Falkenhausen, Alexander von (1878)

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Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ General der Infanterie Alexander von Falkenhausen, Militärbefehlshaber von Belgien und Nordfrankreich von Mai 1940 bis Juli 1944

Ernst Alexander Alfred Herrmann Freiherr von Falkenhausen (Lebensrune.png 29. Oktober 1878 auf Gut Blumenthal, Landkreis Neisse, Schlesien; Todesrune.png 31. Juli 1966 in Nassau) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, des Ostasiatischen Expeditionskorps, des Kaiserlichen Heeres, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt General der Infanterie im Zweiten Weltkrieg sowie von 1940 bis 1944 Chef der Militärverwaltung in Belgien.

Werdegang

Falkenhausen wurde als zweites von sieben Kindern von Alexander Freiherr von Falkenhausen (1844–1909) und seiner Gattin Elisabeth, geborene Schuler von Senden (Lebensrune.png 1853). Sein jüngster Bruder war der SA-Führer Hans-Joachim von Falkenhausen. In seiner Jugend wollte von Falkenhausen zunächst Entdeckungsreisender werden, wurde dann jedoch des Gymnasiums in Breslau verwiesen und besuchte daraufhin die Kadettenanstalt in Wahlstatt/Niederschlesien. Damit begann er im Alter von zwölf Jahren seine militärische Laufbahn.

Von Falkenhausen trat am 13. März 1897 nach der Kadettenzeit als Sekondeleutnant in das Oldenburgische Infanterie-Regiment Nr. 91 in Oldenburg ein und diente dort unter Paul von Hindenburg. 1899 wurde er zum ersten Mal zur Bekämpfung des Boxeraufstandes im 3. Ostasiatischen Infanterie-Regiment nach China entsandt. Zurückgekehrt heiratete er Paula von Wedderkop, die Tochter des oldenburgischen Hausmarschalls Julius von Wedderkop. 1904 erfolgte seine Kommandierung an die Preußische Kriegsakademie, der sich 1908 die Abordnung und 1910 die Versetzung zum Großen Generalstab anschloß. 1907 erfolgte die Ernennung zum Oberleutnant, 1909 dann die Beförderung zum Charakter-Hauptmann. Falkenhausen lernte japanisch und wertete beim Generalstab Material über den japanischen Machtbereich in Ostasien aus. Ab 22. März 1912 war er dann Militärattaché an der Botschaft in Tokio.

Im Ersten Weltkrieg war er Generalstabschef der 7. Armee der mit den Deutschen verbündeten Türken. Kurz vor Kriegsende wurde von Falkenhausen am 1. Oktober 1918 noch mit der Wahrnehmung der Geschäfte als deutscher Militärbevollmächtigter in Konstantinopel beauftragt.

In der Weimarer Republik diente er in der Reichswehr in verschiedenen Funktionen, verhandelte mit Polen über die deutsche Ostgrenze (vermutlich auch über den Polnischen Korridor) und löste die Marine-Brigade „Ehrhardt“ auf. Vom 12. April 1920 bis 1. Februar 1921 war er im Reichswehrministerium, danach Ia der Inspektion für Erziehung und Bildung im Heere. Vom 20. März 1922 bis 19. Januar 1925 war der Stabschef der 6. Division, danach wurde von Falkenhausen Kommandeur des 10. (Sächsisches) Infanterie-Regiments und war anschließend vom 1. Februar 1927 bis 31. Januar 1930 Kommandeur der Infanterieschule in der Dresdener Albertstadt.

Von Falkenhausen war Mitglied in der DNVP und saß für diese Partei im Sächsischen Landtag. Am 31. Januar 1930 wurde er wegen „nationalsozialistischer Vorgänge“ in der Reichswehr als Generalleutnantin den Ruhestand verabschiedet. Er engagierte sich anschließend im Stahlhelm vergeblich gegen dessen Eingliederung in die SA.

Von April 1934 bis Juli 1938 wirkte er als Nachfolger von Hans von Seeckt als Militärberater in China für General Tschiang Kai-Schek beim Aufbau des dortigen Militärwesens.

Auf Geheiß von Adolf Hitler reaktiviert, fungierte er von 1940 bis 1944 als deutscher Militärbefehlshaber in den Niederlanden (bis 31. Mai 1940), in Luxemburg (bis 31. Juli 1940) und bis 15. Juli 1944 in Belgien und Nordfrankreich. Nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 geriet er in den Verdacht, der Verschwörung anzugehören, wurde abgesetzt und in das KL Buchenwald und dann KL Dachau verbracht. Mangels Beweise wurde er nie vor Gericht gestellt. Am 24. April 1945 wurde Falkenhausen gemeinsam mit anderen über 130 prominenten Insassen nach Niederdorf (Südtirol) transportiert.

