Reeder, Eggert

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SS-Ehrenführer Eggert Reeder, Militärverwaltungschef in der Uniform eines aktiven Wehrmachtsbeamten im Generalsrang; als solcher war er Befürworter eines Großgermaniens („[...] hin zum Einheitsreich!“).

„Die Kriegsverwaltung eines besetzten Gebietes, die nur für vorübergehende Zeit eingerichtet ist, kann und muß unter Beachtung der Struktur des Landes, der Mentalität seiner Bevölkerung sowie ihrer eigenen Aufgabenstellung stärker, als es bei der auf lange Dauer eingestellten Staatsverwaltung zweckmäßigβig ist, auf persönliche oder augenblickliche Gesichtspunkte Rücksicht nehmen. [...] denn schließlich erfüllte sie nichtsdestotrotz ihren Zweck, da all diese konkurrierenden Einrichtungen, zwischen denen Differenzen bestanden, die keineswegs unterschätzt werden dürfen, trotzdem im Sinne der Ideologie des Nationalsozialismus arbeiteten.“

Eggert Hans Reeder (Lebensrune.png 22. Juli 1894 in Poppenbüll; Todesrune.png 22. November 1959 in Wuppertal) war ein deutscher Offizier, zuletzt Leutnant der Reserve des Deutschen Heeres, Freikorpskämpfer, Verwaltungsjurist, Regierungspräsident mehrerer Regierungsbezirke sowie Kriegs- bzw. Militärverwaltungschef im besetzten Belgien und Nordfrankreich im Zweiten Weltkrieg. In der Allgemeinen SS war er zuletzt SS-Gruppenführer.

Chronologie

SS-Oberführer Fritz Witt, Kommandeur der 12. SS-Panzer-Division „Hitler-Jugend“ (links), Militärverwaltungschef Eggert Reeder, Verwaltungschef für Belgien und Nordfrankreich (Mitte), Generalleutnant Emil Zellner, 520 Oberfeldkommandantur Mons (rechts), SS-Obersturmbannführer Max Wünsche (Kommandeur SS-Panzer-Regiment 12 „Hitler-Jugend“, SS-Standartenführer Kurt Meyer (Kommandeur SS-Panzergrenadier-Regiment 25 „Hitler-Jugend“) und weitere in Charleroi 1944 bei einer Parade für die SS-Sturmbrigade „Wallonien“.
  • Abitur, anschließend Beginn des Studiums
  • 1914 bis 1918 Kriegsfreiwilliger, zuletzt Leutnant d. R.
    • Soldat an der Ostfront und der Westfront
  • Ende 1918 bis Mai 1919 Zugführer, Freiwilliges Landesjägerkorps unter Generalmajor Georg Ludwig Rudolf Maercker
  • 1919 bis 1921 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Halle und Kiel
  • Juni 1921 bis Mai 1922 Gerichtsreferendar
  • 1922 bis 1924 Regierungsreferendar bei der Regierung in Schleswig
  • 1924 bis 1929 Regierungsassessor am Landratsamt in Lennep und bei der Regierung in Köln
  • 11. August 1929 Ernennung zum Regierungsrat in Köln
  • 1. Mai 1933 Beitritt zur NSDAP (Mitgliedsnummer 1.998.009)
    • politisch war er zuerst bei der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), ab 1926 bei der Deutschen Volkspartei (DVP)
  • 5.5.1933 Ernennung zum Landrat in Flensburg
  • 15.7.1933 Ernennung zum Regierungspräsidenten in Aachen
    • Kontakt zu den verschiedenen Kreisen der damaligen Westforschung; Verdienste um die Westkontakte
  • 9.7.1936 Versetzung als Regierungspräsident an die Regierung in Köln
  • 1.7.1938 SS-Mitglied ehrenhalber
    • angeblich erst am 31. August 1939 offiziell in die Allgemeine SS aufgenommen (SS-Nr. 340.776)
  • 1943 bis 1945 Beauftragung mit der kommissarischen Leitung auch des Regierungsbezirks Düsseldorf
  • Mai 1940 bis Juli 1944 Chef des Verwaltungsstabes beim Militärbefehlshaber für Belgien und Nordfrankreich General der Infanterie z. V. von Falkenhausen
    • Der Verwaltungsstab war untergliedert in zwei Abteilungen, „Verwaltung“ und „Wirtschaft“, m. W. v. 1.1.1944 wurde aus der Gruppe VII „Arbeitseinsatz und Sozialwesen“ einen dritte Abteilung „Arbeit“ errichtet.
    • Reeder war zu diesem Zeitpunkt bei der SS offiziell dem Reichssicherheitshauptamtes unterstellt.
    • Am 15.8.1941 wurden die Amtsbezeichnungen Kriegsverwaltungschef in Militärverwaltungschef geändert
    • in Belgien strebte Heinrich Himmler eine Aufteilung in Reichsgau Flandern und Reichsgau Wallonien, da die beiden Volksgruppen nie einig werden würden
  • Juli bis September 1944 Vertreter des Reichskommissar für die besetzten Gebiete in Belgien und Nordfrankreich
    • des ehemaligen Köln-Aachener Gauleiters Josef Grohé, der wiederum die Nachfolge des im Juli 1944 abgesetzten Falkenhausen angetreten hatte
  • 6.9.1944 Vollamtliche Übernahme der Geschäfte als Regierungspräsident in Köln
  • 18.4.1945 bis Sommer 1947 Kriegsgefangenschaft
  • 1947 bis 28.3.1951 Haft in Belgien
    • Verhandlungsbeginn am 25. September 1950
  • 9.3.1951 Verurteilung zu 12 Jahren Zwangsarbeit durch das Kriegsgericht
  • 26.3.1951 begnadigt und nach Deutschland entlassen
  • 9. Juli 1951 Empfang durch den Bundeskanzler
  • 30. Juli 1951 Versetzung in den Ruhestand auf eigenen Wunsch

