Totalitarismus

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Totalitarismus (Ganzheit) ist ein politologischer Begriff. Er bezeichnet eine staatliche Herrschaft, welche die ganzheitliche, uneingeschränkte Beteiligung, Einbeziehung und Unterwerfung der jeweiligen Staatsangehörigen bzw. des betroffenen Volkskörpers im Sinne der jeweiligen politischen Anschauung oder Ideologie einfordert und erzwingt. Die totalitäre Anschauung, welche in alle sozialen Schichten hineinzuwirken strebt, kann Kennzeichen einer Volkssouveränität (z. B. mit Durchführung von basisdemokratischen Volksabstimmungen) oder einer Diktatur aufweisen. Die Gegenbewegung zu einem totalitären System, mit einem vom Volke ausgehenden Widerstand, wird von heutigen demokratistischen Totalitaristen als extremistisch bezeichnet.

Der Totalitarismus findet seinen geschichtlichen Anfang in der Schreckensherrschaft der Französischen Revolution und der Tyrannei Napoleons.

Begriff

Der Begriff ist ursprünglich dem italienischen Faschismus entlehnt. Ein Staat muß – im existenzbedrohendem Kriegszustand nach außen und im Falle eines von innen kommenden Widerstandes von Teilen des Volkes (vergleiche Extremismus) – bis zu einem gewissen Grade autoritär agieren, um seine Institution zu erhalten. Demokratie und Totalitarismus werden üblicherweise als Gegensätze verstanden. Doch zeigte bereits 1961 J. L. Talmon in seinem Buch „Die Ursprünge der totalitären Demokratie“, daß auch Demokratien der totalitären Versuchung erliegen können. Die totalitäre Demokratie basiert auf der Annahme einer alleinigen und ausschließlichen Wahrheit in der Politik.

Seit Ende des Zweiten Weltkrieges wird der Terminus insbesondere von seiten des bundesdeutschen Besatzungskonstruktes in bezug auf den Nationalsozialismus zu Unrecht in negativer und verunglimpfender Weise thematisiert.

In ihrem 1956 erschienenen Werk „Totalitarian Dictatorship and Autocracy“ definierten die Politologen Carl Joachim Friedrich und Zbigniew Brzezinski sechs konstitutive Merkmale totalitärer Systeme:

  1. eine umfassende, allgemeinverbindliche, auf Schaffung einer neuen Gesellschaft (stark utopische und z. T. religionsähnliche Elemente) ausgerichtete Ideologie mit Wahrheitsanspruch
  2. eine einzige, hierarchisch organisierte Massenpartei (neuen Typs), die mit dem Staat identisch ist (Partei = Staat), oder ihn zumindest bestimmt
  3. ein physisches und/oder psychisches Terrorsystem: Kontrolle und Überwachung durch Geheimpolizei
  4. das nahezu vollständige Monopol der Massenkommunikationsmittel
  5. das nahezu vollständige Monopol der Anwendung der Kampfwaffen
  6. eine zentrale, bürokratisch koordinierte Überwachung und Lenkung der Wirtschaft
„Denn das ist es, was den Totalitarismus ausmacht: Die Anmaßung zu wissen, was die Wahrheit sei: Endgültig und für alle verbindlich und ohne Zweifel. Und das ist es, was freiheitliche Gesellschaften ausmacht: die Kraft, mit dem Vorläufigen und dem Unsicheren leben zu können. Trotz aller öffentlichen Bekenntnisse erliegen wir aber offenbar der Gefahr totalitären Denkens umso mehr, je entschiedener wir uns als dessen gesicherten Gegensatz verstehen. Der Totalitarismus scheint nicht irgendeine böse Vergangenheit in irgendeinem fernen Staat zu sein, nicht das ganz andere und ganz Fremde, sondern die allwissende Sorge um das Allgemeinwohl. Das war es, was Jürgen Habermas damals meinte, als er vom Linksfaschismus sprach und damit jene undialektische Arroganz des guten und oft genug totalitären Gewissens entlarvte.“Alexander Schuller[1]

