Schlacht bei St. Gotthard

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Kupferstich von Matthäus Lorenz Leopold Ultzmayer; in der Mitte des nach vorne offenen Karrees die Reichsarmee des Markgrafen von Baden-Baden (der wiederum rechts unterhalb der kaiserlichen Feldstücke die Reichsreiterei heranführt), rechts das kaiserliche Fußvolk unter dem Oberkommandierenden Reichsgraf von Montecuccoli, links das alliierte Fußvolk. Hinter den alliierten Hilfstruppen die Reiterei des jungen Herzogs von Lothringen und Bar sowie des französischen Grafen von Coligny, hinter der kaiserlichen Infanterie deren Reiterei unter Feldmarschalleutnant Philipp Pfalzgraf zu Sulzbach und Feldmarschalleutnant Johann Reichsfreiherr von Sporck

In der Schlacht bei St. Gotthard (auch Schlacht bei Mogersdorf oder Schlacht bei St. Gotthard-Mogersdorf) am 1. August 1664 (militärhistorisch wird die Schlacht in Literatur auch zuweilen fälschlicherweise mit dem 22. Juli 1664 datiert) führte Raimund von Montecuccoli eine Allianz des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation sowie französische Truppen zum Sieg über ein auf Wien operierendes osmanisches Heer.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Schon ab Juli 1664 hatte es beim Vormarsch der Türken erbitterte Gefechte gegeben. Der Kaiserlichen Armee unter Führung des Feldmarschalls Raimund Reichsgraf von Montecuccoli und der Reichsarmee unter Reichsgeneralfeldmarschall Leopold Wilhelm von Baden-Baden gelang es, die osmanische Hauptstreitmacht aufzuhalten, die unter dem Kommando des Großwesirs Köprülü Fâzıl Ahmed Pascha gegen Wien marschieren wollte

Stärke und Verluste

Türkengefahr bei St. Gotthard
Feldmarschall Raimund Reichsgraf von Montecuccoli bei der St. Gotthard-Schlacht, Gemälde von Karl von Blaas (1815-1894).

Heiliges Römisches Reich

Johann von Stauffenberg
  • zwischen 25.000 und 40.000 Mann
    • die Kaiserliche Armee stellte rund 10.000 Mann
      • sechs verstärkte Bataillone Infanterie
      • neun Eskadronen Reiterei
      • 10 Kanonen
    • die Reichsarmee stellte aus sieben Reichskreise rund 10.000 Mann (nicht alle wurden in Marsch gesetzt)
      • acht Regimenter zu Pferd
      • sieben Regimenter zu Fuß
      • 14 Kanonen
    • rund 5.000 Franzosen (3.000 Infanterie und 2.000 Reiterei unter Generalleutnant Graf von Coligny), 2.000 kroatische Kavalleristen, ungarische Reiterei sowie Fußsoldaten (1.200 Mann eines Regiments zu Fuß unter Paul Erbgraf von Forchtenstein, seit 1687 Paul IV. erster Reichsfürst Esterhazy von Galantha, Erbgraf zu Frakno oder Forchtenstein; 1635–1713), böhmische Musketiere und kaiserlich piemontisch Infanterie

Verluste

  • 1.000 bis 3.000 Gefallene (vereinzelte Quellen berichten von 2.000 bis 6.000 Gefallene und Verwundete)
    • die höchsten gefallenen Offizieren waren Reichs-Generalfeldzeugmeister (Infanterie) Franz Graf von Fugger-Weißenhorn-Nordendorf und Generalwachtmeister Buch, beide von der Reichsarmee; Graf von Fugger wurde nach Ingolstadt (wo er Statthalter war) überführt und dort am 24. August 1664 beigesetzt.

