Maron, Monika

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Monika Maron (2016)

Monika Eva Maron (geb. Iglarz; Lebensrune.png 3. Juni 1941 in Berlin-Neukölln) ist eine deutsche Schriftstellerin.

Werdegang

Monika Eva Maron wurde am 3. Juni 1941 in Berlin-Neukölln geboren. Marons Großvater Pawel Iglarz war ein konvertierter Jude.

„Monika Maron wurde am 3. Juni 1941 in Berlin geboren. Ihr Großvater mütterlicherseits war ein zum Baptismus übergetretener polnischer Jude, der 1907 mit seiner Frau, einer ebenfalls zum Baptismus konvertierten polnischen Katholikin, von Lodz nach Berlin umzog, um in der Großstadt als Schneidermeister für die schließlich sechsköpfige Familie eine gesicherte Existenz aufzubauen.“[1]

1951 übersiedelte die Familie von West- nach Ost-Berlin. Marons Mutter Hella, deren Vater im August 1942 verstarb, wuchs im Berliner Arbeiterviertel Neukölln auf. Sie war während des Zweiten Weltkriegs mit einem Frontsoldaten – Monika Marons leiblichem Vater – liiert, den sie als Halbjüdin nicht heiraten durfte, und heiratete nach dem Zweiten Weltkrieg Karl Maron (Todesrune.png 1975), einen aktiven deutschen Kommunisten (der Monika adoptierte), der in die Sowjetunion gegangen war und nach 1945 als maßgebliches Mitglied der KPD/SED in der Sowjetzone/DDR Karriere machte – zunächst als Journalist, ab 1950 als Generalinspekteur der Volkspolizei und 1955 bis 1963 als Innenminister der DDR. Marons Mutter arbeitete in Ost-Berlin als stellvertretende Leiterin der Pressestelle des Magistrats und als Journalistin.[2]

Monika Maron engagierte sich als Schülerin aktiv in der FDJ, später in der SED. Nach dem Abitur 1959 arbeitete sie ein Jahr lang als Fräserin in einem Flugzeugwerk bei Dresden, ehe sie in Ost-Berlin Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte studierte. Maron war als Regieassistentin beim Fernsehen und als wissenschaftliche Aspirantin an der Schauspielschule in Ost-Berlin tätig, bevor sie in den Journalismus wechselte. Sie arbeitete sechs Jahre lang als Reporterin, zunächst bei der Frauenzeitschrift „Für Dich“, dann bei der auflagenstarken Zeitung „Wochenpost“. Als freiberufliche Schriftstellerin (ab 1976) konnte sie allerdings keines ihrer Bücher in der damaligen DDR veröffentlichen.

Ab Oktober 1976 war sie für das Ministerium für Staatssicherheit konspirativ tätig. Im Mai 1978 bat Monika Maron um Beendigung der Zusammenarbeit mit der Stasi. Diese handelte schnell, tauschte den zuerst für sie gewählten Decknamen „Mitsu“ in „Wildsau“ um und behandelte sie seit Juni 1978 als „Operativen Vorgang“.[3][4]

Maron reiste mehrfach ins Ausland, aber auch in die Bundesrepublik Deutschland, kehrte aber immer wieder in die DDR zurück. Nach zunehmender Entfremdung verließ Maron 1988 mit einem Dreijahresvisum das Land und lebte bis 1992 in Hamburg, blieb als Schriftstellerin aber auch nach dem Mauerfall in West-Berlin (1989) und dem folgenden Zusammenbruch der DDR mit den deutsch-deutschen Problemen befasst. In der Wendezeit entstand der kontrovers diskutierte Roman „Stille Zeile Sechs“ (1991), der sie endgültig zur Erfolgsautorin machte. Das Buch wurde für seine lakonische, kunstvolle Prosa gelobt und handelt von einem Generationenkonflikt in der DDR: Auf der einen Seite steht der pensionierte Parteifunktionär Beerenbaum mit seinem Antifaschisten- und Aufbaupathos, auf der anderen die aus der „Überläuferin“ bekannte Historikerin Polkowski, die seine Memoiren nach Diktat schreiben soll und schließlich nicht mehr kann, als die Mauer als „antifaschistischer Schutzwall“ gepriesen wird. Der Konflikt spielt sich v. a. im Kopf der Protagonistin und in ihren widerstreitenden Empfindungen ab, was einige Kritiker irritierte, die darin eine gewisse Verharmlosung sahen.

