Gazen, Waldemar von

Aus Metapedia
(Weitergeleitet von Waldemar von Gazen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schwerterträger Waldemar von Gazen (Bild: Tita Binz), „der Teufel des Kaukasus“

Waldemar von Gazen genannt Gaza (Lebensrune.png 6. Dezember 1917 in Hamburg; Todesrune.png 13. Januar 2014 in Göttingen) war ein deutscher Offizier der Wehrmacht, zuletzt Major im Generalstab des Heeres und Eichenlaubträger des Zweiten Weltkrieges sowie Jurist in der Nachkriegszeit. Er war bis zu seinem Ableben der vorletzte noch lebende Träger der Schwerter zum Ritterkreuz.

Werdegang

Major von Gaza spricht in Berlin im Beisein des Reichsjugendführers zur Jugend über die Ostfront
Waldemar von Gazen, 1998

Von Gazen trat 1936 als Fahnenjunker in das Infanterie-Regiment 66 des Heeres ein. Am 1. September 1938 wurde er zum Leutnant befördert.

Zweiter Weltkrieg

Er nahm als Zugführer am Polen- und am Westfeldzug teil. Am 1. September 1940 wurde er zum Oberleutnant befördert. In Rußland wurde er Führer der 2. Kompanie des Schützen-Regiments 66. Für seine Leistungen bei der Erstürmung von Rostow im Sommer 1942 wurde er am 18. September 1942 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet und zum Hauptmann befördert. Kurze Zeit später wurde er Führer des I. Bataillons des Regiments. Anfang 1943 zeichnete er sich als Führer einer Kampfgruppe im Kubanbrückenkopf besonders aus. Für seine Leistungen wurde ihm am 18. Januar 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen.

Im April 1943 wurde er Führer des Schützen-Regiments 66, am 28. August 1943 wurde er zum Kommandeur ernannt. Bei seiner Ernennung war er erst 25 Jahre alt. Ende September 1943 gelang es dem Regiment im Raum Melitopol, die bedrohe Frontlinie gegen die immer wieder angreifenden russischen Truppen zu halten. Von Gazen wurde bei diesen Abwehrkämpfen schwer verwundet. Für die Leistung des Regiments wurden ihm am 3. Oktober 1943 als Major die Schwerter verliehen. Nach seiner Genesung wurde er am 1. Juli 1944 in den Generalstab des Heeres versetzt, wo er eine Generalstabsausbildung erhielt. Anfang September 1944 wurde er Ia bei der 13. Panzer-Division in Ungarn.

Im Februar 1945 wurde von Gazen als Ia zur 2. Panzer-Division an der Deutschen Westfront versetzt. Anfang März 1945 begannen die Rückzugskämpfe an der Mosel und im Hunsrück mit anschließendem Rheinübergang und der Absetzung in Richtung Osten zum Panzer-Ausbildungs-Verband Thüringen. Vom 3. bis 4. April 1945 war er als Nachfolger von Oskar Munzel und bis zum Eintreffen von Oberst Karl Stollbrock dann vorübergehend mit der stellvertretenden Führung der 2. Panzer-Division beauftragt. Bei Kriegsende geriet er in Kriegsgefangenschaft.

Nachkriegszeit

Im Jahre 1946 wurde Waldemar von Gazen aus der Kriegsgefangenschaft entlassen, arbeitete fortan als Rechtsanwalt und Notar und war treues Mitglied der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger (OdR).

Würdigung 2017

„Am heutigen 6. Dezember wäre Waldemar von Gazen 100 Jahre alt geworden. Waldemar von Gazen selbst hatte ein Gedächtnis, mit dem er detailliert alle Fragen beantworten konnte. Ereignisse und vor allem Namen waren ihm im Kopf, als lägen die Geschehnisse nur Tage und keine 60 oder 70 Jahre zurück. Es war stets eine Freude, seinen Erzählungen zu lauschen. Der charismatische Mensch stellte sich dabei nie selbst in den Vordergrund. Und dabei hatte er einen Werdegang, der nahezu einzigartig ist. Waldemar von Gazen wurde mit dem Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern ausgezeichnet. Als er die Auszeichnung am 3. Oktober 1943 erhielt, war er der zu diesem Zeitpunkt rangniedrigste Offizier des Heeres, der mit den Schwertern zum Ritterkreuz beliehen wurde. Persönlich überaus tapfer, stieg er nach Kriegsbeginn vom Leutnant und Zugführer innerhalb kurzer Zeit zum Major und Regimentsführer auf. Gegen seine überlegene Führung, teilweise vor der eigenen Linie, hatten ihm gegenüberstehende Feindverbände selten eine Chance. Schon im Polenfeldzug wurde Waldemar von Gazen mit dem EK I ausgezeichnet. Allein dies war herausragend. Es gab nur eine Handvoll ganz junger Offiziere, die schon in Polen für ihre ersten Gefechte das EK I erhielten. Mit Beginn des Krieges im Osten im Sommer 1941 wurde Waldemar von Gazen weit über die eigene Division, die 13. Panzerdivision, hinaus bekannt. Schon in den Vormarschkämpfen konnte er mehrfach Gefechte entscheidend beeinflussen. Dafür erhielt er am 15. November 1941 als Oberleutnant und Kompaniechef das Deutsche Kreuz in Gold. Er gehörte damit mit zu den ersten Inhabern dieser Auszeichnung, die erstmalig Mitte Oktober 1941 verliehen wurde.
In der Sommeroffensive 1942 hatte Oberleutnant von Gazen Ende Juli 1942 entscheidenden Anteil an der Einnahme von Rostow, wofür er mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde. Die 13. PD stieß in den folgenden Monaten in Richtung Kaukasus und in das Gebiet des Terek vor. Als nach der Katastrophe bei Stalingrad von hier aus der Rückzug begann, wurde von Gazen, inzwischen Hauptmann und Bataillonskommandeur, die Stütze nicht nur der eigenen Division, sondern meist des gesamten Frontabschnittes. In den Rückzugskämpfen vom Terek zum Kuban verdiente er sich das Eichenlaub und Monate später bei weiteren Rückzugskämpfen im Südabschnitt die Schwerter zum Ritterkreuz. Innerhalb eines Jahres war Waldemar von Gazen mit dem Ritterkreuz, dem Eichenlaub und den Schwertern ausgezeichnet worden. Während des gesamten Krieges gab es bei rund 18 Millionen Wehrmachtssoldaten 147 abgeschlossene Verleihungen der Schwerter zum Ritterkreuz. Davon entfielen 69 Verleihungen auf Angehörige des Heeres. Unter diesem Personenkreis gab es insgesamt nur drei Offiziere im Rang eines Majors, die diese Auszeichnung erhielten. Der erste war im Herbst 1943 Waldemar von Gazen. Eine Zahl ist dabei noch weitaus beeindruckender. Als sich Waldemar von Gazen die Schwerter verdiente, war der Major und Regimentsführer 25 Jahre alt. Er war damit in einer Verwendung, die normalerweise von gut und gerne 20 Jahre älteren Offizieren besetzt war. Das allein spricht für seine Führungsqualitäten.“[1]

Auszeichnungen (Auszug)

Bildergalerie

Verweise

Fußnoten