Bohle, Ernst Wilhelm

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„Gentleman-Gauleiter“ Ernst Wilhelm Bohle
Unterschrift Bohle, Ernst Wilhelm.png

Ernst Wilhelm Hans Bohle (Lebensrune.png 28. Juli 1903 in Bradford, Großbritannien; Todesrune.png 9. November 1960 in Düsseldorf) war ein deutscher Politiker, Mitglied des Reichstages und von 1933 bis 1945 Leiter (seit 3. Oktober 1933 Gauleiter) der NSDAP/AO,[1] der Auslands-Organisation der NSDAP sowie zwischen 1938 und 1941 Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Bohle war als Reichskommissar für ein erobertes und besetztes Großbritannien vorgesehen.

Leben

Bohle, Ernst Wilhelm II.jpg

Berufliche Laufbahn

Ernst Wilhelm Bohle und Winston Churchill. Bild und Text aus der deutschen Presse vom 19. Oktober 1937

Ernst Wilhelm Bohle war Sohn des nach England ausgewanderten Universitätsprofessors Prof. Dr.-Ing. e. h. Hermann Bohle (1877–1943) und wurde am 28. Juli 1903 zu Bradford in England geboren. Er hatte noch vier Geschwister: einen Bruder und drei Schwestern.

1906 kam er nach Kapstadt, wo sein Vater eine Professur für Elektrotechnik angetreten hatte, und besuchte dort eine höhere Schule. Die Familie Bohle wurde vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Südafrika überrascht und interniert. Ernst Wilhelm Bohle besuchte in Kapstadt das Gymnasium (wo er als „Kaiser Will“ gehänselt wurde) bis zum Abitur und studierte dann nach dem Kriege an den Universitäten Köln und Berlin Politikwissenschaft und Betriebswirtschaftslehre und schloß im Dezember 1923 an der Handelshochschule Berlin sein Studium der Staats- und Handelswissenschaft ab.[2]

Im Dezember 1923 bestand er sein Examen als Diplomkaufmann. Dann ging er in die Wirtschaft, war Abteilungsleiter und Prokurist bei Import- und Exportfirmen.

1930 gründete er in Hamburg eine eigene Großhandelsfirma, die er Mitte 1933 liquidierte.

Politische Laufbahn

Gauleiter Bohle

Am 1. März 1932 trat Bohle der NSDAP bei (Mitglieds-Nr. 999.185) und wurde 1931 Mitarbeiter der Auslandsabteilung der NSDAP, in der er zuerst die Referate Süd- und Südwestafrika und später Nordamerika übernahm.

Nach Bildung des Gaues Ausland war er Gauinspekteur und Assistent von Hans Nieland, bis er im Mai 1933 Leiter der Auslandsabteilung wurde, die im Februar 1934 in Auslandsorganisation umbenannt wurde und über die der gesamte Dienstverkehr aller Parteistellen im Reich mit den Gliederungen der Partei im Ausland ging, die ihrerseits der Auslandsorganisation unterstanden (mit Ausnahme von Österreich, Danzig und Memel.) 350 Landesgruppen, Ortsgruppen und Stützpunkte in allen Teilen der Welt hatte Ernst Wilhelm Bohle zu betreuen.

Bohles Vater Hermann war von 1932 bis 1934 Landesgruppenleiter der NSDAP/AO in der Südafrikanischen Union und seit 1938 Präsident der in Berlin ansässigen Deutsch-Südafrikanischen Gesellschaft.

Am 13. September 1933 schloß er sich der SS an (Mitglieds-Nr. 276.915), wobei er im Rang eines Brigadeführers aufgenommen wurde. Am 20. April 1937 wurde Bohle zum SS-Gruppenführer und am 21. Juni 1943 zum SS-Obergruppenführer befördert.

Vom 12. November 1933 bis zum Ende des Dritten Reiches war er Mitglied des Reichstages für den Wahlbezirk Württemberg. Seit dem 3. Oktober 1933 gehörte er zum Stab des „Stellvertreter des Führers“ Rudolf Heß. Als dieser Stab 1937 ins Auswärtige Amt eingegliedert wurde, übernahm man Bohle als Staatssekretär. Diesen Rang bekleidete er bis 1945.

