Le Pen, Marine

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Marine Le Pen

Marion Anne Perrine „Marine“ Le Pen (Lebensrune.png 5. August 1968 in Neuilly-sur-Seine) ist eine französische Juristin, Politikerin, Vorsitzende des Front National (FN) und Mitglied des EU-Parlaments (MdEP). Sie vertritt Positionen, die als philosemitisch bezeichnet werden können.[1] Im April 2017 schaffte sie es in die Stichwahl zur Bestimmung des künftigen französischen Staatspräsidenten. Bei der nationalen Parlamentswahl vom 18. Juni 2017 erreichte Le Pen einen Sitz in der Französischen Nationalversammlung.

Werdegang

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Marine Le Pen wurde am 5. August 1968 in Neuilly-sur Seine geboren. Ihr Vater, Jean-Marie Le Pen, war der Gründer und langjährige Vorsitzende der Front National (FN). Ihre Mutter, Le Pens erste Frau Pierrette Lalanne, war ein früheres Model. Marine Le Pen wuchs mit ihren älteren Schwestern Marie-Caroline und Yann auf. Nach dem Abitur am Lycèe Florent Schmitt in Saint Cloud studierte sie bis 1990 Rechtswissenschaften in Paris. Ein Jahr später legte sie auch die Prüfung im Strafrecht ab. 1992 bekam sie die Anwaltszulassung und arbeitete bis 1998 als Rechtsanwältin in Paris.[2]

Wirken

Bereits als Kind und Schülerin hatte Marine Le Pen unter den Angriffen auf ihren Vater Jean-Marie Le Pen zu leiden, der 1972 die Front National (FN) gegründet hatte. 1976, als Achtjährige, erlebte sie mit, wie Attentäter bei einem Bombenanschlag die Stadtwohnung der Le Pens im 15. Arrondissement von Paris verwüsteten. „Damals trat ich in die Politik ein.“ schrieb Marine Le Pen rückblickend in ihrer Biographie.[3] Als sie 15 Jahre alt war, begleitete sie ihren Vater erstmals im Wahlkampf. Traumatisch waren für sie nach eigenem Bekunden auch die Trennung ihrer Eltern und deren öffentlich ausgetragene Schlammschlacht.

1986 trat Marine Le Pen dem FN bei. 1998 wurde sie Leiterin des juristischen Dienstes des FN, den sie bis 2004 führte. 1998 zog sie erstmals für den FN als Abgeordnete in das Regionalparlament der Region Nord-Pas-de-Calais ein (bis 2004, erneut seit 2010), von 2004 bis 2009 gehörte sie dem Regionalrat der Île-de-France, dem bevölkerungsreichsten und wirtschaftsstärksten Großraum Europas, an. Ab 2000 stand sie der Jugendorganisation des FN, der „Gènèration Le Pen“, vor.[4]

Bekannt wurde Le Pen in ganz Frankreich im Jahr 2002, als ihr Vater bei den Präsidentschaftswahlen in der ersten Runde mit knapp 17 Prozent der Stimmen den Kandidaten der Sozialisten, Lionel Jospin, aus dem Rennen warf. Marine Le Pen hatte damals ihre ersten Fernsehauftritte auf nationaler Bühne, wenn ihr Vater für Interviews nicht zur Verfügung stand.[5]

2003 wurde Le Pen nicht per Wahl, sondern durch das Machtwort ihres Vaters zur stellvertretenden Vorsitzenden des FN gekürt und damit eine von acht Vizepräsidenten.[6] Mit Le Pens damaligem Ehemann Èric Iorio als Wahlkampfleiter, der Schwester Yann als Managerin und ihrer Stiefmutter Jany Paschos als Beraterin arbeitete die Le-Pen-Familie auf ihr großes Ziel hin: die Präsidentenwahl 2007. Marine Le Pen managte den Präsidentschaftswahlkampf ihres Vaters. Doch der FN kam nur auf 10 Prozent, bei den Parlamentswahlen 2007 gar nur auf 4,25 Prozent.