Osmanische Armee

  • 60.000 Janitscharen (Infanterie) und Sipahi (Reiterei)
  • 60.000 bis 90.000 Söldner, Hilfswillige und Zwangsrekrutierte (Azap, Akindschi, Silidar, Tataren und Vasall bzw. Sklaven)
  • bis zu 360 Kanonen

Verluste

  • 16.000 bis 22.000 Gefallene
  • 16 Kanonen
  • 126 Fahnen
  • 5.000 kostbare Säbel
  • 3.000 Pferde
  • 300 beladene Wagen und so viele Kostbarkeiten (Juwelen, Silber- und Goldbeschläge, mit Edelsteinen verzierte Dolche, edle Kleidung), daß es einfache Musketiere gab, die 3.000 Dukaten zur Beute davon trugen.[1]

Vorgeschichte

Wolfgang Julius Reichsgraf von Hohenlohe-Neuenstein

Anfang 1663 ließ Großwesir Achmed Köprülü im Zuge der Siebenbürgischen Frage über 100.000 Mann[2] in großungarisches Gebiet einmarschieren. Während die Osmanen ihr Heer in befestigten Orten und Winterquartieren bei Belgrad verteilten, konnte Kaiser Leopold I. in Europa Truppen und Gelder (Papst, Spanien) sammeln. Neben den Kontingenten der Habsburger/Kaiserlichen konnten in diesem Reichskrieg Bayern, Brandenburger (Reichstruppen), Braunschweiger, Franken, Kölner, Niedersachsen, Schwaben und Trier (Rheinbundkorps=deutsche Verbündete der Franzosen) sowie Franzosen gewonnen werden.

Reichsarmee

Wolfgang Julius Reichsgraf von Hohenlohe-Neuenstein

Leopold Wilhelm Markgraf von Baden-Baden wurde am 20. März 1664 (Bestallung zu „einem Feldmarschall über die gantze Reichs-Creyß-Armee“) zum ersten bekannten Reichsfeldmarschall bzw. Reichsgeneralfeldmarschall ernannt. Die noch im Umbruch befindende Reichs-Kreis-Armee (Armee der Reichskreise) tat sich schwer, zum Zweck der Unterstützung der kaiserlichen Truppen (unter Feldmarschall Raimund Reichsgraf von Montecuccoli) in den Türkenkriegen. Die Protestanten des am 20. Januar 1663 eröffneten Reichstages wollten einen „Obersten Heerführer“, nämlich Friedrich Wilhelm Kurfürst von Brandenburg, aber die Katholiken setzten sich mit ihrem Wunsch nach einem General-Feldmarschall durch und konnten sich nach langen Streitereien auf den Markgrafen von Baden-Baden einigen, der besonders vom Bischof von Münster unterstützt wurde. Des Reichsfeldmarschalls Stellvertreter wurde Reichsgeneralfeldmarschalleutnant Georg Friedrich zu Waldeck, des weiteren im Stab Reichsgeneral der Kavallerie Ulrich Herzog von Württemberg (1617–1671), Reichs-Generalfeldzeugmeister (General der Infanterie und Artillerie) Franz Graf von Fugger-Weißenhorn-Nordendorf[3] (Lebensrune.png 10. August 1612; bei der Schlacht bei dem Kloster St. Gotthard an der Raab), Reichs-Generalwachtmeister zu Roß Adolf Herzog zu Holstein (1634–1704), Reichs-Generalwachtmeister zu Fuß Bernhard Gustav Markgraf von Baden-Durlach (1631–1677) und Reichs-Generalwachtmeister zu Fuß Johann Ferdinand Freiherr von Puech (Pucher) von Kur-Bayern.