Die „Befreiung“

Im Hotel „Bachmann“ in Niederdorf erklärte sich SS-Obersturmführer Edgar Stiller (unterstützt von SS-Untersturmführer Bader) am 30. April 1945 bei einer Versammlung der über 130 Sonderhäftlinge bereit, das Kommando für den Transport niederzulegen und an die bereits alarmierte Wehrmacht abzugeben. Sein Einlenken und das Telephonat von Karl Wolff wird in der Militärgeschichte zu wenig gewürdigt.

Bei der Verlegung über Tirol Richtung Alpenfestung wurde Sonderhäftling von Falkenhausen am 30. April 1945 von Einheiten der Wehrmacht befreit. Dies geschah, nachdem Oberst i. G. Bogislaw von Bonin, der mit anderen in einem Hotel unterbracht war, General der Panzertruppe Hans Röttiger (Oberkommando der Heeresgruppe C) am 29. April 1945 telefonisch erreichen konnte, der wiederum befahl Hauptmann Wichard von Alvensleben von Moos bei Sexten nach Niederdorf zu fahren, um sich unauffällig ein Bild der Lage zu verschaffen. Gemeinsam mit seinem Vetter Hauptmann Gebhard von Alvensleben entschied er sich, am nächsten Tag zu handeln.

Nach einer angespannten Konfrontation mit den SS-Bewachern befahl ihnen SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS Wolff telefonisch, sich zurückzuziehen, die Häftlinge der Wehrmacht zu überlassen und nach Bozen zu fahren. Die Wehrmacht mußte nun die Häftlinge beschützen: Die mörderischen italienischen Partisanen, die nach der deutschen Kapitulation versuchten, das Land unter ihre Kontrolle zu bekommen, hatten die Absicht, die prominenten Gefangenen in ihr Hauptquartier im vierzig Kilometer südlich gelegenen Cortina d'Ampezzo abzutransportieren.

Am 4. Mai 1945, zwei Tage nach der deutschen Teilkapitulation in Italien, trafen rund 170 VS-amerikanische Soldaten eines Infanterieregiments der 85. Division der 5. VS-Armee unter dem Kommando von Captain John Atwell am Pragser Wildsee ein. Die deutschen Wehrmachtsangehörigen im Hotel „Pragser Wildsee“ wurden entwaffnet und zusammen mit den beiden Hauptleuten von Alvensleben in ein Kriegsgefangenenlager abtransportiert.

Im Schlepptau der VS-Armee erschienen am 5. Mai 1945 zahlreiche Journalisten und Pressefotografen. Schon bald gingen die Schlagzeilen über die sensationellen Ereignisse in Südtirol um die Welt. An diesem Tag entstand das bis heute immer wieder kolportierte Märchen von der Befreiung der Sonder- und Sippenhäftlinge durch amerikanische Truppen, obwohl die Gefangenen in Wirklichkeit bereits am 30. April ihre Freiheit wiedererlangt hatten, als ihre SS-Bewacher unter dem Druck der Wehrmacht unter Hauptmann von Alvensleben aufgaben. Ganz im Gegenteil: Die Ankunft der VS-Amerikaner mündete für einige der Ex-Häftlinge in eine erneute Gefangenschaft, diesmal bei den Alliierten.

„Für alle war es eine Befreiung und ich glaube, daß es niemand bewußt war, daß dies für viele die Schwelle zu einer neuen und mühselig langen Gefangenschaft sein sollte.“Sigismund Payne Best, britischer Geheimagent und einer der 98 Sonder- und 37 Sippenhäftlinge (nach Namensliste) des RSHA aus sechzehn Nationen

Nachkriegszeit

Die VS-amerikanische „Befreier“ lieferten den deutschen General an Belgien aus. 1951 verurteilte ihn ein belgisches Militärgericht zu 12 Jahren Zwangsarbeit, Falkenhausen wurde jedoch drei Wochen nach Urteilsverkündung begnadigt und freigelassen.[1]

Auszeichnungen

Deutsches Kaiserreich

Beförderungen

Drittes Reich

Siehe auch

Fußnoten

  1. Prominente ohne Maske - Drittes Reich, FZ-Verlag 1998, ISBN 3924309396
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 2,11 2,12 2,13 2,14 2,15 2,16 2,17 2,18 Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Hrsg.: Reichswehrministerium, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1924, S. 116
  3. Klaus D. Patzwall, Veit Scherzer: Das Deutsche Kreuz 1941–1945, Geschichte und Inhaber Band II, Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 2001, ISBN 3-931533-45-X, S. 540