Le Pen versuchte in der Folgezeit bei öffentlichen Auftritten erkennbar, der Partei ein moderneres Profil zu geben, indem sie beispielsweise für eine straffreie Abtreibung eintrat oder forderte, Frankreich solle die „Assimilation“ von eingewanderten Ausländern verstärken. Sie setzte auf das antimoslemische Ressentiment (→ Islamkritik). Dabei trat sie auch für Laizität ein, um diese gegen eine „Islamisierung“ Frankreichs zu verteidigen. Sie versuchte, die Partei zu „entdiabolisieren“, um den Front National als Partei an die Macht zu bringen. Unter dem Motto „Franzosen zuerst“ plädierte sie für eine Art chauvinistischen Wohlfahrtsstaat, der Sozialtransfers an Ausländer unterbinden und die Kulturförderung auf nationale Werke beschränken sollte. Dadurch konnte Le Pen mehr Wähler — Jugendliche, Frauen, traditionelle Rechtswähler und auch kommunistische Anhänger — zum FN ziehen.[4]

Le Pen zeigte sich offen euroskeptisch. Sie kandidierte bei der EU-Wahl 2004 und führte die Liste des FN im Wahlkreis Île-de-France an. Wie ihr Vater konnte auch sie ein Mandat im Europäischen Parlament erringen. Dort wurde sie als Fraktionsloses Mitglied im Ausschuß für Kultur und Bildung (CULT) und in der Delegation für die Beziehungen zu Israel (D-IL). 2007 war sie an der Gründung der Fraktion „Identität, Tradition, Souveränität“ beteiligt, die sich jedoch wenige Monate später wieder auflöste. Bei der EU-Wahl in Frankreich 2009 (der FN bekam 6,3 Prozent der Stimmen) wurde sie erneut gewählt und gehört seitdem dem Ausschuß für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten sowie der Delegation in der Paritätischen Parlamentarischen Versammlung AKP-EU an.[4]

Ein riesiges Medienecho hatte sie im Dezember 2010 auf ihre Äußerung, französische Straßen seien mittlerweile jeden Freitag von betenden Mohammedanern „besetzt“. Es gebe Orte, an denen es nicht gut sei, eine „Frau zu sein, homosexuell oder Jude, nicht einmal französisch oder weiß“, ergänzte sie. In völliger Geschichtsunkenntnis verglich sie die öffentlichen Freitagsgebete der Mohammedaner mit der Besatzung der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. In einem Gerichtsverfahren wegen Volksverhetzung wurde Le Pen freigesprochen.[7]

Im Januar 2011 setzte sich Marine Le Pen in einer Kampfabstimmung zum Parteivorsitz gegen den langjährigen Stellvertreter ihres Vaters, Bruno Gollnisch, durch. Le Pen wurde dann auf einem Parteitag des Front National zu dessen Vorsitzender gewählt. Bei einer Mitgliederbefragung, an der sich nach FN-Angaben 76 Prozent der rund 22.400 Mitglieder beteiligt hatten, setzte sie sich gegen den langjährigen Stellvertreter ihres Vaters, Bruno Gollnisch, Professor für japanische Sprache und Kultur in Lyon, durch. Le Pen erhielt danach 67,7 Prozent der Stimmen, Gollnisch 32,3 Prozent. Ihr Vater sicherte sich den Posten des Ehrenvorsitzenden mit erheblichen Mitspracherechten.[8]

Bei den französischen Präsidentschaftswahlen 2012 erhielt Marine Le Pen als Kandidatin des Front National 18 Prozent der Stimmen.[9]

Bei den Vorwahl zur Wahl des französischen Präsidenten 2017 erzielte Le Pen mit 21,7 % der abgegebenen Stimmen das zweitbeste Ergebnis. Le Pen wird damit am 7. Mai zur Stichwahl gegen ihrem Konkurrenten Emmanuel Macron antreten, der mit 23,7 % die meisten Stimmen erreichte.[10]

Mandate

  • 1998–2004: Mitglied im Generalrat Nord-Pas-de-Calais
  • seit 2004: Mitglied im Regionalrat Île-de-France
  • seit 2004: EU-Abgeordnete (bis Januar 2007 fraktionslos, danach Fraktion Identität, Tradition, Souveränität, ab November 2007 erneut fraktionslos). Seit 2015 ist Le Pen Vorsitzende der Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“, der auch Marcus Pretzell (AfD) angehört.
  • 2017: Mitglied der Französischen Nationalversammlung (Parlamentswahl vom 18. Juni 2017)

Familie

  • Bis zum Jahr 2000: Marine Le Pen war mit dem Geschäftsmann Franck Chauffroy verheiratet und hat aus dieser Ehe drei Kinder, die Tochter Jehanne (geb. 1998) und die Zwillinge Louis und Mathilde (geb. 1999).
  • Jahre 2000 bis 2004: Nach der Scheidung heiratete sie in zweiter Ehe den FN-Funktionär Èric Iorio. Auch diese Ehe wurde geschieden. Le Pen lebt mit ihren Kindern im Pariser Nobelvorort Saint Cloud im Pförtnerhaus des Anwesens ihres Vaters, das dieser von einem Bauunternehmer geschenkt bekam.
  • Seit 2004 ist Marine Le Pen mit dem Chefideologen des FN, dem Halbjuden Louis Aliot, liiert. Aliot stammte aus einem Elternhaus in Frankreich, bei dem ein Elternteil jüdisch und der andere algerisch ist.

