Worms

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pfeil 1 start metapedia.png Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Worms (Auswahlseite) aufgeführt.

Worms

Wappen von Worms
Staat: Deutsches Reich
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Provinz: Pfalz
Einwohner (2011): 81.967
Bevölkerungsdichte: 753 Ew. p. km²
Fläche: 108,8 km²
Höhe: 100 m ü. NN
Postleitzahl: 67547–67551
Telefon-Vorwahl: 06241, 06242, 06246, 06247
Kfz-Kennzeichen: WO
Koordinaten: 49° 38′ N, 8° 22′ O
Worms befindet sich seit 1945 entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Rheinland-Pfalz

Worms ist eine deutsche Stadt im Rheinland direkt am westlichen Rheinufer. Worms ist eine der ältesten Städte Deutschlands, ehemalige Freie Reichsstadt, und wird auch als Nibelungenstadt bezeichnet.

Lage

Worms liegt im Westen der Pfalz in der Oberrheinischen Tiefebene am Rhein.

Geschichte

Frühe Geschichte

Das Stadtgebiet wurde erstmals in der Jungsteinzeit (Neolithikum) etwa um 5000 v. Chr. von Ackerbauern und Viehzüchtern besiedelt. Der älteste überlieferte Ortsname ist keltischen Ursprungs, und blieb in dem lateinischen Namen der Stadt, Borbetomagus, was soviel wie „Feld am Borbeta“ bedeutet, erhalten. In der latinisierten Endung -magus hat sich das keltische Wort für Feld, Wiese, Ebene, erhalten. Worms wurde Hauptort des halbautonomem Verwaltungsbezirks (lat. Civitas) Civitas Vangionum. Dieser war nach dem hier seit dem ersten nachchristlichen Jahrhundert ansässigen Stamm der Vangionen benannt. Vangionen nannten sich die Wormser noch bis in das 16. Jahrhundert. Von dieser Bezeichnung ist auch der Name Wangengau für die Umgebung von Worms abgeleitet, der dann vom Volksmund in das verständlichere Wonnegau umgesetzt wurde. Worms heißt die Stadt seit dem 6./7. Jahrhundert, in der lateinischen Form Wormatia.

Fränkisches Reich

In fränkischer Zeit setzt die gesicherte Wormser Bischofsliste mit Bischof Berchtulf ein, der 614 an der Pariser Synode teilnahm. Unter den Karolingern bildete Worms eines der Machtzentren, so dass seine Bischöfe im 8. und 9. Jahrhundert dem Königshof nahe standen.

Im 9. Jahrhundert machte Kaiser Karl der Große Worms zu seinem Wintersitz. 829 und 926 fanden Reichstage des Ostfränkischen Reichs in Worms statt. Zu dieser Zeit war Worms, das im 9. Jahrhundert noch eines der karolingischen Machtzentren gewesen war, durch die fränkische Reichsteilung schon in eine Randlage gerückt.

Auf dem Hoftag zu Worms im Mai 961 ließ Otto der Große seinen siebenjährigen Sohn Otto II. zum Mitkönig erheben. Am 2. Februar 965 feierte Otto I. nach der Rückreise von Italien in Worms den Jahrestag seiner Kaiserkrönung und im August 966 regelte er in Worms die Vertretung für die Zeit seiner neuerlichen Abwesenheit. 976 erhielt Otto von Worms das neugeschaffene Herzogtum Kärnten zu Lehen, das vorher ein Teil Bayerns gewesen war.

Salier

Erst mit den Saliern aber begann der Aufstieg der Stadt zu ihrer größten Blüte. 1074 erlangte sie die Zollfreiheit. 1076 fand hier ein weiterer Reichstag statt, auf dem König Heinrich IV. Papst Gregor VII. für abgesetzt erklärte und dafür umgehend mit dem Kirchenbann belegt wurde – eine der Folgen dieser Ereignisse war dann der Gang nach Canossa.

1122 wurde hier das Wormser Konkordat geschlossen. In dieser Zeit bildet sich die städtische Verfassung mit einem selbständig agierenden Stadtrat als Vertreter der Bürgerschaft heraus. Nach dem Untergang der Salier 1125 verbanden sich auch die Staufer eng mit der Stadt. 1184 räumte Kaiser Friedrich Barbarossa der Stadt umfangreiche Freiheitsrechte ein, was als Begründung der Reichsstadt gelten kann. Das 12. Jahrhundert war dann vom beginnenden Streit zwischen dem Bischof und dem Stadtrat um die faktische Herrschaft über die Stadt geprägt – ein Konflikt, der bis ins 16. Jahrhundert andauern sollte.

