Ludwig der Deutsche

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Ludwig II. (der Deutsche).jpg

Ludwig II., auch Ludwig der Deutsche (lat. Ludovicus II Germanicus; Lebensrune.png um 805, Geburtsort unbekannt; Todesrune.png 28. August 876 in Frankfurt am Main), war ein germanischer Edelmann und Heerführer, er war von 829 bis 865 Herzog von Bayern und von 840 bis 876 König des Ostfrankenreiches. Ludwig stammte aus dem Adelsgeschlecht der Karolinger und war der dritte Sohn Kaiser Ludwigs des Frommen und dessen Gemahlin Irmengard.

Die erste Reichsteilung

Ludwig der Deutsche erhielt im Jahre 817 in der „ordinatio imperii“ – der ersten Reichsteilung Kaiser Ludwigs des Frommen – das Herzogtum Bayern sowie die Ostmark, sah sich aber in einer zweiten, zugunsten seines Halbbruders Karls (genannt „der Kahle“, Sohn von Ludwig dem Frommen und Kaiserin Judith) erfolgten Teilung im Jahre 829 so benachteiligt, daß er sich mit seinen Brüdern Lothar und Pippin zweimal (830 und 833) gegen seinen Vater erhob, und diesen nach einem entscheidenden Sieg auf dem Rothfelde bei Kolmar besiegte.

Nachdem der so gestürzte Vater aber von dem brutalen Lothar furchtbar gedemütigt und daraufhin inhaftiert worden war, fielen Ludwig und Pippin – über das Verhalten Lothars entsetzt – von diesem ab, befreiten den unglücklichen Vater und setzten ihn wieder auf den Kaiserthron.

Schon drei (oder vier) Jahre später betrieb der so wieder inthronisierte Kaiser Ludwig der Fromme allerdings eine neue Reichsteilung, in welcher er ausgerechnet seinen grausamen Sohn Lothar bevorzugte und Ludwig den Deutschen enterbte. Aber der Adel Aquitaniens erhob sich und in Bayern schlug Ludwig los. Noch während dieses Kampfes starb der alte Kaiser und ein wilder Krieg um das Erbe begann nun unter seinen Söhnen, denn Lothar I., der älteste von ihnen, erhob Anspruch auf alle Länder des Vaters und wollte den Brüdern nur einen kleinen Teil davon zu Lehen geben.

Der Vertrag von Verdun

Am 25. Juni 841 fand bei Fontenai, in dem Gebiet von Auxerre, die große Entscheidungsschlacht statt, in der 100.000 Männer gefallen sein sollen. Lothar I. unterlag und mußte seinem Bruder Ludwig und Halbbruder Karl (Pippin war indes verstorben) im berühmten Vertrag von Verdun große Gebiete zugestehen. Ludwig erhielt zu seinem Bayern noch das damalige Sachsen, Franken, Alamanien und Teile des Rheinlandes, sein Halbbruder Karl gewann zusätzlich zu seinem Aquitanien noch das alte Neustrien, Flandern und einen Teil von Burgund mit Chalons, während Lothar I. Ober- und Mittelitalien, Burgund und einen schmalen Streifen zwischen Rhein und Schelde bis hinauf nach Friesland behielt.

Das ehemalige germanisch-europäisch-römische Reich Karls des Großen war damit endgültig zerteilt – hier liegen die Anfänge der Nationalwerdung vor allem Deutschlands und Frankreichs.

Auch in den Straßburger Eiden von 842 erklang deutlich, daß Osten und Westen des Frankenreiches endgültig auseinanderklafften. Was die einen schworen, war ein altertümliches Französisch, was die andern, Althochdeutsch. Die Straßburger Eide sind der erste deutsche Soldatenschwur.

Vertrag von Meersen, Kampf um die Kaiserkrone

Ludwigs Reich gewann schon bald nach der Teilung an Bedeutung, da Karl der Kahle im Westfrankenreich keine Ordnung zu halten verstand. Auch Lothar I. war nach seiner Niederlage zu keiner größeren Aktion mehr in der Lage. Als er 855 starb, wurde sein Zwischenreich an seine drei Söhne verteilt. Allerdings war es während seiner Herrschaft alles andere als ruhig, mehrfache Einfälle der heidnischen Ostgermanen aus dem bömischen Raum, der Normannen aus Skandinavien und der Sorben gegen Thüringen machten ihm zu schaffen.

Nach dem Tode eines der Erben von Lothar I. fiel Ludwig im Vertrag von Meersen (22. Januar 870) Friesland und die östliche Hälfte von Lotharingien (darunter das damals wichtige Metz) zu. Als im Jahre 875 dann der zweite und letzte Erbe Lothars I. starb, wetteiferten Ludwig und Karl um die Kaiserkrone und Italien. Karl kam ihm zuvor und wurde noch im selben Jahr durch Papst Johannes III. gekrönt. Ludwig bekriegte daraufhin im folgenden Jahr das westfränkische Reich Karls, starb aber noch 876.

Tod, Ruhestätte und die Erben

Ludwig der Deutsche hatte seine Residenz für gewöhnlich in Frankfurt am Main, wo er am 28. August 876 starb und im Kloster Lorsch bestattet wurde. Er hinterließ von seiner Frau Hemma drei Söhne: Karlmann, Ludwig der Jüngere und Karl der Dicke sowie vier Töchter: Hildegard, Irmgard, Berta und Gisla.

Nach des Vaters Tode teilten die Söhne sein Reich, Karlmann erhielt Bayern, Ludwig Sachsen und Ostfranken und Karl Alemannien.

Bildergalerie

Literatur

  • Heinrich Friedrich Theodor Kohlrausch / Heinrich Schneider: Bildnisse der deutschen Könige und Kaiser. Von Karl dem Großen bis Franz II. nach Siegeln, Münzen, Grabmälern, Denkmälern und Original-Bildnissen gezeichnet; nebst charakteristischen Lebensbeschreibungen derselben, Erste Abtheilung in 8 Heften von Karl dem Großen bis Maximilian I., 1844 (PDF-Datei)

Vorgänger Amt Nachfolger
Ostfränkischer König Karlmann