Mit zahlreichen Preisen wurde nicht nur Marons literarisches Werk, sondern auch ihr Engagement für Freiheit, Zivilcourage und die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte ausgezeichnet. In ihrer Dankesrede zur Verleihung des Deutschen Nationalpreises, den sie 2009 erhielt, wandte sie sich jedoch vehement dagegen, ihre literarischen Texte auf den DDR-Bezug zu verengen. Vielmehr sei es ihr als Autorin stets darum gegangen, generell zu zeigen, „was mit Menschen geschieht, wenn sie Verhältnissen unterworfen sind, in denen sie eine relative materielle Sorglosigkeit mit ihrer geistigen Freiheit bezahlen“.

Als „meinungsfreudige, wertkonservative Intellektuelle“[5] kritisierte Maron wiederholt die Zwänge der „Political Correctness“ und beteiligte sich auch an der Integrations- und Islam-Debatte Thilo Sarrazins, der der frühere Berliner Finanzsenator mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ (2010) neue Nahrung gab. Wie die Autorin Necla Kelek, mit der sie zusammen mehrere Interviews gab, wandte sich Maron gegen eine verfehlte Integrationspolitik und eine falsch verstandene Toleranz gegenüber bestimmten Traditionen muslimischer Einwanderer, obgleich sie es für einen Fehler Sarrazins hielt, die „Integrationsprobleme mit der Vererbungs- und Intelligenztheorie zu mischen“.[6] Später veröffentlichte sie mehrere islamkritische Artikel, in denen sie für die Verteidigung säkularer und demokratischer Grundsätze gegenüber dem politischen Islam eintrat.

Konservative Argumentation

Monika Maron kritisierte im April 2012 die Feststellung des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff: „Der Islam gehört zu Deutschland“ – dies sei eine gedankenlose Parole, die inzwischen von allen Parteien nachgebetet werde.[7]

Familie

„Marons Mutter Hella [...] wuchs im Berliner Arbeiterviertel Neukölln auf. Während des Krieges war sie mit einem Frontsoldaten verlobt [Anm.: Monikas leiblichem Vater], danach mit Karl Maron (1903–1975) verheiratet, der nach 1945 in der Sowjetzone / DDR Karriere machte, u. a. als Innenminister der DDR 1955–1963. 1951 Wohnsitzwechsel von West- nach Ost-Berlin.“

Maron ist in vierter Ehe mit einem Naturwissenschaftler verheiratet und lebt seit 1992 wieder in Berlin. Ihr Sohn Jonas Maron (Lebensrune.png 1962) studierte Fotografie und steuerte zu einigen ihrer Essaybände Fotos bei. Zur Familie gehören auch zwei Enkelkinder. Die bekennende Raucherin Maron besteht darauf, daß man ihren Nachnamen – anders als bei ihrem Stiefvater – mit Betonung auf der zweiten Silbe ausspricht.

Zitate (Auswahl)

  • „Sie beschwören die europäische Solidarität, während Herr Oettinger und Herr Schulz die Polen beschimpfen. Sie erklären ihre Handlungsohnmacht mit Gesetzen, an die sich außer Deutschland niemand hält, weil keines der Gesetze, auf die sie sich berufen, ein Volk zum kollektiven Selbstmord verpflichtet. Sie erklären, das Stück Grenze zwischen Deutschland und Österreich sei nicht zu sichern, und versuchen stattdessen, unsere Sicherheit für einen nicht zahlbaren Preis von Erdogan zu kaufen, der gerade für die nächste kurdische Einwanderungswelle sorgt. Sie versprechen, in Zukunft kriminelle Ausländer schneller abzuschieben, wohl wissend, dass auch veränderte Gesetze wenig Erfolg versprechen, weil wir in Kriegsländer nicht abschieben dürfen, viele ihre Pässe vernichtet haben oder die Heimatländer ihre Staatsbürger nicht zurücknehmen und eine Heerschar deutscher Anwälte darauf wartet, jahrelange Prozesse um ein Bleiberecht zu führen.“ — Monika Maron zum Autogenozid der BRD[8][9]
  • „Die Montagsdemos in Hamburg werden durch Linke und Antifa massiv behindert. Uta Oglivie, eine harmlose Hausfrau, wurde massiv unter Druck gesetzt und bekämpft. Das schreckt manch einen Bekenntnislustigen ab. Trotzdem: Matthias Matussek, ehemaliger Spiegel-Journalist, traut sich in die Höhle des Löwen und hält eine Rede. Das ist beeindruckend. [...] Monika Maron hat die Erklärung 2018 nicht unterschrieben, obwohl sie Tellkamp verteidigt hat. Aber sie wagt nicht den letzten Schritt. [...] Natürlich wäre es mir es auch lieber gewesen, Boris Palmer hätte sich der Frauendemo von Leyla Bilge in Berlin angeschlossen anstelle von Lutz Bachmann. War leider aber nicht. Palmer ist noch nicht so weit wie Matussek.“ — Monika Maron am 23. März 2018 an Götz Kubitschek[10]

