Sassnitz

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Sassnitz

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Provinz: Pommern
Einwohner (31. Dez. 2011): 10.276
Bevölkerungsdichte: 220 Ew. p. km²
Fläche: 46,5 km²
Höhe: 30 m ü. NN
Postleitzahl: 18540, 18546
Telefon-Vorwahl: 038392
Kfz-Kennzeichen: RÜG
Koordinaten: 54° 31′ N, 13° 39′ O
Sassnitz befindet sich entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Bürgermeister: Dieter Holtz (Die Linke)

Sassnitz (bis zur Umbenennung am 2. Februar 1993 Saßnitz) ist eine deutsche Stadt auf der Insel Rügen.

Kriegerdenkmal (1939–1945) der Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof in in Saßnitz
Kriegsgräberstätte auf dem Alten Friedhof an der Waldmeisterstraße in Saßnitz; Am 1. September 2010 wurde auch die neugestaltete Kriegsgräberstätte für die Marinesoldaten vom Zerstörer „Z 28“ eingeweiht. Der Zerstörer der Kriegsmarine wurde beim Bombenangriff auf Saßnitz am 6. März 1945 versenkt.

Geographie

Gliederung

Ortsteile[1]

  • Blieschow
  • Buddenhagen
  • Dargast
  • Drosevitz
  • Dubnitz
  • Klementelvitz
  • Mukran
  • Neu Mukran
  • Rusewase
  • Sassnitz
  • Staphel
  • Stubbenkammer
  • Werder
  • Wostevitz

Wüstungen und Wohnplätze

  • Dwasieden (Wohnplatz/Stadtteil)
  • Krampas (Wohnplatz/Stadtteil)
  • Lancken (Wohnplatz/Stadtteil)
  • Lenz (Wohnplatz/Stadtteil)

Geschichte

Schulungsburg der DAF

Das Hotel „Zum Fahrenberg“ (Fahrensberg/Fahrenberge) wurde im Sommer 1933 vom Reichsschulungsamt der NSDAP angekauft und als Reichsschulungsburg hergerichtet. Im Herbst 1933 wurde mit dem Umbau zur Landesführerschule begonnen.

Das im Juli 1934 gegründete Bauamt der DAF stoppte die bisherige Ausführung, um die Neugestaltung der Anlage besser der Haltung einer Führerschule anzupassen. Der Auftrag wurde von Julius Schulte-Frohlinde übernommen. Dem Baukörper wurde eine größere Freifläche vorgelagert um sich von den üblichen Spekulationsbauten eines Seebades abzuheben. Baufällige Wohnbauten in der Nähe wurden abgerissen, die Kreideschuppen verlegt.

Mittlerweile wurde die Landesführerschule zur einem Werkscharübungslager bestimmt. Die 100 bis 200 Teilnehmer trafen hier zu einer 14tätigen Schulung ein. Landschaftliche und geschichtliche Erwartungen der Kursteilnehmer wurden durch sorgfältig gewählten Bildschuck erfüllt. Dazu gehörten Schiffe, Trachten und heimische Fauna/Flora.[2]

Bildergalerie

Zweiter Weltkrieg

Zu Ehren der Gefallenen von „Z 28“, die ihr Leben gaben, um Tausende aus dem Weltenbrand im Osten zu retten.

Saßnitz, mit einem kleinen Fischerei- und Fährschiffhafen, wurde ab Ende Februar 1945 zunehmend Umschlagplatz für die Vertriebenen aus dem Osten. Wegen des zu geringen Tiefgangs des Hafens mußten größere Schiffe mit Flüchtlingen vor Saßnitz auf Reede liegen und daher wurde sie durch kleinere Schiffe entladen. Da dieser Vorgang mehr Zeit in Anspruch nahm als das direkte Entladen der Vertriebenen und Verwundeten, befand sich am 6. März 1945 eine größere Schiffsansammlung auf der Reede von Saßnitz.

