezember 1932 entstand die Politische Zentralkommission unter Rudolf Heß. Eine ihrer drei Abteilungen war die Kommission für Wirtschaftspolitik, deren Leitung Bernhard Köhler übertragen wurde. Im Verlauf des Jahres 1933 entstand ein Organisationsstrang, bestehend aus der Kommission für Wirtschaftspolitik auf Reichsebene, hauptamtlichen Gauwirtschaftsberatern (GWB) als Mittelinstanz und ehrenamtlichen Kreiswirtschaftsberatern (KWB) als untere Instanz. Die Gauwirtschaftsberater wurden von den Gauleitern berufen und unterstanden ihnen politisch und disziplinär; sachlich war die „Kommission für Wirtschaftspolitik“ den Gauwirtschaftsberatern vorgesetzt.

„Der Stellvertreter des Führers hat in seinem Stabe nochmals Sachbearbeiter für alle Arbeitsgebiete des politischen und wirtschaftlichen Lebens, die gleichsam die Hüter des weltanschaulichen, nach dem Nationalsozialismus ausgerichteten Lebens des Volkes sind. Von diesen, dem Stabe von Rudolf Heß ausschließlich unterstellten Mitarbeitern haben zwei wieder eigene Organisationen über das Reich hinweg: Bernhard Köhler, der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, der ein Netz von Wirtschaftsberatern über alle Gaue und Kreise hat, die ihre Hand gleichfalls am Pulsschlag des Wirtschaftslebens haben, und das Heimstättenamt der NSDAP und DAF, das die wichtige Aufgabe des Volkes, die Neusiedlung, überwacht.“[1]

Am 23. August 1937 verspricht er im Berliner Sportpalast vor 15.000 Amtswaltern der Ortsgruppe Berlin:

Wir sind mit dem Marxismus fertig geworden, wir werden auch mit dem Kapitalismus fertig werden.[2]

Tod und Nachfolge

Nachdem Bernhard Köhler, der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, im April 1939 mit 56 Jahren verstarb, wurde Heinrich August Johann Hunke der herausragende Wirtschaftsideologe des Dritten reiches. Hunke stützte sich bei der erweiterten Beschreibung der NS-Wirtschaftspolitik auf Bernhard Köhler, daß die Wirtschaftspolitik des Reiches Politik in ihren Auswirkungen auf die Wirtschaft sei.

Im Juli 1939 wurde aus der nun führungslosen Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP (der Machtkampf zwischen Bormann und Robert Ley über einen Nachfolger war schon im vollen Gange) die Gruppe III-B (Wirtschaft und Soziales) beim Stab des Stellvertreters des Führers.

Auszeichnungen (Auszug)

Werke (Auswahl)

  • Vortrag des Leiters der Kommission der Wirtschaftspolitik der Reichsleitung der NSDAP des Pg. Bernhard Köhler (München) in Chemnitz am 4. November 1933, Veröffentlicht 1933
  • Wirtschaftspolitik im Dritten Reich. 3 Reden ... Wilhelm Keppler: Grundsätze nat.-soz. Wirtschaftspolitik, Bernhard Köhler: Politischer Sozialismus. Fritz Reinhardt: Kampf um die Beseitigung der Arbeitslosigkeit. - München: Eher 1934
  • A new World-Economic-Policy, Speech at the meeting of the Economic Commission of the National-Socialist Party at the Leipzig World Fair August 27th, 1935 by George Holden, Bernhard Köhler. - Berlin: Dt. Verl. f. Politik u. Wirtschaft 1935.
  • Willensbildung und Wirtschaftspolitik. Reden u. Vorträge auf d. Schulungskurs d. Kommission f. Wirtschaftspolitik d. NSDAP. (20.-26. Jan. 1936 in München). Von Bernhard Köhler u. a. - München 1936: Müller.
  • Wissenschaftlich getarnte Reaktion, in: „Der Schulungsbrief“. Reichsschulungsamt der NSDAP und der DAF. III. Jahrgang 1936
  • Borgen heißt arm werden (1937) PDF-Datei
  • Rassenkampf der Wirtschaft (1939) PDF-Datei
  • Kampf und Sieg! (Vorwort von Dr. Hermann Reischle), München 1941

Literatur

  • Hermann Reischle: Die wirtschaftspolitische Parole - begründet von Bernhard Köhler. Mitteilungen der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP, Zentralverlag der NSDAP (1. Januar 1939)
  • Das Deutsche Führerlexikon, Otto Stollberg G.m.b.H., Berlin 1934

Fußnoten

  1. Vgl. Dr. Paul Blankenburg und Max Dreyer: Nationalsozialistischer Wirtschaftsaufbau und seine Grundlagen, Teil 2: „Der nationalsozialistische Wirtschaftsaufbau seit der Machtübernahme“
  2. Overesch/Saal: Das III. Reich 1933-1939, Weltbild Verlag, 1982, Seite 157