Deutsche Westfront 1944/1945

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Deutsche Fallschirmjäger an der Westfront 1944 mit PaK 40 (→ Panzerabwehrkanone)

Die Deutsche Westfront 1944/1945 beschreibt neben der Ostfront den wichtigsten Kriegsschauplatz in Europa während des Zweiten Weltkrieges, wobei die Abwehr des alliierten Italienfeldzuges eine untergeordnete Rolle spielte. Sie entstand mit der Invasion in der Normandie im Juni 1944 und dauerte bis zur letzten größeren Kriegsanstrengung der Wehrmacht durch die Ardennenoffensive. Der Vorstoß des Feindes ins Reich nach dem Zusammenbruch des Westwalls wird als Reichsverteidigung und schließlich Endkampf ums Reich bezeichnet.

1944

Anfang 1944 übernahm Generalfeldmarschall Erwin Rommel den Oberbefehl der deutschen Heeresgruppe B an der Westfront. Eine drohende Invasion des Gegners vor Augen, ließ er sogleich umfangreiche Verstärkungsarbeiten am Atlantikwall durchführen.

Invasion in der Normandie

Am 6. Juni 1944 landeten die feindlichen Alliierten dennoch in der Normandie. Der Plan für die Operation Overlord fußte auf ab 1941 ausgearbeiteten Invasionsplänen und war vom englischen Generalleutnant Frederick E. Morgan in seiner endgültigen Fassung erarbeitet worden. Er sah vor, mit vier Armeen zu landen und dann schnell ins Landesinnere vorzustoßen. Die deutsche Wehrmacht war schlecht auf die Invasion eingestellt. Der deutsche Planungsstab und Hitler erwarteten die Landung immer im Pas de Calais, der engsten Stelle des Ärmelkanals. Das Gebiet von Calvados, wo die Alliierten schließlich an Land gingen, wurde stellenweise nur mit einigen Metern Stacheldraht und ein paar MG-Nestern verteidigt. Aber nicht überall, denn trotz der falschen Erwartungen des OKW über den Ort der Invasion war die Normandieküste insgesamt recht stark befestigt. Das Invasionsgebiet war in fünf Landungsabschnitte aufgeteilt mit den Decknamen Juno, Gold, Sword (britisch/kanadische Landungsabschnitte) sowie Utah und Omaha (VS-amerikanische Landungsabschnitte). Die Bombardierungen der Küste aus der Luft und von See verliefen planmäßig, verfehlten bei Omaha jedoch die erste deutsche Linie, und das führte, zusammen mit der Tatsache, daß die Wehrmacht in Unkenntnis der Alliierten eine zweite Division dort hatte, zu sehr schweren Verlusten der ersten Welle (ca. 70 %).

Zu Beginn der alliierten Invasion hat Alexis von Roenne als Chef der Abteilung Fremde Heere West durch falsche Lagemeldungen zu einer verhängnisvollen Täuschung der deutschen Führung und damit zum militärischen Erfolg der Alliierten wesentlich beigetragen.

D-Day

Am sogenannten D-Day waren während der Operation Neptune, dem eigentlichen Invasionsunternehmen, fast 6.700 Schiffe und über 13.000 Flugzeuge beteiligt. Am frühen Morgen des 6. Juni starteten mehrere Luftlandeeinheiten (die 82. und 101. US-Luftlandedivision) zu ihren Einsätzen im Hinterland. Wegen Navigationsfehlern und überraschend starken deutschen Flakfeuers erreichten viele Maschinen nicht die vorgesehenen Absprungzonen, so daß die Fallschirmjäger über weite Teile der Halbinsel Cotentin verteilt wurden.

Obwohl die Alliierten gewaltige Kräfte aufgeboten hatten, kamen sie stellenweise nur schleppend voran. Doch nicht zuletzt durch die alliierte Luftüberlegenheit und die selbst zerstörten französischen Bahngleise gelang es der deutschen Seite nicht, schnellstmöglich zusätzliche Einheiten in das Kampfgebiet der Normandie zu verlegen. Cherbourg im Norden der Cotentin-Halbinsel unter Festungskommandant Karl-Wilhelm von Schlieben fiel am 26. Juni nach starkem amerikanischen Artilleriebeschuß und heftigen Straßenkämpfen (→ Schlacht um Cherbourg).

Die Einnahme von Caen, ein Primärziel des ersten Landungstages, erwies sich für die alliierten Truppen der Briten und Kanadier an der Ostseite des Normandie-Brückenkopfes als ungleich schwieriger (→ Schlacht um Caen). Erst nach sechs Wochen verlustreicher Kämpfe konnte die Stadt am 19. Juli vollständig besetzt werden.

Invasion Südfrankreichs

Am 15. August 1944 begann eine zweite Invasion in Südfrankreich an der Côte d’Azur zwischen Toulon und Cannes (→ Operation Dragoon). An der Landung waren 880 alliierte Seeschiffe, darunter vier Flugzeugträger, sechs Schlachtschiffe, 21 Kreuzer und über 100 Zerstörer, insgesamt 34 französische Schiffe und 1.370 Landungsboote sowie ca. 5.000 Flugzeuge beteiligt. Drei amerikanische Divisionen bildeten die Angriffstruppen. Die Franzosen und VS-Amerikaner konnten ohne entscheidenden Widerstand zügig in das Landesinnere vorstoßen.

