Heer (Wehrmacht)

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Das Balkenkreuz: Erkennungszeichen des deutschen Heeres

Das Heer war neben Kriegsmarine und Luftwaffe eine der drei Teilstreitkräfte der Wehrmacht und umfaßte die große Masse der deutschen Landstreitkräfte, d. h. das Landheer. Es ging wie auch die Wehrmacht am 16. März 1935 aus der Heerestruppe der Reichswehr hervor.

Abteilungen der Führungsstäben

Die Infanterie in der Lichtbildkunst: Junger Soldat (1940) von August Sander

Die Generalstabs- bzw. Stabsabteilungen waren auf allen Ebenen gleich gegliedert. Folgende Bezeichnungen wurden dabei verwandt:

Ia Führungsabteilung
Ib Quartiermeisterabteilung
Ic Feindaufklärung und Abwehr; geistige Betreuung im NS-Sinn
Id Ausbildung
IIa 1. Adjutant (Offizierpersonalien)
IIb 2. Adjutant (Unteroffiziere und Mannschaften)
III Gericht
IVa Intendant (Rechnungswesen, allgemeine Verwaltung)
IVb Arzt
IVc Veterinär
IVd Militärpfarrer
Deutscher Soldat in der Tropenuniform des Heeres in Italien, als das Land vor dem „Fall Achse“ noch Freund und Waffengefährte war.

Heeresgruppen

Deutsches Afrika Korps: „Ritterlich im Kriege, wachsam für den Frieden“
Kriegerdenkmal: Ehrenmal des Deutschen Heeres in Koblenz – Festung Ehrenbreitstein

Das Heer verfügte mit Stand vom 3. Januar 1939[1] über sechs Heeresgruppenkommandos (1–6), denen die Armeekorps (AK) und gegebenenfalls weitere Stäbe und Truppen unterstanden. Die Heeresgruppenkommandos wurden alle bei Mobilmachung am 26. August 1939 umbenannt oder in Armeenoberkommandos umgegliedert.

Heeresgruppe Hauptquartier Unterstellungen Umgliederung
1 Berlin I., II., III. und VIII. Armeekorps
Kommandanturen der Befestigungen bei Breslau, Glogau, Neustettin und Oppeln
Grenzkommandantur Küstrin; Inspektion der Ostbefestigungen
Heeresgruppe Nord
2 Frankfurt am Main V., VI. und XII. Armeekorps; Generalkommando der Grenztruppen Saarpfalz
Kommandostäbe Eifel und Oberrhein, Landwehrkommandeure Hanau und Heilbronn (Neckar)
Inspektion der Grenzbefestigungen
Heeresgruppe C
3 Dresden IV., VII. und XIII Armeekorps AOK 8
4 Leipzig XIV., XV. und XVI. Armeekorps AOK 10
5 Wien XVII. und XVIII. Armeekorps
4. leichte Division und 2. Panzerdivision
Festungsinspektion XI
AOK 14
6 Hannover IX., X. und XI. Armeekorps AOK 4


Heeresgruppen Umbenennungen während des Krieges Einsatzort
Heeresgruppe Süd (1)* – A (1)* – Süd (2)* – B (2; inoffiziell auch „Stalingrad”)* Polen – Frankreich – Ostfront
Heeresgruppe Nord (1)* – B (1)* – Mitte (1)* – Nord (3)* Polen – Frankreich – Ostfront
Heeresgruppe C (1)* – Nord (2)* – Kurland Frankreich – Ostfront
Heeresgruppe D Westfront
Heeresgruppe A (2; inoffiziell auch “Kaukasus”)* – Südukraine – Süd (4)* – Ostmark Ostfront
Heeresgruppe Don – Süd (3)* – Nordukraine – A (3)* – Mitte (2)* Ostfront
Heeresgruppe E Balkan
Heeresgruppe Afrika Tunesien
Heeresgruppe B (3)* Westfront
Heeresgruppe C (2)* / OB Südwest Italien
Heeresgruppe F Balkan
Heeresgruppe G Westfront
Heeresgruppe H Niederlande
Heeresgruppe Oberrhein Westfront
Heeresgruppe Weichsel Ostfront
* Die Namen A, B, C, Süd, Nord und Mitte wurden mehrfach durch Neuaufstellung oder Umbenennung vergeben;
die Zahlen in Klammern waren nicht Teil der offiziellen Bezeichnung, sie dienen hier lediglich der Unterscheidung.[2]

Generalkommandos und Wehrkreise

Zum Zeitpunkt der Mobilmachung am 26. August 1939 bestanden 15 Generalkommandos, vier Korpskommandos der motorisierten Truppen und drei Generalkommandos der Grenztruppen. Die Generalkommandos umfaßten sowohl die Armeekorps als auch die Wehrkreise, in denen die Wehrersatzorganisation sowie die ortsfesten Einrichtungen territorial zusammengefaßt waren und die sich über das gesamte Gebiet des Deutschen Reiches erstreckten. Bei der Mobilmachung wurden in den Wehrkreisen stellvertretende Generalkommandos gebildet, die dem Ersatzheer[3] unterstanden. Die Tabelle zeigt den letzten Stand des Friedensheeres vor der Mobilmachung.[4]

