Sündermann, Helmut

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Helmut Sündermann als Rekrut der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

Helmut Sündermann (Lebensrune.png 19. Februar 1911 in München; Todesrune.png 25. August 1972 in Leoni) war ein deutscher Offizier der SS, stellvertretender Reichspressechef der NSDAP und Mitglied des Reichstages. Nach Kriegsende gründete er den Druffel-Verlag. Er verwendete auch die Pseudonyme „Heinrich L. Sanden“, „Heinrich Sanden“ und „Hermann Schild“, ggf. auch „Germanus“.

Leben

Dr. Otto Dietrich begrüßt Berichterstatter aus dem Sudetenland, rechts außen Stabsleiter Helmut Sündermann
Helmut Sündermann, stellvertretender Reichspressechef der NSDAP.jpg

Helmut Sündermann wurde am 19. Februar 1911 in München als Sohn des damaligen Aichauer Bezirksamtmanns (Landrat) Joseph Sündermann geboren. Sein Vater starb bereits 1912. Die Vorfahren väterlicherseits stammten aus dem Sudetenland; die mütterliche Familie war in München ansässig. Sündermann, von Beruf Journalist, trat 1930 der NSDAP (Mitglieds-Nr. 257.492) und 1931 der SS (Mitglieds-Nr. 16.296) bei. In der NSDAP war er stellvertretender Kreisleiter von Starnberg, Gauredner im Gau München-Oberbayern sowie Stabsleiter der NSDAP-Reichspressestelle in München.

„Im Frühjahr 1930 – unmittelbar nach bestandenem Abitur am Humanistischen Gymnasium Pasing – trat er in die NSDAP ein, in der er bald als Redner und Publizist tätig wurde. Noch während seines Studiums an der Universität München (Geschichte, Zeitungswissenschaft und Volkswirtschaftslehre) wurde er ab 1. August 1931 Mitarbeiter des damals als Leiter der Pressestelle bei der Reichsleitung der NSDAP ins ‚Braune Haus‘ berufenen späteren Reichspressechefs Dr. Otto Dietrich. Ihm folgte Sündermann im Mai 1933 nach Berlin, wurde 1937 Stabsleiter, während des Krieges ab Juli 1942 schließlich als ‚Stellvertretender Pressechef der Reichsregierung‘ sein offizieller Stellvertreter. Durch Dr. Dietrich wurde er auch in den engeren Kreis der Reichskanzlei eingeführt; so begleitete er Hitler auf dessen drei Auslandsreisen (Venedig 1934, Rom 1938, Hendaye 1940).“[1]

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Sündermann Hauptschriftleiter der Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz. 1934 wurde er als SS-Sturmführer beim 1. Sturm der SS-Standarte 6 SS-Rangführer. 1937 wurde er zum Stabsleiter des NSDAP-Reichspressechefs ernannt. Journalismus und Nationalsozialismus war dabei für Sündermann verbunden:

Nicht durch Zufall ist eine große Zahl führender Parteimänner aus den Reihen der Presse gekommen. […] Wer den Anspruch erhebt, das Forum der Öffentlichkeit zu betreten und täglich zum Volk zu sprechen, an den kann und muß die Forderung gerichtet werden, daß er sich das Recht zu solchem Beruf in den Reihen der Bewegung verdient“, so Sündermann 1938 in Der Weg zum deutschen Journalismus.

Am 20. April 1939 wurde er zum SS-Sturmbannführer beim Stab des SS-Hauptamtes befördert. Nach Beginn des Polenfeldzuges steuerte Sündermann 1939 einen Beitrag zu dem Buch „Auf den Straßen des Sieges - Mit dem Führer in Polen“ bei. In der SS wurde Sündermann 1941 zum Obersturmbannführer ernannt. Im folgenden Jahr erhielt er ein Mandat im Reichstag. Ebenfalls 1942 wurde Sündermann stellvertretender Pressechef der Reichsregierung.

Otto Dietrich, Auf den Straßen des Sieges.jpg

Nachkriegszeit

Das Erbe des falschen Propheten. Moskaus Kampf um Deutschland, Sündermann, Helmut.jpg
Was muß geschehen, Sündermann, Helmut.jpg

Bei Kriegsende wurde Sündermann von den Alliierten gefangengenommen und bis September 1948 im Lager Dachau interniert. 1951 gehörte er zu den Mitbegründern der Monatszeitschrift Nation und Europa und war Mitglied der Gesellschaft für freie Publizistik. Zusammen mit seiner Ehefrau Ursula gründete Sündermann 1952 den Druffel-Verlag, in dem führende Nationalsozialisten ihre Memoiren veröffentlichten.