Frühe Neuzeit

1495 fand unter Kaiser Maximilian erneut ein Reichstag statt, auf dem die Reichssteuer, das Reichskammergericht und das Fehdeverbot des Ewigen Landfriedens eingeführt wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Stadt den Höhepunkt ihrer wirtschaftlichen Blüte schon überschritten. Der Bürgeraufstand 1512/13 und die Fehde mit Franz von Sickingen 1515-1519 zerrütteten die finanziellen Verhältnisse der Stadt weiter. Faktisch war die Stadt zwar eine freie Reichsstadt, aber dem Bischof und der Geistlichkeit, die nach verschiedenen Schätzungen zwischen 30 und 50 Prozent der Stadtbevölkerung ausmachten (wobei Gesinde und Dienstpersonal mitgezählt werden), war es in zähen Verhandlungen gelungen, derart viele Sonderrechte durchzusetzen, dass der Handlungsspielraum des Stadtrates eng begrenzt war. Außerdem war im Laufe des 15. Jahrhunderts der Einfluss der kurpfälzischen Rheingrafen auf die Stadt stark gestiegen. Zeitweise waren der Wormser und der Speyerer Bischofsstuhl von Brüdern des Pfalzgrafen besetzt.

Wie in vielen anderen Städten breitete sich besonders im geistig freien Stadtklima das neue Gedankengut der Reformation auch in Worms früh und schnell aus. Beschleunigt wurde dies in Worms durch den Reichstag zu Worms, auf dem Martin Luther gegenüber Kaiser Karl V. seine in Wittenberg veröffentlichten 95 Thesen verteidigte. Worms wurde zu einem Zentrum und Experimentierfeld der Reformation: 1524 wurde hier erstmals eine deutsche evangelische Messe gedruckt, 1526 veröffentlichte William Tyndale die erste englische Version des Neuen Testaments in Worms. Der Versuch des Wormser Stadtrates, im Fahrwasser des Bauernkrieges 1525 die bischöfliche Bevormundung endgültig loszuwerden, scheiterte allerdings. Worms wurde zwar evangelisch (Katholiken waren beispielsweise bis 1792 vom Stadtrat ausgeschlossen), der Bischof und die Geistlichen behielten aber ihre Sonderrechte und den Dom.

Französischer Terror

1689 wurde die Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch Truppen König Ludwig XIV. zerstört. Von 1792 bis 1814 gehörte Worms zu Frankreich, seit 1815 zum Großherzogtum Hessen als Teil der Provinz Rheinhessen. 1835 wurden in Rheinhessen die vier Kreise Mainz, Bingen, Alzey und Worms als staatliche Verwaltungsbezirke eingerichtet.

Drittes Reich

Nach der 1937 durchgeführten Aufhebung der drei Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen wurde am 1. November 1938 in Hessen eine einschneidende Gebietsreform durchgeführt. Im Umkreis von Worms wurden der Kreis Oppenheim und der Kreis Bensheim aufgelöst. Dabei wurden die rechtsrheinischen Gemeinden Lampertheim, Bürstadt, Hofheim und Biblis dem neugeschaffenen Landkreis Worms, der aus dem Kreis Worms hervorging, angegliedert. Die Städte Mainz und Worms wurden als Stadtkreise verselbständigt. Diese so geschaffene Verwaltungsgliederung hatte bis zum Kriegsende 1945 Bestand.

Durch zwei alliierte Bomben-Terrorangriffe am 21. Februar und 18. März 1945 wurde die Stadt fast völlig zerstört. Der britische Terrorangriff vom 21. Februar 1945 zielte auf die vollständige Auslöschung der Bevölkerung von Mainz. Der Angriff erfolgte mit 334 Flugzeugen, diese warfen innerhalb weniger Minuten 1100 Tonnen Bomben über der Innenstadt ab. In Brand gesetzt wurde dabei auch der Wormser Dom. Die Innenstadt wurde nach dem Krieg durch Bebauung im materialistischen („modernen“) Stil weiter zerstört.

Bekannte, in Worms geborene Personen

  • André Eisermann (geb. 1967), Theater- und Filmschauspieler
  • Florian Gerster (geb. 1949), BRD-Politiker (SPD)
  • Albrecht Glaser (geb. 1942), Jurist, Kommunalpolitiker und stellvertretender AfD-Bundesvorsitzender
  • Johann Nikolaus Götz (1721–1781), Schriftsteller
  • Richard Hildebrandt (1897–1951/52), Politiker (NSDAP), SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS
  • Hans Hinkel (1901–1960), Journalist und Ministerialbeamter während der Zeit des Nationalsozialismus
  • Heinrich Hoffmann (1913–1941), Jagdflieger, Oberfeldwebel und Eichenlaubträger des Zweiten Weltkrieges
  • Fritz Holl (1883–1942), Schauspieler, Regisseur und Intendant

In Worms geborene Nichtdeutsche

  • Paul Hertz (1888–1961), jüdischer Politiker (SPD, USPD)
  • Salomon Loeb (1828–1903), jüdischer Bankier und Philanthrop

Bildergalerie

Fußnoten

  1. Siegfried Scharfe (Hg.): Deutschland über Alles. Ehrenmale des Weltkrieges, Karl Robert Langewiesche, Leipzig 1940 (Die Blauen Bücher)
  2. Georg Schorer: Deutsche Kunstbetrachtung, Deutscher Volksverlag, München 1939, S. 34