Königlich Preußische Marine

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Preußische Kriegsflagge ab 1850; Im Deutschen Krieg 1866 kam die preußische Marine kaum zum Einsatz. Nach dem Krieg schlossen sich die norddeutschen Staaten unter preußischer Führung zum Norddeutschen Bund zusammen. Aus der preußischen Marine wurde die Marine des Norddeutschen Bundes, die wiederum nach dem Deutsch-Französischen Krieg zur Kaiserlichen Marine einschließlich des Ostasiengeschwaders wurde.

Bei der Königlich Preußischen Marine handelt es sich um die Flotte des Königreich Preußens und dessen Wunsch nach Seegeltung. 1867 gingen die Seestreitkräfte in die Marine des Norddeutschen Bundes und 1872 schließlich in die Kaiserliche Marine auf.

Geschichte

Das Ostasiatische Geschwader der Preußischen Kriegsmarine, 1859 bis 1862; Gemälde von Lüder Arenhold (1854-1915) um 1905.

Trotz der Kurbrandenburgischen (1657/1684 bis 1701) und später vorläufigen Marine Preußens (1701 bis de facto 1711 bis zur Auflösung durch Friedrich I.) waren deutsche Interessen im Ausland nur mit Eigeninitiative zu bewältigen.

Weder der Soldatenkönig noch Friedrich der Große fanden Geschmack an einer eigenständigen deutschen Marine. Die deutschen Seehandelsgesellschaften waren auf den Schutz durch eigene Kriegsschiffe vor ausländischen Küsten und auf den Meeren angewiesen, da der König in Preußen sich der Idee einer preußisch-deutschen Seemacht verschloß.

„Ich glaube nicht, daß Preußen sich je zur Bildung einer Kriegsmarine entschließen darf. Die Gründe sind folgende: Mehrere Staaten Europas haben große Flotten, England, Frankreich, Spanien, Dänemark und Rußland. Ihnen werden wir niemals gleichkommen können. Da wir also mit wenigen Schiffen immer hinter den anderen Nationen zurückbleiben würden, wäre die Ausgabe unnütz. [...] Außerdem führen Seeschlachten nur selten eine Entscheidung herbei. Daraus ziehe ich den Schluß, daß man besser daran tut, das erste Landheer in Europa zu halten als die schlechteste Flotte unter den Seemächten.“Friedrich II.

Erst ab 1848/49, insbesondere nach der Märzrevolution, gab es intensive und erfolgreiche Bestrebungen, erneut eine Preußische Marine aufzubauen, die sich im Deutsch-Dänischen Krieg bewährte. Am 9. Mai 1864 kam es in der Nordsee zum Seegefecht bei Helgoland, in dem deutscherseits ein österreichischer Flottenverband unter Linienschiffskapitän von Tegetthoff teilnahm, der durch ein kleines preußisches Geschwader unter Korvettenkapitän Klatt unterstützt wurde. Es bestand aus dem Raddampfer „Preußischer Adler“ und den in die Heimat zurückgerufenen Kanonenbooten „Blitz“ und „Basilisk“.

„Für ein wachsendes Volk kein Wohlstand ohne Ausbreitung; keine Ausbreitung ohne überseeische Politik, und keine überseeische Politik ohne Flotte“. — Admiral Adalbert Prinz von Preußen

Reichsflotte und Preußische Marine (1848–1867)