„Die Vereidigung der meisten Generäle fand am 12. April 1664 in Regensburg statt, doch standen diesen vorerst noch keine Truppen zur Verfügung (die Reichskreise sollten ohne den österreichischen Kreis 16.956 Mann zu Fuß und 4.037 Mann zu Pferde auf bringen). Tatsächlich bestand jedoch, was vorweggenommen sei, die Armee des Markgrafen von Baden nur aus Truppen aus dem fränkischen, bayrischen, schwäbischen, westfälischen und niedersächsischen Kreis; jeder dieser Kreise hatte mit Ausnahme des schwäbischen und des bayrischen Kreises ein Regiment zu Fuß und ein Regiment zu Pferde gestellt, der bayrische Kreis hatte nur ein Kavallerieregiment aufzustellen, weil, wie bereits erwähnt, ein bayrisches Infanteriekorps bereits an der Mur stand. Das Kontingent des burgundischen Kreises stand überhaupt nicht zur Verfügung, während die Truppen des obersächsischen Kreises bereits seit Ende 1663 im Verband der Nordarmee unter Feldzeugmeister de Souches in Ungarn operierten. Schließlich sei noch erwähnt, daß das oberrheinische Kreiskontingent zu spät den Kriegsschauplatz erreichte4 5 (auch kurmainzische Kompagnien passierten erst Mitte Juli 1664 das niederösterreichische Waldviertel, ebenso auch Pfalzneuburgische Kompagnien zu Pferde, die zum Allianzkorps gehörten).“[4]

Am 19. Juni 1664 bei Altenburg an der Donau (Graf Fugger war mit den beiden schwäbischen Infanterieregimentern schon am 15. Juni im Lager eingetroffen) übernahm stellvertretend die Reichs-Kreis-Armee Reichsgeneralfeldmarschalleutnant Georg Friedrich zu Waldeck und marschierte am 20. Juni 1664 zum „Generalrendezvous“ nach Ödenburg los. Am 22. Juni 1664 (nach anderen Quellen am 27. Juni) stieß dann Reichsgeneralfeldmarschall Markgraf von Baden-Baden (der noch im Mai bei einer Lagebesprechung in Wien war) mit dem restlichen Heer hinzu und übernahm das Kommando. Heinrich Kunnert schrieb hierzu:

„Am 22. Juni fand in Ödenburg in Gegenwart des Markgrafen von Baden, des Generalleutnants von Waldeck, des Feldzeugmeisters Graf Fugger, des Generalwachtmeisters Herzog von Holstein, der Obersten Zobel, Post und Ende sowie des Oberstleutnants Schacklj unter dreimaligen Salven aus Mörserstücken und Trommelschlag das Generalrendezvous von 7000 bis 8000 Mann Reichsvölkern ‚zu Roß und Fuß‘ statt. Fugger gab für diese Parade folgende Zahlen an: Fußtruppen: Schwaben 2.450, Niedersachsen 1504, Westfalen 1270, Franken 1821, Bayern 405; Reiterei: Westfalen 594, Franken 629, Kurbayern 140 (also insgesamt 7.440 Mann zu Fuß und 1.363 zu Pferd), wozu allerdings zu sagen ist, daß diese Zahlen nicht ganz stichhältig erscheinen und in dieser Aufstellung auch die niedersächsische Reiterei übersehen wurde. Die von der Murarmee einlangenden ungünstigen Nachrichten machten einen beschleunigten Aufbruch der Reichsarmee notwendig.
Die verbündeten Truppen hatten am 31. Mai unter dem Druck der heranrückenden türkischen Armee die Belagerung von Kanizsa aufgegeben und sich auf die vom Banus erbaute Trutzfestung Serinvar (Zrinyivär) zurückziehen müssen. Graf Montecuccoli hatte am 11. Juni von Graz aus an den Markgrafen von Baden appelliert, mit der Reichsarmee, „und wo selbige noch nicht gantz beysammen, doch mit deme was beysammen ist, ohne Zeit-Verlierung herein marchieren wollen, iedoch, daß solcher March mit aller guter Vorsichtigkeit und Beschleunigung gegen Rackeisburg, den Weg, welcher Herr Feld-Marschall, Frey-Herr von Sparr, halten wird, angestellt und fortgesetzt wird … Derselbe Hilferuf wurde in der Folge von Montecuccoli am 22. und 27. Juni aus dem Lager bei Legrad wiederholt. So marschierte die Reichsarmee am 23. Juni aus Ödenburg in das ‚hitzige und widerwertige etwas fremd‘ vorkommende Land, wie sich Fuggers Regimentssekretär ausdrückte, ab, die Generalität brach in der darauffolgenden Nacht auf. Gemeinsam mit den beiden schwäbischen Infanterieregimentern marschierten die fränkischen, niedersächsischen und westfälischen Fußtruppen sowie das fränkische Reiterregiment unter dem Kommando des Feldzeugmeisters Graf Fugger auf der alten Heeresstraße nach Güne und von hier im Sinne der Weisungen Montecuccolis weit nach Westen ausbiegend über Lukitschhof (Lukäcshäza) — Rechnitz — Dürnbach in den Raum von Burg/Hannersdorf, wo die Regimenter Lager bezogen. […]
Nach der vorerwähnten Standesmeldung vom 26. Juni 1664 waren im Lager bei Hannersdorf 6.866 Mann versammelt, die sich folgendermaßen auf gliederten: GFZ. Graf Fuggersches Regiment (1. Schwäbisches Kreisregiment zu Fuß) : 896 Mann, Fränkisches Kreisregiment zu Fuß (Oberst Pleitner) : 1653 Mann, Niedersächsisches Kreisregiment zu Fuß (Oberst Ende) : 1504 Mann, Pfalzgräfliches Regiment zu Fuß (2. Schwäbisches Kreisregiment zu Fuß) : 1524 Mann und Westfälisches Kreisregiment zu Fuß (Oberst Wierich von Walpot) : 1289 Mann; darunter befanden sich 37 Hauptleute, 24 Leutnante, 41 Fähnriche, 67 Unterwaibel, 41 Führer (Fahnenträger, Fähnriche-Stellvertreter), 41 Kuriere, 39 Musterschreiber, 41 Feldschere, 33 Kapitäne d'armes (Waffenunteroffiziere), 163 Spielleute, 226 Korporäle, 869 Gefreite, 182 Leib infanterieschützen, 38 Zimmerleute und 5.008 Gemeine Knechte. Dazu kamen noch 218 Kranke und 27 Kommandierte, sodaß der Gesamtstand der angeführten Infanterieregimenter 7.111 Mann ausmachte. Gegenüber der Standesmeldung bei der Parade in Ödenburg bedeutet dies einen Abfall der Effektivstärke um 169 Mann, wenn man annimmt, daß in den für die Parade in Ödenburg überlieferten Zahlen die Kranken und Kommandierten nicht inbegriffen sind. Im Vergleich zur Stärke der Regimenter bei ihrem Abmarsch aus der Heimat war der Abfall zum Teil sehr erheblich: beim 1. Schwäbischen Kreisregiment zu Fuß 657 Mann, beim 2. Schwäbischen Kreisregiment zu Fuß 168 Mann und beim Westfälischen Kreisregiment zu Fuß 655 Mann. Diese Dezimierung dürfte nicht nur in der mangelhaften Verpflegung und Ausrüstung, sondern auch in der heterogenen Zusammensetzung der Regimenter ihre Ursache gehabt haben.“

Aufgrund seines Ranges erwartete Reichsfeldmarschall von Baden den Oberbefehl über den Feldzug zu erhalten, aber Kaiser Leopold unterstellte die Reichsarmee und somit auch den Markgrafen seinem Generalissimus Reichsgraf von Montecuccoli.

Gewaltmarsch

Die Reichsarmee marschierte bis Marienfeld, ging über Culmshof, Günz, Heimischhof und Kaltenbrunn (östlich von Graz), passierte am 7. Juli 1664 die Muhr und vereinigte sich am 9. Juli 1664 bei Razecanisa unweit Neu-Serinwar (Neu-Serin) mit der Kaiserlichen Armee (schon am 20. Juni 1664 war das ungarische Kontingent eingetroffen). Der Marsch war langsam erfolgt, es fehlte der schnell aufgestellten Reichsarmee an allem, vor allem an Lebensmitteln, Gewehre und Munition, dazu gesellte sich noch immerwährendes Regenwetter, Hunger und Krankheit machte sich breit. Am 14. Juli 1664 brach dann endlich die vereinigte deutsche Armee aus ihrem Lager auf und traf die Franzosen vor Rackelsburg. Da man durch Gefangene den Aufbruch des Großveziers nach Canischa erfuhr beschloß man den Türken zu folqen, und ihnen eine Schlacht anzubieten. Nun lagerte sich die ganze christliche Armee zwischen Greitschendorf und dem Kloster St. Gotthard.

