Architektur

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Architektur (auch Architektonik; von lat. architectura; dt. Baukunst) ist im weitesten Sinne die Kunst, die das ganze weite Gebiet der Errichtung von Bauwerken umfaßt, soweit es nicht dem einfachsten Zweck in anspruchsloser Weise dient. Infolge der Verschiedenheit der Bedürfnisse, des Klimas, der Baumaterialien, noch mehr aber infolge der durch Zeit, Kultur und jeweiligen Volksart bedingten verschiedenen Auffassung der idealen Bauelemente unterscheidet man zahlreiche Baustile, in denen sich der geistige Kulturzustand der Völker widerspiegelt. Ein Schaffer von Architektur wird Architekt genannt.

Funktion als Träger der Kultur

Hierbei fungiert die Architektur als entscheidendes gestaltendes Element des besiedelten Raumes eines Volkes durch bewußte Anlehnung an geschichtliche Traditionen, und ist demzufolge Teil eines Prozesses, der eine Gemeinschaft definiert und somit sichtbarer Ausdruck einer weltanschaulichen und/oder ideologischen Grundhaltung. Der Begriff Architektur bezeichnet im wesentlichen die Einheit von Bauwesen, Bautechnik und der dazu kommenden künstlerischen Gestaltung. Letztere ist im Zuge der seit Mitte des 20. Jahrhunderts vorherrschenden Auffassung von sogenannter Moderner Kunst allerdings fast völlig verschwunden, so daß behauptet werden kann, daß gegenwärtig das Gebiet der Architektur kaum mehr eigenständige Kraft entfaltet, sondern stattdessen von einem rein pragmatisch-materialistisch ausgerichteten Bauwesen verdrängt wurde, welches jedoch weiterhin unter dem Namen Architektur figuriert.

Den Tiefststand hatte das Errichten von Bauwerken wohl in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts erreicht – die sogenannte „Verschandelungsarchitektur“, man spricht auch von den „typischen Bausünden der 70er Jahre“ –, als selbst einfachste Forderungen des Bauingenieurswesens permanent mißachtet wurden und insbesondere die zahlreichen Flachdach-Bauten oftmals schon bei Bauabnahme schadhaft (also etwa regendurchlässig) waren.

Neben der religiösen Überlieferung gibt es kaum etwas konservativeres in einem Kulturkreis als eben dessen Bautraditionen. Wenn also sogenannte „moderne Stadtkonzepte“ vermehrt auf „temporäre“ Architektur setzen (das heißt, auf zeitweise bestehende -- und auf Abbau schon beim Aufbau ausgerichtete -- Bauformen), dann sagt dies sehr viel aus über das ganze Ausmaß des Kulturverfalls einer Spätzeit und über die völlige Beliebigkeit, mit der wesentliche Wert-Entscheidungen getroffen werden.

Geschichte

Unscheinbare Anfänge einer Baukunst finden sich schon in ältesten und noch in jüngeren Zeiten bei unkultivierten Völkern. Von einer wirklichen Baukunst kann jedoch nur da die Rede sein, wo eine höher entwickelte Kultur höhere Aufgaben stellt. Die ältesten Werke der Baukunst sind Altäre und Grabdenkmäler.

Die Architektur des Abendlandes nahm schon sehr bald bei den verschiedenen Nationen einen unterschiedlichen Charakter an; wobei aber dennoch gewisse gemeinsame Stilformen vorherrschten, so zunächst im romanischen Stil, dann in der zuerst in Nordfrankreich ausgebildeten Gotik, die ihren Höhepunkt im 13. Jahrhundert erlangte. Italien, welches sich schon vor dem Eintreten der Gotik der antiken Bauweise, von der überall Reste erhalten waren, zu erinnern begann, ließ zuerst im 15. Jahrhundert diese „wiedergeboren“ werden (→ Renaissance) und stellte sie der bald als „barbarisch und deutsch“ verachteten (daher gotisch genannten) älteren Kunst entgegen. Bis etwa 1550 hatten alle früher gotisch bauenden Völker die Renaissance aufgenommen (Frührenaissance); seitdem begann überall die formal strengere Durchbildung der antiken Formen (Hochrenaissance), die, immer weiter gesteigert, schließlich den Barockstil herbeiführte. Neben diesem ging mit wechselnder Beliebtheit der Klassizismus einher, der insbesondere in Holland, England und Frankreich seine Stützpunkte fand, während Italien, Deutschland, Flandern und Spanien den Barockstil bevorzugten.

Mit der Regierungszeit Ludwigs XIV. wurde die französische Kunstanschauung in Europa dominierend, welche eine Verquickung des Klassizismus im Äußeren mit dem verfeinerten und verschnörkelten Barock, dem Rokoko, im Innern darstellt. Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts beginnt die Zeit des Klassizismus, der, hervorgerufen durch die Lehren des Andrea Palladio über die Antike (→ Palladianismus), überall, zuletzt in Deutschland, die Oberhand bekam und zwar unter der Leitung Englands, welches die dort nie ganz vergessene Gotik wieder aufleben läßt.

Der Palladianismus verbreitete sich von Frankreich neben der romantischen Architektur über ganz Europa, wobei dies in den einzelnen Ländern verschiedenartig sich abspielende stilistische Kämpfe hervorrief.

