Trenker, Luis

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Alois „Luis“ Franz Trenker (Lebensrune.png 4. Oktober 1892 in St. Ulrich, Grödnertal, Südtirol, damals Österreich-Ungarn; Todesrune.png 12. April 1990 in Bozen, Südtirol) war ein deutscher Architekt, Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur, Produzent und Schriftsteller.

Leben

Eröffnungsfeier für den Internationalen Filmkongreß in Berlin 1935; von links: Luis Trenker, Frau Scheuermann, Ernst Hanfstaengl und Reichsfilmkammer-Präsident Oberleutnant der Reserve a. D. Dr. Fritz Scheuermann (mit Großer Ordensschnalle).
Frau Hilda Trenker[1]
Floran Trenker sagte seinen Vater gute Nacht[1]
Aufruf für den Beitritt Österreichs
Luis Trenkers Grab
St. Ulrich in Gröden (Ortisei), Friedhof
Rück– bzw. Vorderseite des Grabkreuzes
Auf der linken Seite des Grabes in einer Mauernische

Ausbildung und Erster Weltkrieg

Luis Trenker wurde am 4. Oktober 1892 in St. Ulrich (Grödener Dolomiten, Südtirol) geboren. Seine Eltern waren der Maler und Bildschnitzer Jakob Trenker und dessen Frau Karolina, geb. Demetz. Nach dem Besuch der örtlichen Volksschule von 1898 bis 1901 und der Bürgerschule Josefinum im nahen Bozen 1902/03 war Trenker kurzzeitig Ingenieur-Lehrling im Elektrizitätswerk St. Ulrich. Als Schüler der Bozener Bau- und Kunsthandwerkerschule (1903–1905) sowie der k.u.k. Realschule Innsbruck (1905–1912) war er während der Ferien in St. Ulrich als Bergführer und Skilehrer tätig.

Von 1912 bis 1914 studierte er Architektur an der Technischen Hochschule Wien und in den Jahren 1914 bis 1918 diente er als Soldat, zunächst als Kanonier in Galizien, ab 1915 als Offizier einer Bergführerkompagnie in den Dolomiten.

Berufliche Laufbahn und der Film

Nach Kriegsende unternahm Trenker erfolglose Versuche, in Bozen eine kaufmännische Existenz zu gründen und setzte ab 1920 das Architekturstudium in Wien und Graz fort. Nach dessen Abschluß war er von 1922 bis 1927 als selbständiger Architekt in einem gemeinsam mit Clemens Holzmeister geführten Büro in Bozen tätig; erste Pläne für einen Dokumentarfilm über Südtirol blieben unrealisiert.

Während der Aufnahmen zu „Der Berg des Schicksals“ wurde Trenker 1923 von dem Bergfilmregisseur Arnold Fanck zunächst als alpiner Berater, dann als Darsteller eingestellt. Als Abfahrtsläufer und Bergfex agierte er auch in dessen nachfolgenden Spielfilmen „Der heilige Berg“ (1925/26) und „Der große Sprung“ (1927), in denen die ehemalige Tänzerin Leni Riefenstahl seine Partnerin war.

Am 9. Juni 1927 heiratete Trenker die Leipziger Fabrikantentochter Hilda von Bleichert; nach Weigerung der italienischen Behörden, sein Architekturdiplom anzuerkennen, zog er 1928 nach Berlin. Berge, Schnee und Eis blieben das Terrain auch des Berufsschauspielers Trenker in dem historischen Bergsteigerfilm „Der Kampf ums Matterhorn“ (Neuverfilmung 1937: „Der Berg ruft“) und in der Produktion um eine Nordpolexpedition „Der Ruf des Nordens“ (1929). Als Regisseur wählte er Themen seiner Tiroler Heimat.

