Griechisches Altertum

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Parthenon-Tempel auf der Akropolis in Athen (Foto: in den USA 1920 errichteter Nachbau)[1]

Das griechische Altertum bezeichnet die Zeit des Werdens und Schaffens der alten Griechen. Dieses nicht mit den Neugriechen zu verwechselnde, nordisch geprägte, indogermanische Volk bestand in der europäischen Antike nach den Phöniziern (auf dem Staatsgebiet des heutigen Libanon) und lange vor den Römern, aus den aggressivsten, erfolgreichsten und kulturell prägendsten Kolonisatoren. Allein das nordafrikanische Karthago konnte längere Zeit dem kolonialen Ehrgeiz der Griechen und späterhin der Römer als größeres Handelszentrum widerstehen. Das antike Griechenland ist nicht mit dem Griechenland nach dem Mittelalter und der Eroberung durch das Osmanische Reich (und der damit einhergehende Verrassung der Bewohner) zu verwechseln.

Die antike griechische Kolonisation

Griechische Sprache, griechisches Münzwesen, griechische Götterlehre und der griechische Formenkanon der Künste waren deshalb über Jahrhunderte hin so einflußreich, weil die Griechen der Antike in ihren streng besteuerten Kolonien sich selbst als „die Kultur“ und das Außerhalb ihrer selbst als „die Barbarei“ (nach den unverständlichen Sprachlauten der „Barbaren“) definierten. Ein nachhaltiger Einfluß prägte insbesondere die sogenannte Magna Graecia, ein gefestigtes Kolonialreich, das Provinzen Süditaliens und Siziliens einschloß.

Geschichte als Deutung

Das Schwergewicht der späteren römischen Kolonialkultur lag dagegen auf administrativem, auf rechtlichem und auf machtpolitischem Gebiet. Die Römer kopierten griechische Kultur in dem Bewußtsein, daß sie selber koloniale Nachfolger einer späteren – und deshalb stärker von Dekadenz bedrohten – Kulturepoche waren. Schon die Griechen aber kannten eine Art der industriellen Herstellung von Steinplastiken zur bewußten staatlichen Legendenbildung. Und sie kannten auch schon das mechanische, profan-handwerkliche Umformen von Götterskulpturen (in der Weise, daß genau definierte Götterattribute beschädigten Skulpturen angeheftet oder auch abgenommen wurden).

Die neuzeitliche Idealisierung der griechischen Hochkultur – am deutlichsten in der Version Johann Joachim Winckelmanns – übersah nicht nur diesen pragmatisch-profanierten Umgang mit religiösem Erbe an den Griechen der Antike, sie übersah auch die durchgehende grelle Farbigkeit der griechischen Steinplastik. Erst sehr spät – mit Friedrich Nietzsche – begann ein kulturanthropologisches Verstehen der antiken griechischen Kultur, das auch einen klaren Blick für Alltagskultur, für Technik, für Steuerwesen, für koloniale Strebungen und für das gänzliche Fehlen einer modernen Humanität im Umgang mit Feinden, mit Niederrangigen und mit Frauen an der griechischen Kultur gewann.

Frühe Ursprünge und ein lautloser Untergang

Die griechische Geschichte wird oftmals am Beispiel des Aufstiegs der kretischen Seemacht beschrieben und mittels der dortigen minoischen Kultur, obwohl die Minoer gerade nicht Teil des griechischen Kulturraums waren. Das Ende der griechischen Hochkultur wiederum setzt man mit der Eingliederung Ägyptens in das Römische Reich an, womit die letzte griechische Großmacht von der Landkarte verschwunden war.