In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August 1664 nahm das Heer der Verteidiger Stellung auf. Die Kaiserliche Armee auf dem rechten Flügel, die Kur- und Fürstlichen Hilfstruppen sowie das französischen Heer auf dem linken Flügel und die Reichs-Kreis-Armee in der Mitte. Vor sich hatten sie das Dorf Meckendorf.

Die Schlacht

Am 1. August 1664 um 9 Uhr morgens griffen die Osmanen das in Stellung gebrachte vereinigte Heer an. Die Schlacht eröffneten die Osmanen mit dem überqueren der Raab und der Vernichtung des gegnerischen Lagers. Montecuccoli ließ die Truppen mit Steinschloß- und Luntengewehren statt der Piken ausrüsten und die Reiterei die dreigliedrige Schlachtformation, die Infanterie den Kampf auf Bataillons- statt Regimentsebene üben soweit er als Reichsgraf bei Reichsfürsten und Herzögen Gehör fand. Die Osmanen zogen im üblichen Halbmond aus starkem Zentrum und vorgezogenen Flügeln auf. Der erste Schlag der Moslems hat gesessen, die christliche Reiterei geriet in Unordnung, die größten Verluste fanden in dieser ersten Stunde statt.

Im Gegenangriff konnte die Allianz die Lage wieder stabilisieren. Der nun folgende Angriff der osmanischen Kavallerie auf die an der linken Flanke stehende halb so starke Allianzkavallerie scheiterte, da die Osmanen sofort nach übersetzen des Flusses angegriffen wurden. Die Allianz griff nun unter Artillerieschutz in tiefgestaffelten Schlachtreihen das Zentrum der verbliebenen übergesetzten Osmanen an.

Graf von Waldeck hatte, wenn auch mit dem Degen Nachdruck verleihend, versprengte und zurückweichende Truppen (vom bayerischen Kavallerieregiment „Nicolai“ und einige Kompanien des Regiments „Zobel“) gesammelt, und warf sich mit Wolfgang Julius Graf von Hohenlohe-Neuenstein, Generalleutnant der Truppen der Oberrheinischen Allianz (von heftigen Grippefieberschüben ergriffen, ließ er sich auf sein Pferd heben und stürmte als erster los), dem jungen Karl Leopold Herzog von Lothringen und Bar (der zuvor dem Anführer der Leibwache des Großwesirs mit einem Hieb getötet hatte) und einigen Franzosen (mit ihren gepuderten Perücken sahen sie wie Mädchen aus, kämpften aber wie Berserker[5]) mit ihrem unerschrockenen Graf von Coligny dem Feind entgegen. Montecuccoli hatte durch seinen heldenhaft angreifenden Reitergeneral Johann Freiherr von Sporck (ab 23. August 1664 Reichsgraf) die Losung ausgeben lassen: „Sieg oder Tod!“ Sie schlugen die Türken in die Flucht (darunter 30.000 Reiter) und machten der langwierigen Schlacht zwischen 16 und 17 Uhr ein Ende.

Auswirkungen

1664 schloß Sultan Soliman II. mit dem Kaiser den Frieden von Eisenburg auf zwanzig Jahre, um bei Ablauf 1683 erneut in der Schlacht am Kahlenberg (vor Wien) geschlagen zu werden. Der Stadtkommandant Wiens 1683, Ernst Rüdiger von Starhemberg, hatte unter Reichsgraf von Montecuccoli 1664 bei St. Gotthard gekämpft.

