Fallschirm-Jäger-Regiment 6

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Truppenkennzeichen der 14. (Panzerjäger-) Kompanie

Das Fallschirm-Jäger-Regiment 6 (FJR 6) war eine Luftlande-Einheit und ein Fallschirmjäger-Regiment der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Nach den blutigen Kämpfen zur Abwehr der Invasion in der Normandie erhielten die Grünen Teufel der „6.“ von Freund und Feind den Ehrennamen „Die Löwen von Carentan“.

Aufstellung

Frischgebackener Ritterkreuzträger Oberleutnant Johann Engelhardt (Mitte) bei Anzio; Bild: Ernst Haas vom Kriegsberichterzug des XI. Flieger-Korps.

Mit Befehl der 2. Fallschirmjäger-Division vom 13. Januar 1943 wurde das Fallschirmjäger-Regiment 6 in Vannes (Bretagne) aufgestellt. Das Hauptquartier des Regimentes deutscher Fallschirmjäger befand sich ebenfalls in Vannes. Das II. Bataillon/Fallsch.Jg.Rgt.6 wurde komplett aus dem IV. Bataillon/Luftlande-Sturm-Regiment 1 gestellt. Das I. und II. Bataillon/Fallsch.Jg.Rgt.6 wurden aus der Fallschirmjäger-Brigade „Ramcke“, dem Erprobungsbataillon des XI. Flieger-Korps sowie dem Luftwaffen-Feld-Bataillon z. b. V. 100 (vormals als Fallschirm-Jäger-Bataillon „Mattheas“[1]) aufgestellt, ab Oktober 1943 der 3. Fallschirmjäger-Division unterstellt und als Kern neuer Regimenter aufgeteilt. Ab November 1943 wurde das Regiment überraschenderweise reaktiviert und bis Mitte Januar mit drei Bataillon neu aufgestellt, ausgestattet und ausgebildet. Viele der neuen Freiwilligen waren zwischen 17 und 18 Jahre alt, sie wurden jedoch mit Veteranen von Kreta, Nordafrika und der Ostfront zusammengetan. Oberbefehlshaber West, und somit auch für den Einsatz des FJR 6 verantwortlich, war zu dieser Zeit Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt.

Ostfront

Fallschirmjäger des FJR 6 an der Invasionsfront, 21. Juni 1944, hier mit dem Kompanieführer Oberfeldwebel d. R. Alexander Uhlig, ein hochdekorierter Kampfflieger und Fallschirmjäger.

Am 12. November 1943 wurde das I. Bataillon über Nürnberg nach Shitomir in Rußland verlegt. Die Kampfgruppe erhielt den Auftrag, Radomyschl anzugreifen und wurde hierbei durch russische Verbände eingeschlossen. Später konnte sich die Kampfgruppe aus der Einschließung zusammen mit dem III./Fallschirm-Jäger-Regiment 2 befreien; anschließend griffen sie gemeinsam Jelintsch an. Ab dem 9. Dezember 1943 wurde das I./Fallsch.Jg.Rgt.6 auf Befehl des XXXXII. Armee-Korps nach Kirowograd verlegt, um dort bei einem russischen Einbruch in die Front zu unterstützen. Am 6. Dezember 1943 wurden das I./FJR 6 und eine Panzergruppe der 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ als Kampfgruppe „Finzel“ zusammengelegt. Am 1. Januar 1944 wurde das III. Bataillon aus der Front herausgelöst und in die Bretagne verlegt. Hier stellte das Bataillon den Stamm des neu aufzustellenden Fallschirm-Jäger-Regiment 8 unter Oberstleutnant Ernst Liebach. Das FJR 6 bestand somit nur noch aus dem I. Bataillon. Ab dem 15. Januar 1944 wurden in Köln-Wahn das II. sowie das III. Bataillon neu aufgestellt.

