Feldzug in Polen (Film)

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DOKUMENTATION

Feldzug in Polen, Fritz Hippler.jpg
Filmdaten
Deutscher Titel: Feldzug in Polen
Produktionsland: Deutsches Reich
Erscheinungsjahr: 1940
Laufzeit: 69 Minuten
Sprache: Deutsch
Produktionsfirma: Deutsche Filmherstellungs- und Verwertungs-GmbH,
IMDb: deueng
Stab
Regie: Fritz Hippler,
Musik: Herbert Windt,
Kamera: Heinz von Jaworsky,
Walter Frentz,
Guzzi Lantschner,
Walter Hrich,
Sepp Allgeier
Optische Spezialeffekte: Atelier Noldan,
Schnitt: Albert Baumeister,

Feldzug in Polen ist ein deutscher Dokumentarfilm aus dem Jahre 1940 über den deutschen Polenfeldzug im September 1939 von Regisseur Fritz Hippler. Der Film ist eine Gemeinschaftsarbeit der deutschen Wochenschauen unter Verwendung des authentischen Filmmaterials der Propaganda-Kompanien.

Auszeichnungen

Prädikate
  • Staatspolitisch wertvoll
  • Künstlerisch bzw. kulturell wertvoll
  • Volksbildend
  • Jugendfrei
  • Feiertagsfrei

Ein Film vom Krieg der 18 Tage

Rolf Marben schrieb in „Die Filmwelt“ vom 16. Februar 1940 folgende Rezension:

„Schlicht, knapp und wuchtig wie der Berichtsstil des Oberkommandos der Wehrmacht blitzt auf der Leinwand der Titel eines dokumentarischen Filmwerkes auf: ‚Feldzug in Polen‘. Ein Bildstreifen, der ein Stück Weltgeschichte unbestechlich und in ihrem Ablauf unverwischbar für alle Zeiten festhält. Die Geschichtsschilderer früherer Jahrhunderte und Jahrzehnte konnten der Nachwelt nur das überliefern, was bewusst oder unbewußt subjektiv aus ihrer Feder, von ihrem Zeichenstift oder ihrer Palette kam. Erst die Filmkamera kann lebendiges Geschehen auf unermeßbarer Zeit hinaus lebendig und in einem geradezu wissenschaftlichen Sinne objektiv festhalten. Das Filmwerk ‚Feldzug in Polen‘ ist ein Dokument, dessen dramatische Wahrhaftigkeit, dessen klares Zeugentum für alle Kommenden unantastbar bleiben muß. Der Bildstreifen gibt zugleich in Tat umgesetzte Weltanschauung: die Weltanschauung des nationalsozialistischen Reiches, das den Frieden wahrt bis zur äußersten Bedrohungsgrenze von Lebensrecht, Freiheit und Ehre. Im entscheidenden Augenblick aber antworten dem Angreifer die Waffen mit vernichtender Gewalt. Die Stoßkraft der Einheit eines ganzen Volkes steht hinter den Waffen. Wie war dieser Blitzsieg – einzigartig in der Historie von Nationen und Schlachten – möglich? Weil jeder einzelne deutsche Mann die Weltanschauung des Reiches lebte. Weil er den Mut, das Verantwortungsbewußtsein, die Aufopferungsfreude, den Freiheitswillen, das Kameradschaftsbekenntnis, die Disziplin der ganzen Nation in sich selbst trug. Dieser Block von Millionen im gleichen geistigen und physischen Marschtritt mußte siegen. Er siegte mit dem Brausen eines Sturmwindes. Der Film wird ein unvergängliches Ruhmesblatt deutschen Soldatentums bleiben, wenn die Erregung des Miterlebens, die uns Heutige bei seinen Bildern packt, in ihrer aufrüttelnden Stärke längst verklungen sein muß. Er wird darüber hinaus immer das Gedächtnis für Entwicklung und Entfachung eines Brandes wach halten, der von englischen ‚Politikern‘ gelegt, geschürt und zu lodernden Flammen getrieben wurde. Die Schuldigen sind festgestellt. Das Filmband wird sie nun für alle Zeit festhalten. Bilder des deutschen Danzig – Bilder aus den letzten, untergründig schon glimmenden Friedenstagen des August 1939 – blenden auf. Die Kamera blickt hinüber nach London, wo ein Chamberlain mit seinen Kriegshetzenden Ministern den verbrecherischsten politischen Blankoscheck der Weltgeschichte ausstellt: Polen wird mit abgefeimter Hinterhältigkeit ermutigt, die Drangsalierung aller Volksdeutschen zu steigern, das Morden und Rauben in den Grenzgebieten des Reiches fortzusetzen. Friedliche Lösungen, die der Führer vorschlägt und die der Film gleichsam in sprechende Karten überträgt, werden abgelehnt. Der Flüchtlingsstrom ins Reich schwillt von Tag zu Tag, brennende Gehöfte der Deutschen in Polen schicken ihre Rauchsäulen zum Himmel. Polen mobilisiert, ‚Marschall‘ Rydz-Smigly träumt und prahlt von einer Schlacht vor den Toren Berlins, aus polnischen Gewehren knallen die ersten Schüsse. Das von England gewollte, von Polen ins Rollen gebrachte Schicksal nimmt seinen Lauf. Der Führer gibt den deutschen Truppen Befehl zum Gegenangriff. Und nun zieht die Wochenschaukamera mit den deutschen Soldaten. Sie kennt das Pathos so wenig wie die Männer unter den Waffen. Sie berichtet nur, wenn auch unter Einsetzung in Gefahr. Alle bedeutenden Phasen des „Feldzuges der 18 Tage läßt sie uns miterleben. Und zwischendurch führt uns das Filmbild in die Gedanken der großen strategischen Pläne. Wir sind bei der kämpfenden, vorwärtsstürmenden Truppe, wir sind sozusagen am Kartentisch des Generalstabs, und wir sind mit dem Führer im Hauptquartier wie an der Front. Bilder, deren Eindruck im Hirn nie verblassen wird, ziehen an uns vorüber. Geschütze donnern gegen Bunker und feindliche Stellungen, Granaten zerschmettern Häuser und lassen Erdfontänen aufspritzen, die Infanterie geht zum Angriff vor, Panzerwagen rollen über abgründige Straßen, wir sitzen im Sturzkampfbomber, und die Erde rast uns entgegen, Bomben treffen Güterzüge und Rangiergleise, die SS stürmt polnische Widerstandsnester in Danzig, unter dem Feuer des Schulschiffes ‚Schleswig-Holstein‘ gehen Munitionslager der Westerplatte in Flammen auf, Maschinengewehre bellen in der Tucheler Heide, Kavallerie unternimmt kühne Erkundungsritte durch brennende Dörfer, Aufklärungsflieger jagen durch den rauchschwarzen Himmel über Warschau, ausgebrannte Gasometer gähnen wie erloschene Vulkankrater herauf, im Weichselbogen werden endlose Gefangenenzüge zum Abtransport formiert, unübersehbare Beute an Geschützen, Gewehren, Kriegsmaterial wird gesichtet und geordnet, Jagdflieger fegen durch die Sprengwölkchen des Flakfeuers und schießen ihre Leuchtspurmunition wie Pfeile gegen den Feind, Pioniere bauen Brücken, über die der Vormarsch pausenlos weitergeht, der Führer wird von seinen Soldaten, die noch nach 60-Kilometer-Märschen keine Müdigkeit kennen, umjubelt, Tanks fahren, fast vom Wasser überspült, durch Flüsse, weiter geht es, weiter – bis das Ende Polens kommt. Der Kommandant der Hauptstadt schlägt in abenteuerlicher Sinnlosigkeit ein Übergabeangebot ab, die Deutschen setzen zum Angriff auf Warschau an, da muß die Stadt kapitulieren. Die Reste der polnischen Armee gehen müde, abgekämpft in die Gefangenschaft. Aber die deutschen Truppen hämmern nach dem Einzug trotz unvorstellbarer Strapazen, die hinter ihnen liegen, einen Parademarsch auf das Warschauer Pflaster, als ob sie eben aus der Garnison gekommen wären. Ihre Fahnen und ihre Augen leuchten Sieg! Dem Film voraus läuft ein Bildstreifen, der als letzter Friedens-Manöverbericht aus dem Jahre 1939 authentisch das kriegsmäßige Eingreifen einer Division schildert. Auch hier packendste Bilder, vor allem vom harten Kampf der Infanterie, von den Leistungen der Nachrichtentruppen, vom Einsatz der Panzerwaffe und der Panzerabwehr. An diesem Film erkennt man mit dankbarem Bewußtsein: so ausgerüstet und so durchgebildet mußte die Wehrmacht des Großdeutschen Reiches jenes gewaltige Instrument werden, das den polnischen Angreifer in noch nicht einmal drei Wochen überrennen und zerschmettern konnte. Das dokumentarische Filmwerk ‚Feldzug in Polen‘ ist zum optischen Beweis dafür geworden. Es hat die Prädikate ‚staatspolitisch wertvoll, künstlerisch wertvoll, volksbildend, jugendfrei und feiertagsfrei‘ erhalten. Hergestellt wurde es von der ‚Deutschen Filmherstellungs- und Verwertungs-Gesellschaft, München-Berlin‘, unter der gestaltenden Hand von Fritz Hippler. Albert Baumeister besorgte den wahrhaft dynamischen Schnitt, Herbert Windt die zurückhaltende und dennoch mitreißende Musik, das Atelier Noldan die vorzüglich instruktiven, lebendigen Kartenskizzen. Von den Männern an der Kamera gilt hier der stolze und kameradschaftliche Satz: ‚Eine Gemeinschaftsarbeit der deutschen Wochenschauen.‘ Sie haben die schönste Genugtuung, die es geben kann: etwas Bleibendes geschaffen zu haben. Zum Ruhme des deutschen Soldaten für das deutsche Volk!“