In der Normandie unternahmen die VS-Amerikaner am 25. Juli einen Ausbruchsversuch aus ihrem Brückenkopfsektor (→ Operation Cobra), der in den Folgetagen im Westen zur Abschnürung der Cotentin-Halbinsel bis nach Avranches führte. Im Osten konnten VS-amerikanische Einheiten bei Saint-Lô nach anfänglicher Verzögerung schnell die deutsche Front durchbrechen. Am 6. August startete die deutsche Wehrmacht zwar unter dem leitenden OB West, Generalfeldmarschall Günther von Kluge, eine Konterattacke bei Mortain (→ Unternehmen Lüttich). Sie wurde aber schon nach zwei Tagen wieder gestoppt, was schließlich mit Hilfe der nördlich kämpfenden Briten, Schotten und Kanadier zum Kessel von Falaise führte.

Eroberung von Paris

Hauptartikel: Schlacht um Paris

Am 25. August wurde Paris erobert. Der deutsche Stadtkommandant General Dietrich von Choltitz ergab sich mit seinen Truppen nach kurzem, aussichtslosem Kampf. Durch die enorme Materialfülle und absolute Luftherrschaft konnten zu jeder Zeit deutsche Truppenansammlungen zerschlagen werden; die Alliierten kamen dadurch in der Folgezeit recht zügig voran. Zwar überdehnten sie bei ihrem schnellen Vorstoß zum deutschen Westwall ihre Versorgungslinien, aber durch den Aufbau neuer, schneller Nachschubwege (→ Red Ball Express) gelang es vor allem, den in großen Mengen benötigten Treibstoff bereitzustellen. Bereits am 3. September fiel Brüssel, und am Tag darauf konnte Antwerpen besetzt werden. Einzig bei der Luftlandeoperation Market Garden konnte das II. SS-Panzerkorps den Briten und VS-Amerikanern in Arnheim noch einmal eine schwere Niederlage beibringen.

Mit dem Verlust der Atlantikhäfen am Ärmelkanal und vor allem in der Bretagne (→ Schlacht um die Bretagne) setzte die deutsche Marine ihren U-Boot-Krieg von Norwegen aus fort. Bis zum 1. September beschoß die Wehrmacht von Abschußrampen in Nordfrankreich aus mit Raketen (V1, V2) auch London. Mit Arbeiten an dem Projekt „Friesenwall“ sollte dem direkten Eindringen der Alliierten an der deutschen Nordseeküste entgegengewirkt werden.

Eroberung Aachens

Hauptartikel: Endkampf um Aachen

Am 21. Oktober 1944 eroberten die Alliierten nach heftigen Kämpfen mit Aachen die erste bedeutende deutsche Stadt. Am 22. November erreichten weiter südlich VS-amerikanische Kräfte Metz und Straßburg. Im Dezember versuchte die deutsche Wehrmacht mit der Ardennen-Offensive noch einmal, die Oberhand im Westen zu gewinnen. Das Operationsziel, die Linien der Alliierten zu spalten und in breiter Front nach Belgien vorzustoßen, mißlang nach heftigen Kämpfen jedoch.

Schlacht im Hürtgenwald

1945

Alliierte Truppen erreichten am 7. März 1945 die unzerstörte Rheinbrücke von Remagen. Sie errichteten Brückenköpfe auf rechtsrheinischem Gebiet und kreisten das Ruhrgebiet ein. Die Heeresgruppe B der Wehrmacht unter Feldmarschall Model wurde am 1. April im sogenannten Ruhrkessel eingeschlossen und kapitulierte am 18. April. Am selben Tag nahmen die VS-Truppen Magdeburg ein, einen Tag später Leipzig.

Am 25. April trafen sich VS-amerikanische und sowjetische Truppen in Torgau an der Elbe (→ Elbe Day); der letzte deutsche Einflußbereich zerfiel jetzt in zwei Teile. Am 26. April fiel Bremen an die Briten, die weiter nach Nordosten zogen. In rascher Folge nahmen sie Lübeck (2. Mai) und Hamburg (3. Mai), während die VS-Armee in Wismar einmarschierte, um die Rote Armee daran zu hindern, bis Schleswig-Holstein und somit bis zur Nordsee vorzustoßen.

Am 5. Mai kapitulierte Generaloberst Blaskowitz, dessen Truppen in Holland eingekesselt waren. Während die britischen Einheiten Norddeutschland eroberten, wandten sich die VS-Amerikaner nach Süden. Sie besetzten am 30. April München. Stuttgart fiel am 22. April an die französische Armee, die nach Süden bis Vorarlberg vordrang. Die VS-Armee wandte sich zu den Alpen und traf am 3. Mai am Brennerpaß mit den von Süden kommenden Aggressoren zusammen, die Oberitalien besetzt hatten.

In Italien fiel Bologna am 19. April an die VS-Truppen, während Genua am 27. April erobert wurde; einen Tag später ergriffen italienische Partisanen in Dongo den gestürzten Duce Benito Mussolini und ermordeten ihn. Am 2. Mai kapitulierten die deutschen Einheiten in Italien, am selben Tag marschierte die britische Armee in Triest ein.

Literatur

  • Lothar Greil: Gloria Mundi: Invasion 1944: letzter Großkampf gegen Feind und Verrat. (Klappentext)
  • Friedrich Georg: Verrat in der Normandie – Eisenhowers deutsche Helfer. Grabert-Verlag, ISBN 978-3-87847-237-7 (Netzbuch)
  • Heinz Meyer: Von der Invasion bis zur Kapitulation. Normandie – Ardennenschlacht. Die dramatische Verteidigung deutscher Dörfer und Städte 1944/45 – und vierzig Jahre danach (Klappentext und Bestellmöglichkeit)

Siehe auch

Verweise