Kaiser-Wilhelm-Institut

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Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für experimentelle Therapie in Dahlem am 28. Oktober 1913; von links: Minister von Trott zu Solz (die Hand am Bart), im Hintergrund (Zylinder in der Hand) Professor Carl Neuberg, Kaiser Wilhelm II., Vorsitzender des Kuratoriums Generalarzt Dr. Friedrich von Ilberg (Leibarzt Seiner Majestät des Kaisers und Königs) und Professor Dr. Adolf Harnack (rechts mit Zylinder).

Die Kaiser-Wilhelm-Institute (auch: Kaiser Wilhelm-Institute) waren wissenschaftliche Institute der „Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften“ (KWG). Diese Einrichtungen dürfen nicht mit dem „medicinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Institut“ verwechselt werden, das 1895 in „Kaiser Wilhelms-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen“ umbenannt wurde.

Im Oktober 1912 konnten die ersten KWI der KWG eigene Gebäude beziehen. In Berlin eröffnete das „Institut für Chemie“ unter Leitung Ernst Beckmanns sowie das „Institut für physikalische Chemie und Elektrochemie“ unter Fritz Haber. Diese KW-Institute bildeten den Kern des neuen Forschungscampus Dahlem (Berlin), der rasch weiter wuchs. Die dezentral verteilten Kaiser-Wilhelm-Institute sollten zur Grundlagenforschung durch eine Wissenschaftselite dienen. Dafür wurden die Wissenschaftler von jeglicher Lehrverpflichtung freigestellt, erhielten die jeweils modernsten Apparaturen und einen großen Mitarbeiterstab.

Erläuterung

Gesamtplan der Kaiser-Wilhelm-Institute für physikalische Chemie und Elektrochemie und für Chemie, die beide am 22. Oktober 1912 eingeweiht wurden.
Gemeinsame Einweihung des Kaiser Wilhelm Instituts für Chemie und des KWI für physikalische Chemie und Elektrochemie in Dahlem, 22. Oktober 1912.jpg
Einweihung des Kaiser-Wilhelm-Instituts für experimentelle Therapie in Dahlem, Oktober 1913 II.jpg

Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft

Kaiser Wilhelm II. verkündete am 10. Oktober 1910 die geplante Gründung der Gesellschaft:

„Um dem Unternehmen aber dauernde Förderung zu sichern, ist es mein Wunsch, unter meinem Protektorat und meinem Namen eine Gesellschaft zu begründen, die sich die Errichtung und Erhaltung von Forschungsinstituten zur Aufgabe stellt.“

Bereits im Januar 1911 fand die konstituierende Sitzung mit 83 Stimmberechtigten aus Industrie und Wissenschaft in Berlin statt. Die Finanzierung wurde im Wesentlichen durch Spenden und Mitgliedsbeiträge zahlreicher Privatpersonen und Wirtschaftsgrößen gesichert, die sich dann „Mitglied der KWG“ nennen durften. Ohne die einfallsreichen Finanzierungsmodelle von Emil Fischer wäre die Gründung der KWG kaum vorstellbar gewesen. Er hatte rund eine Million Reichsmark Spendengelder für die Gründung einer Chemisch-Technischen Reichsanstalt gesammelt hatte und dieses Geld für die Gründung der KW-Institute zur Verfügung gestellt. Als 1910 ein Gönner noch Baugelände in Dahlem anbot, stand der Umsetzung der Idee eines „deutschen Cambridge“, wie Kaiser Wilhelm II. die Forschungsinitiative nannte, nichts mehr im Wege. In seiner Eröffnungsrede am 11. Januar 1911 wünschte sich der Kaiser eine „völlig freie, in ihren Beschlüssen unbeeinflußte Gesellschaft.“ 139 Förderer hatten sich gefunden, die 10,3 Millionen Reichsmark aufbrachten. Hinter der neuen Gesellschaft, die satzungsgemäß den Namen ihres Schirmherrn Wilhelm II. trug, standen potente schlesische Großindustrielle wie Guido Reichsgraf Henckel Fürst von Donnersmarck (1830–1916),[1] Kohlen-Großhändler Eduard Arnhold oder der Medizin-Nobelpreisträger von 1908, Paul Ehrlich, der, wie auch der Fürst, zum Senator ernannt wurde.

