Friedrich Karl von Preußen (1801)

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Seine Königliche Hoheit General-Feldzeugmeister Prinz Carl von Preußen, Herrenmeister des königlich preußischen Johanniter-Ordens

Prinz Friedrich Carl (auch Karl) Alexander von Preußen (Lebensrune.png 29. Juni 1801 im Schloß Charlottenburg bei Berlin; Todesrune.png 21. Januar 1883 in Berlin) war der dritte Sohn von König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise, Offizier der Preußischen Armee und Regimentschef.

Leben

Von seiner Mutter, die bereits seine Geschwister Friedrich Wilhelm, Wilhelm und Charlotte geboren hatte, wurde Prinz Carl als „das schönste [ihrer] Kinder“ bezeichnet. Nach Carl wurden noch die Geschwister Alexandrine, Luise und Albrecht geboren.

Seine ältere Schwester Charlotte umsorgte ihn auch noch nach ihrer Heirat mit Zar Nikolaus I. von Rußland. Carl war auf der Krönung seiner Schwester zur Zarin Alexandra Fjodorowna in Moskau anwesend und begleitete sie auch im Alter noch oft auf Reisen. Im Jahr 1811 trat Prinz Carl als 10jähriger in die Armee ein und erhielt den Rang eines Secondelieutenants im Garderegiment. Nachdem er konfirmiert worden war, wurde Carl im Jahr 1819 stimmfähiges Mitglied des 1817 gegründeten Preußischen Staatsrats.

Im Jahr 1820 begann er seine aktive Militärlaufbahn als Major im 1. Garderegiment zu Fuß. Als Oberst übernahm er im Jahr 1822 das 12. Infanterieregiment und das kaiserlich russische Infanterieregiment Liebau. Am 30. März 1824 wurde er zum Generalmajor ernannt.

Am 17. Januar 1830 wurde Carl Kommandeur der 2. Garde-Division, am 30. März 1832 folgte die Beförderung zum Generalleutnant. Am 30. März 1836 wurde er Kommandierenden Generals des IV. Armee-Korps. Nachdem im Jahr 1840 der Vater Friedrich Wilhelm III. gestorben und nun die Regierung von seinem Bruder Friedrich Wilhelm IV. übernommen worden war, erreichte Prinz Carl am 23. September 1844 den Rang eines Generals der Infanterie und wurde im März 1848 Inspekteur der 2. Armee-Abteilung. Am 30. März 1854 stieg er schließlich zum General-Feldzeugmeister und Chef der preußischen Artillerie auf. In dieser Position führte Prinz Carl gezogene Geschützrohre (statt der bisherigen glatten Rohre) ein.

Daneben reiste der Prinz häufig nach Rußland zu seiner Lieblingsschwester Charlotte, der Frau des Zaren Nikolaus I. Während der Revolution im Jahr 1848 blieb Prinz Carl in Berlin und stellte sein Palais für Bürgerversammlungen zur Verfügung. Außerdem nahm er regelmäßig an den Sitzungen des Staatsrates teil und reiste mehrfach in diplomatischer Mission für Friedrich Wilhelm IV. ins Ausland. Nach dem Tod seines Bruders Friedrich Wilhelm übernahm nunmehr sein zweiter Bruder als König Wilhelm I. die Regierungsgeschäfte.

In der Zeit von 1864 bis 1866 wirkte Prinz Carl als Gouverneur von Mainz. Im Jahr 1866 erhielt er von Wilhelm I. für die Bewährung der von Carl geführten Artillerie den Orden Pour le Mérite. Am 25. August 1878 verlieh der niederländische König Wilhelm III. ihm das Komturkreuz in Militär-Wilhelms-Orden. Ehrenhalber wurde Prinz Carl im Jahr 1871 zum Chef des schleswig-holsteinischen Ulanenregiments Nr. 15 und im Jahr 1873 zum Chef des 3. Garde-Grenadier-Landwehrregiments.

Sein Grab befindet sich in der Kirche St. Peter und Paul in Berlin-Wannsee.

Johanniterorden

Auf Wunsch von Friedrich Wilhelm IV. wurde 1852/53 der Johanniterorden wiederhergestellt und Prinz Carl zum Herrenmeister (1853–1883) gewählt. Die Wiedergründung fand im Palais Prinz Carl am Wilhelmplatz statt.

Im Jahr 1863 war Carl mit dem Johanniterorden an den Aktivitäten beteiligt, die zur Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz führten. Als Beauftragten für die Einrichtung einer Organisation für die freiwillige Betreuung und Versorgung von Kriegsverwundeten bestimmte Carl Prinz Reuß.

