Nationale Jeugdstorm

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Der Nationale Jugendsturm (NJS; nl: Nationale Jeugdstorm) war seit 1. Mai 1934 die von Cees von Geelkerken geführten und nach Vorbild der Hitler Jugend aufgebauten Jugendbewegung der Nationaal-Socialistischen Beweging in den Niederlanden.

Mädel (vermutlich Möwen) des NJS

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Koppelschloß

Verbotsversuch

Schon am 1. Februar 1936 wurde der NJS verboten, was aber durch eine kleine Namensänderung (Vereniging Nationale Jeugdstorm, VNJ) umgangen wurde. Nach dem Westfeldzug 1940 und der deutschen Besetzung wurde der ursprüngliche Name wieder angenommen.

Mitglieder

Mädel des NJS vor Schloß Sanssouci in Potsdam

Zu Spitzenzeiten hatte der NJS über 16.000 Mitglieder, die Möwen (meeuwen; 10-13 Jahre) und die Stürmer (stormers; 14-17 Jahre), wobei Jungen und Mädchen getrennt waren. Mit 18 Jahren wurden die Jungen dann vom niederländischen Arbeistdienst übernommen oder sie traten der Waffen-SS bei.

Gliederung

NJS-Führer mit Kriegsfronterfahrung bildet niederländische Rekruten aus
  • Trek
    • 6 Mitglieder
  • Wacht (Mädchen)
    • 12 Mitglieder
  • Schaar
    • 39 Mitglieder
  • Vendel (Groep)
    • 160 Mitglieder
  • Stam (Vlucht)
    • 650 Mitglieder
  • Ban (Zwerm)
    • 3.200 Mitglieder

Kaderschulen

Eine dreimonatige Kaderschule befand sich ab dem Jahre 1940 in Deurne, des weiteren in Ommen, Wijk aan Zee und Zandvoort für männliche Führer und in Blaricum (bei Hilversum) für weibliche Führerinnen.

Sonderausbildung

Der Jeugdstorm hatte, wie die HJ, zahlreiche Sonderabteilungen, darunter

  • Motor-NJS,
  • ab 1943 Flieger-NJS (Luchtvaartjeugdstrom) und
  • ab 1944 Marine-NJS (Marine Jeugdstorm), wobei dieser besondere Marineuniformen ausgestattet wurde.

Vereinsblatt

  • „De Stormmeeuw“ (Die Sturmmöwe) von 15 November 1934 bis April 1945

Europäischer Jugendverband

Auf der Gründungstagung des „Europäischen Jugendkongreß“ der RJF vom 14.-18.September 1942 unter dem Gauleiter von Wien und ehemaligen Reichsjugendführer Baldur von Schirach, wurde der Europäischer Jugendverband (EJV) gegründet. Er wurde der Dachverband der Jugendorganisationen der Staaten, in dem die Giuventù Italiana de Littorio (GIL), die spanische Falange-Organisation Frente de Juventudes, der niederländische Nationale Jeugdstorm (NJS) und ähnliche Körperschaften aus 14 Staaten zu finden waren.[1]

Mitglieder des Nationalen Jeugdstormes und kahlgeschorene „Kraut-Mädchen“ wurden am 11. April 1945 durch eine niederländische Straße getrieben.

Germanische Jugend

Schon im Sommer hatte es für Niederländer von der HJ betriebene „Wehrertüchtigungs-Lager der germanischen Jugend“ gegeben (mit Schwerpunkt Spähtrupps), die 16 bis 18jährige Absolventen erhielten nach den vier Wochen einen Ärmelstreifen „Germanische Jugend“.

Bataillone des Jugendsturms

Spätestens im November 1944 wurde der Jeugdstorm der „germanischen Jugend“ und somit vollständig der HJ unterstellt mit dem Ziel, freiwillige Bataillone des Jugendsturms für den Endkampf zu bilden. Das Anmeldebüro war in Duymaer van Twiststraat 42, Deventer, der Einsatzstab der germanischen Jugend „Niederlande“ im Kaiserdamm 145 Berlin-Charlottenberg. Das erste freiwillige Bataillon Jeugdstorm wurde von Quispel geführt, Unterfuhrer waren Gansenklok und Jetwiet.

Nachkriegszeit

In der Nachkriegszeit wollte kaum ein Niederländer Mitglied der NJS gewesen sein, weshalb auch die geschichtliche Überlieferung über dieses Thema nur spärlich ist. Jungen galten als Verräter und Freiwild während Mädchen, ähnlich der Liebschaften deutscher Besatzer im Zweiten Weltkrieg, kahlgeschoren und mißhandelt wurden.

Siehe auch

Fußnoten

  1. Wie die Wurzeln zu dem Baum, versammelten sich im damaligen Reichsgau Wien Jugendführer und –führerinnen aus vielen Ecken des kontinentalen Europas fünf Tage lang als Gäste der Reichsjugendführung (RJF) anläßlich des Höhepunkts ihrer europäischen Kulturarbeit. Sie waren aus Bulgarien, Dänemark, Flandern, Finnland, Kroatien, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Rumänien, Slowakei, Spanien, Ungarn und Wallonien zusammengekommen – stammten also aus den europäischen Achsenmächten, ihren Satelliten und denjenigen Ländern, welche in West- und Nordeuropa unter deutscher Besatzung standen. Nur Spanien, das knapp drei Jahre zuvor entstandene ‚Neue Spanien’ von General Francisco Franco, erfüllte zu keinem Zeitpunkt auch nur eine dieser beiden Voraussetzungen – weder war es offiziell Achsenmitglied bzw. ihr Satellit, noch war es von Deutschland besetzt. Und trotzdem nahm das größte Land der iberischen Halbinsel an den Treffen zur europäischen Kulturarbeit der RJF von Anfang an teil.
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