In dieser Situation erfolgte der Bombenterror der Royal Air Force mit rund 150 Lancaster-Bomber der 5. Gruppe des alliierten Bombenkommandos auf die Stadt und den Hafen, während 41 weitere Bomber mit sieben Mosquitos als Jagdschutz die Reede angriffen. Ab 22.53 Uhr fielen die Bomben des ersten Angriffs der Terrorflieger und um 23.03 Uhr begann der zweite Angriff bis 23.12 Uhr. Dabei fielen auf das Stadtgebiet und den Hafen 491,3 t Bomben.

Es starben 136 Saßnitzer Bürger, 195 Wohnungen wurden zerstört, 336 Wohnungen schwer beschädigt und ca. 400 Wohnungen leichter beschädigt. Im Gleisbereich des Hafens kamen ca. 750 bis 800 Menschen zu Tode, mehrere Soldaten fielen, aber hauptsächlich wurden Zivilisten, Männer, Frauen und Kinder ermordet, die vor der Barbarei der Roten Armee geflüchtet waren und dachten, nun in Sicherheit zu sein.

Der im Hafen liegende Verwundetentransporter „Robert Möhring" wurde durch zwei Bomben getroffen, fing an zu brennen und sank. Dabei fanden 353 Verwundete den elenden Tod. Auf der Reede fielen 173,7 t Bomben. Mehrere Seeminen wurden über Wasser abgeworfen. „Z 28“ wurde von drei Bomben getroffen und sank, wobei 150 Besatzungsmitglieder den Tod fanden. Ebenso sanken weitere fünfzehn Seefahrzeuge. Den anderen größeren Flüchtlingsschiffen „Deutschland" und „Hamburg" geschah glücklicherweise nichts.

Obwohl der Hafen schwer beschädigt war, sollten noch viele Flüchtlinge über Saßnitz in den Westen durchgeschleust werden.

Das Schicksal von „Z 28“

„Z 28“ war ein Zerstörer der Klasse Typ 1936 A. Der Stapellauf war am 20. August 1940 auf der Deschimag-Werft in Bremen. Die Indienststellung erfolgte am 9. August 1941. Am 24. Oktober 1944 erhielt „Z 28“ vor der Halbinsel Sworbe (Ösel) acht Bombentreffer, aber nur eine der von sowjetischen Flugzeugen geworfenen Bomben detonierte. Nach durchgeführter Reparatur war „Z 28“ im Februar 1945 wieder einsatzbereit. Der Kommandant war seit dem 11. Januar 1945 Fregattenkapitän Carl-Heinrich Lampe. Die Aufgabe von Z 28 bestand nun in der Sicherung von Flüchtlingstransporte aus dem Osten.

Am Vormittag des 5. März 1945 traf „Z 28“ auf der Reede von Saßnitz ein. Der Zerstörer begleitete das Flüchtlingsschiff „Deutschland" von Gotenhafen. Große Eisschollen trieben in der See. Beim Bombenangriff am 6. März 1945 trafen drei Bomben den Zerstörer. Dabei wurden alle drei Kesselräume getroffen, das Schiff brach in zwei Teile. Das Heck sank schnell weg, aber das Vorschiff ging erst am Vormittag des folgenden Tages unter. Aufgrund der geringen Wassertiefe ragten die Aufbauten des Zerstörers aus dem Wasser.

Die Rettungsarbeiten wurden durch starken Frost und Dunkelheit erschwert. Viele Besatzungsmitglieder konnten schwimmend im eisigen Wasser die Mole ölverschmiert erreichen, einige erfroren dort, andere starben im Lazarett. Von den ca. 320 Besatzungsmitgliedern verloren 150 ihr Leben. Ihre Gräber sind auf den Friedhof in Dwasieden und auf der neu gestalteten Kriegsgräberstätte des Alten Friedhof in Saßnitz.

Fußnoten

  1. Hauptsatzung der Stadt Sassnitz, § 1a
  2. Rudolf Rogler: Die Schulungsburg der DAF. in Sassnitz auf Rügen. In: Baugilde. Heft 21. S. 589–903