Beispiele totalitärer Anschauungen in Deutschland

Während der Zeit des Biedermeiers wurde unter dem Eindruck des Deutschen Dualismus von Klemens Wenzel Lothar von Metternich ein sämtliche Bevölkerungsschichten erfassendes Spitzelsystem etabliert mit dem Ziel der Verhinderung einer gesamtdeutschen politischen Bewegung und einer Beibehaltung der deutschen Kleinstaaterei, um den Einfluß und den Herrschaftsanspruch des Kaisertums Österreich nach der Niederlegung der Reichskrone und der verlorenen Reichsmacht gegenüber den anderen deutschen Staaten im Deutschen Bund zu gewährleisten. Die Restauration war während dieser Zeit erklärte Maxime der politischen Kräfte, die jede fortschrittliche Bewegung somit bereits im Keim erstickten.

Die während der Zeit des Kalten Krieges existente sogenannte DDR war totalitär, da sie von der von ihr verwalteten Bevölkerung die vollständige Unterwerfung unter ihre praktizierte Anschauung bzw. Ideologie einforderte. Volkssouveräne Aspekte wie Volksabstimmungen gab es nicht; die Volkskammerwahlen täuschten eine Demokratie nur vor. Die Bankrotterklärung dieser Staatssimulation erfolgte mit dem Mauerbau. Ein staatsähnlich agierendes Besatzungskonstrukt, welches sein Volk einmauern mußte, konnte keine Zukunft haben; die untergegangene DDR wurde zuweilen auch als „autoritäre Diktatur“ beschrieben.

Auf die BRD treffen die oben genannten sechs konstitutiven Merkmale totalitärer Systeme im wesentlichen ebenfalls zu; anstelle der unter 2. benannten einzigen Massenpartei tritt in dem BRD-Besatzungskonstrukt der Mehrparteienparlamentarismus in Form der BRD-Blockparteien auf. Gerade die im Bundestag vertretenen Parteien werden hierarchisch von den Parteiführern gesteuert, diese wiederum werden letztendlich insbesondere durch die Alliierten oder die Bilderberger gleichgeschaltet; zudem besteht bei parlamentarischen Abstimmungen in der Regel der Fraktionszwang, d. h., jede Partei stimmt einheitlich ab. Bei solch einem politischen System hat das Volk so gut wie keine Mitwirkungsrechte bzw. -möglichkeiten, was praktisch einer Diktatur gleichkommt; Volksabstimmungen in wichtigen politischen Fragen gibt es nicht.

Der jüdische Historiker Jacob Talmon (1916–1980) äußerte sich einmal dahingehend, daß auch ein demokratischer Rechtsstaat zu einer totalitären Demokratie entarten kann. Die BRD nimmt immer mehr die Züge totalitärer Politik an, indem sie z. B. die FDGO nicht praktisch lebt, sondern nur zum Scheine propagiert. Nach dem Beitritt der DDR zur BRD 1990 sah die BRD kaum noch eine Notwendigkeit, die angeblichen Vorteile der sogenannten Demokratie in den Vordergrund zu stellen. Seitdem wurde die Verfolgung Andersdenkender exzessiv gesteigert. Die BRD fokussiert dabei den angeblichen Holocaust und die angeblichen Verbrechen des Nationalsozialismus als alleinige Existenzberechtigung. Die entsprechenden Gesetze wurden vorrangig unter Herrschaft der SPD während der Regierung von Gerhard Schröder verabschiedet. Ein politischer Zustand soll mit aller Macht zementiert werden. Auch dies erinnert fatal an die Zeit der Restauration unter Fürst von Metternich.

Des weiteren kann der Nationalsozialismus als totalitäre Anschauung erachtet werden, weil er alle Bevölkerungsschichten in seine politische Sichtweise ganzheitlich einbeziehen will. Im Gegensatz zur BRD weist diese von 1933 bis 1945 staatlich verwirklichte Anschauung basisdemokratische Grundzüge auf; denn in wichtigen Fragen der Staatsleitung werden Volksabstimmungen durchgeführt, was ein deutliches Kennzeichen einer Volkssouveränität ist. Der Nationalsozialismus erstrebt, im Gegensatz zum Faschismus, nicht die Totalität des Staates, sondern eine Totalität, welche der Arterhaltung dient.