Nachkriegszeit

Ernst Bohle.jpg

Am 11. April 1949 wurde Bohle in einem der rechtswidrigen Nürnberger Nachfolge-Prozesse, dem so genannten Wilhelmstraßen-Prozeß, zu fünf Jahren Haft verurteilt, jedoch schon am 21. Dezember 1949 vom VS-amerikanischen Hochkommissar John Jay McCloy wieder begnadigt. Anschließend war er in Hamburg als Kaufmann tätig.

Er war ab 1950 an der Wiedergründung der „Südafrikanischen Studiengesellschaften“ in Hamburg, Stuttgart, München und Düsseldorf (unter Otto Dietrich) beteiligt, aus denen dann 1965 die neu gebildete Deutsch-Südafrikanische Gesellschaft (DSAG) entstand.

Familie

Am 14. November 1925 heiratete Bohle die Arzttochter Gertrud Bachmann (geb. 27. November 1904 in Wilhelmshöhe bei Kassel). Aus der Ehe ging ein Sohn (Hermann Bohle Jr.) hervor (geb. 15. Juli 1928). Am 7. Mai 1945 morgens mußte er seine Familie verlassen und ein letztes Mal zum Dienst antreten, er versprach ihnen, abends wiederzukommen. Das Versprechen konnte er nicht einhalten, denn inzwischen war der Russe in das Wohngebiet eingedrungen. Was aus seiner Familie wurde, läßt sich nur vermuten. Als Zeuge und Angeklagter bei den Nürnberger Prozessen sagte er noch am 23. Juli 1948 aus, daß er nicht wisse, ob Frau und Sohn leben, er hat seit dem 7. Mai 1945 weder Nachricht noch Lebenszeichen von ihnen erhalten.[3] In der Nachkriegszeit soll er erneut geheiratet haben, Dr. jur. Elisabeth Gombel (geb. 1912 in Hamburg), die ihn während der Prozesse vertreten hatte.

Hermann Bohle Jr.[4] lebte später in Signy bei Genf und unterstützte seinen Großneffen Frank-Rutger Hausmann bei seinem Buch „Ernst-Wilhelm Bohle – Gauleiter im Dienst von Partei und Staat“, 2009.

Beförderungen und Dienststellungen

Zitate

  • „Der Nationalsozialismus ehrt deshalb fremdes Volkstum, weil es sein eigenes liebt.“, Führerkalender, 1941

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Schriften

  • Die Entscheidung draußen, 1934
  • Das Auslandsdeutschtum, 1935
  • Die Aufgaben der AO, 1938
  • Auslandsorganisation der NSDAP, in: Jahrbuch für Auswärtige Politik 4, 1938
  • Unsere Kulturarbeit im Ausland, in: Schriften-Reihe des Deutschen Auslands-Instituts, 1938

Verweise

Fußnoten

  1. Ernst Wilhelm Bohle wurde am 8. Mai 1933 zum Leiter der AO ernannt, die als 43. Gau der NSDAP fungierte.
  2. Männer im Dritten Reich, Orientalische Cigaretten-Compagnie „Rosma“ GmbH, 1934
  3. Interrogation Records Prepared for War Crimes Proceedings at Nuernberg, 1945–1947/OCCPAC Interrogation Transcripts And Related Records: Bohle, Ernst Wilhelm; Publication Number M1270, Record Group RG238
  4. Hermann Bohle, Jahrgang 1928, Kommentator und Buchautor, langjähriger Journalist in Brüssel zu EU- und NATO-Themen. Ehemals DIE ZEIT, Die Presse (Wien), Neue Zürcher Zeitung NZZ und Weltwoche (Zürich), Rheinischer Merkur, Unternehmensberatung Deutscher Wirtschaftsdienst (DWD-Köln). BLOG: Bohle-Echo.de