1. Fallschirm-Armee

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1. Fallschirm-Armee.jpg

Die 1. Fallschirm-Armee / Fallschirm-Armeeoberkommando 1 (FschAOK 1) (vom 27./30. Oktober bis 6./10. November 1944 als Armeegruppe „Student“ bezeichnet) war ein Großverband der Luftwaffe der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges. Sie war Oberkommando jeweils wechselnder Armeekorps sowie zahlreicher Spezialtruppen und ging aus dem XI. Fliegerkorps hervor. Die 1. Fallschirm-Armee erhielt den Zusatz Fallschirm aus Gründen der Moral, konnnte jedoch nicht mit den elite- und kampferprobten Truppen der Fallschirm-Jäger-Regimenter verglichen werden. Von den 160.000 Mann des FschAOK 1 waren letztendlich nur 30.000 Fallschirmjäger, davon viele jung und unerfahren.

Geschichte

Mit der Aufstellung der 1. Fallschirm-Armee im März 1944 wurde auf einen Befehl des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Hermann Göring vom 5. November 1943 zur Aufstellung eines Armeeoberkommandos mit zwei Fallschirm-Korps bis zum April 1944 begonnen. Mit der Durchführung wurde das Generalkommando XI. Fliegerkorps als Ausbildungsstab unter General der Fallschirmtruppe Kurt Student beauftragt, das für die Führung, Ausbildung und Ergänzung der Fallschirmtruppe der Luftwaffe zuständig war und zuvor unter anderem in der Luftlandeschlacht um Kreta eingesetzt worden war. Die beiden Fallschirmkorps wurden im Januar 1944 in Italien bzw. Frankreich aus dem von der Ostfront abgezogenen II. Luftwaffen-Feldkorps und dem XIII. Fliegerkorps aufgestellt. Am 3. April 1944 erfolgte in Nancy die Umwandlung des Generalkommandos XI. Fliegerkorps in das Fallschirm-AOK 1, das unter den Befehl der Heeresgruppe D/Oberbefehlshaber West gestellt wurde. Zu der geplanten Unterstellung des I. Fallschirm-Korps kam es nicht, da dieses nach dem Fall Achse und der bevorstehenden Schlacht um Rom in Italien gebunden war.

Nach der Invasion der Alliierten in der Normandie im Juni 1944 wurde die 1. Fallschirm-Armee direkt dem OKW unterstellt und setzte ihre Ausbildungstätigkeit fort. Ihren ersten Gefechtseinsatz erlebte die Armee nach dem Durchbruch der Alliierten in Frankreich am 4. September 1944 am Albert-Kanal in Belgien im Verband der Heeresgruppe B. Im Zuge der Operation Market Garden wurde sie zur Maas und zum Waal im östlichen Holland zurückgedrängt. Der Armee unterstanden zu dieser Zeit neben dem II. Fallschirm-Korps auch ein Heeres- und zwei SS-Korps.

Personen

Männer der Fallschirm-Nachschub-Abteilung 21 der 1. Fallschirm-Armee
Kommandeure der 1. Fallschirm-Armee:
Dienstzeit Dienstgrad Name
4. September bis 18. November 1944 Generaloberst Kurt Student[1][2]
18. November 1944 bis 28. März 1945 General der Fallschirmtruppe Alfred Schlemm
28. März bis 10. April 1945 General der Infanterie Günther Blumentritt
10. bis 28. April 1945 Generaloberst Kurt Student
28. April 1945 bis zur Kapitulation General der Infanterie Erich Straube
Chefs des Generalstabs der 1. Fallschirm-Armee:
Dienstzeit Dienstgrad Name
1. Mai bis 20. August 1944 Generalleutnant Wolfgang Erdmann
15. September bis November 1944 Oberst Walter Reinhard
November 1944 bis zur Kapitulation am 8. Mai 1945 in Oldenburg Oberst Ernst Kusserow
Generalstabsoffiziere (Ia) der 1. Fallschirm-Armee:
Dienstzeit Dienstgrad Name
unbekannt Oberstleutnant Berlin
17. Januar bis 8. Mai 1945 Major Arnold von Roon

Gliederung

Armeetruppen

Soldaten der 1. Fallschirm-Armee bei Arnheim während der Operation Market Garden
  • Fallschirm-Jäger-Lehr-Regiment 21[3]
    • Kern des Regimentes war das Fallschirmjäger-Lehr-Bataillon, das sich beim verwegenen Unternehmen „Eiche“ bewährt hatte
  • Fallschirm-Armee-Waffenschule 21
  • Sturm-Bataillon der Fallschirm-Armee
  • Fallschirm-Radfahr-Bataillon 1
  • Fallschirm-Panzer-Regiment 1
  • Fallschirm-Sturmgeschütz-Brigade 21
  • Höherer Artilleriekommandeur der Fallschirm-Armee 1
  • schwere Werfer-Abteilung der Fallschirm-Armee 1
  • Fallschirm-Pionier-Regiment 1
  • Fallschirmarmee-Nachschubtruppen 1
  • Transport-Abteilung der Fallschirm-Armee 1
  • Fallschirm-Armee-Nachrichten-Regiment 1
  • Kranken-Transport-Abteilung der Fallschirm-Armee 1
  • Feldersatz-Regiment der Fallschirm-Armee
  • Genesenden-Bataillon der Fallschirm-Armee 1

Unterstellte Armeekorps und Divisionen

September 1944
Februar 1945
  • II. Fallschirm-Armeekorps
  • LXXXVI. Armeekorps
  • XXXXVII. Armeekorps
  • LXIII. Armeekorps
  • Panzer-Lehr-Division
April 1945
  • LXXXVI. Armeekorps
  • II. Fallschirm-Armeekorps

Literatur

  • Gordon L. Rottman: World War II Airborne Warfare Tactics, Osprey Publishing (2006), ISBN 978-1841769530

Verweise

Fußnoten

  1. Ständiger Vertreter vom 1. März 1944 – 15. November 1944 war Generalleutnant Walter Lackner
  2. Am 7./11. November 1944 übernahm Generaloberst Student die aus der 1. Fallschirm-Armee und der 15. Armee gebildete Heeresgruppe H und wurde bei der 1. Fallschirm-Armee durch General der Fallschirmtruppe Alfred Schlemm ersetzt.
  3. Aufgestellt im Februar 1944 in Nevers aus dem I. Bataillon des Fallschirmjäger-Regimentes 7 als Fallschirm-Lehr-Regiment, im April 1944 wurde es dann zum Fallschirmjäger-Lehr-Regiment umbenannt. Im Juni 1944 wurde das bisher unnummerierte Regiment in Fallschirmjäger-Lehr-Regiment 21 umbenannt. Nach schweren Verlusten wurde das Regiment am 11. Februar 1945 wiederaufgestellt. Am 28. März 1945 wurde das Regiment in Fallschirm-Jäger-Lehr-Regiment 210 umbenannt. Eingesetzt war das Regiment unter anderem in Arnheim zur Abwehr der Operation Market Garden im September/Oktober 1944 und in Roermond im Februar 1945.