Die der orthodoxen christlichen Kirche anhängenden Völker in Ost- und Südosteuropa, besonders die Russen, hatten lange die Byzantinische Architektur mit nur einigen Abänderungen beibehalten und sich meist erst seit dem 18. Jahrhundert der europäischen Strömung angeschlossen.

Deutsche Architektur

Hauptartikel: Deutsche Architektur

Gegenwart

Die sowjet-bolschewistische Kunstriege um den jüdischen Architekten El Lissitzky und das in Deutschland agierende Bauhaus um Walter Gropius entwickelten Leitbilder einer rein technokratischen, materialistischen, internationalen und „verkehrsgerechten“ Formsprache, die als bewußte Disharmonie und Antipode zu jeder Tradition verstanden werden wollten. Wurde dieser Baumoderne bis 1945 noch konservativer Widerstand entgegengesetzt, so kam es infolge der Umerziehung nach dem Zweiten Weltkrieg schrittweise zur allumfassenden, faktisch totalitären Herrschaft des Baumodernismus in der deutschen Architektenschaft. So urteilt der Historiker Claus Wolfschlag über die Architektur der Gegenwart:

„Wir leben in architektonisch schwierigen Zeiten. Die Herrschaft des Baumodernismus ist hierzulande immer noch umfassend. Junge Architektur-Studenten werden an den vom modernistischen Lehrpersonal beherrschten Hochschulen frühzeitig auf Linie gebracht und treten dann in die Fußstapfen ihrer Meister.
Gegenpositionen, etwa jene von Leon Krier oder von Patzschke und Partner haben es immer noch schwer, ausreichend Gehör zu finden. Besonders, wer sich die Vergabe deutscher Architekturpreise ansieht, bekommt einen Eindruck davon, was derzeit oder immer noch als „hip“ in Architektenkreisen gilt: eintönige und schmucklose Beton- und Glaskisten, gelegentlich garniert durch selbstverliebte Formspielereien von Architekten mit Ambitionen. Das alles natürlich internationalistisch und austauschbar bis zum Abwinken.
Bedenklich ist allerdings, daß all diese ermüdenden Flachdachschachteln aus der Bauhaus-Tradition oder manche auf „interessant“ machenden Großmonstrositäten nicht nur ihren Preis bekommen, sondern meist auch gebaut werden und dann in der Gegend herumstehen, sie also gravierenden Einfluß auf die Lebenswelt der Bürger nehmen. Und dabei zur allgemeinen Entfremdung beitragen.“[1]
„Bis heute wird der Hochschulapparat von dieser Strömung beherrscht, schildern junge Studenten doch immer wieder mal in Internetforen den dort teils herrschenden Anpassungsdruck. Diese häufige Ignoranz gegenüber den Bedürfnissen der als unversiert erachteten Mehrheitsbevölkerung wirkt sich bis in die Führungsebenen des Bundes deutscher Architekten aus, aus dessen Mitte immer wieder massive Attacken gegen aktuelle Bemühungen um vereinzelte Stadtbildrekonstruktionen geritten werden. Die katastrophalen Folgen für unser Landschaftsbild liegen auf der Hand. Womöglich setzt man auf den Gewöhnungseffekt. Wenn erst mehrere Generationen in Flachdachkuben aufgewachsen sind, werden sie irgendwann keine Alternativen mehr erwarten, mögen manche denken. Verortbare Heimat würde in einem solch kosmopolitischen Szenario aber gänzlich zu existieren aufgehört haben.“[2]

Zitate

  • „Architektur ist eine Art Machtberedsamkeit in Formen.“Friedrich Nietzsche (1844–1900)
  • „Die Bedeutung der Architektur für die Verfaßtheit des Gemeinwesens wird gerade in konservativen Kreisen oft unterschätzt. Man führt gerne die Worte »Heimat« oder »Vaterland« im Mund, ignoriert aber weitgehend, daß sich diese Begriffe landschaftlich oder architektonisch verbildlichen müssen, um sinnlich erfahrbar zu sein. Diese Heimaterfahrung ist jedoch durch faktisch planlose Zersiedelung, durch austauschbare moderne Investorenarchitektur, durch lärmende Verkehrsschneisen seit dem 20. Jahrhundert in ihren Grundfesten erschüttert – und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Ignoranz angesichts dieser Entwicklung mag teils auf Unkenntnis fußen, teils auf einer Unterschätzung des ästhetischen Wirkens politischer Ideologien.“Claus Wolfschlag
  • „Daher meine Liebe zur Kunst, Musik und Architektur! Sind das nicht Kräfte, welche der kommenden Menschheit den Weg weisen?“Adolf Hitler[3]

Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Sezession: Steine im Osten (11. März 2010)
  2. Junge Freiheit 03/10: „Linkes“ und „rechtes“ Bauen (15. Januar 2010)
  3. In: Monologe im Führerhauptquartier 1941-1944. Die Aufzeichnungen Heinrich Heims, herausgegeben von Werner Jochmann, Wilhelm Heyne Verlag, München 1980, ISBN 3-453-01600-9 (Aufzeichnung vom 25./26.01.1942, Seite 234)