Nationalsozialismus

Die Kriegsfilme „Berge in Flammen“ (gemeinsam mit Karl Hartl, 1931) und „Der Rebell“ (mit Kurt Bernhardt, 1932), von Trenker mit völkerversöhnendem Appell und Bekenntnissen zu nationaler Unabhängigkeit konzipiert, errangen auch die freundliche Aufmerksamkeit der Nationalsozialisten. Am 27. März 1933 war er neben Carl Boese, Fritz Lang und Victor Janson Mitbegründer der Regie-Gruppe der Nationalsozialistischen Betriebsorganisation (NSBO).

In Hollywood drehte Trenker die englischsprachige Versionen seiner ersten beiden Filme. Ganz oder teilweise in Amerika spielen seine folgenden Arbeiten, Lebensentwürfe zweier in den USA scheiternder Auswanderer, die in ihren Beschreibungen fremder Städte und Natur famose visuelle Qualität entwickeln (Kamera: Albert Benitz). Dem kompetenten Blick des Alpinisten auf Wolkenkratzer und in Straßenschluchten offenbart sich Neuyork als Landschaft, die verborgene Kamera dokumentiert neorealistisch Spuren der Weltwirtschaftskrise („Der verlorene Sohn“, 1933/34). Die Wüsten des Westens hingegen erscheinen ihm als Weiten, die Gefahren bergen („Der Kaiser von Kalifornien“, 1935/36).

Dem in Italien in zwei Sprachversionen gedrehten Medici-Drama „Condottieri“ (1936/37) folgten neue Bergfilme, sowohl dramatische („Der Berg ruft“, 1937; „Der Feuerteufel“, 1939/40) als auch komödiantische („Liebesbriefe aus dem Engadin“, 1938).

Jedoch sah Trenker, Katholik und Tiroler Patriot, seine Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland zunehmend eingeschränkt. 1942 zog er nach Italien und arbeitete an einem Dokumentarfilm über Papst Pius XII. mit („Pastor Angelicus“) sowie als Darsteller in der deutschen Kolonial-Verklärung „Germanin – Die Geschichte einer kolonialen Tat“ (1942/43). Über das Kriegsende hinaus lebte Trenker in Venedig und Rom.

Nachkriegszeit

1949 ging Trenker nach Tirol zurück und setzte mit der 1937 in Berlin gegründeten Luis Trenker-Film GmbH seine Filmarbeit in München fort. Er drehte, zunächst in Koproduktion mit der Olympia-Film GmbH München, Kurzfilme über die Bergwelt und Portraits ihrer Bewohner.

Seine letzten drei in den Jahren 1955 bis 1957 entstandenen Spielfilme – die deutsch-italienische Koproduktion „Il prigioniero della montagna“, an dessen Drehbuch der junge Pier Paolo Pasolini mitarbeitete; das Matterhorn-Drama „Von der Liebe besiegt“, in dem Trenker zum letztenmal als Filmschauspieler agierte, und die Wilddieb-Schnulze „Wetterleuchten um Maria“ – erreichten weder die bildliche Ausdruckskraft noch die dramaturgische Seriosität seiner frühen Arbeiten.

In den folgenden Jahren wirkte Trenker, der als Schriftsteller von Bergromanen überaus erfolgreich war, als beredter Erzähler in mehrteiligen Serien des bundesdeutschen und österreichischen Fernsehens (u. a. „Luis Trenker erzählt“, 33 Folgen, ARD 1966; „Berge und Geschichten“, 10 Folgen, ORF 1971–1973), als Gelegenheitsschauspieler (so in der Fernsehserie „Luftsprünge“, 1969) und als Vermarkter seines unumstrittenen Rufs als Fachmann für alles irgendwie Alpine („Trenker-Hut“, „Trenker-Cord“). Dazu zählen auch die zahlreichen in Zusammenarbeit mit Helmut Dumler edierten Alpen-Bildbände (Bruckmann Verlag, München 1970–1980).

Luis Trenker, dessen Söhne Ferdinand und Florian an den Dokumentarfilmen des Vaters zeitweilig mitgewirkt haben und der sich noch im hohen Alter zu einer späten Vaterschaft bekannte, starb am 12. April 1990 in Bozen.

