Hilgenfeldt, Erich

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Georg Paul Erich Hilgenfeldt3.jpg
Unterschrift Hilgenfeldt, Erich.png

Georg Paul Erich Hilgenfeldt (Lebensrune.png 2. Juli 1897 in Heinitz, Saarland; Todesrune.png 25. April 1945 in Berlin) war ein deutscher Offizier des Deutschen Heeres, Beamter, Politiker, hoher Verwaltungsbeamter der NSDAP, Mitglied des Reichstages und Offizier der SS, zuletzt SS-Gruppenführer und Leiter des Reichsbundes der freien Schwestern und Pflegerinnen (RBdfS) und der NS-Schwesternschaft.

Leben

Erich Hilgenfeldt (1897–1945)
Erich Hilgenfeldt, Reichsführer Winterhilfswerk.jpg

Erster Weltkrieg

Erich Hilgenfeldt wurde am 2. Juli 1897 zu Heinitz im Kreise Ottweiler geboren. Nach dem Besuch der Oberrealschule in Saarbrücken kam er nach Halle (Saale) auf die Frankesche Stiftung, bis er 1914 als Siebzehnjähriger von der Schulbank in den Ersten Weltkrieg zog. Als Kriegsfreiwilliger trat er in das Feldartillerie-Regiment 55 ein und wurde infolge seiner soldatischen Tüchtigkeit bald zum Gefreiten, Unteroffizier, Vizewachtmeister und im Oktober 1915 zum Leutnant der Reserve befördert. Im Jahre 1916 erhielt er das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse und wurde als Ordonnanzoffizier zum Stabe des Artilleriekommandos versetzt.[1]

Dann zog es den jungen tatenfrohen Offizier zu der modernsten Kampfwaffe, zur Fliegerei. Er ließ sich in Altenburg und Jüterbog zum Fliegerbeobachter ausbilden und erwarb sich bei der Fliegerabteilung A 206 im Sommer 1918 das Fliegerabzeichen.

Weimarer Republik

Nach dem Ersten Weltkrieg galt es auch für Erich Hilgenfeldt, sich eine neue Lebensgrundlage zu schaffen. Er studierte ein Semester an der landwirtschaftlichen Hochschule in Halle/Saale, absolvierte eine kaufmännische Lehre in der Holz- und Ziegelindustrie und wurde schließlich Einkäufer, Geschäftsführer und Betriebsleiter in Unternehmungen der Holz- und Steinindustrie (u. a. Leiter der „Steine und Erden“) und dann im Statistischen Reichsamt angestellt, wo er sich mit Wirtschafts- und Konjunkturstatistik befaßte.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit arbeitete Hilgenfeldt im Nationalverband Deutscher Offiziere und im Stahlhelm mit, dem er lange Zeit angehörte, bis er 1929 zur NSDAP (Nr. 143.642) übertrat. Er betätigte sich in der politischen Organisation, wurde Straßenzellenleiter, Bezirkspropagandawart, Leiter der Propagandistenschule und Kreisleiter.

Drittes Reich

Am 1. März 1933 wurde er Gauinspektor des Gaues Groß-Berlin.

Er arbeitete als Hauptamtsleiter im Amt für Volkswohlfahrt der NSDAP und in Personalunion der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV). Am 21. September 1933 wurde er zum Reichsbeauftragten für das Winterhilfswerk ernannt. Unter ihm wurde das Winterhilfswerk massiv ausgebaut, so daß er die größte soziale Einrichtung, die es auf der Welt gab, führte.

Ab November desselben Jahres war Hilgenfeldt Mitglied der Reichsarbeitskammer sowie der Akademie für Deutsches Recht und ehrenamtlicher Richter beim Obersten Ehren- und Disziplinarhof der DAF. Als Leiter des NSV war er auch Vorgesetzter der Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink.

Am 9. September 1937 wurde Hilgenfeldt SS-Mitglied (Nr. 289.225), 1939 dann SS-Brigadeführer und Hauptamtsleiter. Zu dieser Zeit schickte er seine Söhne in die Nationalpolitische Erziehungsanstalt Naumburg. 1939 widmete der Rassenhygieniker Dr. Hans Harmsen dem „Herrn Hauptamtsleiter Erich Hilgenfeldt“ seine Habilitationsschrift.

Im Laufe seiner Karriere wurde er außerdem zum ehrenamtlichen Richter beim Obersten Ehren-und Disziplinarhof der Deutschen Arbeitsfront (DAF) sowie zum Vorsitzenden des Reichsverbandes für Straffälligenbetreuung ernannt. Außerdem wurde ihm das Danziger Kreuz 1. Klasse verliehen.