Handlung

Quelle
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... das Oberkommando der Wehrmach meldet:
2. September: Im Zuge der deutschen Kampfhandlungen aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen wurden an allen Fronten schon heute die erwarteten Anfangserfolge erzielt. – Die von Süden über das Gebirge vorgegangenen Truppen haben die Linie Neumarkt–Ostrau ist die Olsa bei Teschen überschritten. Südlich des Industriegebietes sind unsere Truppen in Höhe von Kattowitz im zügigen Vordringen. Die aus Schlesien angesetzten Truppen sind im flüssigen Vorgehen in Richtung Tschenstochau und nördlich davon. – Im Korridor nähern sich unsere Truppen der Brahe und haben die Netze bei Nacht erreicht. Aus Ostpreußen vorgehende Kräfte stehen tief auf polnischen Gebiet im Kampf.

Die deutsche Luftwaffe hat heute in wiederholten kraftvollen Einsätzen die militärischen Anlagen auf zahlreichen polnischen Flugplätzen angegriffen und zerstört. – Teile der deutschen Seestreitkräfte haben Positionen vor Teilen der Danziger Bucht eingenommen und sichern die Ostsee. – Das in Neufahrwasser liegende Schulschiff „Schleswig-Holstein“ nahm die von den Polen besetzte Westernplatte unter Feuer. – In Gdingen wurde der Kriegshafen durch die Luftwaffe bombardiert. Der Jablunka-Paß wurde schnell bezwungen. – Das Vorgehen der deutschen Truppen brachte auf allen Fronten weitere schnelle Erfolge.

Die südlich des oberschlesischen Industriegebietes angesetzte Kräftetruppe nähert sich Biala und hat Pleß genommen. Nördlich davon wurde eine polnische Bunkerlinie durchbrochen. Nördlich des Industriegebietes nähern sich unsere Truppen der Warta. Panzerverbände gehen nördlich Tschenstochau auf Radomsk vor. Wielun ist genommen. Die über Kempen angesetzten Teile sind in flottem Vorgehen auf Sieradz. – Die pommersche Kräftegruppe hat die Brache überschritten und die Weichsel südwestlich Graudenz erreicht. Damit ist die Verbindung mit der aus Ostpreußen Richtung Graudenz angesetzten Gruppe nahezu hergestellt. Die im nördlichen Korridor befindlichen polnischen Heeresteile sind abgeschnitten.

3. September: Am Samstag beschoß das im Hafen von Neufahrwasser liegende Schulschiff Schleswig-Holstein mit seiner schweren und mittleren Artillerie die polnischen Batterien und Bereitschaftsstellungen bei Danzig. – Deutsche Truppen haben ostwärts Pleß den Weichselübergang erkämpft und ponische Befestigungen südlich Nikolai überrannt.

4. September: Am Nachmittag des 2. September und in den Morgenstunden des 3. September drangen die Truppen des deutschen Heeres auf allen Fronten erfolgreich weiter tief auf polnischem Gebiet vor. Tschenstochau wurde genommen. Ostwärts Wielun wurde die Warthe überschritten. Berent ist in deutscher Hand. An der Südostfront ist von unseren Truppen Radomsk genommen. – Ostrowo, Krotoschin und Lissa sind in deutscher Hand. Von den aus Schlesien und südlich vorgehenden Truppen drängen nördlich der Hohen Tatra und südlich des Industriegebietes starke Kräfte dem auf Krakau zurückweichenden Gegner nach. Ostwärts Pleß wurde der Weichselübergang erkämpft. Im scharfen Vorgehen haben sie sich Sieracz auf 20 Kilometer genähert. – Der deutsche Angriff gegen die Festung Graudenz ist in die Fortslinie eingedrungen. Luftangriffe gegen Gdingen und Hela wurden erneuert und brachten hierbei den polnischen Zerstörer „Wicher“ zum Sinken, der Minenleger „Gryf“ wurde schwer beschädigt.