Zitate

  • „Die einzigen Gipfelgespräche, die wirklich einen Sinn haben, sind die der Alpinisten.“

Auszeichnungen

  • 1936: Mussolini-Preis (Coppa Mussolini) für den besten ausländischen Film bei der Biennale in Venedig für Der Kaiser von Kalifornien
  • 1966: Ehrenkreuz der Stadt Wien
  • 1966: Komturkreuz der Republik Italien
  • 1977: Goldenes Verdienstkreuz des Landes Tirol
  • 1978: Karl-Valentin-Orden
  • 1979: Bayerischer Verdienstorden
  • 1982: Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film
  • 1982: Bundesverdienstkreuz am Bande

Filmographie

  • 1923/24: Der Berg des Schicksals (Darsteller)
  • 1925/26: Südtirol. Ein Vorposten deutscher Kultur (Mitwirkung)
  • 1925/26: Der heilige Berg (Darsteller)
  • 1927: Der große Sprung (Darsteller)
  • 1928: Der Kampf ums Matterhorn (Aufnahmeleitung, Darsteller)
  • 1929/30: Die heiligen drei Brunnen (Darsteller)
  • 1929: Der Ruf des Nordens (Darsteller, Produktionsleitung)
  • 1930: Les chevaliers de la montagne (Darsteller)
  • 1930: Die große Sehnsucht (Darsteller)
  • 1930: Der Sohn der weißen Berge (Darsteller, Idee, Sonstiges)
  • 1931/32: The Doomed Battalion (Darsteller, Drehbuch)
  • 1931: Les monts en flammes (Darsteller, Regie)
  • 1931: Berge in Flammen (Darsteller, Regie, Vorlage)
  • 1932: The Rebel (Darsteller, Drehbuch, Regie)
  • 1932: Der Rebell. Die Feuer rufen (Darsteller, Regie)
  • 1933/34: Der verlorene Sohn (Darsteller, Drehbuch, Regie)
  • 1933: 5 Minuten Skikurs (Produzent, Regie)
  • 1934: Polarstürme (Koregie, Darsteller, Drehbuch)
  • 1935/36: Der Kaiser von Kalifornien (Darsteller, Regie, Drehbuch, Produzent)
  • 1936/37: Condottieri (Darsteller, Drehbuch, Regie, Vorlage)
  • 1937: The Challenge (Koproduzent, Regie, Darsteller)
  • 1937/38: Es leuchten die Sterne (Darsteller)
  • 1937: Der Berg ruft (Darsteller, Drehbuch, Regie, Produzent)
  • 1938: Liebesbriefe aus dem Engadin (Darsteller, Regie, Produzent, Drehbuch)
  • 1939: Grenzfeuer (Produzent)
  • 1939: Urlaub im Schnee (Produzent, Regie)
  • 1942/43: Germanin – Die Geschichte einer kolonialen Tat (Darsteller)
  • 1939/40: Der Feuerteufel (Darsteller, Regie, Produzent, Drehbuch)
  • 1939: Der König der Berge (Drehbuch, Regie, Produzent)
  • 1943: Monte Miracolo (Darsteller, Regie, Produzent, Drehbuch)
  • 1943–1948: Im Banne des Monte Miracolo (Darsteller, Drehbuch, Produzent, Regie)
  • 1946/47: Erde (Produzent)
  • 1949/50: Bildschnitzer im Grödnertal (Koproduzent, Drehbuch, Regie)
  • 1950/51: Urlaub im Schnee (Koproduzent, Regie, Drehbuch)
  • 1950/51: Skiurlaub in den Dolomiten (Koproduzent, Drehbuch, Regie)
  • 1950–1952: Schönes Venedig (Koproduzent, Regie, Drehbuch)
  • 1950–1952: Lofotenfischer (Koproduzent, Drehbuch, Produzent, Regie)
  • 1950/51: Gondelfahrt durch Venedig (Koproduzent, Drehbuch, Regie)