Tod

Am 25. April 1945 beging Hilgenfeldt, nunmehr im Range eines SS-Gruppenführers, zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern Suizid in Berlin. Nach anderen Quellen fiel er mit der Waffe in der Hand im Endkampf während der Straßen- und Häuserkämpfe in Berlin, während seine zweite Ehefrau (Leopoldine, geb. Statischek aus Wien, seit 6. Dezember 1940) mit den Kindern den Freitod durch Gift in der gemeinsamen Berliner Villa wählte.

Hilgenfeldt wurde 1957 nach Antrag seiner Schwester Hedwig offiziell für tot erklärt, das Standesamt Berlin-Charlottenburg beurkundete seinen Todestag auf den 25. April 1945.

Familie

Hilgenfeldts erste Gattin war Marie-Charlotte, geb. Köhler. Sie heirateten am 24. April 1922, trennten sich 1935 und wurden endlich am 30. November 1940 geschieden. Sie hatten zwei Söhne, beide Napola-Schüler. Reinhard (2. März 1923–2. November 1943) fiel als Fähnrich im I. Bataillon/Fallschirm-Jäger-Regiment 3 in Italien, das Schicksal des zweiten Sohnes (geb. 1. Oktober 1927) ist unbekannt.

Dienststellungen und Mitgliedschaften (Auswahl)

SS-Brigadeführer Erich Hilgenfeldt (hinten links) und der Beauftragte der Parteikanzlei im Generalgouvernement Richard Schalk (hinten rechts) in Krakau, Juni 1941
Georg Paul Erich Hilgenfeldt2.jpg
  • Angestellter des Statistischen Reichsamts in Berlin, Abteilung Allgemeine Wirtschafts- und Konjunkturstatistik
  • Straßenzellenleiter der NSDAP und stellvertretender Ortsgruppenleiter im Berlin
  • Bezirkspropagandaleiter der NSDAP im Berlin
  • Stadtrat für Berlin-Wilmersdorf
  • Kreisleiter der NSDAP in Groß-Berlin (Kreis V – Berlin W 8, Jägerstraße 61a)
  • Gauinspektor der NSDAP für Inspektion I, Groß-Berlin
  • Amtsleiter (Verwaltungsbeamter der NSDAP), im Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt im Gau Groß-Berlin
  • Leiter des NSF-Zentralamt und Leiter des Verwaltungsamtes der NSF
  • Leiter der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (AGdfW)
  • Direktor für Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) (von Joseph Goebbels ernannt)
  • Leiter des Hauptamtes für Volkswohlfahrt der NSDAP
  • Vorsitzender des Reichsverbandes für Straffälligenbetreuung
  • Reichsbeauftragter für die Erfassung der Küchen- und Nahrungsmittelabfälle (von Hermann Göring ernannt)
  • Ehrenamtlicher Richter beim Obersten Ehren- und Disziplinarhof der Deutschen Arbeitsfront (DAF)
Oberbefehlsleiter Hilgenfeldt

Mitgliedschaften

Beförderungen (absteigend)

Auszeichnungen (Auszug)

Werke

  • The National Socialist Welfare Organisation and the Winter Help Scheme, übersetzt in London durch Thornton Butterworth, um 1940
  • Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, Industrieverl. Spaeth & Linde, 1939
  • Rundschreiben an die Anstalten der Abteilung 2, Berufsgenossenschaft f. Gesundheitsdienst u. Wohlfahrtspflege (Reichsunfallversicherg), 1939
  • Ein Volk hilft sich selbst!, Dt. Nationalbibliothek, 1938
  • Volkspflege, Eher [Zweigniederl.], 1938
  • Aufgaben der nationalsozialistischen Wohlfahrtspflege, Eher, 1937
  • Idee der nationalsozialistischen Wohlfahrtspflege, Eher, 1937

Beteiligt an Publikationen

  • Handwörterbuch der Wohlfahrtspflege, C. Heymann, 1937
  • Notruf / 811. Das deutsche Winterhilfswerk
  • Notruf / 813. La Ofrenda Nacional del Subsidio de Invierno, 1935
  • Notruf / 991. Taten gegen Tinte, 1935
  • Ingeborg Altgelt: Wegweiser durch die NS-Volkswohlfahrt, Weidmann Verlag, 1935

Fußnoten

  1. Männer im Dritten Reich, Orientalische Cigaretten-Compagnie „Rosma“ GmbH, 1934