Grimm, Jacob

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jakob Grimm - Bilderatlas zur Geschichte der deutschen Nationallitteratur.jpg

Jacob Ludwig Karl Grimm (auch: Carl; Lebensrune.png 4. Januar 1785 in Hanau; Todesrune.png 20. September 1863 in Berlin) war ein deutscher Sprach- und Literaturwissenschaftler sowie Jurist und gilt als Begründer der deutschen Philologie und Altertumswissenschaft.

Der Lebenslauf des prominenten Sprachschützers und sein Werk sind eng mit dem seines ein Jahr jüngeren Bruders Wilhelm verbunden, worauf die oft gebrauchte Bezeichnung Gebrüder Grimm hinweist.

Leben

Das Licht der Welt erblickte Jakob Ludwig Karl Grimm am 4. Januar 1785 in Hanau im heutigen Hessen. Als Gebrüder Grimm erlangte Jakob mit seinem jüngeren Bruder Wilhelm Carl weltweite Bekanntheit, sei es als begeisterte Sammler deutscher Sagen und Märchen oder als Sprachwissenschaftler und Erfinder der deutschen Germanistik.

Entgegen heutiger Fehlinterpretationen waren beide Brüder stolze Vaterlandsliebhaber, wodurch sie sich vor allem für die deutsche Sprache interessierten und diese weiterentwickelten. Gerade in Zeiten der nationalen Schmach und Erniedrigung im Jahre 1806, als Kaiser Franz II. die Reichskrone niederlegte und somit das Heilige Römische Reich Deutscher Nation handlungsunfähig werden ließ, wandten die Gebrüder sich der geschichtlichen Entwicklung der deutschen Literatur in Dichtung, Sagen und Urkunden zu. Dadurch schufen sie nicht nur ein neues Wissenschaftsgebiet, sondern gaben den deutschen Kleinstaaten auch ein Identifikationsmerkmal, die deutsche Sprache, um an ihre Zusammengehörigkeit zu appellieren. Die Arbeit der Gebrüder Grimm kann also mit einem gewissen Recht als Grundstein eines einigen Deutschlands betrachtet werden.

Zu seinem Wirken heißt es:[1]

„Jakob Ludwig Karl Grimm, geb. 4. Januar 1785 zu Hanau, wuchs in Steinau a. d. Straße auf (seit 1791), besuchte seit 1798 das Lyceum Fridericianum zu Cassel, studierte 1802–1805 in Marburg, wo ihn namentlich Savigny anregte, welcher ihn auch nach Paris als Beihilfe zu seinen rechtshistorischen Arbeiten kommen ließ (Februar-September 1805). Am 16. Januar 1806 erhielt er den Acceß beim Sekretariat des Kriegskollegiums in Cassel. Als in westfälischer Zeit dieses Kollegium in eine Truppenverpflegungs-Kommission verändert wurde, nahm er seinen Abschied (Herbst 1807), erhielt durch Johann von Müllers Vermittlung 1808 (5. Juli) die Verwaltung der Privatbibliothek des Königs Jerome in Wilhelmshöhe, wurde daneben 1809 (17. Februar) Auditor im Staatsrat. Jakob Grimm hat bis zum Aufhören des Königreiches Westfalen (Oktober 1813) in dieser Stellung fast seine ganze Arbeitszeit zu seinen germanistischen Studien verwenden können: ein merkwürdiges Geschick, daß der größte Germanist durch die Unterdrücker deutschen Lebens und Wesens die Möglichkeit erhielt, sieben Jahre in Ruhe seine deutschen grundlegenden Studien zu treiben! 1813 (23. Dezember) wurde er zum Legationssekretär ernannt und ging dann zum hessischen Gesandten ins Hauptquartier und nach Paris; nachher war er mit auf dem Wiener Kongreß (bis Juni 1815) und reiste nochmals nach Paris, um von dort Handschriften für Preußen zurückzuholen (bis Dezember 1818). Im April 1816 erhielt er die Stelle eines zweiten Bibliothekars an der Bibliothek zu Cassel, sein Bruder Wilhelm war schon im Jahre 1814 als Sekretär an derselben angestellt. Beide Brüder gaben diese Stellen 1829 auf, als sie die längst verdiente Beförderung an der Bibliothek nicht erhielten; beide siedelten nach Göttingen über: Jakob als ordentlicher Professor und Bibliothekar, Wilhelm als Unterbibliothekar. Neujahr 1830 traten sie diese Stellen an. Als Jakob und Wilhelm 1837 mit noch fünf anderen Göttinger Professoren gegen den Hannoverschen Verfassungsbruch Widerspruch erhoben, wurden sie ihres Amtes enthoben (11. Dezember); Jakob hatte außerdem binnen drei Tagen das Land zu verlassen. Er begab sich wieder nach Cassel: Wilhelm folgte 1838 im Oktober ihm nach. 1841 berief König Friedrich Wilhelm IV. beide Brüder als besoldete Akademiker nach Berlin. 1848 war Jacob als Abgeordneter der Stadt Mühlheim Mitglied der Nationalversammlung in Frankfurt. Er starb den 20. September 1863 in Berlin.“