„Am 11. Januar 1911 fand in der Berliner Akademie der Künste die konstituierende Sitzung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft e. V. statt. Anwesend waren 83 stimmberechtigte Mitglieder des neuen Vereins, dessen Gründerliste sich wie ein Auszug aus dem ‚Who is Who‘ der deutschen Industrie und Forschung liest. Schon einige Monate zuvor hatte der Kaiser anlässlich des 100. Geburtstags der Berliner Universität die Gründung angekündigt. Die neue Gesellschaft sollte die Arbeit der Universitäten und Akademien durch naturwissenschaftliche Forschung ergänzen und so Deutschland international konkurrenzfähig halten. Mit Adolf Harnack wurde ein einflussreicher Wissenschaftsmanager und Forscher als Präsident berufen. Der Kaiser selbst fungierte als Schirmherr, was der neuen Einrichtung ein hohes Prestige verlieh und zahlreiche potente Spender anzog, darunter viele aus dem jüdischen Bürgertum.[2] Als Emblem wählte man die Minerva: Die römische Göttin der Wissenschaft verkörpert Weisheit, Tapferkeit und Ausdauer.“[3]

Ein weiteres Fundament der KWG stellte die rheinische Großindustrie dar. Sie war mit den Senatoren Theodor von Guillaume aus Köln, dem Essener Gustav Krupp als erstem Vize-Präsident sowie Emil Fischer als zweitem Vize-Präsident vertreten. Wichtige Auftragsforschungen erteilten der 1904 auf Initiative von Carl Duisberg (Bayer AG) gegründete Dreibund „BASF, Bayer und AGFA“ sowie der Duisburger Großindustrielle Hugo Stinnes. Mit dem Chemie-Nobelpreisträger von 1901, Hendrikus van t’Hoff (Osmotischer Druck, van t’Hoffsche Regel), befand sich auch ein Niederländer im Gründungs-Senat. Als Schatzmeister amtierte der Bankier Franz von Mendelssohn bis zu seinem Tod 1935.[4]

Unter den 93 Intellektuellen und Künstlern, die den Aufruf „An die Kulturwelt“ unterzeichnete, waren mit Max Planck, Adolf von Harnack, Fritz Haber, August von Wassermann und Richard Willstätter auch Forscher, die mit der KWG verbunden waren. 1915 erhielt Willstätter den Nobelpreis für Chemie. Mit ihm ging der begehrten Preis zum ersten Mal an einen Forscher der KWG. Er forschte am KWI für Chemie über Chlorophyll, entwickelte aber auf Wunsch seines Freundes Fritz Haber 1915 auch einen Atemfilter für Gasmasken. Aufgrund des Kriegs fand die Laureatenrede erst 1920 in Stockholm statt.

Weil vor dem Ersten Weltkrieg von Seiten des Militärs keine festgelegte Koordination zur Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten oder Universitäten bestand, blieb der Kriegseinsatz der Kaiser-Wilhelm-Institute dem Zufall oder der Initiative der Institutsdirektoren überlassen. Aus diesem Grund wurde 1917 die Kaiser-Wilhelm-Stiftung für kriegstechnische Wissenschaft (KWKW) gegründet, welche auf die Gemeinschaftsinitiative der chemischen Industrie, des Gründungsmitglieds der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft Friedrich Schmidt-Ott (1860–1956) und Fritz Haber zurückging. Während die für den Krieg tätigen Chemiker vorwiegend in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und der Industrie arbeiteten, wurde die physikalische Forschung fast ausschließlich an Universitäten betrieben. Es blieb der Eigeninitiative der Wissenschaftler überlassen, die militärische Führung vom Nutzen ihrer Forschung zu überzeugen, sie stießen dabei aber zumeist auf wenig Resonanz. Ausnahmen stellten Richard Courant (1888-1972) und Wilhelm Wien (1864-1928) dar. Angesichts der Zerstörung von Telefonleitungen und unzureichender Möglichkeiten zur Verständigung mit Lichtsignalen begann sich Courant mit der Erdtelegraphie zu beschäftigen. Er konstruierte einen Erdtelegraphenapparat, der Signale über eine Distanz von zwei Kilometern senden konnte und ab 1917 an der Kriegsfront eingesetzt wurde. Wien konstruierte zusammen mit Max von Laue am Physikalischen Institut der Universität Würzburg Ionenröhren für die Ferntelegraphie der Kaiserlichen Marine. Durch den Fronteinsatz der Ärzte nahm die Forschungstätigkeit an den Universitäten jedoch ab.

