Kiefer, Eduard

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Ritterkreuzträger Eduard Heinrich Kiefer

Eduard Heinrich Kiefer (Lebensrune.png 7. Juni 1910, nach Grabstein, bzw. 1915, nach Schauspielerlegende, in Aachen; Todesrune.png 30. November 1995 in München) war ein deutscher Ethnologe, Schauspieler, Synchronsprecher[1] und Offizier der Wehrmacht, zuletzt Major und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges. Nach dem Krieg und der Kriegsgefangenschaft bis 1946 änderte er seinen Namen zu Jan Heinrich Tilman Kiwe und trat u. a. als Tilman Kiwe, Til Kiwe, Til Kiver und Till Kiwe auf.

Werdegang

Werner Hinz als Generalfeldmarschall Erwin Rommel (links) und Til Kiwe als dessen Ordonnanzoffizier Hauptmann Hellmuth Lang[2] an der zukünftigen Invasionsfront in „Der längste Tag“ (1962)

Nach Abitur, Gesangsunterricht am Konservatorium in Aachen, Studium der Ethnologie sowie der Schauspielerei (Studio of Dramatic Art) in Köln und Baltimore und mehreren Bildungsreisen sowie anthropologischen Expeditionen nach Afrika, Südamerika, Sudan und Polynesien sowie zum Tibesti (Tschad) trat Kiefer nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges der Wehrmacht bei und kam zum Regiment „General Göring“, wo er u. a. als Kompanieführer im Wachbataillon diente. Ebenfalls diente er im Führer-Begleit-Bataillon und in der Luftwaffen-Division „Meindl“ an der Ostfront. Anschließend war er wieder bei der Brigade „Hermann Göring“, die im Oktober zur Division ausgebaut wurde. Die Kampfgruppe „Schmid“, Reste der 11.000 Mann der Division, kämpfte mit der Heeresgruppe „Afrika“ beim Tunesienfeldzug und kapitulierte im Mai 1943. Auch Kiefer soll zu diesem Zeitpunkt in Kriegsgefangenschaft geraten sein, Quellen berichten, das Rote Kreuz habe ihm das verliehene Ritterkreuz und seiner Beförderung zum Major überbracht (ggf. nur die Informationen darüber).

Kriegsgefangenschaft und Flucht

Autogrammkarte

Kiefer galt, ähnlich dem erfolgreichen Franz von Werra, als (letztendlich erfolgloser) Ausbruchkönig. Er hatte 17mal versucht, aus VS-amerikanischen Gefangenenlagern auszubrechen.[3] Er arbeitete seine Uniform in Zivilkleidung um, färbte sie ein (mit braunem Gemüsesaft) und machte sich auf in die vermeintliche Freiheit. Er sprach fließend Englisch und benutze seine Kenntnisse von Sprache und Volk, um sich mehr oder minder unauffällig im Land umherzubewegen, um die weitere Flucht zu organisieren. Einmal hatte er es auf abenteuerlichste Weise von Arizona beinahe nach Mexiko geschafft, wurde aber vom Grenzschutz in Texas aufgegriffen.

Als er in Trinidad, Colorado, gefangen war, landete er nach 725 Kilometern Fluchtweg am 28. Februar 1944 auf dem St. Louis Union Station (dem einstigen Hauptbahnhof von St. Louis, Missouri), wo er entdeckt und von der Militärpolizei wieder festgenommen wurde. Anschließend wurde der sichtlich erschöpfte Kiefer der Presse als Capt. Till Edward Kiefer, Nazi pilot (Nazi-Flugzeugführer) vorgestellt.[4]

Nachkriegszeit

1946 begann er am Experimentiertheater „Der Spieler“ in München und gehörte bis 1972 den Kammerspielen und dem Bayerischen Staatstheater an. 1953 war er an den Deutschen Kammerspielen in Santiago de Chile verpflichtet. Ab 1972 arbeitete er als Regisseur für das Theater und schrieb zahlreiche Drehbücher für Fernsehen und Film. Er wirkte in 40 Spielfilmen mit und lieh seine Stimme als Synchronsprecher, er war außerdem Produzent und Regisseur von 17 Dokumentarfilmen für die UNESCO.

Als er 1963 an der Seite von Steve McQueen als Soldat Frick (Stalag Luft III in der Nähe der Stadt Sagan) in „Gesprengte Ketten“ mitspielen durfte, beriet er den Regisseur in Fluchttaktiken Kriegsgefangener. Auch Hannes Messemer (Kommandant von Luger) hatte solche Erfahrungen, da er nach Gefangennahme an der Ostfront entkam und Hunderte Kilometer bis zur deutschen Reichsgrenze durchmarschierte.

Tod

Kiefer starb 1995 als Tilman Kiver und ruht auf dem Neuen Südfriedhof im München in einem Gemeinschaftsgrab mit seiner Gattin Isabel und seiner Schwiegermutter Margarethe.

Auszeichnungen (Auszug)

Filmographie

Fußnoten

  1. u. a. von Errol Flynn, David Niven und Jean Marais
  2. Der echte Hauptmann Hellmuth Lang, der neue Ordonanzoffizier Rommels, schrieb über seine ersten Eindrücke am Atlantikwall 1944 voller Zuversicht nach Hause: „Niemand in der Umgehung des Feldmarschalls hat kalte Fuße. Wenn auch der einzelne betroffen wird, was hart ist, hier merkt man doch, daß Bedenken für den Endkampf, der starke Opfer kosten wird, nicht vorhanden sein müssen. Mit der Schlacht im Westen wird auch der Krieg zu unseren Gunsten entschieden sein, wenn er auch noch nicht zu Ende sein wird.“
  3. The Making of The Great Escape Documentary
  4. The Milwaukee Journal, 29. Februar 1944