Siebert, Ludwig

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Ministerpräsident und MdR Ludwig Siebert

Ludwig Georg Siebert (Lebensrune.png 17. Oktober 1874 in Ludwigshafen; Todesrune.png 1. November 1942 in Stock am Chiemsee) war ein deutscher Politiker (BVP/NSDAP), vom 12. April 1933 bis zu seinem Tod bayerischer Ministerpräsident sowie Mitglied des Reichstages. Zu seine Kindern gehörte u. a. SS-Oberführer Dr. jur. Friedrich Wilhelm Siebert[1] (1903–1966).

Leben

Von rechts: Otto von Wächter, Hans Frank und Ludwig Siebert, Adolf-Hitler-Platz, Krakau, 1. September 1940

Ludwig Siebert war Rheinpfälzer und wurde 1874 als Sohn des Lokomotivführers Georg Siebert (Todesrune.png 6. August 1907) und dessen Gemahlin Barbara, geb. Vulpes in Ludwigshafen geboren. Sein Bruder war der spätere General der Infanterie Friedrich Siebert.

Schule, Studium und Beruf

Er besuchte in Mannheim das Gymnasium und studierte in den Jahren 1893 bis 1897 Rechtswissenschaft in München. Nach der zweiten juristischen Prüfung im Jahr 1900, begann er einer Tätigkeit als Rechtsanwaltskonzipient in Frankenthal (Pfalz) und trat dann in den bayerischen Staatsdienst als Amtsanwaltsverweser. Von 1901 bis 1905 war er Amtsanwalt, dann königlich bayerische Staatsanwalt.

Nachdem er in Fürth von 1905 bis 1906 als Staatsanwalt am dortigen Landgericht sich betätigte, verließ er den Staatsdienst und trat ab 1906 in den kommunalen Dienst der Stadt Lindau ein, um dort als Rechtsrat zu wirken.

1907 trat er in den Kommunaldienst über als kundiger Magistratsrat der Stadt Lindau am Bodensee. 1908 wurde er zum Bürgermeister von Rotenburg ob der Tauber gewählt und blieb es bis zum Jahre 1919 und wurde Mitglied in der Bayerischen Volkspartei.

Weimarer Republik

Dann berief ihn die Stadt Lindau als Oberbürgermeister zurück. In seiner Amtszeit wurde die Stadt durch Eingemeindungen zu Groß-Lindau erweitert, die Seebrücke und das Strandbad Eichwald gebaut sowie der Toskanapark und der neue Friedhof angelegt.

Durch seinen Eintritt in die NSDAP im Januar 1931 (Mitglied Nr. 356.673) wurde er zum ersten Oberbürgermeister der NSDAP in Bayern. Von 1932 bis 1933 nahm er ein Mandat der NSDAP im Bayerischen Landtag wahr und war Finanz- und Verwaltungssachverständiger der Landtagsfraktion.

Drittes Reich

Als General von Epp am 13. April 1933 zum Reichsstatthalter von Bayern ernannt wurde, machte er den Finanzminister Ludwig Siebert zum bayerischen Ministerpräsidenten und er übernahm noch 1936 zusätzlich das Wirtschaftsministerium.

Am 12. November 1933 bis 1942 war er im Reichstag für die NSDAP für den Wahlkreis 24, Oberbayern und Schwaben, vertreten. In Bayreuth wurde die 1935 zur Festhalle umgebaute ehemalige markgräflichen Reithalle (heute „Stadthalle“) nach ihm benannt, in Rothenburg ob der Tauber trägt eine Straße bis heute seinen Namen. Am 12. April 1938 verlieh ihm die NSDAP das Goldene Parteiabzeichen. Zum SA-Obergruppenführer wurde er am 9. November 1938 ernannt. 1939 wurde er Präsident der Deutschen Akademie in München.

Ludwig Siebert wurde während der nationalsozialistischen Reiches Ehrenbürger mehrerer Städte. Obwohl die Ehrenbürgerwürde nur auf Lebenszeit verliehen wird, erkannten z. B. Speyer und Augsburg die Ehrenbürgerschaft Sieberts nach dem Kriegsende ausdrücklich wieder ab und konnten ihn so aus der Liste der ehemaligen Ehrenbürger streichen.

