Taliban

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Taliban bezeichnet eine Bewegung radikaler Islamisten, die in Afghanistan mit bewaffneten Angriffen gegen die internationalen Besatzer-Truppen agieren und von denen viele Anführer und Mitglieder in islamistischen Schulen in Pakistan von hochrangigen Paschtunen ausgebildet werden. Praxis und Ideologie der Taliban sind stark vom radikal-orthodoxen Mohammedanismus geprägt.

Taliban – das heißt eigentlich nur „Schüler“ – ist einer, der den Koran „studiert“. Ihre ethnische Basis hat diese Bewegung im Volk der Paschtunen.

Taliban als VSA-Vasallen

Viele der Taliban, die mit Hilfe VS-amerikanischer Geheimdienste (CIA) in Pakistan für den Kampf gegen die sowjetischen Truppen in Afghanistan ausgebildet wurden, waren arme Bauernsöhne ohne weitere Bildung. Das war in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts. Knapp hundert Jahre zuvor – genau 1893 – zogen die Briten mit der sogenannten „Durand-Linie“ eine Grenze mitten durch das Siedlungsgebiet der Paschtunen. Und zwar nachdem ihr Versuch gescheitert war, das Paschtunenland ihrer Kolonie Britisch-Indien zuzuschlagen.[1]

Weihnachten 1979 ließ Kremlchef Leonid Breschnew seine Truppen in Afghanistan einmarschieren, das bisher noch als Puffer zwischen Ost und West gewirkt hatte. Der Westen unterstützte jede Art von Widerstand gegen die Sowjets. Nach deren Abzug im Februar 1989 eroberten zunächst die Truppen der Stammesführer aus dem Norden die Hauptstadt. Ein blutiger Bürgerkrieg folgte. Die Taliban wurden im September 1996 als Ordnungsmacht begrüßt.

Der aus Saudi-Arabien stammende Osama bin Laden war als Kämpfer gegen die sowjetische Besatzung gekommen. Später genoß er Gastfreundschaft des Taliban-Führers Mullah Omar und entwickelte von Afghanistan aus sein nunmehr gegen die „Ungläubigen“ im Westen gerichtetes Terrornetzwerk. Bis nach dem Anschlag von Neuyork die VSA im Oktober 2001 zum Gegenschlag anrückten. Die westliche Allianz konnte zwar das Taliban-Regime stürzen – aber nicht der beiden Anführer habhaft werden.

In Afghanistan, wo Stammeszugehörigkeit immer noch die stärkste Bindung ist, kann an Einfluß gewinnen, wer es versteht, Allianzen zu schmieden.

VS-Streitkräfte finanzieren indirekt Taliban

Die Vereinigten Staaten und Großbritannien finanzieren indirekt den Aufstand der Taliban gegen die Internationale Besatzertruppe in Afghanistan.[2] Britische und amerikanische Sicherheitsfirmen würden Afghanen anstellen, die Verbindungen zu den Taliban und zum iranischen Geheimdienst haben. „Die bei den vom Verteidigungsministerium engagierten privaten Sicherheitsunternehmen weitverbreitete Praxis, bewaffnetes Sicherheitspersonal nicht angemessen zu überprüfen, auszubilden und überwachen, stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Truppen der VSA, unserer Verbündeten und die afghanische Zivilbevölkerung dar“, klagte der demokratische Senator Carl Levin aus Michigan, der dem Streitkräfteausschuß vorsteht.

Verhältnis zu anderen dschihadistischen Organisationen

Die Taliban sehen sich in ihrem Einflußgebiet in Afghanistan, im Norden Pakistans und in Teilen Indiens neuerdings mit dem Islamischen Staat (IS) als konkurrierende Organisation konfrontiert. Es kam zwischen Anhänger beider Organisationen bereits zu ersten Kampfhandlungen mit duzenden Toten.[3]

Sonstiges

Die Taliban sollen ihren Kämpfern einen monatlichen Sold von etwa 150 VS-Dollar zahlen. Der Islamische Staat (IS) soll seinen Milizionären mit 300 Dollar monatlich das doppelte zahlen.[4]

Verweise

Literatur

  • Ahmed Rashid: Taliban. Afghanistans Gotteskrieger und der Dschihad; München: Droemer, 2001; ISBN 3-426-27260-1
  • Larry Goodson: Afghanistan's Endless War. University of Washington Press, 2001; ISBN 0-295-98050-8
  • Physicians for Human Rights: The Taliban's War on Women: A health and human rights crisis in Afghanistan, 1998; ISBN 1-879707-25-X; PDF
  • Alberto Masala: Taliban. Trente-deux preceptes pour les femmes; N&B, Collection Ultima Verba; ASIN 2911241304
  • Marc Epstein: Afghanistan. Voyage au coeur de la barbarie; in: L’Express, Ausgabe vom 28. Juni 2001
  • Michael Barry: Le Royaume de l’insolence, l’Afghanistan: 1504–2001; Flammarion, 2002; ISBN 2-08-210102-9
  • Bernard Dupaigne, Gilles Rossignol: Le carrefour afghan; Gallimard, 2002; ISBN 2-07-042595-9
  • Gilles Dorronsoro: La Révolution afghane, des communistes aux tâlebân; Khartala, 2000
  • Sylvie Gelinas: L’Afghanistan, du communisme au fondamentalisme; L’Harmattan, 2000
  • Abdul Rahman Pahwal, Lutz Rzehak: Die Taliban im Land der Mittagssonne: Geschichten aus der afghanischen Provinz. Erinnerungen und Notizen; Wiesbaden: Reichert, 2004; ISBN 3-89500-416-2

Fußnoten

  1. euronews.net, 19. August 2009: Taliban – die Geister die die USA einst förderten
  2. Zu diesem Schluß kommt eine am 7. Oktober 2010 vorgelegte Untersuchung des US-Senats.
  3. Junge Freiheit, 30/15, S. 8
  4. Die Düsternis des goldenen Zeitalters, FAZ, 28. März 2016