Sündermann gehörte zu den Gründern der Gesellschaft für freie Publizistik. In seinem Buch Hexenjagd 2000. Zeitkritische Notizen eines deutschen Verlegers bekannte Sündermann, ehemals NPD-Mitglied gewesen zu sein. Er sei im Jahr 1969 der NPD beigetreten, habe sich später aber aus der Parteipolitik völlig zurückgezogen und sei wieder ausgetreten. Er war Begründer der Zeitschrift „Deutsche Annalen – Registerband zum Jahrbuch des Nationalgeschehens“.

Chronologischer Werdegang

Die Pioniere und die Ahnungslosen, Sündermann, Helmut.jpg
  • Volksschule Starnberg,
  • Humanistisches Gymnasium München,
  • ab Mai 1930 Studium der Neueren Geschichte und Zeitungswissenschaften an der Universität München,
  • 1. Juni 1930 Eintritt in die NSDAP (Nr. 257.492),
  • 25. August 1930 Kreisredner der NSDAP im Kreis Starnberg,
  • Februar 1931–1. Januar 1933 stellvertretender Kreisleiter des Kreises Starnberg der NSDAP,
  • 15. Juli 1931 Gauredner der NSDAP im Gau München-Oberbayern der NSDAP,
  • August 1931 Stabsleiter der Reichspressestelle der NSDAP (München),
  • 20. August 1931 Eintritt in die SS (Nr. 16.269) als SS-Anwärter beim Motorsturm des SS-Sturmbanns I/1 (München),
  • November 1931 SS-Mann,
  • 1. Januar 1933 Hauptschriftleiter der Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz«(NSK).
  • 23. April 1934 SS-Scharführer,
  • 15. Mai 1934 Beauftragter des Reichspressechefs der NSDAP für die nationalsozialistischen Pressekorrespondenzen,
  • 1. Juni 1934 SS-Sturmführer (seit 1935 SS-Untersturmführer),
  • 1.9.1934 Reichsamtsleiter der NSDAP,
  • 1.9.1934–3. April 1945 Leiter des Pressepolitischen Amts in der Reichspressestelle der Reichsleitung der NSDAP, Mitglied der Zeitungswissenschaftlichen Vereinigung München und des Pressegerichtshofs,
  • März 1936 und April 1938 erfolglos zur Reichstagswahl vorgeschlagen,
  • 14. Mai 1936 SS-Obersturmführer (mit Wirkung vom 1. Juni 1936);
  • 20. April 1937 SS-Hauptsturmführer,
  • 1937–1945 Stabsleiter des Reichspressechefs der NSDAP,
  • März 1938–30. 4.1939 Pressereferent im Amt des Reichskommissars für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich,
  • 9. Dezember 1938 Reichshauptamtsleiter der NSDAP;
  • 20. April 1939 SS-Sturmbannführer,
  • 1. Februar 1940 als Rekrut zum Ersatzbataillon des Infanterie-Regiments 184 des Heeres (Deutsch-Eylau/Ostpreußen) eingezogen,
  • April 1940 mit seiner Einheit zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr verlegt,
  • 10. Mai 1940 mit der 1. Kompanie des Infanterie-Regiments 167 an die Westfront verlegt,
  • 3. Juli 1940 als Gefreiter der Reserve aus der Wehrmacht entlassen,
  • 9. November 1941 SS-Obersturmbannführer,
  • Juli 1941 und Juni 1942 als zum Stellvertretenden Gauleiter befähigt vorgeschlagen,
  • 1942–1945 Stellvertretender Pressechef der Reichsregierung,Hauptdienstleiter der NSDAP,
  • Juni 1943 Geschäftsführender Präsident der II. Internationalen Journalistentagung der Union Nationaler Journalistenverbände in Wien (Generalsekretär Max Freiherr du Prel),
  • 3. April 1945 von Reichsleiter Martin Bormann auf Drängen von Joseph Goebbels aus allen Funktionen entlassen.
  • 8. Juni 1945 von den VS-Amerikanern verhaftet und in „automatic arrest“ überführt, Lager- und Gefängnisaufenthalte in Garmisch, Nürnberg und Dachau,
  • 8. September 1948 aus dem Lager Dachau entlassen, in der Bundesrepublik als Publizist und Verleger tätig,
  • 1952–1972 Inhaber des Druffel-Verlags, Berg am Starnberger See,
  • 14. Juli 1959 Anklage wegen Verächtlichmachung der Bundesrepublik,
  • 29. Februar 1960 vom Landgericht München freigesprochen,
  • 13. Februar 1961 im Berufungsverfahren erneut freigesprochen,
  • 25. September 1960 Mitbegründer der „Gesellschaft für freie Publizistik“ (GFP).