Normandie und Reichsverteidigung

Junge Krieger des Fallschirm-Jäger-Regimentes 6 in Frankreich an der Invasionsfront.jpg
Fallschirm-Jäger-Regiment 6 1944 an der Deutschen Westfront

Das Fallschirm-Jäger-Regiment 6 wurde Ende Mai 1944 in die Normandie als Korps-Reserve für das LXXXIV. Armee-Korps verlegt. Das Regiment hatte eine Stärke von ca. 4.600 Soldaten. Nach der Ankunft wurde das Regiment der 91. Luftlande-Division unterstellt. Am 7. Juni 1944 wurde das I. Bataillon von der VS-amerik. 4.Pz.Div. sowie von Teilen der VS-amerik. 82. und 101. Luftlandedivision bei Vierville, nördlich von Carentan, zerschlagen. Nur ein Leutnant und 23 Soldaten konnten sich zum Rest des Regimentes durchschlagen.

Am 11 Juni 1944 wurde das Regiment der 17. SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“ unterstellt. Anfang Juli 1944 wurde das Regiment der 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ unterstellt. Das I. Bataillon wurde Anfang Juli 1944 nach Paris verlegt, um dort wieder aufgefrischt zu werden. Das Regiment kämpfte sich über den Weg Carentan, Raids, Périers, Ouville, Roncey, Saint-Denis-le-Gast, Percy aus der Normandie nach Vire zurück. Am 10. August 1944 wurde das Regiment aus der Front herausgelöst. An diesem Tage bestand das Regiment noch aus knapp 40 Soldaten.

Das Regiment sammelte sich hierzu in Tinchebray. Bis Ende August 1944 wurde das Regiment weiter aus ehemaligen und neuen Soldaten aufgefrischt und erreichte eine Stärke von knapp 1.000 Soldaten. Das Regiment verlegte von Nancy nach Güstrow. Hier stieß das aufgefrischte I./Bataillon hinzu. Anfang September 1944 wurde durch Oberstleutnant von der Heydte ein IV. Bataillon neu aufgestellt. Das Personal kam aus den drei anderen Bataillonen. Die Führung hiervon übernahm Hauptmann von Dobbeler. Am 4. September 1944 wurde das Regiment über Aachen nach Tilburg in Holland verlegt. Hier wurde das Fallschirmjäger-Regiment der 85. Infanterie-Division unterstellt. Das Regiment erhielt Befehl, den alliierten Brückenkopf bei Beeringen anzugreifen. Das Regiment wurde weiter in den Abwehrkämpfen bei Geehl, Lommel, Kolonie, Neerpelt, Boxtel, Eerde, Schijndel, Reusel und Valkenswaard eingesetzt. Ende September verlegte das Regiment nach Postel und wurde am 30. September 1944 zur Unterstützung der 719. Infanterie-Division nach Baarle-Nassau verlegt. Es folgen bis Ende Oktober 1944 weitere Kämpfe bei Goirle, Poppel, Hoogerheide, Woensdrecht und Bergen op Zoom. Am 5. Oktober 1944 wurde das FJR 6 aus der Front herausgelöst und nach Goirle verlegt. Am 23. Oktober 1944 wurde der Kommandeur Oberstleutnant von der Heydte zur Fallschirmarmee-Waffenschule nach Aalten in Holland versetzt. Zeitgleich wurde er zum Oberst befördert und für seine Verdienste in der Normandie mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Die Führung des Regiments übernahm Oberst Henke. Am 8. November 1944 wurde das Regiment nach Gorinchem in Süd-Holland verlegt, wo es personell aufgefrischt wurde. Anschließend verlegte es weiter nach Wesel. Am 24. November 1944 verlegte das Regiment nach Zülpich, von wo es an die Front in den Hürtgenwald verlegt wurde. Das I. Bataillon bezog Stellung bei Zerkall, das II. Bataillon bei Bogheim und das III. bei Brandenberg. Am 11. Dezember 1944 mußte das Fallschirm-Jäger-Regiment 6 für einen Sprungeinsatz (Unternehmen „Stößer“) im Rahmen der bevorstehenden Ardennen-Offensive 150 Soldaten abstellen. Das Unternehmen mißlang, die Männer gingen überwiegend verloren.