Märchenerzähler

Jacob Grimm.jpg

Unsterblich werden ließ die Gebrüder jedoch, vor allem außerhalb ihres hessischen Aktionsgebietes, ihre berühmte Sammlung deutscher Märchen und Sagen aus dem Jahre 1812 mit dem Namen „Grimms Kinder- und Hausmärchen – Band I“. In diesem Werk wurden zahlreiche mündliche Überlieferungen vor allem aus dem hessischen Raum zusammengestellt und an die christliche Moral angepaßt. Bis 1815, als der zweite Band ihrer „Kinder- und Hausmärchen“ erschien, widmete sich besonders Jakob der germanischen Mythologie. So versuchten sich beide Gebrüder an der Übersetzung der altnordischen Edda, Jakob veröffentlichte zudem 1815 sein Werk „Irminstraße und Irminsäule“, in dem er erstmals Götterbilder und -säulen auf wissenschaftlicher Grundlage deutete.

Aus Band zwei und drei der Hausmärchen wurden heute teilweise aus politischer Korrektheit Märchen entfernt. Darunter fällt u. a. das Märchen „Der Jude im Dorn“, oder die Sagen „Judenstein“ und „Die Weiber zu Weinsperg“. Wurden das Märchen sowie die erste Sagengeschichte im Laufe der Neuzeit aufgrund „antisemitischer“ Verdächtigungen entfernt, so zensierte man letztere Sage bereits kurz nach Erscheinung aufgrund erotischer Anspielungen.

Sprachwissenschaft

Durch die intensive Verarbeitung tausender Märchen, Sagen und Dichtungen aus dem germanischen Raum stellten die Gebrüder Grimm die „indogermanische Hypothese“ auf, auf die man sich bis heute beruft. Diese Hypothese beruht auf der Erkenntnis der Verwandtschaft aller indoeuropäischen Sprachen und des Lautwechsels bei Vokalen und Konsonanten.

Durch diese Schöpfungen genossen beide Brüder bereits mit kaum 30 Jahren hohes Ansehen in der Gesellschaft. Während beide als Bibliothekare in Kassel angestellt waren, schloß Jakob Grimm sein Hauptwerk „Deutsche Grammatik“ (1819) ab. In dieser Veröffentlichung ging Jakob abermals auf die Entwicklungen aller germanischen Sprachen und ihre Zusammenhänge ein.

Während dieser Jahre, als auch die Befreiungskriege gegen Napoleon tobten, unterstrich vor allem Jakob immer wieder seine Vaterlandsliebe durch verschiedene Aussagen. So u. a. durch den Leitsatz „Sprachwissenschaft ist Vaterlandsdienst“. In seinem Werk „Geschichte der deutschen Sprache“ bekannte er sich zudem zum „größeren Deutschland“. In einem Brief an seinen Freund, den Schriftsteller Achim von Arnim, heißt es außerdem in bezug auf den andauernden Krieg: „Um einen guten Frieden zu haben, müssen wir Napoleon alles, was deutsche Zunge hat, aus den Klauen nehmen.“

Jacob Grimm. Fotografie aus Jacob Grimm - Rede auf Wilhelm Grimm und Rede über das Alter, gehalten in der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin.jpg

Politische Gesinnung

Andere Zitate belegen ebenso Grimms nationale Haltung und vor allem antiliberale Grundeinstellung. Im Jahre 1832 verteidigte er eben jene, die er als Grundhaltung der Deutschen insgesamt sah, da dieser antiliberale metaphysische Sinn der Deutschen, die Deutschen vor „der rohen Durchführung halber Wahrheiten“ bewahre. 1850 erklärte Jakob Grimm zudem: „Nur den Demokraten und nur den Ultramontanen vergeht alles Nationalgefühl, weil ihnen an nichts liegt als daran, jeden, wo er auch wohne, zu gewinnen, sonst kennen sie keine Heimat.“

