Glagau, Erich

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Erich Glagau (1914–2017)

Erich Glagau (Lebensrune.png 17. Juli 1914 in Königsberg, Ostpreußen; Todesrune.png 6. Juni 2017 in Baunatal bei Kassel) war ein deutscher Buchautor und Flugzeugführer im zivilen Bereich sowie der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Luftwaffen-Feldwebel Erich Glagau

Erich Glagau war seit dem Sommer 1930 bei der Hitlerjugend und trat im Sommer 1932, als er 18 wurde, sofort zur SA über (mit der er als SA-Truppführer an mehreren Reichsparteitagen in Nürnberg teilnahm) und in die NSDAP ein:

„Da fühlte ich mich richtig zu Hause, denn das waren ja alle richtigen Männer. Hier lernte ich noch mehr die Volksgemeinschaft kennen. Beruflich war alles durcheinandergewürfelt. Arbeiter, Arbeitslose, Akademiker, ältere Schüler der höheren Schulen, Handwerker, Studenten und auch einige Geschäftsleute, die keine Angst hatten, daß sie ihren Laden eines Tages als Scherbenhaufen vorfinden würden. Ich wohnte im roten Viertel Ponarth. Dort war ich natürlich als ‚Nazi‘ bekannt. Aber wir kannten uns auch als Nachbarn, und das hatte den Vorteil, daß ich zu manchen Versammlungen der Kommunisten von diesen mitgenommen wurde und damit die Gewähr hatte, ohne Prügel wieder nach Hause gebracht zu werden. Die SA war nicht nur zu Zeiten der Wahlveranstaltungen aktiv. Wir waren eigentlich immer im Einsatz. Wir sind singend durch andere Stadtviertel gezogen. Was wir gesungen haben?: ‚Deutschland, Deutschland über alles‘; ‚Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen‘; ‚Brüder in Zechen und Gruben‘; ‚Es pfeift von allen Dächern‘ und Soldatenlieder aus dem Ersten Weltkrieg. In den bürgerlichen Gegenden war dies kein Problem. In den roten Stadtteilen dagegen mußten wir uns gegenseitig an den Koppeln festkrallen, um von den roten Rabauken nicht einzeln in einen Hausflur oder eine Toreinfahrt gezerrt und verdroschen zu werden. Ich erinnere mich an einen erschlagenen SA-Kameraden, nach dem später ein Platz in Königsberg benannt wurde: Der Fritz-Tschierse-Platz. [...]
„Eine politisch-menschliche höchst interessante und bezeichnende Geschichte hat sich zwischen Hermann Göring und Ernst Thälmann abgespielt. Ein SA-Kamerad, der Arzt war, mit dem mich eine besondere Freundschaft verband, hatte die Aufgabe, die KL zu inspizieren. Er war für alle Insassen ansprechbar, weil er sich auch über die seelische Verfassung dieser Leute zu informieren hatte. So trat bei seinem Besuch in Weimar-Buchenwald Ernst Thälmann an ihn heran und fragte, ob er bei ihm eine Beschwerde vorbringen dürfe. Mein Freund stimmte zu und Ernst Thälmann begann seinen Bericht: Er habe mit einem KL-Aufseher eine politische Diskussion gehabt, bei der dieser SS-Mann nicht habe mithalten können. Darauf habe dieser die Notbremse gezogen und Thälmann so kräftig eine gescheuert, daß er zu Boden ging. Darüber war Thälmann besonders erbost, weil er ja schließlich bei der Wahl zum Reichspräsidenten mit Hitler auf der Kandidaten-Liste gestanden habe. Mein Freund hat dieses Heinrich Himmler und auch Hermann Göring berichtet. Himmler hat eine Bestrafung des KL-Aufsehers gefordert, weil es erstens verboten war, mit den Häftlingen zu diskutieren und zweites Mißhandlungen gegen Häftlinge strikt verboten waren. Hermann Göring hat Thälmann aus Weimar nach Berlin kommen lassen und sich bei ihm für das Verhalten des Aufsehers entschuldigt. Aber Göring hat Thälmann eine Frage gestellt, ob er, Göring, bei Übernahme der Regierungsgewalt durch die Kommunisten, nicht hätte damit rechnen müssen, sofort liquidiert zu werden. Darauf hat Thälmann geantwortet: ‚Ja, damit hätten Sie wohl rechnen müssen!‘ [...]
Es wird etwa 1930 oder 1931 gewesen sein, als der sozialdemokratische Ministerpräsident von Preußen, Otto Braun, er war gebürtiger Königsberger, einen Aufruf an alle vaterlandsliebende junge Männer erließ, sich illegal von der Reichswehr ausbilden zu lassen. Dieser Aufruf erfolgte wegen der sich häufenden Übergriffe durch Polen auf das südliche Ostpreußen und seine Bevölkerung. Angesprochen wurden nationale Verbände wie das SPD-Reichbanner, die SPD-Eiserne-Front, der deutschnationale Stahlhelm und die Hitler-Jugend, die SA und SS der NSDAP. Die Kommunisten wurden nicht eingeladen. Für heutige Verhältnisse ist diese Tatsache unbegreiflich, denn damit wäre ja Hitler mit dem Polen-Feldzug absolut entlastet. Ich habe nach dem Krieg an die SPD-Spitze in dieser Sache geschrieben, aber man hat es vorgezogen, alles totzuschweigen. An verschiedenen Abenden in jeder Woche fanden wir von der NSDAP uns beim Infanterieregiment 1 in Königsberg vor der Wache ein und wurden im Dunkeln in die Kaserne geschleust. Hier bekam jeder einen Spind unter dem Dachboden, in dem er seine Zivilklamotten verstaute, um sich in im Drillichanzug von Unteroffizieren, Feldwebeln und Offizieren die halbe Nacht schleifen zu lassen. Ich wurde bei der 13. Kompanie am Minenwerfer ausgebildet. Es wurden auch Nachtmärsche außerhalb der Kaserne gemacht. Und für diese sehr harte Schleiferei bei der Reichswehr bekamen wir keinen Pfennig Entschädigung! Es wäre uns auch nicht im Traum eingefallen, dafür etwas zu verlangen. Vielmehr hielten wir es für unsere Pflicht, im Notfall irgendwo gegen die Polen eingesetzt zu werden. Daher also mein Rang als Truppführer bei der SA. Auch als ich nach meiner Fluglehrertätigkeit bei der Deutschen Verkehrsfliegerschule, und nach meiner Zivil-Fluglehrerzeit bei der Luftwaffe Soldat mit dem niedrigsten Rang, nämlich als ‚Flieger‘, sofort wieder als Fluglehrer aktiv blieb, kam mir die Ausbildung bei der UWG sehr zustatten. ‚UWG‘ stand für ‚Unsere Wehr-Gemeinschaft‘. Es war die Organisation, bei der ich 1930 als Hitler-Junge von der Reichswehr in Nachtkursen zum richtigen Soldaten gemacht wurde.“[1]