Verbindungen nach Israel

Seit 2002 bestand zwischen Marine Le Pen und dem Halbjuden Aliot ein fester politischer Kontakt, welcher ab dem Jahr 2004 in eine private Beziehung einmündete. Dann zog sie im selben Jahr ins Europäische Parlament ein und wurde dort ständiges Mitglied in der Delegation für die Beziehungen zu Israel. Seitdem fährt sie mindestens einmal pro Jahr nach Israel. Danach unterschied sie unter den Fremden in Frankreich, indem sie in ihre Sympathie Moslems aus- und Juden einschloß. Ihre Haltung wird hierbei in den unteren Strukturen des FN durchaus kritisch bewertet.

Stellung im Europäischen Parlament

Marine Le Pen empfindet sich seit 2014 als Anführerin der nationalen Parteien in Europa. In der Tat ist sie jedoch nur die Anführerin der gemäßigten nationalen Parteien in Europa und tritt dabei als die zentrale Spalterin zu den radikalen nationalen Parteien auf. Sie verhinderte die Bildung der technischen Fraktion der nationalen Parteien im europäischen Parlament.

Zitate

  • „Die NPD ist rechtsextrem, wir nicht.“[11]
  • „Die EU ist ein impotentes Imperium, das Frankreich ausgeplündert hat.“

Siehe auch

Filmbeiträge

Marine Le Pen: Die EU führt in Haß und Krieg! Aufruf an die Völker Europas

Veröffentlichungen

  • Marine Le Pen: A contre-flots, Éditions Jacques Grancher, Paris 2006, ISBN 2733909576

Verweise

Fußnoten

  1. Dabei ist unklar, ob es sich um tatsächliches Interesse an Juden handelt oder um zur Schau gestelltes politisches Geplänkel zur Abwehr des Antisemitismusvorwurfs.
  2. Internationales Biographisches Archiv 12/2011
  3. zitiert in „Tagesanzeiger“, 15. Januar 2011
  4. 4,0 4,1 4,2 Munzinger-Archiv GmbH, 2011
  5. „Seither wollten die Journalisten nur noch sie.“ schrieb die tageszeitung (10. April 2007), und der Stern (16. Januar 2011) bescheinigte ihr ein Auftreten, „tausendmal geschmeidiger als das ihres Vaters … voller Energie, angriffslustig, aber sozialverträglich“.
  6. Von 2003 bis 2011 war Marine Le Pen stellvertretende Vorsitzende der FN.
  7. Freispruch für Le Pen, Die Zeit, 15. Dezember 2015
  8. Le Pen kündigte an, bei der Präsidentenwahl 2012 zu kandidieren. In zwei Umfragen in den Folgewochen zu den möglichen Kandidaten der nächsten Präsidentenwahl kam sie auf über 20 Prozen potentieller Stimmen und lag damit noch vor dem amtierenden Präsidenten Nicolas Sarkozy.
  9. Die FN-Chefin Marine Le Pen erhielt nach Auszählung von fast allen Wahllokalen 18 Prozent der Stimmen. Als Sieger der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen ging der Sozialist François Hollande (28,6 Prozent) knapp vor dem konservativen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy (27,1 Prozent) hervor. Le Pen sprach nach dem Bekanntwerden der ersten Ergebnisse von einem großen Erfolg. „Dieser erste Wahlgang ist erst der Anfang. Der Kampf um Frankreich beginnt erst.“ Umfragen hatten der FN-Vorsitzenden zuvor lediglich 13 bis 15 Prozent prognostiziert. Damit erreichte der FN das höchste Ergebnis bei einer Präsidentschaftswahl.
  10. 33-cabinet.png Abgerufen am 23. April 2017. Bei WebCite® archivieren.Macron und Le Pen ziehen in Stichwahl einJunge Freiheit, 23. April 2017
  11. Stefan Brändle: „Die NPD ist rechtsextrem, wir nicht“, Cicero, 9. Juli 2013