Aufgrund seiner politischen Gesinnung und seiner Schöpfungen für die Sprachwissenschaften wurde Jakob Grimm 1848 in die Frankfurter Nationalversammlung berufen. Dies überraschte um so mehr, da Jakob und Wilhelm 1837 zu den Göttinger Sieben gehörten. So bezeichnete man sieben Professoren aus Göttingen, die sich gegen den König stellten, als dieser die Verfassung im Königreich Hannover aufhob. Beide Brüder wurden deshalb des Landes verwiesen.

Nachwirken

BRD-Politiker haben heute Angst vor dem völkischen Gedankengut und den Wertevorstellungen der Märchen. Anders sieht dies bei Nichtdeutschen aus. So wurde das Werk „Kinder- und Hausmärchen“ in das Weltdokumentenerbe der UNESCO aufgenommen.

Zitate

  • „Knechtische Gesinnung entsteht durch strenge tyrannische Herrschaft.“
  • „Unsere Sprache ist auch unsere Geschichte.“
  • „Das Befugtsein, die volle Wahrheit zu sagen, gehört denen, die den Mut dazu haben.“
  • „Die Kraft der Sprache bildet Völker und hält sie zusammen, ohne solches Band würden sie sich versprengen. Alle Sprachen sind eine in die Geschichte gegangene Gemeinschaft und knüpft die Welt aneinander. Ihre Mannigfaltigkeit eben ist bestimmt, den Gedankengang zu vervielfachen und zu beleben. Von dem sich ewig erneuernden, wechselnden Menschengeschlecht wird der köstliche allen dargebotene Erwerb auf die Nachkommen übertragen und vererbt ein Gut, das die Nachwelt zu erhalten, zu verwalten und zu mehren angewiesen ist.“
  • „Fällt von ungefähr ein fremdes Wort in den Brunnen einer Sprache, so wird es solange darin umgetrieben, bis es ihre Farbe annimmt und seiner fremden Art zum Trotze wie ein heimisches aussieht.“
  • „In welchen Teil des Wortvorrats man immer greift, wird, nach überwundener erster Scheu, man sich bald davon angezogen fühlen.“
  • „Deutsche geliebte Landsleute, welches Reichs, welchen Glaubens ihr seiet, tretet ein in die euch allen aufgetane Halle eurer angestammten, uralten Sprache; lernet und heiliget sie und haltet an ihr; eure Volkskraft und Dauer hängt in ihr. Noch reicht sie über den Rhein in das Elsaß bis nach Lothringen, über die Eider tief in Schleswigholstein, ... jenseits der Karpaten in Siebenbürgens altdakisches Gebiet. Auch zu euch, ihr ausgewanderten Deutschen, über das salzige Meer gelangen wird das Buch und euch wehmütige, liebliche Gedanken an die Heimatsprache eingeben oder befestigen, mit der ihr zugleich unsere und euere Dichter hinüber zieht, wie die englischen und spanischen in Amerika fortleben.“

Werke

Hauptwerke

Weitere Werke

  • Über den altdeutschen Meistergesang, Göttingen 1811 (PDF-Datei)
  • Ad auspicia professionis philosophiae ordinariae in Academia Georgia Augusta rite capienda invitat Jacobus Grimm, phil. et jur. utr. doctor academiae bibliothecarius etc etc, Inest hymnorum veteris ecclesiae XXVI. interpretatio theotisca nunc primum edita, Göttingen 1830
  • Selbstbiographie 1831, in: Friedrich Wilhelm Strieder: Grundlage zu einer hessischen Gelehrten- und Schriftstellergeschichte seit der Reformation bis auf gegenwärtige Zeiten, Band 19, S. 148ff. (PDF-Datei)
  • Jacob Grimm über seine Entlassung, 1838 (PDF-Datei)
  • Rede auf Wilhelm Grimm und Rede über das Alter, Berlin 1863 (PDF-Datei)

Literatur

  • Karl Gustaf Andresen: Über die Sprache Jacob Grimms (1869) (PDF-Datei)
  • Theodor Matthias: Der deutsche Gedanke bei Jakob Grimm (1915) (PDF-Datei)

Verweise

Fußnoten

  1. Bilderatlas zur Geschichte der deutschen Nationalliteratur herausgegeben von Gustav Könnecke (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!