Entwurf zur Kriegs- und Handelsflagge von 1848; Von 1848 bis 1852 war Bremerhaven Stützpunkt der ersten gesamtdeutschen Reichsflotte unter der Führung von Admiral Brommy.
„Die bürgerlich-demokratische französische Februarrevolution 1848 erfasste in den darauffolgenden Wochen große Teile Europas, mit der Märzrevolution auch die Staaten des Deutschen Bundes. Mit Ausnahme von Preußen und Österreich setzten sich zunächst die Revolutionäre, die u.a. einen deutschen Nationalstaat anstrebten, durch. Im Zuge dieser nationalen Einigungsbewegung kommt es in der schon lange konfliktbeladenen Schleswig-Holsteinischen Frage zum offenen Ausbruch. Streitpunkt ist die Frage, ob Schleswig mit seiner gemischten Bevölkerung zum Königreich Dänemark oder ebenso wie Holstein einen neuen, noch zu bildenden deutschen Nationalstaat angehören soll. Gleich zu Beginn der am 23.03.1848 ausgebrochenen Schleswig-Holsteinischen Erhebung werden zunächst die Schleswig-Holsteinischen Küsten von der dänischen Marine blockiert. Nachdem im April Preußen den Aufständischen im Namen des Deutschen Bundes zu Hilfe eilt, wird die Blockade auf die gesamten deutschen Küsten ausgedehnt. Obwohl die dänische Marine recht klein war, gab es keinerlei Mittel gegen die Blockade. Der schutzlose deutsche Seehandel kam praktisch zum Erliegen, allein in der Anfangsphase des Krieges brachten die Dänen über 50 deutsche Handelsschiffe auf. Die Rufe nach einer deutschen Marine werden immer lauter, in dieser Situation bewilligt die deutsche Nationalversammlung am 14.06.1848 den Aufbau einer Reichsflotte – umgangssprachlich auch oft und fälschlicherweise Bundesflotte genannt – und bewilligt die entsprechenden Gelder. Leiter der Flotte wird der Handelsminister Arnold Duckwitz aus Bremen. Als einer seiner ersten Amtshandlungen lässt er eine ‚Technische Marinekommission‘ aufstellen, zu deren Leiter wird Prinz Adalbert von Preußen ernannt. Adalbert erstellt eine Denkschrift mit drei Flottenmodellen:
  • eine aus Ruderkanonenbooten bestehende, defensiv ausgerichtete Marine zur Küstenverteidigung
  • eine aus Fregatten bestehende Marine zur offensiven Verteidigung und Seehandelsschutz
  • eine aus Linienschiffen bestehende Marine nach britischem Vorbild, befähigt, auch weit fern der Heimatgewässer zu operieren.
Adalbert selbst favorisiert die mittlere Lösung, da diese eine ausreichend schlagkräftige Marine beschreibt, ohne das die großen, etablierten Seemächte herausgefordert würden. Am 03.04.1849 lehnt Friedrich Wilhelm IV. die ihm von der Nationalversammlung angebotene Kaiserkrone ab, damit scheitert das Ansinnen zur Schaffung eines deutschen Nationalstaates und in Folge dessen einer gesamtdeutschen Flotte. Die Bundesversammlung beschließt am 2.4.1852 die Auflösung der Reichsflotte. Das Personal inklusive des Oberbefehlshabers wird entlassen. Zwei Fregatten gehen in die weiter bestehende Preußische Marine über, die restlichen zehn Fregatten und Korvetten und sämtliche Ausrüstung werden im Dezember versteigert, die 27 Ruderkanonenboote nach Bremen und Lübeck verkauft. Am 31.03.1853 ergeht der offizielle Auflösungsbefehl. Nachdem bereits im Frühsommer mit dem Bau von Ruderkanonenbooten begonnen wurde, beschließt die Provisorische Regierung Schleswig-Holsteins nach der durch den Friedensvertrag von Malmö vom August 1848 abgeschlossenen ersten Phase der Schleswig-Holsteinischen Erhebung den planmäßigen Aufbau einer eigenen Marine. Die Paulskirchenverfassung sah vor, die Schleswig-Holsteinische Marine in die Reichsflotte einzugliedern, was formell im April 1849 geschah.
Zeitgleich zu den Bemühungen um den Aufbau einer Reichsflotte unternimmt auch Preußen nun ernsthafte Schritte, die eher auf dem Papier als real existierende eigene Marine auszubauen, König Friedrich Wilhelm IV. erließ am 05.09.1848 einen entsprechenden Befehl. Am 01.03.1849 wird Prinz Adalbert von Preußen, kurz nachdem er sein Amt bei der Reichsflotte niedergelegt hatte, Oberbefehlshaber, 1853 das Jadegebiet zum Bau eines Marine-Etablissements an der Nordsee erworben. Ab Herbst 1859 unternimmt erstmals ein preußisches Geschwader eine mehrjährige Auslandsreise. Die Preußische Ostasien-Expedition unter der Leitung von Friedrich Graf zu Eulenburg sollte neue Märkte für den Außenhandel erschließen. Während dieses Unternehmens ereilt die Marine der erste Verluste: Das Geschwader, bestehend aus der Korvette ‚Arcona‘, Fregatte ‚Thetis‘, Schoner ‚Frauenlob‘ und Transporter ‚Elbe‘, gerät Anfang September 1860 vor der Ostküste Japans in einen Taifun. Die ‚Frauenlob‘, ein kleinerer Gaffelschoner, an dessen Hochseetauglichkeit von einigen Seeoffizieren Zweifel angemeldet wurden, muss vom Flaggschiff ‚Arcona‘ in Schlepp genommen werden. Jedoch reißen in den Morgenstunden des 2. September die Schlepptrossen, ‚Frauenlob‘ gerät außer Sicht und bleibt mit ihrer 47 Mann Besatzung nach erfolgloser Suchaktion verschollen. Am 14.11.1861 geht ‚Amazone‘ verloren. Das Schiff, beim Neubeginn der Preußischen Marine 1848 die einzige hochseetaugliche Einheit, sank bei einem Orkan vor der niederländischen Küste unterungeklärten Umständen. Die gesamte Besatzung von etwa 140 Mann – die genaue Zahl ist unbekannt – blieb auf See.“[1]

Offiziersdienstgrade der Preußischen Marine

Die Schiffsjungen traten als Kadettaspiranten bei und wurden später, bei Eignung, zu Kadetten ernannt.

Literatur

Verweise

Fußnoten