Griechisches Altertum

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Das griechische Altertum bezeichnet die Zeit des Werdens und Schaffens der alten Griechen. Dieses nicht mit den Neugriechen zu verwechselnde, nordisch geprägte, indogermanische Volk bestand in der europäischen Antike nach den Phöniziern (auf dem Staatsgebiet des heutigen Libanon) und lange vor den Römern, aus den aggressivsten, erfolgreichsten und kulturell prägendsten Kolonisatoren. Allein das nordafrikanische Karthago konnte längere Zeit dem kolonialen Ehrgeiz der Griechen und späterhin der Römer als größeres Handelszentrum widerstehen. Das antike Griechenland ist nicht mit dem Griechenland nach dem Mittelalter und der Eroberung durch das Osmanische Reich (und der damit einhergehende Verrassung der Bewohner) zu verwechseln.

Die antike griechische Kolonisation

Griechische Sprache, griechisches Münzwesen, griechische Götterlehre und der griechische Formenkanon der Künste waren deshalb über Jahrhunderte hin so einflußreich, weil die Griechen der Antike in ihren streng besteuerten Kolonien sich selbst als „die Kultur“ und das Außerhalb ihrer selbst als „die Barbarei“ (nach den unverständlichen Sprachlauten der „Barbaren“) definierten. Ein nachhaltiger Einfluß prägte insbesondere die sogenannte Magna Graecia, ein gefestigtes Kolonialreich, das Provinzen Süditaliens und Siziliens einschloß.

Geschichte als Deutung

Das Schwergewicht der späteren römischen Kolonialkultur lag dagegen auf administrativem, auf rechtlichem und auf machtpolitischem Gebiet. Die Römer kopierten griechische Kultur in dem Bewußtsein, daß sie selber koloniale Nachfolger einer späteren – und deshalb stärker von Dekadenz bedrohten – Kulturepoche waren. Schon die Griechen aber kannten eine Art der industriellen Herstellung von Steinplastiken zur bewußten staatlichen Legendenbildung. Und sie kannten auch schon das mechanische, profan-handwerkliche Umformen von Götterskulpturen (in der Weise, daß genau definierte Götterattribute beschädigten Skulpturen angeheftet oder auch abgenommen wurden).

Die neuzeitliche Idealisierung der griechischen Hochkultur – am deutlichsten in der Version Johann Joachim Winckelmanns – übersah nicht nur diesen pragmatisch-profanierten Umgang mit religiösem Erbe an den Griechen der Antike, sie übersah auch die durchgehende grelle Farbigkeit der griechischen Steinplastik. Erst sehr spät – mit Friedrich Nietzsche – begann ein kulturanthropologisches Verstehen der antiken griechischen Kultur, das auch einen klaren Blick für Alltagskultur, für Technik, für Steuerwesen, für koloniale Strebungen und für das gänzliche Fehlen einer modernen Humanität im Umgang mit Feinden, mit Niederrangigen und mit Frauen an der griechischen Kultur gewann.

Frühe Ursprünge und ein lautloser Untergang

Die griechische Geschichte wird oftmals am Beispiel des Aufstiegs der kretischen Seemacht beschrieben und mittels der dortigen minoischen Kultur, obwohl die Minoer gerade nicht Teil des griechischen Kulturraums waren. Das Ende der griechischen Hochkultur wiederum setzt man mit der Eingliederung Ägyptens in das Römische Reich an, womit die letzte griechische Großmacht von der Landkarte verschwunden war.

Siehe auch

Literatur

  • Friedrich Nietzsche: Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik (1872) [Zitierfähiger Text: Colli/Montinari-Ausgabe (= KSA, Bd. 1)]
  • Harald Haarmann: Wer zivilisierte die Alten Griechen?: Das Erbe der Alteuropäischen Hochkultur, marix Verlag, 2017, ISBN 978-3737410656 [368 S.]
  • Christoph Wulf (Hg.): Der Mensch und seine Kultur. Hundert Beiträge zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft des menschlichen Lebens. Anaconda Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-524-3 [Zuerst 1997 unter dem Titel: Vom Menschen. Handbuch Historische Anthropologie (Beltz Verlag)]
  • Erich Ackermann (Hg.): Das Lesebuch der Antike – Die einflussreichsten Dichter und Denker und ihre bedeutendsten Texte, Anaconda Verlag, 2014, ISBN 978-3730600757 [648 S.]
  • Walter Rüegg (Hg.): Antike Geisteswelt. Eine Sammlung klassischer Texte. Suhrkamp Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-518-37119-3 [Zuerst: Artemis Verlags-AG, Zürich 1964]
  • Hans F. K. Günther:
    • Rassengeschichte des hellenischen und des römischen Volkes, 1929
    • Lebensgeschichte des hellenischen Volkes, 1956, 2. Aufl. 1965
  • Walter F. Otto: Mythos und Welt. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1963, Kapitel: Das Weltgefühl des klassischen Heidentums (S. 21–35) [stellt u. a. die Männlichkeit der antiken Religion als Gegensatz zum Christentum heraus]
  • Wilhelm Nestle: Griechische Studien. Untersuchungen zur Religion, Dichtung und Philosophie der Griechen. Scientia Verlag, Aaalen 1968 (Neudruck der Ausgabe Stuttgart 1948), Kapitel: Die Haupteinwände des antiken Denkens gegen das Christentum (S. 597–660)
  • Otto Seeck (1850–1921): Geschichte des Untergangs der antiken Welt, 6 Bde. mit Anhängen, 1895–1920; Nachdruck 1966

Verweise