1931 besaß die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft 32 Institute. In rascher Folge waren nach dem Ersten Weltkrieg eine Reihe industrie- und landwirtschaftsnaher Forschungsanstalten für Eisenforschung, Faserstoffchemie, Metall-, Leder-, Silikat- und Züchtungsforschung entstanden. 1937 wählte der Senat Carl Bosch zum neuen Präsidenten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Bosch war Nobelpreisträger für Chemie und Vorstandsvorsitzender der IG Farben und folgte Max Planck, der auch aus Altersgründen nicht mehr zur Wiederwahl antrat. Ausgetauscht wurde auch der Generalsekretär Friedrich Glum. Er wurde mit 46 Jahren in den Ruhestand versetzt, um Ernst Telschow Platz zu machen. Reichsminister Rust ernannte 1941 den Stahlindustriellen Albert Vögler zum Präsidenten. Als Vorstandsvorsitzender der Vereinigen Stahlwerke, lenkte Vögler einen der weltweit führenden Konzerne der Montanindustrie. Der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft war er als Senator, Schatzmeister und Mitglied des Verwaltungsausschusses seit langem eng verbunden. 1943 wurden fast alle Institute wegen der Bombengefahr aus Berlin verlagert. Sie fanden im Westen und Südwesten Deutschlands provisorische Unterkünfte. Das KWI für Physik zog nach Hechingen und Haigerloch; das KWI für Biochemie nach Tübingen. Nach einem schweren Bombenangriff auf das Berliner Schloß verlagerte auch die Generalverwaltung ihr Quartier nach Göttingen. Bombenterror, zerstörte Gebäude und Verlust von Mitarbeitern schränkten die Forschung weiter ein. Die heranrückenden Armeen des Feindes besetzten einzelne Institute, die noch an ihren ursprünglichen Standorten verblieben waren. Andere waren zerstört, teilzerstört, provisorisch verlagert und personell dezimiert. Trotz der chaotischen Zustände versuchten die wenigen verbliebenen Mitarbeiter die Arbeit aufrecht zu erhalten. Die endgültige Auflösung der KWG erfolgte erst am 21. Juni 1960.

Liste der Institute (Auswahl)

  • Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie, 22. Oktober 1912 eingeweiht
    • Hier wirkten etwa Carl Neuberg und August von Wassermann. Die Gemeinschaftsarbeit von Otto Hahn (1879–1968) und Lise Meitner (1878–1968) auf der Suche nach Transuranen von 1934 bis 1938 führte dort am 17. Dezember 1938 Otto Hahn und seinen Assistenten Fritz Straßmann (1902–1980) zur Entdeckung der Kernspaltung am 17. Dezember 1938 und ist eines der bedeutendsten und folgenreichsten Ereignisse in der Geschichte der Naturwissenschaften. Otto Hahn war Direktor des Instituts von 1928 bis 1946. Er erhielt den Nobelpreis für Chemie des Jahres 1944.
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für physikalische Chemie und Elektrochemie, 1912 gemeinsam mit dem KWI für Chemie eingeweiht
    • Insbesondere waren durch die Arbeit des Instituts im Ersten Weltkrieg und insbesondere seinen Direktor Fritz Haber die Voraussetzungen für die Gaskrieg-Entwicklung gelegt worden. Dem Vorschlag Habers folgend war das Institut am 7. November 1916 dem Deutschen Heer unterstellt worden. Habers Nachfolger wurde 1933 zunächst der „Alte Kämpfer“ Prof. Dr. Gerhart August Jander als kommissarischer Direktor bestimmt, Peter Adolf Thiessen wurde im Jahre 1935 zum Direktor ernannt. Unter Thiessen wurde auch 1939 nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs das Institut ein weiteres Mal auf kriegswichtige Aufgaben umgestellt. Nach dem Krieg wurde das Institut zusammen mit einigen weiteren Berliner Kaiser-Wilhelm-Instituten unter dem Dach der Stiftung Deutsche Forschungshochschule weitergeführt. Max von Laue erreichte im Jahre 1953 die Eingliederung des früheren Kaiser-Wilhelm-Instituts in die Max-Planck-Gesellschaft. Auch die übrigen westdeutschen KWG-Institute wurden nach und nach von der neu gegründeten Max-Planck-Gesellschaft übernommen, die sich als Nachfolgerin und Erbin der KWG versteht.
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr
    • Heute: Max-Planck-Institut für Kohlenforschung
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für Arbeitsphysiologie in Berlin
    • Bereits 1912, im ersten Jahr ihres Bestehens, beschloß die KWG die Gründung eines Instituts, das „die wissenschaftliche Erforschung der Physiologie, Pathologie und Hygiene der geistigen und körperlichen Arbeit“ fördern sollte. Die Grundlage für diesen Beschluß war eine Denkschrift von Max Rubner, in der er die Aufgabe der künftigen Arbeitsphysiologie skizzierte. Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Arbeitsphysiologie nahm 1913 seine Arbeit in den Kellerräumen des Physiologischen Instituts in Berlin auf und bezog 1916 ein neues Gebäude in der Invalidenstraße. Bis zum Jahre 1926 wurde es von Max Rubner geleitet. Der verdiente Physiologe und Ernährungsforscher gilt daher als Taufpate der damals neuen Forschungsrichtung der Arbeitsphysiologie. Das Ruhrgebiet expandierte zur damaligen Zeit explosionsartig, Arbeitskräfte aus allen Teilen Deutschlands, sogar aus ganz Europa, wurden von den neuen Verdienstmöglichkeiten im Bergbau und in der Stahlindustrie angezogen. Forschung zur Arbeitsphysiologie auf diesen Gebieten war dringend notwendig, zumal es sich dabei um besonders unfallträchtige und besondere Krankheiten verursachende Industriezweige handelte. Aus diesen Gründen zog das Institut im Jahre 1929 nach Dortmund um. Gleichzeitig wurde im westfälischen Münster eine Zweigstelle eingerichtet, die bis 1941 die Anbindung an die dortige Universität sicherstellte. Im Krieg wurde das Institut durch Terrorflieger fast vollständig zerstört.
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für experimentelle Therapie, 28. Oktober 1913 eingeweiht
    • 1922 erweitert („KWI für experimentelle Therapie und Biochemie“), 1925 Trennung der beiden Teilinstitute zum „KWI für experimentelle Therapie“ und „KWI für Biochemie“.
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung in Berlin-Buch (Oskar Vogt)
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für Biologie, 1915 eingeweiht
    • Das Gebäude des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Biologie (Boltzmann­straße 3) wurde nach nur einjähriger Bauzeit im April 1915 vom Institut bezogen. Im Sinne des Harnack-Prinzips orientierte sich der Hofarchitekt Ernst von Ihne bei den Außenanlagen eng an den speziellen Bedürfnissen des ersten Direktors Carl Correns. Während des Zweiten Weltkrieges wurden viele Abteilungen des KWI, darunter das Institut für Biologie, nach Süddeutschland ausgelagert. 1948 wurde die Boltzmannstraße 3 zum ersten Hauptgebäude der Freien Universität, in dem der Vorlesungsbetrieb mit wechselnden Fächern stattfand.
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für Psychiatrie
    • gegründet durch Ludwig III. von Bayern in München, Gründungsdirektor und Initiator war Emil Kraepelin; angegliedert an die KWG 1924.
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für Physikalische Forschung, 1. Oktober 1917 gegründet
    • Dem Direktorium gehörten neben Albert Einstein, dessen Position zunächst als Beständiger Ehrensekretär und erst später als Direktor bezeichnet wurde, die fünf Wissenschaftler an, die den Gründungsantrag unterzeichnet hatten. Das Kuratorium des Instituts bestand aus Vertretern der Regierung, der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft sowie mehreren Vertretern der Koppel-Stiftung. Werner Heisenberg leitete das Kaiser-Wilhelm-Institut für Physik (so der spätere Name) ab 1942 und blieb bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1970 dessen Direktor. 1960 ging aus dem Institut das eigenständige Max-Planck-Institut für Plasmaphysik hervor. 1991 wurde das Max-Planck-Institut für Physik und Astrophysik in das Max-Planck-Institut für Physik, das Max-Planck-Institut für Astrophysik und in das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik aufgespalten.
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für Eisenforschung (KWI-E)
    • Im November 1917 wählten die Kuratoriumsmitglieder Friedrich Springorum zu ihrem ersten Vorsitzenden. Im gleichen Monat wurde die Satzung des KWI-E verabschiedet und Professor Dr. Fritz Wüst, der Leiter des Eisenhüttenmännischen Instituts der Technischen Hochschule (TH) Aachen, zum ersten Direktor des KWI-E ernannt.
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für Deutsche Geschichte in Berlin-Mitte
    • 1944 stillgelegt, 1955 in Göttingen wieder begründet als „Max-Planck-Institut für Geschichte“.
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik (KWI-A)
    • 1927 in Berlin-Dahlem als Einrichtung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften gegründet. Das Institut bestand bis zum Kriegsende 1945.
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg
    • gegründet von Ludolf von Krehl. Heute: Max-Planck-Institut für medizinische Forschung
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für Zellphysiologie in Berlin-Dahlem
    • gegründet von Otto Warburg und der Rockefeller-Stiftung. Gebäudenutzung seit 1975: „Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft“
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für Biophysik in Frankfurt am Main
    • durch Umwandlung des Universitätsinstituts für physikalische Grundlagen der Medizin. 1938–1945: Außenstelle im Radiumbad Oberschlema. Heute: Max-Planck-Institut für Biophysik
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für medizinische Forschung
    • Das Institut in Heidelberg war 1930 eine der innovativsten Forschungsstätten in Betrieb gegangen.
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für Phonometrie (Deutsches Spracharchiv)
    • 1941 Übernahme des aus der Phonometrischen Abteilung des KWI für Hirnforschung (KWI-H) hervorgegangenen „Deutschen Spracharchivs“ in die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.
  • Kaiser-Wilhelm-Institut für Kulturpflanzenforschung in Tuttenhof bei Wien
    • Heute: Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben

Literatur

Fußnoten

  1. Guido Graf Henckel Fürst von Donnersmarck gehörte Ende des 19. Jahrhunderts zu den führenden Großindustriellen des Deutschen Reiches. Seine Leistungen in der Montanindustrie sowie sein Engagement als Grundstücksentwickler führten dazu, daß er um die Jahrhundertwende zu den reichsten Einwohnern des Deutschen Reiches gehörte. Zugleich war Guido von Donnersmarck politisch aktiv und pflegte beispielsweise einen intensiven Briefkontakt mit Otto von Bismarck. Nicht zuletzt war er als Mäzen aktiv: Er stiftete beispielsweise die Große Sauer-Orgel im Berliner Dom, gehörte dem ersten Senat der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft an und rief 1898 die „Guido-Stiftung“ (später: Fürst Donnersmarck-Stiftung) zur Unterstützung seiner Beamten und Arbeiter ins Leben.
  2. Der spätere israelische Staatspräsident Chaim Weizman diffamierte jene frühen Förderer als „Kaiser-Juden“, die als Konvertiten monarchisch, überpatriotisch und antizionistisch gesinnt seien.
  3. Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Max-Planck-Gesellschaft
  4. Ein »deutsches Cambridge«, Pharmazeutische Zeitung online, 18. Oktober 2011