Prinz Eugen (Schwerer Kreuzer der deutschen Kriegsmarine)

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Reichskriegflagge 1935-1945.png
Der Stapellauf
Schiffsdaten
Bauwerft: Krupp Germaniawerft in Kiel
Besatzung: 1.600 Mann
Technische Daten
Länge: über alles: 212,5 m
Lpp: 199,5 m
KWL: 207,7 m
Breite: 21,8 m
Tiefgang: 5,9 - 7,2 m
Höchstgeschwindigkeit: 33,5 kn (im Herbst 1940)
Bewaffnung
Schwere Artillerie: 8 x 20,3 cm L/60 in 4 Doppeltürmen

Die „Prinz Eugen“, die den Beinamen „der glückhafte Kreuzer“ trug, wird in manchen englischen Publikationen sowohl als formschönster als auch stärkster Kreuzer des Zweiten Weltkrieges bezeichnet.

Geschichte

Da der Stapellauf des Kriegsschiffes im Jahr der Wiedervereinigung des Restes von Österreich, welcher nach 1918 übriggelassen wurde, mit dem Deutschen Reich erfolgte, wurde er mit der Traditionspflege der k. u. k. Marine betraut. Ursprünglich sollte er den Namen des Flottenführers und Helden des Seegefechtes bei Helgoland Wilhelm Freiherr von Tegetthoff erhalten, aber aus Rücksicht auf den Verbündeten Italien, dessen Flotte von diesem Admiral 1866 bei Lissa schwer geschlagen worden war, verzichtete man darauf. Italien zeigte sich dann allerdings völlig bar solcher Rücksicht, als es ein Schlachtschiff nach dem überaus anrüchigen „Sieg“ von Vittorio Veneto über Österreich im Ersten Weltkrieg taufte.

So bekam das Schiff statt dessen den Namen des Begründers der österreichischen Großmachtstellung Prinz Eugen. Der Stapellauf im August 1938 wurde zu einem Staatsakt, an dem neben Adolf Hitler mit großem Gefolge auch der ungarische Reichsverweser Admiral Horthy, als letzter Oberbefehlshaber der habsburgischen Kriegsmarine und kurzzeitiger Kapitän des k. u. k. Großlinienschiffes „Prinz Eugen“, teilnahm, dessen Ehefrau die Taufe vollzog. Anschließend kam es zu einer großen Flottenparade in der Kieler Bucht. Am jährlichen Gedenktag der Skagerrakschlacht hißte die „Prinz Eugen“ als Trägerin des k. u. k.-Erbes nicht die kaiserliche Reichskriegsflagge, sondern die rot-weiß-rote Kriegsflagge der ehemaligen k. u. k. Kriegsmarine.

Die vier Doppeltürme der Hauptartillerie trugen die Wappen von vier deutschösterreichischen Städten: Braunau, Graz, Innsbruck und Wien.

Indienststellung 1940

Knapp zwei Jahre später konnte das Kriegsschiff in Dienst gestellt werden. Zuvor allerdings erlitt es am 2. Juli 1940 bei einem britischen Angriff auf Kiel zwei Bombentreffer.

Kriegseinsatz

Die „Prinz Eugen“ kämpfte beim Unternehmen „Rheinübung“ zusammen mit dem Schlachtschiff „Bismarck“ gegen die Schlachtschiffe der Royal Navy „Hood“ und „Prince of Wales“, wobei ersteres in die Luft flog und letzteres erheblich beschädigt entkommen konnte (da der deutsche Verband den Befehl hatte, Handelskrieg zu führen und nicht Schlachtschiffe zu versenken). Einige Treffer auf das nagelneue, weit überlegene Schlachtschiff „Prince of Wales“ hatte davon der „Prinz“ erzielt. Nach der Trennung von der „Bismarck“ gelang es, alle feindlichen Fühlungshalter abzuschütteln und sicher die französische Küste zu erreichen.

Kanaldurchbruch und Kriegsende

Zusammen mit den Schlachtschiffen „Scharnhorst“ und „Gneisenau“ nahm die „Prinz Eugen“ während des Unternehmens „Cerberus“ am Kanaldurchbruch teil, in dem der Verband „vor der englischen Haustüre“ rollenden Angriffen englischer See- und Luftstreitkräfte ausgesetzt war, aber keinen einzigen Treffer, außer dem einer Mine, hinnehmen mußte. Dies wurde von englischen Kommentatoren als eine der größten Demütigungen Englands zur See in den letzten Jahrhunderten gesehen. Durch das Unternehmen von Vizeadmiral Otto Ciliax konnten alle drei Schiffe am 13. Februar 1942 ihre deutschen Marinebasen erreichen.

Gegen Ende des Krieges gab der Kreuzer als Teil der Kampfgruppe „Thiele“ den deutschen Truppen Artillerieunterstützung gegen die andrängenden Horden Stalins.

Zerstörung 1946

Die „Prinz Eugen“ überstand den Krieg. Danach fiel sie in die Hände der Briten, die sie im Zuge der alliierten Beuteverteilung an die VSA weitergaben, denen nichts besseres einfiel, als das prächtige deutsche Schiff bei ihren Atombombenversuchen zu zerstören. Nach Atombombentests im Pazifik sank das verstrahlte Versuchsschiff dann Ende 1946.

Bildergalerie

Chronologische Übersicht

Kommandanten

1. August 1940 bis Juli 1942 Kapitän zur See Helmuth Brinkmann
Juli bis Oktober 1942 Korvettenkapitän Wilhelm Beck (in Vertretung)
Oktober 1942 bis 14. März 1943 Kapitän zur See Hans-Erich Voss
15. März 1943 bis 4. Januar 1944 Kapitän zur See Werner Ehrhardt
5. Januar 1944 bis Mai 1945 Kapitän zur See Hans-Jürgen Reinicke (noch bis 1. Mai 1946 als deutscher Kommandant an Bord)
Mai 1945 bis Mai 1946 Captain A. H. Graubart US-amerikanischer Kommandant

Verweise