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

  • 1990 Irmgard-Heilmann-Literaturpreis der Stadt Hamburg
  • 1991 Brüder-Grimm-Preis
  • 1992 Kleist-Preis
  • 1994 Solothurner Literaturpreis
  • 1994 Roswitha-Gedenkmedaille der Stadt Bad Gandersheim
  • 1995 Buchpreis des Deutschen Verbandes evangelischer Büchereien
  • 2003 Hölderlin-Literaturpreis der Stadt Bad Homburg (12.500 Euro dotiert)
  • 2003 Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz
  • 2004/2005 Frankfurter Poetik-Vorlesungen
    • Poetik-Gastdozentur der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • 2009 Mainzer Stastschreiberin
  • 2009 Deutscher Nationalpreis
  • 2010 Humanismus-Preis des Deutschen Altphilologenverbandes
  • 2011 Lessing-Preis des Freistaates Sachsen (13.000 Euro dotiert)

Verweise

Fußnoten

  1. Monika Maron
  2. Internationales Biographisches Archiv 24/2008 vom 10. Juni 2008
  3. 1995 wurde durch einen SPIEGEL-Bericht bekannt, daß Maron unter dem Decknamen „Mitsu“ zwischen Oktober 1976 und Mai 1978 für den DDR-Staatssicherheitsdienst (Stasi) tätig gewesen war. Ihre „Tätigkeit“ beschränkte sich nach eigenen Angaben auf zwei Berichte über ihre Eindrücke bei einem West-Berlin-Aufenthalt, für den sie im Gegenzug ein Visum erhielt. Nachdem sie die Zusammenarbeit mit der Stasi abgebrochen hatte, wurde sie selbst observiert und ab Juni 1978 als „feindliche Person“ in der Akte „Wildsau“ geführt. 1995 mit Mutmaßungen über ihre früheren Stasi-Kontakte konfrontiert, veröffentlichte Maron jene zwei Berichte, die sich als sehr DDR-kritisch erwiesen, in der FAZ und später auch im Essayband „quer über die Gleise“ (2000). Weitere Belege für eine Stasi-Mitarbeit wurden, trotz entsprechender Nachforschungen, tatsächlich nicht gefunden. So intervenierte sie 2015 auch gegen ein schon fertiggestelltes aktuelles Erinnerungsbuch „Der Schmuggel über die Zeitgrenze“ von Chaim Noll, in dem einmal mehr eine frühere Stasi-Mitarbeit von ihr angedeutet wird. Das Buch durfte schließlich erst in veränderter Fassung erscheinen. (Vgl. Süddeutsche Zeitung, 15. März 2015).
  4. Monika Maron berichtete für die Stasi, Berliner Zeitung, 7. August 1995
  5. Der Tagesspiegel, 3. Juni 2011
  6. Die Welt, 28. Juli 2011
  7. In einem Essay, den die Zeitung „Die Welt“ abdruckte: Natürlich dürften Muslime ihre Religion in Deutschland leben. Die Anwesenheit von Glaubensrichtungen oder Überzeugungen in einem Land bedeute aber nicht, daß sie zur gemeinsamen Vorstellung von der Gesellschaft gehörten. Monika Maron betont, dem Islam stehe seine Aufklärung noch bevor. Bis dahin hoffe sie innigst, daß er nicht zu Deutschland gehöre.
  8. "Kollektiver Selbstmord": So hart rechnet die Schriftstellerin Monika Maron mit der Flüchtlingspolitik ab, huffingtonpost.de, 14. Januar 2016
  9. Merkels kopflose Politik macht die Rechten stark, FAZ, 14. Januar 2016
  10. Götz Kubitschek: Erklärung 2018 – eine Welle der Bekenntnislust, Sezession im Netz, 23. März 2018