Glagau war sowohl im zivilen Leben (seit 1931) als auch bei der Luftwaffe Flugzeugführer und Luftfahrtsachverständiger.

Zweiter Weltkrieg

1940 wurde er zum Leutnant befördert. 1942 war er Fluglehrer an der Flugzeugführerschule (FFS) C 16 und besuchte selbst den Nachtflug-Lehrgang 4. 1943 wurde er an die Blindflugschule 10 kommandiert, anschließend war er erneut Fluglehrer an der FFS B 16. Im Juni 1943 wurde er zum Oberleutnant (nach anderen Quellen schon 1942), am 1. Januar 1944 zum Hauptmann befördert, anschließend in die II. Gruppe/Jagdgeschwader 103 versetzt, wo er im Endkampf um Deutschland im Rahmen der Reichsluftverteidigung Feindflug auf Feindflug absolvierte.

Nachkriegszeit

Seit Glagau sich im Ruhestand befand, widmete er sich ganz dem Schreiben. In seinem Werk „Wer fliegt, hat mehr vom Leben!“ beschrieb der abenteuerlustige Ostpreuße, wie er Flieger wurde und wie er im Zweiten Weltkrieg Einsätze mit den „Brandenburgern“ erlebte und u. a. am Unternehmen „Merkur“, der Eroberung von Kreta, teilnahm.

