Wikipediakritik

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Die Weltnetz-Enzyklopädie Wikipedia hat eine den Informations- und Meinungsmarkt stark beherrschende Stellung erreicht und erweckt den Eindruck, daß sie den letzten Stand des Wissens vermittle und demokratisch sowie herrschaftsfrei organisiert sei. Dennoch häuft sich die Kritik an Wikipedia und deren Zensurpolitik. Die Gefahr besteht, daß Wikipedia als totalitäres Machtwerkzeug und Instrument der Manipulation des historischen Bewußtseins und der kulturellen Identität mißbraucht wird.

Wikipedia (linke Zensur).jpg

Inhaltsverzeichnis

Kritik an Wikipedia

Falschmeldungen und Unsinn sind unvermeidbar

Weil jeder Nutzer jeden Eintrag beliebig verändern kann, finden auch völlig falsche Behauptungen Eingang in die Wikipedia. Selbst wenn durch die große Zahl der Nutzer eine Kontrollfunktion ausgeübt wird, so können sich doch grobe Fehler einschleichen. Die angeblich „demokratische Kontrolle“ des Wissens funktioniert genauso wenig zuverlässig wie die demokratische Kontrolle der Macht. Die große Zahl verhindert den Irrtum nicht. Im Gegenteil, manchmal macht sie ihn leichter möglich.

Wer viel weiß, will nicht mit Dilettanten diskutieren

Gerade Wissenschaftler, die ein profundes Wissen auf einem Gebiet erworben haben, fühlen sich durch die oberflächliche Art, in der viele Themen behandelt werden, demotiviert. Wissenschaftliche Proletarisierung ist das Gegenteil von Volksbildung.

Es ist ermüdend, mit Dilettanten zu diskutieren, denen das nötige Hintergrundwissen fehlt. Es ist enttäuschend anzusehen, wie wertvolle Arbeit in endlosen Debatten aufgerieben wird.

Wissen läßt sich nicht demokratisch organisieren

Ob ein Satz der Mathematik gilt, kann nicht durch Abstimmung entschieden werden. Wie für viele andere Bereiche des Lebens gilt: Wissen und andere Fähigkeiten verleihen Autorität, die entsprechenden Lebensbereiche sind deshalb autoritär geordnet.

Sie werden durch den gewöhnlichen Demokratismus, den Glauben, daß alles demokratisch zugehen müsse, nicht befördert.

„In der Wissenschaft, in der Wirtschaft, auf dem Schlachtfeld und im Operationssaal wird nicht abgestimmt.“

Wissen bedeutet Überblick und nicht endlose Weitschweifigkeit

Es ist interessant, wenn zu allen möglichen Details der Welt etwas wiederauffindbar abgelegt wird. Wenn aber die Artikel zu einem einfachen Begriff sich bis in die tiefsten Regionen und Spitzfindigkeiten verzweigen und alle Details zu einem Begriff enthalten sollen, dann verliert der Leser den Überblick. Die Länge der Artikel vermehrt das Wissen nicht, sondern kumuliert nur das Halbwissen. Die eigentliche intellektuelle Arbeit, die Dinge auf den Begriff zu bringen, wird nicht geleistet. Statt Bildung wächst Zerstreuung.

Die Einheitlichkeit der Darstellung wird durch einen Flickenteppich ersetzt

Sowohl inhaltlich als auch stilistisch sind die Artikel häufig ein Flickenteppich. Wenn jeder an der Ordnung des Artikels mitbauen darf, ist das so, als ob ein Haus mit vielen Anbauten aber ohne Architekten errichtet wird. Auch die Sprache und der Stil leiden erheblich, wenn auf die Einheitlichkeit in Inhalt und Form verzichtet wird. Einheitlichkeit verlangt Führung, deren Vorhandensein jedoch aus ideologischen Gründen verleugnet wird.

Wo keine Führung ist, machen sich verborgene Interessen breit

Da sich jeder bei Wikipedia einbringen kann, sind die Sichtweise und die Absicht der Artikel ein Spiegelbild der dahinterstehenden Interessen und Mächte. Dies können wirtschaftliche, politische oder ideologische Interessen sein. Auch kriminelle Interessen und die Einflußnahme von Geheimdiensten sind nicht ausgeschlossen. Die Kontrolle ist für die Masse der Nutzer nicht möglich, die Kontrolle durch wenige umso mehr.