Nachkriegszeit

Seit seiner Freilassung lebte Reeder mit seiner Frau und ihren beiden jüngsten Söhnen in Wuppertal. Er war Präsident der „Freiherr vom Stein-Gesellschaft“ und seit 1951 Vorstandsvorsitzender des „Landesverbandes Nordrhein-Westfalen des Bundes der Steuerzahler“. Im März 1954 veröffentlichte er „Sparen im öffentlichen Dienst tut Not“, später erschien aus seiner Feder „Verwaltungsreform“. Bei beiden geht es um den Aufbau und die Vereinfachung des Staates. Die hier genannten Grundsätze beziehen sich auf Reeders typische Divise; Auch hier verweist er auf die Unteilbarkeit der Verwaltung:

„Schaffung klarer Verantwortungsbereiche, Zusammenfassung aller Staatsaufgaben in der Bezirksregierung als Mittelinstanz.“

Zitate

  • Reeder ist ein sehr anständiger aufrichtiger Parteigenosse. Fachlich ist er einer der besten Regierungspräsidenten des Reiches.“ — Karl Wolff
  • „Vertikalismus, Spezialismus und Dilettantismus erzeugten unzählige Dienststellen, die in ihrer Unübersichtlichkeit, mangelhaften Abgrenzung der Zuständigkeiten und durch gegenseitige Reibungen statt der notwendigen Organisation eine völlige Desorganisation verursachten. Anstelle der beseitigten Parteien waren eine Unzahl von Einrichtungen getreten, die im autoritativen Staat die Autorität zerteilten und minderten. Das Führungsprinzip ward ins Gegenteil verkehrt.“ — Reeder[1]
  • „[...] der ungewöhnlich befähigte Verwaltungsfachmann [...] sich das unqualifizierte Hereinreden der Partei, deren Exponent der zum Gauleiter avancierte, eher zurückhaltende Eifeler Kleinbauernsohn Grohé war, immer wieder mit Erfolg verbitten; Er hielt kollegialen Kontakt zu den abgesetzten Vorgängern und drängte niemanden zum Eintritt in die NSDAP und NS-Formationen. Oft musste er Rügen von Parteidienststellen hinnehmen, weil unter seinen hohen Beamten zu wenig Funktionäre seien, insbesondere keine ‚Uniformierten‘.“[2]
  • „Im übrigen habe ich keinen Ehrgeiz mehr, mich aktiv im Staatsdienst zu betätigen [...].“ — Reeder, Wuppertal, dem 18. Juli 1955

Bildergalerie

Auszeichnungen (Auszug)

SS-Beförderungen

Literatur

Fußnoten

  1. Max Rehm: Eggert Reeder, 1976, S. 11–12
  2. W. Wagner: Belgien in der deutschen Politik während des Zweiten Weltkrieges, Boppard am Rhein 1974, S. 104