Seldte, Franz

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Franz Seldte (1882–1947)
Unterschrift Seldte, Franz.png

Franz Seldte (Lebensrune.png 29. Juni 1882 in Magdeburg; Todesrune.png 1. April 1947 in Fürth) war ein deutscher Offizier des Deutschen Heeres, Mitbegründer des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, einer paramilitärischen Organisation in der Weimarer Republik, Politiker (NSDAP), Preußischer Staatsrat und Reichsarbeitsminister. Reichsminister Seldte war zuletzt SA-Obergruppenführer, Mitglied des Reichstages und seit März 1934 Führer der NS-Deutschen Frontkämpferbundes (NSDFB).

Leben

Berliner Sportpalast: Kundgebung der Deutsch-Nationalen-Volks-Partei und des Stahlhelms zum Volksbegehren gegen die Annahme des Youngplans, von links: Dr. Alfred Hugenberg (Reichsminister für Wirtschaft und Ernährung), Franz von Stephani und Franz Seldte (Reichsarbeitsminister) am 24. September 1929; „Die große Kundgebung für das Volksbegehren im Sportpalast in Berlin! Das Präsidium des Reichs-Ausschusses für das Volksbegehren von links nach rechts: Geheimrat Hugenberg, der bekannte Herausgeber der Hugenberg-Presse und Führer der Deutschnationalen Volkspartei, Major von Stephani, Führer der Stahlhelmgruppe Berlin, Seldte, der Führer und Gründer des Stahlhelms während der Kundgebung für das Volksbegehren im Sportpalast in Berlin.“

Jugend

Während der Feierlichkeiten zur Rückgliederung des Saargebietes an das Deutsche Reich schreiten auf einer Veranstaltung des Stahlhelmes am Saarbrücker Waldhaus NSDFB-Bundesführer Franz Seldte (Mitte, grüßend), NSDFB-Bundeskanzler Johannes Bock (links) und der Landesführer der Saar Altenburg (rechts) die Männer ab, 2. März 1935
Franz Seldte’ Grab
Rottach-Egern, Alter Friedhof

Seldte entstammte einer alten Kaufmannsfamilie aus der Altmark und wurde als Sohn eines Fabrikanten von chemischen Produkten und Sodawasser geboren. Er besuchte zunächst die Wilhelm-Raabe-Schule in Magdeburg. Nach einer dreijährigen kaufmännischen Lehre studierte er Chemie in Braunschweig und Greifswald. Er übernahm dann die Nachfolge seines früh verstorbenen Vaters.

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg war er Führer einer Maschinengewehrkompanie an der Westfront, mit der er an den größten Schlachten des ersten Kriegsjahres beteiligt war.

Gleich zu Beginn des Krieges hatte er bei seiner Kompanie eine Neuerung eingeführt, die bald von der Obersten Heeresleitung aufgegriffen wurde: er beschaffte sich stählerne Schutzschilde für seine Maschinengewehre.

1916 bei der Schlacht an der Somme riß eine Granate ihm den linken Arm weg. Franz Seldte erhielt einen künstlichen Arm und als er sich an den Gebrauch des künstlichen Gliedes gewöhnt hatte, meldete er sich als einarmiger Kriegsversehrter wieder an die Front. Der Antrag wurde allerdings abgelehnt.[1]

Franz Seldte wurde dem Bild- und Filmamt bei der Verbindungsstelle zwischen der Obersten Heeresleitung und der militärischen Abteilung des Auswärtigen Amtes überwiesen. Er machte Propagandareisen ins neutrale Ausland und wurde dann als Frontberichterstatter Führer eines Filmtrupps, der bei der Tiroler Offensive und an der Westfront am Kemmel Aufnahmen machte. Im Sommer 1918 wurde er wieder ins neutrale Ausland geschickt.

Ausgezeichnet mit dem EK II und EK I, wurde er zum Hauptmann der Reserve befördert.

Weimarer Republik

Als Gegenreaktion auf die Novemberrevolte in Deutschland 1918 gründete er am 13. September 1919[2] in Magdeburg den Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, dessen Bundesführer er wurde. Verschiedene regionale Verbote machten die breitere Öffentlichkeit auf den Stahlhelm aufmerksam und ein Gesamtverbot wurde vom Staatsgerichtshof wieder aufgehoben. Andere Frontsoldatenverbände gingen im Stahlhelm auf.

Der Stahlhelm war zunächst unpolitisch, erst die Fürstenwalder Haßbotschaft des Stahlhelmführers von Morowicz führte ihn mitten in die politische Feuerlinie. Die politische Linie des „Stahlhelm“ schwankte zuweilen und es wurden Versuche eines gemeinsamen Weges mit den Deutschnationalen gemacht.

Drittes Reich

Unklar und zerfahren war das Verhalten des Stahlhelms bei der Reichspräsidentenwahl von 1932, aber das wurde wieder gutgemacht, durch Franz Seldtes Sicheinordnen im Jahre 1933.

Im ersten Kabinett unter Hitler wurde Seldte überraschend statt Theodor Duesterberg, der schon zur Ministervereidigung erschienen war, Reichsarbeitsminister. Er versuchte Anfang 1933 die maßgeblich vom Stahlhelm gestützte Kampffront Schwarz-Weiß-Rot zu einer bestimmenden politischen Kraft auszubauen. Dies mißlang jedoch.

Im März 1933 wurde er Reichskommissar für den Freiwilligen-Arbeitsdienst (FAD), was er bis Juli 1934 blieb.

Am 27. April 1933 trat Hauptmann d. R. a. D. Seldte der NSDAP bei. Der Stahlhelm wurde von ihm als sogenannte SA-Reserve I in die SA überführt. Am 26. Juli 1933 wurde er zum SA-Obergruppenführer befördert (Führerbefehl Nr. 16 vom 1. August 1933 Nr. 1411/33), dem Stab des Obersten SA-Führers zugeteilt. Die Funktion als Reichsarbeitsminister, die jedoch eher untergeordnet war, hatte er bis 1945 inne. Die Diensteintritts- und Traditionsabzeichen des Stahlhelmbundes wurden am 13. November 1933 durch Franz Seldte gestiftet.

Im März 1934 wurde er von Adolf Hitler zum Führer des nationalsozialistischen deutschen Frontkämpferbundes ernannt, den er auf Befehl Hitlers jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder auflöste. 1935 bat Seldte Hitler um die Entbindung von allen Ämtern. Hitler lehnte dies ab.

Seldte blieb, politisch jedoch einflußlos, bis 1945 Mitglied der Reichsregierung und des Reichstags und bekleidete darüber hinaus die Funktion eines preußischen Staatsrates und preußischen Arbeitsministers.

Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er unter dem Vorwurf von angeblichen Kriegsverbrechen von der Militärdiktatur der Besatzer verhaftet.

Tod

Franz Seldte verstarb jedoch noch vor Anklageerhebung in einem VS-amerikanischen Militärlazarett, die Umstände seines Todes bleiben ungeklärt.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Ehrungen

Bildergalerie

Schriften

Verweise

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Fußnoten

  1. Männer im Dritten Reich, Orientalische Cigaretten-Compagnie „Rosma“ GmbH, 1934
  2. Völkischer Beobachter vom 31. Januar 1933, Seite 2, Artikel „Reichsarbeitsminister Franz Seldte“