Siehe auch

Literatur

  • Frank Lisson:
    • Griechentum und deutscher Geist – Anatomie einer Sehnsucht, Manuscriptum, 2023, ISBN 978-3-948075-51-4, Buchvorstellung und Bezugsnachweis
    • Hellas als unerreichbare Gegenmoderne: Die Entstehung des tragischen Bewusstseins aus der Griechensehnsucht in der deutschen Altertumswissenschaft zwischen 1800 und 1875. Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2013, ISBN 978-3830076421
  • Pierre Krebs: Mars Ultor 2003: Hellenen, Bezugsnachweis
  • Friedrich Nietzsche: Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik (1872) [Zitierfähiger Text: Colli/Montinari-Ausgabe (= KSA, Bd. 1)]
  • Harald Haarmann: Wer zivilisierte die Alten Griechen?: Das Erbe der Alteuropäischen Hochkultur. marix Verlag, 2017, ISBN 978-3737410656 [368 S.]
  • Christoph Wulf (Hg.): Der Mensch und seine Kultur. Hundert Beiträge zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft des menschlichen Lebens. Anaconda Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-524-3 [Zuerst 1997 unter dem Titel: Vom Menschen. Handbuch Historische Anthropologie (Beltz Verlag)]
  • Erich Ackermann (Hg.): Das Lesebuch der Antike – Die einflussreichsten Dichter und Denker und ihre bedeutendsten Texte. Anaconda Verlag, 2014, ISBN 978-3730600757 [648 S.]
  • Walter Rüegg (Hg.): Antike Geisteswelt. Eine Sammlung klassischer Texte. Suhrkamp Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-518-37119-3 [Zuerst: Artemis Verlags-AG, Zürich 1964]
  • Hans F. K. Günther:
    • Rassengeschichte des hellenischen und des römischen Volkes, 1929
    • Lebensgeschichte des hellenischen Volkes. 1956, 2. Aufl. 1965
  • Walter F. Otto: Mythos und Welt. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1963, Kapitel: Das Weltgefühl des klassischen Heidentums (S. 21–35) [stellt u. a. die Männlichkeit der antiken Religion als Gegensatz zum Christentum heraus]
  • Wilhelm Nestle: Griechische Studien. Untersuchungen zur Religion, Dichtung und Philosophie der Griechen. Scientia Verlag, Aalen 1968 (Neudruck der Ausgabe Stuttgart 1948), Kapitel: Die Haupteinwände des antiken Denkens gegen das Christentum (S. 597–660)
  • Otto Seeck (1850–1921): Geschichte des Untergangs der antiken Welt. 6 Bde. mit Anhängen, 1895–1920; Nachdruck 1966
  • Henry Louis Mencken: Die Griechen, in: ders.: Gesammelte Vorurteile. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2000, S. 115–119 – skeptische Anmerkungen zur Griechenbewunderung
Englischsprachig
  • Arthur Kemp: March of the Titans Volume I: The Rise of Europe. Ostara Publications, 2023 Prometheus Edition – vollständig neu bearbeitet, erweitert und aktualisiert [308 S. m. 581 Farbaufn.], Vorstellung und Bezugsnachweis
  • Rome contra Judaea; Judaea contra Rome]. Essaysammlung von der (inzwischen nicht mehr bestehenden) spanischsprachigen Netzpräsenz Europa Soberana, Mai 2013, von César Tort bearbeitet und ins Englische übertragen 2018 [88 S.]. Der Text zeigt im dritten Kapitel eine sich ausbreitende Terrorherrschaft des Christentums im 4. und 5. Jahrhundert auf, welche den Untergang des Römischen Reiches und einen Kulturgenozid an den Schöpfungen der Antike herbeiführte. Veröffentlicht in: César Tort (editor): The Fair Race’s Darkest Hour (Ausgabe 2019)

Verweise

  • Ferdinand Bardamu (Pseudonym): Warum Europäer das Christentum zurückweisen müssen, Netzpräsenz The West‘s Darkest Hour, März/April 2018 – Der Essay betrachtet das Christentum als Vernichter des Erbes und der Hinterlassenschaften des antiken griechischen Geistes sowie die christliche Ethik als schließliche Zerstörerin der weißen Zivilisation insgesamt.
  • Der hellenische Ethnozid – Die Verfolgung der Hellenen durch die Christen. Auszug aus Büchern des griechischen Autors Vlassis G. Rassias
Englischsprachig

Fußnoten

  1. Parthenon-Tempel für die Stadtgöttin Pallas Athena Parthenos auf der Athener Akropolis, erbaut im 5. Jahrhundert v. u. Z. Das Foto zeigt die Gesamtansicht des 1920 errichteten, maßstabgetreuen Nachbaus im Centennial Park von Nashville (Tennessee, USA) und gibt einen Eindruck von der Wirkung der antiken griechischen Tempel. Die in Stahlbetonbauweise ausgeführte Replik des Tempels dient heute als Kunstgalerie und beherbergt seit 1990 eine Statue der Pallas Athene.