Winterfeldt, Hans Karl von

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Hans Karl von Winterfeldt

Hans Karl von Winterfeldt (Lebensrune.png 4. April 1707 in Vanselow; Todesrune.png 8. September 1757 in Görlitz), Erbherr mehrerer Besitzungen, war ein Schwiegersohn des Generalfeldmarschalls Burkhard Christoph Graf von Münnich, Offizier der Preußischen Armee (zuletzt Generalleutnant und Regimentschef) und enger Freund Friedrichs des Großen.

Leben

Geboren wurde Hans Karl von Winterfeldt in Vanselow in Pommern als Angehöriger des Adelsgeschlechts von Winterfeld. Er trat 1723 in das Kurrasier-Regiment seines Onkels Caspar Dietlof von Winterfeld im preußischen Heer ein, wurde jedoch bald darauf zur Elite in das Garde du Corps versetzt. Schon mit dem Kronprinzen befreundet, wurde er als engster Vertrauter Friedrichs des Großen nach dessen Krönung zum Major und Flügeladjutant befördert und 1740 zum preußischen Gesandten in Sankt Petersburg ernannt. Hier konnte er die Versuche des Erzherzogtums Österreich erfolgreich hintertreiben, mit dem Russischen Kaiserreich ein Militärbündnis zu schließen. Ein mächtiger Gegner des inzwischen sehr einflußreichen von Winterfeldts war jedoch stets Heinrich von Preußen, der jüngere Bruder des Königs.

1732 heiratete er Freiin Juliana Dorothea von Malzan, Stieftochter des Generalfeldmarschalls Burkhard Christoph Graf von Münnich, „Vater“ der Kaiserlich Russischen Armee.

Mit dem Ausbruch der Schlesischen Kriege kehrte er nach Preußen zurück und wirkte 1741 beim Sturm auf Glogau (8. März), der Schlacht bei Mollwitz (10. April) und der Eroberung von Rothschloß (22. Juni) in Schlesien mit. 1741 wurde er zum Oberstleutnant und kurz darauf zum Oberst und Generaladjutant befördert. Im Zweiten Schlesischen Krieg wurde er 1745 für siegreiche Gefechte zum Generalmajor befördert.

Von Zieten und von Winterfeldt

In Friedenszeiten reorganisierte Hans Joachim von Zieten im königlichen Auftrag die preußische Reiterei. Ein Reglement für die Husaren-Regimenter sah vor, daß diese Aufklärungs- und Vorpostendienste übernehmen, Deserteure einfangen, Versorgungstransporte sichern und Streifzüge ins feindliche Hinterland unternehmen sollten.

Exerzieren und Kasernenhofübungen gehörten nicht zu von Zietens Stärken. Es gab an Ordnung und Ausbildung in seinem Regiment manches auszusetzen. Immerhin war von Zieten derjenige, der in seinem Verband die Prügelstrafe abgeschafft hatte. Dem König von Preußen waren diese Zustände ein Dorn im Auge, und er beauftragte Generalmajor von Winterfeldt mit Organisation und Ausbildung der Husaren. Von Winterfeldt formierte die „Zietenhusaren“ zur Linienkavallerie. Schwadrons- und regimentsweise attackierten die Husaren nun in geschlossenen Reihen. So konnten sie eine dritte Angriffslinie hinter Kürassieren und Dragonern bilden. Mit dieser Taktik waren die Preußen den anderen europäischen Staaten um 100 Jahre voraus. Friedrich der Große, 1741 noch der Ansicht, die preußische Kavallerie sei „nicht wert, daß sie der Teufel holt!“, zeigte sich dann auch sehr zufrieden. Die Reitertruppe, so befand er, sei „im besten Zustand der Welt“.

Siebenjähriger Krieg

Am 10. Dezember 1755 wählte er Friedrich Wilhelm Ernst Freiherr von Gaudi, Hauptmann, als Adjutanten, der am 21. August 1756 zum Flügeladjutanten und Hauptmann des Feldjägerkorps zu Fuß werden sollte.