Armeekorps Hauptquartier Divisionen
I* Königsberg 1. Inf.-Div. (ID), 11. ID, 21. ID
II* Stettin 12. ID, 32. ID
III* Berlin 3. ID, 23. ID
IV* Dresden 4. ID, 14. ID
V* Stuttgart 5. ID, 25. ID, 35. ID
VI* Münster 6. ID, 16. ID, 26. ID
VII* München 7. ID, 27. ID, 1. Geb.-Div. (GD)
VIII* Breslau 8. ID, 18. ID, 28. ID
IX* Kassel 9. ID, 15. ID
X* Hamburg 22. ID, 30. ID
XI* Hannover 19. ID, 31. ID
XII* Wiesbaden 33. ID, 34. ID, 36. ID
XIII* Nürnberg 10. ID, 17. ID, 46. ID
XIV Magdeburg 2. ID (motorisiert), 13. ID (mot.), 20. ID (mot.), 29. ID (mot.)
XV Jena 1. leichte Division, 2. leichte Division, 3. leichte Division
XVI Berlin 1. Pz.-Div. (PD), 3. PD, 4. PD, 5. PD,
XVII* Wien 44. ID, 45. ID
XVIII* Salzburg 2. GD, 3. GD
XIX Wien 2. PD, 4. leichte Division
Eifel# Bonn
Saarpfalz Kaiserslautern
Oberrhein# Baden-Baden
* Gleichzeitig Wehrkreis; # Generalkommando der Grenztruppen

Armeeoberkommandos

Schnelle Truppen Teil 1: Panzer und Panzerjäger (Waffenhefte des Heeres)

Zu den Namen: Normalerweise werden AOKs mit arabischen Zahlen bezeichnet, nur in Ausnahmefällen gibt es geographische Bezeichnungen. Ähnlich wie bei den Heeresgruppen wurden auch AOKs gelegentlich umbenannt, so geschehen etwa aus Tarnungsgründen vor dem Westfeldzug. Des weiteren wurden mehrfach gleiche Zahlen für verschiedene AOKs verwendet. Zur Unterscheidung werden diese hier mit Buchstaben in Klammern unterschieden; dies war natürlich nicht der offizielle Brauch.

Der WahlspruchGott mit uns“ auf dem Koppelschloß der Deutschen Wehrmacht (hier mit Eisernem Kreuz 2. Klasse am Band).
AOK Einsatzort oder Unterstellung
AOK 1 Westen
AOK 2 (a) – Heeresgruppe Nord (a) Polen
AOK 3AOK 16 Polen - Westen - Ostfront
AOK 4 Polen - Westen - Ostfront
AOK 5AOK 18 Westen – Ostfront
AOK 7 Westen
AOK 8 (a) – AOK 2 (b) – AOK Ostpreußen Polen – Westen – Ostfront
AOK 9 Westen – Ostfront
AOK 10 (a)AOK 6 (a) Polen – Westen – Ostfront
AOK 12 (a) – Heeresgruppe Süd (a) Polen
AOK 14 – AOK 12 (b) – Heeresgruppe E Polen – Westen – Balkan
AOK Norwegen Norwegen
AOK 11 (a) – Heeresgruppe Don Ostfront
AOK 15 Westen
AOK 17 Ostfront
AOK Lappland – GebirgsAOK 20 Finnland – Norwegen
[Armee-Abteilung Hollidt] - AOK 6 (b) Ostfront
[Armee-Abteilung Kempf] – AOK 8 (b) Ostfront
AOK 10 (b) Italien
[Armeegruppe Felber] – AOK 19 Westen
AOK 14 (b) Italien
[Heeresgruppe Nord (c)] – AOK 12 (c; inoffiziell auch „Armee Wenck“) im April 1945 sowohl West- als auch Ostfront
[Reste AOK 4] AOK 21 Ostfront
AOK 24 Alpenfestung“ an der Schweizer Grenze
AOK 25 Niederlande
AOK Ligurien gemischter deutsch-italienischer Verband - Italien
[Panzergruppe 1] – PzAOK 1
[Panzergruppe 2] – PzAOK 2
[Panzergruppe 3] – PzAOK 3
[Panzergruppe 4] – PzAOK 4
[Panzergruppe Afrika] – PzAOK Afrika – Deutsch-Italienisches PzAOK – HGr Afrika Nordafrika
PzAOK 5 (a) Tunesien
[Panzergruppe West] – PzAOK 5 (b) Westen
SS-PzAOK 6 Westen – Ostfront
SS-PzAOK 11 – AOK 11 (b) Ostfront – Harz
FallschirmAOK 1 (Fallschirmjäger) Westen

Fußnoten

  1. Das Deutsche Heer 1939, Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, herausgegeben von H.H. Podzun, Bad Nauheim 1953
  2. Reihenfolge nach Signaturen im Bundesarchiv – Abteilung MA – Signaturen RH 19-I bis RH 19-XV
  3. Das Ersatzheer war ein Teil des deutschen Heeres im Ersten Weltkrieg und der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Es war innerhalb des Reichsgebiets stationiert und umfaßte Kommando- und Verwaltungsbehörden, Ausbildungseinheiten sowie Wachtruppen.
  4. Friedrich Stahl: Heereeinteilung 1939. Dörfler, ISBN 3-89555-338-7