Schaub, Julius
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Julius Schaub (* 20. August 1898 in München; † 27. Dezember 1967 in München) war der langjährige persönliche Chefadjutant Adolf Hitlers.
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[Bearbeiten] Leben
[Bearbeiten] Jugend
Julius Schaub war in München am 20. August 1898 geboren, besuchte in München die Volksschule, Drogistenfachschule und Privathandelsschule und wurde 1917 Soldat. Schaub lernte Hitler 1919 in München kennen, als beide dort in derselben Kaserne lebten.
[Bearbeiten] Weimarer Republik
1919 wurde er aus dem Lazarett entlassen und vom Hauptversorgungsamt München eingestellt. Im Jahre 1921 geriet er in München in eine Versammlung der NSDAP. Er war sofort mit Feuer und Flamme dabei. Er trat am 10. Oktober 1920 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 81). Er wurde Mitbegründer der SA unter Ulrich Klintsch, dem ersten SA-Führer, war Teilnehmer an der bekannten Saalschlacht im Hofbräu, die der NSDAP in München zum Durchbruch verhalf und tat dann Dienst in den 4 Hundertschaften der Münchener SA. Er nahm 1922 an dem bekannten Marsch in Koburg teil, der den Marxisten von einst einen ungeheuren Respekt vor den Nationalsozialisten beibrachte und bei dem er kurz hinter Adolf Hitler marschierte. Am 8. November 1923 ging er als Kurier der NSDAP nach Freising, um die dort stehende SA vor dem Ausbruch der Revolution zu verständigen. Morgens war er wieder in München. Er leitete dann die Verhaftung der marxistischen Stadträte, er war dann Teilnehmer zu dem Marsch der Feldherrnhalle. Nach dem blutigen 9. November 1923 flüchtete er zusammen mit Joseph Berchtold nach Kärnten und arbeitete dort am Aufbau der Kärntner SA. Nach dem Hitler-Prozeß stellte er sich im April 1924 freiwillig dem Münchener Volksgericht. Er wurde im sogenannten „kleinen Hitler-Prozeß“ zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis verurteilt und nach Landsberg am Lech gebracht, wo auch Adolf Hitler untergebracht war. Hier lernte Adolf Hitler Julius Schaub näher kennen und schätzen, und als Julius Schaub Silvester 1924 aus der Haft entlassen wurde, konnte er sofort in den Dienst von Adolf Hitler treten. Seitdem wich er ihm nicht mehr von der Seite. Als 1927 die SS gegründet wurde, trat Julius Schaub sofort zur SS über und wurde SS-Mitglied Nr. 7. Gemeinsam mit Julius Schreck, dem langjährigen Fahrer von Adolf Hitler und mit Joseph Berchtold, war er einer der ersten SS Männer, er stieg bis zum SS-Obergruppenführer auf.
[Bearbeiten] Drittes Reich
Die gute Beziehung zu seinem Chef zeigte sich unter anderem in der Teilnahme Hitlers als Trauzeuge an Schaubs zweiter Hochzeit. Schaub gehörte dem Reichstag in der dritten und vierten Wahlperiode an. Im Frühjahr 1945 entließ Hitler Schaub aus seiner Umgebung im Kanzleibunker in Berlin und schickte ihn stattdessen nach Süddeutschland, damit dieser sämtliche persönlichen Unterlagen Hitlers vernichte. Zu diesem Zweck suchte Schaub Hitlers Privatwohnung am Münchener Prinzregenten-Platz sowie sein Haus auf dem Obersalzberg auf und verbrannte alle greifbaren Dokumente aus Hitlers Privattresoren.
[Bearbeiten] Nachkriegszeit
Nach der Kapitulation der Wehrmacht im Mai 1945 wurde Schaub in der Nähe von Berchtesgaden von amerikanischen Truppen verhaftet und bis 1949 in verschiedenen Konzentrationslagern festgehalten. Da sowohl amerikanische Militärgerichte als auch deutsche Entnazifizierungsbehörden keine Mitwirkung Schaubs an Verbrechen in der Zeit von 1933 bis 1945 feststellen konnten, wurde er von der Spruchkammer nur als „Mitläufer“ eingestuft. Eine Anklage wegen Kriegsverbrechen kam dementsprechend nicht zustande. Schaub verbrachte seinen Lebensabend als Drogist in München.
[Bearbeiten] Literatur
- Julius Schaub - In Hitlers Schatten: Erinnerungen und Aufzeichnungen des persönlichen Adjutanten und Vertrauten 1925-1945 (2005)