Endkampf

Die Reste des Fallschirm-Jäger-Regimentes 6 kämpften bis Mitte Februar 1945 im Hürtgenwald weiter und verlegten anschließend nach Bonn. Am 5. März 1945 griff das Regiment den VS-amerikanischen Brückenkopf bei Remagen an und kämpfte anschließend vom 8. bis zum 14. März 1945 bei Ittenbach. Hier gerieten Oberst Henke sowie der Großteil des Stabes in Kriegsgefangenschaft. Der Rest des Regimentes erhielt Befehl, über Gummersbach in das Ruhrgebiet zu verlegen. Die Reste des Regiments gingen am 17. April 1945 bei Velbert in VS-amerikanische Gefangenschaft, wobei kleine Gruppen sich noch im März nach Stendal durchschlagen konnten. Der Versuch, ein neues Regiment aufzustellen, mißlang – die letzten Überlebenden wurden an der Ostfront und bei der Schlacht um Berlin eingesetzt, wobei ein Trupp im Mai 1945 die Treppen vor der Reichskanzlei erreicht haben soll, gemeinsam kämpfend mit den letzten ausländischen Freiwilligen der Waffen-SS.

Kommandeure

Einsätze (Auswahl)

  • Fall Achse
    • Am 27. Mai 1943 erfolgte die Verlegung des Regiments nach Süd-Frankreich in die Orte Combe-St- Gervais, Vallabrix und Gourdarges. Am 26. Juli 1943 wurden das I. und III. Bataillon des Regiments nach Istres nahe Marseilles verlegt und danach per Luftmarsch zum Feldflugplatz Practica di Mare, südwestlich von Rom, verlegt. Das II. Bataillon wurde über Foggia in Italien nach Manfedonia als Reserve des XI. Flieger-Korps verlegt. Das Ziel des II. Bataillons wurde somit später die Ausschaltung des italienischen Hauptquartiers. Das I. und III. Bataillon nahmen an der Besetzung von Rom sowie der Entwaffnung der italienischen Streitkräfte teil. Das II. Bataillon flog am 9. September 1943 von Fioggia aus zum Sprungeinsatz auf den Monterotondo bei Rom, wo sich das Hauptquartier der italienischen Streitkräfte befand.
    • Das II. Bataillon wurde Mitte November 1943 aus dem Regiment herausgelöst und als Stamm für das neu aufzustellende Fallschirm-Jäger-Regiment 11 verwendet.
  • Ostfront (I. Bataillon)
    • Am 12. November 1943 wurde das I. Bataillon über Nürnberg nach Shitomir in Rußland verlegt. Die Kampfgruppe erhielt den Auftrag, Radomyschl anzugreifen und wurde hierbei durch russische Verbände eingeschlossen. Später konnte sich die Kampfgruppe aus der Einschließung zusammen mit dem III./FJR 2 befreien und griff anschließend Jelintsch an. Ab dem 9. Dezember 1943 wurde das I./FJR 6 auf Befehl des XXXXII. Armee-Korps nach Kirowograd verlegt, um dort bei einem russischen Einbruch in die Front zu unterstützen. Am 6. Dezember 1943 wurden das I./FJR 6 und eine Panzergruppe der 2. SS-Pz.Div. als Kampfgruppe „Finzel“ zusammengelegt.
    • Am 1. Januar 1944 wurde das III. Bataillon (Reinhard-Stellung) aus der Front herausgelöst und in die Bretagne verlegt. Hier stellte das Bataillon den Stamm des neu aufzustellenden Fallschirm-Jäger-Regiments 8 unter Major/Oberstleutnant Ernst Liebach.
  • Invasion bei Anzio (II. Bataillon)
  • Invasionsfront
  • Schlacht um Carentan
    • Das Regiment war von Mitte Januar (3.500 Mann) bis 10. August 1944 (nur noch 40 Mann) der 91. (Luftlande-) Infanterie-Division unterstellt.
    • im August 1944 in Nordfrankreich (bei Nancy) auf 1.000–1.500 aufgefrischt und ab September der 85. Infanterie-Division unterstellt
  • Operation Market Garden
  • Schlacht im Hürtgenwald
  • Ardennenoffensive (Aachen and Hürtgenwald)

Bekannte Angehörige (Auswahl)

Literatur

  • Volker Griesser: Die Löwen von Carentan – Das Fallschirmjäger-Regiment 6 1943-1945, VS-Books (2007), ISBN 978-3932077258

Verweise

Fußnoten

  1. Hauptmann Ulrich Mattheas