Der Zweite Dreißigjährige Krieg bedeutete einen fast weltweiten, gegen das Deutsche Reich gerichteten, politischen und militärischen Totalitarismus, weil dieser Vernichtungskrieg auf eine umfassende, ganzheitliche Zerstörung des deutschen Volkes abzielte. Nach Überwindung der bürgerkriegsähnlichen Zustände während der sogenannten Weimarer Republik und der zeitweisen Internierung der politischen Gegner folgten die jüdischen Kriegserklärungen an Deutschland. Die einseitigen Kriegserklärungen an Deutschland von seiten Frankreichs und Englands, die den Zweiten Weltkrieg auslösten, folgten im Jahre 1939. Dabei ging es mitnichten um die Zerschlagung des Nationalsozialismus, sondern der erklärte Feind war ein wieder erstarktes Deutschland. Auf der Casablanca-Konferenz 1943 wurde dann die Vernichtung Deutschlands bis zur bedingungslosen Kapitulation beschlossen.

Beispiele für totalitäre Ideologien

Zitate

  • „Der Totalitarismus ist zwar eine moderne Erscheinung, aber seine Vorläufer liegen weit zurück. Der Egalitarismus, der Rationalismus, der Universalismus, die Idee vom absoluten Bösen (und Guten), die Idee von einer einzigen Wahrheit, mit der übereinzustimmen alle berufen sind, und schließlich die Idee von der finalisierten Geschichte – all dies verweist auf eine bestimmte Ideologie: auf die Ideologie der Bibel. Wenn der Totalitarismus „den Triumph des Hasses im Innern eines jeden“ darstellt – eines vom Materialismus und egalitären Ressentiment genährten Hasses –, stellt er ebenfalls die Säkularisierung eines Systems dar, das in der Vergangenheit auf andere Weise erlebt wurde. Er ist die letzte Verwandlung des Monotheismus.“Alain de Benoist[2]

Siehe auch

Literatur

  • Lyle Rossiter: Die liberale Agenda: Analyse der Geisteskrankheit linker Meinungsdiktatoren, J. K. Fischer Verlag, 2018, ISBN 978-3941956179 [496 S.]
  • Alain de Benoist: Totalitarismus. Kommunismus und Nationalsozialismus – die andere Moderne. 1917–1989. Aus dem Französischen von Claude Michel. Mit einem Vorwort von Ernst Nolte, Verlag Junge Freiheit, Berlin 2001, ISBN 3-929886-08-1
  • Michael Müller (Hg.): Die leise Diktatur – Das Schwinden der Freiheit, MM-Verlag, ISBN 978-3-928-27291-9
  • Gerhard Wisnewski: Die Wahrheit über das Attentat auf ›Charlie Hebdo‹. Gründungsakt eines totalitären Europa. Kopp Verlag, Rottenburg 2015, ISBN 978-3-86445-211-6
  • Stephan Meyer: Die anti-utopische Tradition. Eine ideen- und problemgeschichtliche Darstellung. Verlag Lang, Frankfurt am Main, Berlin, Brüssel [...] 2001, ISBN 3-631-37492-5 [Diese Hochschulschrift (Hildesheim 1998) ist lexikalisch aufgebaut und überrascht mit ihrer genauen Beschreibung von Motivtraditionen]
  • David Kertzer (Jude): Der erste Stellvertreter. Papst Pius XI. und der geheime Pakt mit dem Faschismus. Aus dem Englischen übersetzt von Martin Richter, Theiss Verlag, Darmstadt 2016, 607 S., ISBN 978-3-8062-3382-7

Verweise

Fußnoten

  1. Das süße Gift des Totalitarismus. Welt online, 14. Januar 2000
  2. Alain de Benoist: Kulturrevolution von rechts. Sinus-Verlag, Krefeld, 1985, S. 87