Wissen wird mit Ideologie vermengt

Ein Großteil der Begriffe des Geisteslebens ist Ausdruck von Ideologien. Die Begriffe dieses Bereichs unterscheiden sich wesentlich von den Begriffen in Naturwissenschaft und Technik. Sie sind Zeugen der kulturellen Vielfalt und der dialektischen Widersprüchlichkeit des Lebens. Zu vielen Auffassungen existieren gegenläufige, nicht minder vertretbare Auffassungen. Angehörige verschiedener Weltanschauungen, Kulturen und Völker denken verschieden. Diese Vielfalt wird durch Wikipedia eingeebnet.

Der Kampf um die Begriffe ist ein Kampf um die Macht

Die Vermeidung gewisser Begriffe oder die einseitige Interpretation sind Mittel der Herrschaft. Auch die Bezeichnung von Personen mit ideologischen Begriffen dient der Markierung von Freund und Feind. Es ist bedenklich, wenn bei Artikeln in Wikipedia die Propaganda der sogenannten Antifa erkennbar wird.

Ganze Kontinente des Wissens verschwinden

Ein Jahrtausend deutscher Kultur jenseits von Oder und Neiße wird durch die Sprachregelungen von Wikipedia vernichtet. Dabei wird so getan, als ob verschiedene Völker nicht verschiedene Meinungen zur Geschichte haben könnten. Wenn diese Verschiedenheit der Völker nicht erlaubt ist, dann sind auch die Völker als unterscheidbare historische Gestalten nicht mehr erlaubt. Eine derartige Nichtzulassung im Bereich der Sprache kommt dem Versuch der Vernichtung gleich. Wikipedia trägt faktisch zu einer Wissens- und Kulturvernichtung bei, die historisch ohne Beispiel ist.

Eine Vereinheitlichung der Weltmeinung mündet in globale Diktatur

Wikipedia ist ein transnationales Projekt, das eine weltweite Gleichschaltung und Uniformierung des Wissens fördert. Dies kann der Verständigung dienen, aber auch wertvolle Unterschiede und Unterscheidungen zerstören.

Die Erzeugung einer weltweiten Einheitsmeinung zerstört die Vielfalt der Welt und ist als ein kulturelles Artensterben anzusehen. Einheitsmeinungen sind politisch höchst gefährlich: Denn Freiheit braucht Gegengewichte in Meinung und Weltanschauung. Freiheit kann auf ein hegemoniales Einheitslexikon, ein ideologisches Zentralkomitee und eine globale Nomenklatura verzichten.

Vorwürfe

Die Vorwürfe gegen Wikipedia gehen in verschiedene Richtungen und geben zu zahlreichen Fragen Anlaß:

  1. Werden durch Wikipedia gezielt Fehlinformationen verbreitet, um daraus ökonomischen oder politischen Nutzen zu ziehen?
  2. Wer kann schon sicher sein, ob nicht ein Geheimdienst oder Geldgeber seine Finger im Spiel hat?
  3. Werden die Informationen nach ideologischen Gesichtspunkten ausgewählt und systematisch von „politisch inkorrekten“ Meinungen gesäubert?
  4. Sind bei Wikipedia totalitäre Tendenzen am Werke?
  5. Wird hier eine geistige Herrschaft angestrebt, die sich unter der Maske der Kulturvermittlung tarnt?
  6. Führt der Schreibstil zahlreicher Wikipedia-Autoren nicht zu einer Proletarisierung der Sprache?
  7. Ist die Wahrheit der Durchschnitt der Meinungen?
  8. Bestimmen bei Wikipedia diejenigen, die mit dem größten Fanatismus für ihre Meinung kämpfen?
  9. Ist Wikipedia letztlich ein Werk von Dilettanten, die die Fachleute vergraulen?
  10. Was bedeuten schon eine Million Rechtschreibfehler?

Vorwurf der Linkslastigkeit

Der englischsprachigen Wikipedia wird von einigen konservativen und christlichen Kommentatoren vorgehalten, zugunsten liberaler (sozialdemokratischer) politischer Ansichten verzerrt zu sein. Vor diesem Hintergrund entstand Conservapedia.