Kurz vor dem Siebenjährigen Krieg wurde der Generaladjutant des Königs Generalmajor von Winterfeldt zum Generalleutnant befördert. Von Winterfeldt kämpfte in der Schlacht von Prag am 6. Mai 1757, wo er die Infanterie des linken Flügels befehligte. Beim Zurückschlagen der Österreicher in der Schlacht von Moys erlitt er an der Spitze einer Entsatz-Brigade so schwere Verwundungen (je nach Quelle entweder Säbelhieb zwischen linker Schulter und Halsansatz oder Schußwunde), daß er am nächsten Tag im Hause Obermarkt 8 in Görlitz starb. Beigesetzt wurde er in der Gruft seines Schlosses Barschau in Schlesien. Zu seinem hundertsten Todestag wurde er unter großer Feierlichkeit auf den Invalidenfriedhof zu Berlin umgebettet.[1] Sein Grab ist erhalten.

Der tief betroffene Friedrich II. schrieb über ihn:

„Er war ein guter Mensch, ein Seelenmensch, er war mein Freund.“

Auszeichnungen (Auszug)

Ehrendes Gedenken

Von Winterfeldt wurde auf dem Wilhelmplatz in Görlitz ein Denkmal errichtet. In Moys erinnert ein Gedenkstein an ihn. Die meisten Denkmäler für ihn findet man in Berlin. So erhielt Winterfeldt ein Denkmal unter den preußischen Feldherren auf dem Berliner Wilhelmplatz in Marmor, das sich heute im Treppenaufgang des Bodemuseums auf der Museumsinsel befindet. Bereits im 19. Jahrhundert war das Original von dem Bildhauer August Kiß durch eine völlige Neuschöpfung in Bronze ersetzt worden, die nach dem Zweiten Weltkrieg eingelagert wurde. Sie wurde 2009 auf dem Berliner Zietenplatz wieder errichtet.

Herzog Carl Christian Erdmann von Württemberg-Oels ließ um 1790 im „Labyrinth“ im Park von Bad Carlsruhe in Schlesien ein Standbild „Friedrichs des Einzigen“ aufstellen. Das Denkmal ist umgeben von den Büsten seiner fünf Generäle Schwerin, Winterfeldt, Ziethen, Seydlitz und Keith. Bereits um 1825 wurden alle Denkmäler demontiert; 1936 waren die leeren Mauernischen, in denen die Büsten gestanden hatten, noch erhalten.

Zudem findet man seine Darstellung am 1851 enthüllten Reiterstandbild Friedrichs des Großen von Christian Daniel Rauch (heute auf dem Boulevard Unter den Linden). In Berlin sind außerdem die Winterfeldtstraße und der Winterfeldtplatz nach ihm benannt.

2009 errichtete man ihm zu Ehren ein Denkmal auf dem nach General Hans Joachim von Zieten benannten Zietenplatz, dem ehemaligen Wilhelmsplatz, in Berlin, wo er neben den Generälen Friedrich Wilhelm von Seydlitz, James Keith und Kurt Christoph von Schwerin steht.

Ihm ist außerdem der Winterfeldt Parademarsch des Infanterieregiments Nr. 1 (später auch Bornstedt-Marsch genannt) gewidmet.

Literatur

  • Karl August Varnhagen von Ense: Leben des Generals Hans Karl von Winterfeldt mit Winterfeldt's Bildnis (PDF-Datei)
  • Gustav Berthold Volz: „Friedrich der Große und seine Leute: Hans Karl von Winterfeldt“ in: „Hohenzollern-Jahrbuch. Forschungen und Abbildungen zur Geschichte der Hohenzollern in Brandenburg-Preussen“, 1907 (PDF-Datei)

Fußnoten

  1. Die Überreste des Helden wurden zuerst zu Pilgramsdorf bei Lüben in Schlesien beigesetzt und am 7. September 1857 hierher geführt, um unter diesem, von seinem Geschlechte gestifteten Denkmal weiter zu ruhen.