„Der Johanniter-Orden war in dieser Konferenz durch seinen Delegierten Seiner Durchlaucht (S.D.) Prinz Heinrich XIII. Reuss j.L. (jüngere Linie) vertreten. Er wurde somit ein Gründungspate dieser inzwischen weltumspannenden humanitären Hilfsorganisation.“

In Berlin wurde am 17. Februar 1864 der „Verein zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger“ gegründet. Dieser Verein war der unmittelbare Vorläufer des Deutschen Roten Kreuzes. Anläßlich des Deutsch-Dänischen Krieges gab es Kriegslazarette in Altona, Flensburg und Kolding.

Mit seinem Tod vererbte Prinz Carl dem Johanniterorden eine Million Goldmark. Von den Zinsen dieses Vermögens konnte der Orden ein Siechenhaus für Arbeiter unterhalten, aus welchem sich das heutige Johanniter-Altenheim in Lichterfelde entwickelte.

Carl zu Ehren wurde vom Johanniterorden im Jahr 1981 eine gußeiserne Tafel für St. Peter und Paul gestiftet.

Fußartillerie-Regiment „General-Feldzeugmeister“ (Brandenburgisches) Nr. 3

Das Fußartillerie-Regiment „General-Feldzeugmeister“ (Brandenburgisches) Nr. 3 erhielt den Beinamen General-Feldmeister zu Ehren Carl von Preußens. Die erste Einheit des späteren Regimentes wurde am 29. Februar 1816 gegründet. Der Name des Regimentes lautete damals noch Sächsische Artillerie-Brigade. Durch A.K.O. vom 16. Juni 1864 wurden die Artillerie-Brigaden in je ein Feldartillerie- und Festungsartillerie-Regiment geteilt. Der 16. Juni 1864 ist der Stiftungstag des Regimentes, das gemäß der A.K.O. die Bezeichnung „Brandenburgisches Festungsartillerie-Regiment Nr. 3“ erhielt. Feld- und Festungsartillerie-Regiment Nr. 3 „teilten“ sich die am 26. Mai 1816 verliehene Fahne.

Die Verleihung des Namenszusatzes „General-Feldzeugmeister“ geschah am 7. Dezember 1864:

„Ich habe, um das Andenken der ruhmvollen Dienste zu ehren, welche die Artillerie in dem diesjährigen Feldzuge geleistet hat, an dem heutigen Tage, an welchem ich eine Abteilung derselben unter den vom Kriegsschauplatz zurückgekehrten, siegreichen Truppenteilen hier in meine Haupt- und Residenzstadt einrücken ließ, folgendes bestimmt:
Der General-Feldzeugmeister Prinz Carl von Preußen, Königliche Hoheit, erhält die Auszeichnung, daß den beiden Regimentern der 3. Artillerie-Brigade der Beiname ‚General-Feldzeugmeister‘ verliehen wird, wonach das Brandenburgische Feldartillerie-Regiment Nr. 3 die Benennung: Brandenburgisches Feldartillerie-Regiment Nr. 3 (General-Feldzeugmeister) und das Brandenburgische Festungsartillerie-Regiment Nr. 3 die Bennung: Brandenburgisches Festungsartillerie-Regiment Nr. 3 (General-Feldzeugmeister) erhalten. Berlin, den 7. Dezember 1864. Wilhelm.“[1]

Die Bezeichnung „General-Feldzeugmeister“ stammt aus der Zeit der Landsknechte. Unter „Zeug“ bzw. „Feldzeug“ verstand man seinerzeit die Artillerie und alles, was damit zusammenhing. Artilleristen wurden damals weniger als Soldaten, denn als Handwerker angesehen. So hatten sie auch keine Offiziere, sondern Meister als Vorgesetzte. Der Begriff „Feldzeugmeister“ als Oberster Inspekteur und später Befehlshaber der Artillerie bürgerte sich speziell in der preußischen Armee ein. Ab 1854 wurden in Preußen Generaloberste mit dem Rang eines Generalfeldmarschalls bei der Artillerie Generalfeldzeugmeister genannt.

Ehe und Nachkommen

Am 26. Mai 1827 heiratete Prinz Carl in Charlottenburg bei Berlin Prinzessin Marie (1808–1877), Tochter von Erbgroßherzog Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor:

Auszeichnungen (Auszug)

Fußnoten

  1. Allerhöchste Kabinettsorde vom 7. Dezember 1864, Berlin