  • 1950/51: Frühling in Südtirol (Koproduzent, Regie, Drehbuch)
  • 1950: Auf Fahrt in den Dolomiten (Mitwirkung)
  • 1950: An der Dolomitenstraße (Koproduzent, Regie, Drehbuch)
  • 1951/52: Kleine Kletterfahrt (Koproduzent, Drehbuch, Regie, Produzent)
  • 1951/52: Bergsommer (Drehbuch, Produzent, Regie)
  • 1951/52: Aus König Laurins Rosengarten (Darsteller, Produzent, Regie, Mitwirkung)
  • 1952: Niemals mutlos (Drehbuch, Regie, Produzent)
  • 1952/53: Die Sphinx von Zermatt (Koproduzent, Regie, Drehbuch)
  • 1953: Wochenend in den Bergen (Regie)
  • 1953: Sonniges Südtirol (Drehbuch, Produzent, Regie)
  • 1953: Seilbahn und Pulverschnee (Koproduzent, Drehbuch, Regie)
  • 1953/54: Liebe zum Fels (Drehbuch, Regie, Produzent)
  • 1953/54: Kavaliere im Eis (Koproduzent, Drehbuch, Regie)
  • 1954: SOS Zinnen-Nordwand (Drehbuch, Produzent, Regie)
  • 1954–1956: Gold aus Gletschern (Produzent, Regie)
  • 1955: Ski Heil! (Produzent)
  • 1955: Flucht in die Dolomiten (Darsteller, Drehbuch, Regie)
  • 1955?: Bergheimat Gröden (Darsteller)
  • 1956: Von der Liebe besiegt (Darsteller, Regie, Vorlage)
  • 1956: Kaprun – Strom für Europa (Regie)
  • 1957: Wetterleuchten um Maria (Regie)
  • 1957: Unser Freund, der Haflinger (Produzent, Regie)
  • 1959: Unser Maibaum (Produzent)
  • 1960: Grüß Gott, Herr Pfarrer (Drehbuch, Kamera, Produzent, Regie)
  • 1961: Zwei Wege, ein Gipfel (Drehbuch, Mitwirkung, Produzent, Regie)
  • 1962: Sein bester Freund (Drehbuch, Regie)
  • 1962: Filmatelier in Fels und Eis (Mitwirkung)
  • 1964?: Sonntag in Gröden (Darsteller)
  • 1965: Der weiße Rausch – einst und jetzt. Die Geschichte des Skilaufs von Anfang an (Darsteller, Kommentar)
  • 1966: Zufallsreise (Produzent, Regie)
  • 1968: Der Tageslauf eines Bergpfarrers (Drehbuch, Regie, Produzent)
  • 1969: Das ist Tirol (Sprecher)
  • 1970: Skifreuden in den Dolomiten (Drehbuch, Produzent, Regie)
  • 1970: Mein Südtirol. Eine Liebeserklärung (Drehbuch, Regie, Produzent)
  • 1971: Ich filmte am Matterhorn (Drehbuch, Produzent, Regie)
  • 1971: Erlebnisse am Matterhorn (Drehbuch, Regie, Produzent)
  • 1972: Komm mit nach Sexten! (Drehbuch, Mitwirkung, Produzent, Regie)
  • 1973: Sperrfort Rocca Alta (Drehbuch, Produzent, Regie)
  • 1975/76: Liebeserklärung an Südtirol (Drehbuch, Regie, Produzent)
  • 1978: Krone der Schönheit (Drehbuch, Produzent, Regie)
  • 1979: Heimat aus Gottes Hand (Drehbuch, Regie, Produzent)
  • 1982: Südtirol und seine Bergführer (Regie)
  • 1986: Fast ein Jahrhundert – Luis Trenker (Mitwirkung)
  • 1989: Wer war Arnold Fanck? (Mitwirkung)

Filmbeiträge

V.S.-Produktion: Schauspielerleben: Luis Trenker (Staffel 4 / Folge 8, 2017)

Luis Trenker erzählt vom Ersten Weltkrieg

Literatur

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Der Silberspiegel, Nr. 7, 2. April 1935