Wirken

Glagau war Verfasser vieler Kurzgeschichten, diesen folgten dann auch Romane und Sachbücher. Seine Bücher zeichnen sich durch Humor aus und sind in einem spannenden Stil verfaßt. Sie machten ihn über die BRD und auch Europa hinaus selbst in Übersee bekannt. Bis 2002/03 hatte er bereits 15 Bücher geschrieben. Seine literarische Vielseitigkeit stellte er mit dem Buch „Erdachte Gespräche“ mit historischen Persönlichkeiten unter Beweis. Er leistete sich den Luxus, im „freiesten Staat auf deutschem Boden“ auch brisante Themen anzusprechen. Ursula Haverbeck empfiehlt Glagaus Werk „Talmud-Querschnitt“.[2]

100. Wiegenfest

Der passionierte Flieger und erfolgreiche Buchautor (über 60 Bücher und Broschüren) wurde am 17. Juli 2014 100 Jahre alt. Zu seinem Jubelfest kam ein „Geburtstagsbuch“ heraus, das einen Querschnitt des reichen Schaffens des Jubilars bringt – von den „Erdachten Gesprächen“ über die „Grausame Bibel“ bis zu „Sixtus Rosenzweig“ mit dem Titel „100 Jahre und kein bißchen leise“.

Tod

Hauptmann a. D. Erich Glagau verstarb am 6. Juni 2017.

Würdigung

  • „Liebe Kameraden, am Dienstag, den 6. Juni 2017 ist mein Kamerad, Mentor und Freund Erich Glagau zur großen Armee abberufen worden. Erich, der am 17. Juli 1914 in Königsberg geboren wurde, hatte sein Leben dem kirchenkritischen Revisionismus verschrieben und wird vielen Kameraden durch seine Bestseller ‚Die grausame Bibel‘ oder ‚Müssen unsere Kinder so heißen?‘ bekannt sein. Im großen Krieg tat Erich seine Plicht bei der deutschen Luftwaffe, um nach Flucht und Vertreibung aus unserem Ostpreußen die Bundesrepublik wieder mit aufzubauen. Bis in seine letzten Tage politisch aktiv, wenn auch nur, mit 103 Jahren, am Schreibtisch, wirst du mir stets Vorbild bleiben, in Treue und Pflichterfüllung. Meine Gedanken weilen oft bei dir und deiner frohen, ruhigen Königsberger Art. Ich wünsche allen meinen Freunden ein solches langes und erfülltes Leben, wie du es führen konntest. Deinen Idealen treu, bis zum letzten Tag! Treue um Treue!“Thorsten Heise, 8. Juni 2017
  • „Trotz seinem hohen Alter von 103 Jahren war er zeitlebens für Deutschland aktiv, wenn zuletzt auch nur noch am Schreibtisch. Zutiefst seiner ostpreußischen Heimat verbunden ist er vielen Kameraden als kirchenkritischer Revisionist durch seine Bestseller ‚Die grausame Bibel‘ oder ‚Müssen unsere Kinder so heißen?‘ bekannt. Im deutschen Freiheitskampf von 1939–1945 tat Erich seine Plicht bei der deutschen Luftwaffe, um nach Flucht und Vertreibung aus unserem Ostpreußen, Deutschland wieder mit aufzubauen. Er flog Einsätze auf Kreta, in den Kessel von Demjansk und in der Reichsverteidigung. Sein Wahlspruch: ‚Wer fliegt, hat mehr vom Leben!‘ Er war nach Art, Haltung, Treue, Pflichterfüllung und Lebensleistung ein typischer Ostpreuße. Er hatte ein erfülltes deutsches Leben. Ich habe sehr schöne, beeindruckende Begegnungen und Erlebnisse mit Dir gehabt und werde Dich nie vergessen! Treue um Treue!“Ralph Tegethoff, Facebook, 9. Juni 2017

Auszeichnungen (Auszug)

Werke

Erich Glagau - 100 Jahre und kein bißchen leise.gif

Filmbeitrag

In diesem kurzen Filmbeitrag stellt sich Erich Glagau vor:

Verweise

Fußnoten

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