Tod

Als Sündermann 1972 starb, übernahm der Sohn seiner Ehefrau Gert Sudholt die Geschäfte des Verlages. Sündermann hinterließ auch sein schriftstellerischer Nachlaß seinem Stiefsohn Gert, der diese teilweise nach dem Tod und auf Wunsch des Stiefvaters veröffentliche.

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Werke (Auswahl)

  • Die Zeitschriften mit Abonnenten-Versicherung, ihre volkswirtschaftliche Bedeutung und ihre Stellung in der Rechtsprechung, Berlin 1932
  • Der Weg zum deutschen Journalismus, Franz Eher Verlag 1938
  • Die Grenzen fallen – Von der Ostmark zum Sudetenland, Zentralverlag der NSDAP / Franz Eher Nachfolger GmbH, München 1939
  • Europa ohne Phrase (als Heinrich Sanden), Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1953
  • Alter Feind - was nun? Wiederbegegnung mit England und Engländern, Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1955
  • Antike Polyphonie, Heidelberg 1957
  • Das Erbe des falschen Propheten. Moskaus Kampf um Deutschland. Von Lenin bis heute – und morgen?, Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1958
  • Das Dritte Reich – Eine Richtigstellung in Umrissen, Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1959
  • Die Pioniere und die Ahnungslosen – Skizzen amerikanischer Vergangenheit und Gegenwart, Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1960
  • Mit offenem Visier – Aus den Lebenserinnerungen eines deutschen Rechtsanwalts (mit Friedrich Grimm), Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1961
  • Potsdam 1945 – ein kritischer Bericht, Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1962
  • Deutsche Notizen 1945/1965 – Erlebnis. Widerspruch. Erwartung., Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1965
  • Der deutsche Traum und die Welt von morgen, Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1965
  • Bilanz der Unterwerfung – Deutsche Entscheidungen morgen (mit Germanus), Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1967
  • Die deutsche Frage – Von den Anfängen bis 1933, 1968
  • Die deutsche Frage – Von Hitler bis heute, 1969
  • Die Welt der tausend Völker – Erkundungsreise in die Wirklichkeit (als Heinrich L. Sanden), Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1969
  • Wie deutsch bleibt Österreich?, Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1970
  • Das Morgenthau-Tagebuch – Dokumente des Anti-Germanismus (als Hermann Schild), Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1970
  • Was muß geschehen? Weiße Welt am Wendepunkt (als Heinrich L. Sanden), Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1971
  • Tagesparolen – deutsche Presseweisungen 1939–1945; Hitlers Propaganda und Kriegsführung, Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1973
  • Hier stehe ich … – Deutsche Erinnerungen 1914/45 (aus dem Nachlaß von Gert Sudholt), Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1975
  • Mut zur Wahrheit – Beiträge zur Geschichte unserer Zeit (aus dem Nachlaß von Gert Sudholt), Druffel-Verlag, Leoni am Starnberger See 1981
  • Fliegerabwehr. Leichte und mittlere Fliegerabwehr, Fliegerabwehr-Lenkwaffen (als Hermann Schild), in: „Bewaffnung und Ausrüstung der Schweizer Armee seit 1817“, 12. Band, Verlag Stocker-Schmid, Dietikon 1982
  • Tod oder Leben – Journalismus an der „inneren Front“ des Zweiten Weltkrieges (aus dem Nachlaß von Gert Sudholt), Berg am Starnberger See 1999

Verweise

Fußnoten

  1. Quelle: Munzinger – Internationales Biographisches Archiv