Feldmarschall Raimund von Montecuccoli wurde eine Woche nach dem Sieg bei St. Gotthard zum Generallieutenant (Generalissimus) ernannt. Die Feldmarschall-Leutnante Otto Christoph Freiherr von Sparr (1599–1668), Jean-Louis Raduit de Souches (1608–1682) und Philipp Florinus von Pfalz-Sulzbach (1630–1703) wurden zu Feldmarschälle befördert.

Graf von Hohenlohe-Neuenstein, seit 1650 Feldmarschall-Leutnant, seit 1658 Generalleutnant, wurde nach der Schlacht vom Kaiser mit dem Charakter als kaiserlicher Hofkriegsrat sowie Generalfeldmarschall bedacht und soll mit nur 800 von ursprünglich 6.500 Mann nach Hohenlohe zurückgekehrt sein, in seinem Gepäck eine persönlich von ihm eroberte feindliche Truppenfahne.

Literatur

  • Johann von Stauffenberg: Gründliche warhafftige und unpartheyische Relation Des blutigen Treffens / zwischen dem Erbfeinde Christlichen Nahmens und Blutes auff einer / und dem Christlichen Kriegsheer auf anderer Seitten / gehalten den 1. Augusti An: 1664 bey S. Gotthard in Ungern, gedruckt bey Christoff Fischer, Regensburg 1665
  • Karl Toifel: Die Türken vor Wien im Jahre 1683. Ein österreichisches Gedenkbuch (1883) (PDF-Datei)
  • Raimund Montecuccoli: Die Schlacht bei St. Gotthard am 1. August 1664, Junker und Dünnhaupt, 1938
  • Heinrich Kunnert: Franz Fugger und der Türkenkrieg 1664. In: „Südostforschungen“, Bd. XXII, München 1963/Festgabe Balduin Sana zum 70. Geburtstag
  • Peball, Kurt: Die Schlacht bei St. Gotthard-Mogersdorf 1664, Militärhistorische Schriftenreihe, Heft 1, Militärwissenschaftliches Institut (1964)
  • Wagner, Georg: Das Türkenjahr 1664, Eine europäische Bewährung - Raimund Montecuccoli, die Schlacht von St. Gotthard-Mogersdorf und der Friede von Eisenburg. 1964.

Verweis

Fußnoten

  1. Friedrich Constantin von Beust: Feldzüge der Kursächsischen Armee, Band 2, 1803, Seite 17
  2. Da keine genauen statistischen Erhebungen überliefert sind, sind natürlich alle Zahlen hinterfragbar. Hummelberger (Die Türkenkriege und Prinz Eugen. 1963) schreibt von 25 000 vs. 50 000, die nach Krankheit und schlechter Versorgung noch übrig waren.
  3. Graf von Fuggers Gesundheit war infolge der wochenlangen Strapazen damals bereits sehr angegriffen und er litt in diesen Tagen an einer argen Darmerkrankung, wie sein Regimentssekretär später berichtet. Er war nicht nur Generalfeldzeugmeister sondern wurde auch zum Oberst des 1. Schwäbische Kreisregiments zu Fuß ernannt. Für das 2. Schwäbische Kreisregiment zu Fuß wurde Christian Pfalzgraf von Zweibrücken-Birkfeld- Bischweiler und für das Schwäbische Kreisregiment zu Pferd Oberstleutnant Graf Maximilian Franz Fürstenberg bestellt.
  4. Heinrich Kunnert: „Der Anmarsch der Reichsarmee zur Schlacht bei St. Gotthard — Mogersdort (1664)“
  5. Joseph von Hammer-Purgstall: Geschichte des osmanischen Reiches: größtentheils aus bisher unbenützten Handschriften und Archiven. Von der Grosswesirschaft Mohammed Köprili's bis zum Carlowiczer Frieden, 1656–1699, 1830, S. 141
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