Maurice, Emil

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SS-Oberführer Emil Maurice (1897–1972)

Emil „Moritzl“ Maurice (Lebensrune.png 19. Januar 1897 in Westermoor; Todesrune.png 6. Februar 1972 in München) war deutscher Uhrmachermeister sowie Fahrer, Leibwächter, Duzfreund und früher politischer Begleiter Adolf Hitlers, zuletzt Mitglied des Reichstages (1933 bis 1945) und Offizier, zuletzt SS-Oberführer, SS-Ehrenführer und Oberleutnant der Reserve der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.

Leben

Abstammung

Adolf Hitler und Emil „Moritzl“ Maurice inhaftiert in Landsberg

Der jüdische Theaterdirektor Charles Maurice („Chéri“) Schwartzenberger (Lebensrune.png 29. Mai 1805 in Agen, Lot-et-Garonne, Frankreich; Todesrune.png 27. Januar 1896 in Hamburg) soll sein Urgroßvater gewesen sein. Aus der von Schwartzenberger am 31. Juli 1832 mit Emilie Möller (Lebensrune.png 1812) geschlossenen Ehe ging der Sohn Gustav (1836–1893) hervor.

Obwohl somit eigentlich teilweise jüdischer Abstammung, wurde der „Alte Kämpfer“ Emil Maurice später wegen seines untadeligen Verhaltens als Ehrenarier anerkannt und in einem Brief vom 31. August 1935 auf ausdrücklichem Erlaß Hitlers „auf dem Gnadenwege“ in der NSDAP belassen.

Soweit es zutrifft, daß Maurice lediglich einen jüdischen Urgroßelternteil hatte, wäre er nach den Nürnberger Gesetzen jedoch ohnehin als deutschblütig anzusehen, wenngleich die Allgemeine SS für ihre Angehörigen strengere Maßstäbe ansetzte.

Werdegang

Grabstätte von Emil Maurice u. a. mit seiner Gemahlin Hedwig und seinem Schwiegervater Oberst Rudolf Ploetz (Bildquelle: WW2 Gravestone)

Nach der Realschule und der anschließenden Uhrmacherlehre diente Maurice zwischen 1917 und 1919 in der Bayerischen Armee als Teil des Kaiserlichen Heeres, nahm am Ersten Weltkrieg jedoch nicht aktiv teil.

Ende 1919 trat er in die damalige Deutsche Arbeiterpartei (später NSDAP) ein (Mitgliedsnummer 19) und wurde von Anton Drexler zur Beseitigung der Räterepublik in München eingesetzt. 1920 wurde er Führer der Saalschutz-Abteilung und somit, wenn auch nicht offiziell, erster „Oberster SA-Führer“. 1921 war er als Angehöriger des Freikorps „Oberland“ Teilnehmer am Kampf um Oberschlesien und dann Mitglied des Stoßtrupps „Hitler“.

Bei Gründung der aus dem Saalordnungssdienst hervorgegangenen Schutzstaffel (SS) war Maurice SS-Mitglied Nummer 2 und brachte es mit Unterbrechungen zum Rang eines SS-Oberführers (Beförderung am 30. Januar 1939), der ihm ehrenhalber verliehen wurde.

1923 – er war längst mit Hitler befreundet – nahm er am Marsch auf die Feldherrnhalle teil und wurde daraufhin wie Hitler in Landsberg inhaftiert. Während dieser Zeit diktierte Hitler ihm große Teile seines Buches „Mein Kampf“.

Drittes Reich

Nach beider Entlassung aus der Haft fungierte Maurice ab 1933 als Ratsherr im Münchner Stadtrat. Am 1. Juli 1934 wurde er zum SS-Standartenführer ernannt. Am 1. Januar 1936 wurde er vom Reichshandwerksmeister zu dessen Stellvertreter in München ernannt, am 1. Oktober zum Landeshandwerksmeister von Bayern und am 1. April 1937 zum Präsidenten der Handwerkskammer München. Heinrich Himmler beförderte Maurice am 30. Januar 1939 zum SS-Oberführer auf Drängen Hitlers, der zeitlebens seine schützende Hand über seinen Jugendfreund hielt. Halbherzige Versuche Himmlers, Maurice und seine drei Brüder aus der SS auszuschließen, wurden vom Führer konsequent unterbunden. Am 9. November 1944 kam er zum Stab des SS-Abschnittes I (München).

Nachkriegszeit

1948 wurde Maurice in einem Gerichtsurteil zu vier Jahren Arbeitslager und Einzug von 30 % seines Vermögens verurteilt, mußte aber seine Strafe nicht vollständig absitzen. Anschließend arbeitete er wieder als Uhrmachermeister. Er wohnte mit seiner Familie in Stöcking/Starnberg, wo auch Leni Riefenstahl wohnte.

Tod

Emil Maurice ruht auf dem Nordfriedhof in München mit seiner Frau Hedwig, geb. Ploetz; Endgrablage: Abteilung 97, Reihe 4, Grab 3. In unmittelbarer Nähe ruhen Heinrich Hoffmann und dessen Tochter Henriette Schirach-Hoffmann, Dr. Gustav von Kahr, Max Wünsche, Bernd Freytag von Loringhoven, Dr. Ludwig Stumpfegger, Traudl Junge, General der Flieger Heribert Fütterer, Generalleutnant Erich von Botzheim und Johannes Heesters.

Auszeichnungen (Auszug)

Quellen

  • Der Deutsche Reichstag, Wahlperiode nach d. 30. Jan. 1933, Bd.: 1936, Berlin, 1936, S. 233 f.
  • Der Deutsche Reichstag, Wahlperiode nach d. 30. Jan. 1933, Bd.: 1938, Berlin, 1938, S. 312