Der Chefredakteur der konservativen Wochenzeitung „Junge FreiheitDieter Stein setzte in der Ausgabe vom 24. Juni 2011 das Thema Wikipedia auf die Titelseite und kritisierte, Wikipedia habe sich zu einem „von linksgerichteten Administratoren gesteuerten Super-Pranger entwickelt, dessen sich ein konzentriert vorgehendes, eng vernetztes Kartell linksgerichteter Administratoren bemächtigt“ habe, „um konservative, rechte Politiker, Medien, Institutionen mit den jeweils ungünstigsten Wertungen“ zu belasten.[1]

Der Berliner Medienanwalt Torsten Walter kritisierte im Gespräch mit der Jungen Freiheit, einzelne Autoren würden die Wikipedia mißbrauchen, um ihre persönliche Sicht der Dinge als Wahrheit zu präsentieren. Wikipedia habe den Anspruch verlassen, eine objektive Wissenssammlung zu sein und werde „zum beliebigen Meinungsforum – unter dem Deckmäntelchen enzyklopädischer Objektivkität“. Insbesondere kritisiert Walter, der bereits mehrere Personen gerichtlich gegen Wikipedia vertreten hat, die Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Das anonyme und intransparente System Wikipedia befördere Denunziantentum. Der Grundsatz, wer Recht hat, dem muß zu seinem Recht verholfen werden, stoße bei Persönlichkeitsverletzungen durch Wikipedia-Einträge schnell an Grenzen. Gegen die Verbreitung unwahrer, indiskreter oder herabsetzender Behauptungen könne sich der Betroffene gar nicht allein wehren. Wikipedia biete hier zu wenig Schutz:

„Idealismus und Neutralität sind keine deckungsgleichen Kategorien. Wikipedia wird von jedem gemacht, der sich – unabhängig von seiner Qualifikation – dazu berufen fühlt. Die angebliche ‚Schwarmintelligenz’ mit der Wikipedia argumentiert, ist mit Blick auf die vielen Persönlichkeitsrechtsverletzungen, die die Wikipedia zu verantworten hat, ad absurdum geführt.“

Walter sieht den Gesetzgeber in der Pflicht, daß auch für das Angebot Wikipedias klare Verantwortliche im Sinne des Presserechts benannt werden müßten. Nach Maßstäben des deutschen Medienaufsichts- und Medienkonzentrationsrechts gemessen, sei die bisherige Praxis bei Wikipedia rechtswidrig. Das geltende Recht greife aber nicht, weil Wikipedia bislang vor Gericht als Datenbank oder Forum und nicht als impressumspflichtiges Angebot eingestuft wurde. Der Hamburger Rechtsanwalt Jan Mönikes, ein bekannter Kritiker der Wikipedia, spricht diesbezüglich von einer juristischen Wiki-Immunität.[2]

Der JF-Autor Henning Hoffgaard kritisiert, bei Wikipedia setze sich „nicht immer der Klügere, sondern der Ausdauerndste und Stärkste durch“. Es gewinne „nicht derjenige mit den besseren Argumenten, sondern eben jener, der am Ende Unterstützung von einem Administrator bekommt“. Hoffgaard sieht eine zunehmende Abschottung vom Rest der Gesellschaft. Die gefestigten und deprimierenden Strukturen machten Neumitgliedern den Einstieg fast unmöglich. Der damit verbundene Mangel an qualifizierten Autoren habe „zu einer starken ideologischen Schlagseite“ geführt. Der typische Wikipedia-Autor entstamme „einem eher linken politischen Milieu“. Bei der Darstellung von Parteien werde beispielsweise zweierlei Maßstab zugrunde gelegt.[3] Auch der konservative Publizist Claus Wolfschlag wirft der Wikipedia mangelnde Objektivität vor.[4]

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. Dieter Stein: Die neuen Blockwarte, in: Junge Freiheit, Nr. 26/11, 24. Juni 2011, S. 1
  2. Bis zur sozialen Lynchjustiz, in: Junge Freiheit, Nr. 26/11, 24. Juni 2011, Torsten Walter im Gespräch mit Moritz Schwarz, S. 3
  3. Henning Hoffgaard: Gefangen in der Wiki-Falle. Wikipedia: Die angeblich demokratische und neutrale Internet-Enzyklopädie ist alles andere als frei, in: Junge Freiheit, Nr. 26/11, 24. Juni 2011, S. 7
  4. Claus-M. Wolfschlag: Objektiv? Von wegen!, in: Junge Freiheit, Nr. 26/11, 24. Juni 2011, S. 7
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