Kurzchronologie

  • Gymnasium (Abitur)
  • Studium der Rechtswissenschaften
  • juristischer Staatskonkurs in Speyer
  • 1897 Eintritt in den bayerischen Staatsdienst
  • 1901 Amtsanwalt in Neustadt/Haardt
  • 1905–1906 III. Staatsanwalt in Fürth
  • 1907–1908 rechtskundiger Magistratsrat der Stadt Lindau (Bodensee)
  • 1908–1919 Bürgermeister der Stadt Rothenburg ob der Tauber
  • 1919–April 1933 Erster Bürgermeister (ab 1924 Oberbürgermeister) der Stadt Lindau
  • 10.3.1933 bis 1.11.1942 (bis 16.3.1933 beauftragter Leiter, bis 12.4.1933 kommissarischer) bayerischer Staatsminister der Finanzen
  • 10.3.1933 bis 14.2.1934 Bevollmächtigter Bayerns zum Reichsrat
  • 12.4.1933 bis 1.11.1942 bayerischer Ministerpräsident und Vorsitzender der bayerischen Staatsregierung
  • 28.6.1933 bis 28.2.1934 Staatsminister für Wirtschaft, März 1935 Chef der bayerischen Staatskanzlei
  • 28.11.1936 bayerischer Staatsminister für Wirtschaft (m. W. d. G. b.)
  • 22.9.1939 Mitglied des Verteidigungsrats der Wehrkreise VII und XIII
  • April 1940 auch nominell Leiter der Abteilung Landwirtschaft im Staatsministerium für Wirtschaft

Tod

Ludwig Siebert (1874-1942)

SA-Obergruppenführer Siebert ist 1942 im Amt verstorben.

„Ministerpräsident Ludwig Siebert gestorben. Der bayerische Ministerpräsident, SA-Obergruppenführer, Präsident der Deutschen Akademie Ludwig Siebert, ein bewährter Mitkampfer des Führers, ist am Sonntag, dem 1. November, nach kurzer schwerer Krankheit verschieden.“

Mitgliedschaften (Auswahl)

  • Mitglied des Bezirkstags Rothenburg und des Landrats Mittelfranken, BVP, Januar 1931 NSDAP
  • 1932 bis 14.10.1933 MdL-Bayern (NSDAP)
  • 1933 Mitglied des Arbeitsausschusses des Deutschen Städtetags
  • 1933 bis 1.11.1942 Mitglied des Kulturrats des Deutschen Auslands-Instituts (Stuttgart)
  • 1933 bis 1.11.1942 Ehrenvorsitzender des Bayerischen Landesfremdenverkehrsrats,
  • 3.10.1933 bis 1.11.1942 Ordentliches Mitglied der Akademie für Deutsches Recht (München)
  • November 1933 bis 1.11.1942 MdR (NSDAP)
  • 22.2.1939 bis 1.11.1942 Präsident der Deutschen Akademie München
  • 1938 bis 1.11.1942 Mitglied des Aufsichtsrats der Reichswerke AG Alpine Montanbetrieb „Hermann Göring“, Linz
  • Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bayerischer Lloyd Schiffahrts AG, Regensburg
  • 1941 Mitglied des Aufsichtsrats der Reichswerke AG für Binnenschiffahrt „Hermann Göring“

Beförderungen

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Ludwig (links) und Friedrich Siebert.jpg

Veröffentlichung

  • Die neuen Wege in der deutschen Wirtschaft. J. F. Lehmann, München 1936; 2. Aufl. 1938

Literatur

Fußnoten

  1. Im Krieg war Dr. Siebert in der deutschen Verwaltung in Krakau (Generalgouvernement) unter Otto von Wächter tätig war (Spezialabteilung Innere Verwaltung), nach dem Krieg wurde er völkerrechtswidrig an Polen ausgeliefert und 1948 zu dort zu einer zwölfjährigen Haft verurteilt worden war. 1956 wurde er begnadigt und entlassen. Nach seiner Rückkehr in die Heimat lebte er bis zu seinem Tod 1966 in Prien am Chiemsee, wo er ab 1960 zweiter ehrenamtlicher Bürgermeister war. Erster Bürgermeister war Adolf von Bomhard, früherer SS-Gruppenführer und General der Polizei in der Ukraine, der auch Ehrenbürger von Prien war.