5. September: Das deutsche Ostheer brach am 4. September auf allen Fronten den feindlichen Widerstand und stieß unaufhaltsam weiter vor. Der Gegner ging stellenweise in Unordnung und schwer erschüttert zurück. Gefangenen- und Beutezahlen mehren sich und lassen sich zur Zeit noch nicht übersehen. – Im Norden versucht die umklammerte polnische Korridor-Armee in verzweifelten Einzelaktionen den eisernen Ring zu sprengen. Die Befestigungen in Graudenz wurden genommen. Die bei und südlich Kulm unter den Augen des Führers und Obersten Befehlshabers über die Weichsel gesetzten Truppen sind auf dem Ostufer in raschem Vordringen. – Die Luftwaffe beherrscht den Luftraum. 40 polnische Flugzeuge, darunter 15 im Luftkampf, wurden abgeschossen.

6. September: Das ostoberschlesische Industriegebiet ist in unserer Hand. Weiter nördlich wurde am frühen Nachmittag die Linie Checiny–Lopußnow–Piotrkow genommen. Beiderseits Sieradz wurde eine stark ausgebaute Bunkerlinie durchbrochen und der Angriff auf dem Ostufer der Warthe in Richtung Lodsch fortgesetzt. – Die bei Kulm und Graudenz auf das Ostufer der Weichsel übergegangenen Kräfte setzten die Verfolgung des schlagenden Feindes fort. Schnelle Truppen haben bei Rozan den Narew erreicht. 10.000 Gefangene und 60 Geschütze sind bisher die Beute unserer im Norden kämpfenden Truppen. – Die deutschen Truppen sind in den Mittagsstunden des Mittwoch ohne Kampf in die Stadt Krakau eingerückt. Der Kommandierende General, sowie der Divisionskommandeur haben am Grabe Pilsudskis militärische Ehren erwiesen. Eine Ehrenwacche ist aufgezogen. Die Weichselbrücken sind nicht zerstört. – Bromberg ist von den deutschen Truppen genommen.

7. September: Durch den entschlossenen Einsatz der Luftwaffe tatkräftig unterstützt, blieben die Truppen des Ostheeres dem weichenden Feind in scharfer Verfolgung auf den Fersen und stellten ihn an verschiedenen Stellen zum Kampf. – In Südpolen wurde Neu-Sandez genommen und der Dunajec überschritten. – Im Norden ist die Tucheler Heide nordwestlich Graudenz nunmehr von den versprengten Resten der polnischen Korridor-Armee gesäubert. Die 9. und 28. polnische Division, ein Panzerbataillon, zwei Jägerbataillone und die Kavalleriebrigade Pomorska sind vernichtet. – Die Luftwaffe hat gestern in durchschlagendem Tiefangriff die weichenden Feindkolonnen angegriffen und zersprengt.

8. September: Die Operationen in Polen am 7. September nahmen an vielen Stellen den Charakter einer Verfolgung an; nur an einzelnen Stellen kam es noch zu ernsteren Kämpfen. – Südostwärts Gorlice und ostwärts Tarnow dringen unsere Truppen gegen die Wisloka vor. Die Besatzung der Westernplatte in Danzig hat sich ergeben. – Deutsche Panzertruppen sind heute um 17.15 Uhr in Warschau eingedrungen.

9. September: Die feindlichen Nachhuten vielfach durchstoßend, erreichten bewegliche Truppen mit vordersten Teilen zwischen Sandomirz und Warschau an verschiedenen Stellen die Weichsel. – In Südpolen wurde kämpfend über die Wisloka nach Osten Raum gewonnen und mit motorisierten Verbänden Rzeszow erreicht. In der Vormarschrichtung auf Lublin wurden westlich der Weichsel Zwolen und Radom genommen. Lodsch wird heute von rückwärts gestaffelten Verbänden besetzt, während die Masse der dort kämpfenden Truppen, an der Stadt beiderseits vorbeistoßend, südlich der Bzura dem kämpfend weichenden Feind folgt.

10. September: Zwischen dem Gebirge und dem Oberlauf der Weichsel setzten die deutschen Kräfte die Verfolgung des geschlagenden Feindes in ostwärtiger Richtung fort. Teile zahlreicher polnischer Divisionen sind um Radom von der Weichsel abgeschnitten und von allen Seiten umstellt. – Die Luftwaffe hat die von Warschau nach Ost und Südost zurückführenden Straßen und Eisenbahnen durch Bombenangriffe blockiert und die in diesem Raum noch vorhandenen Reste der polnischen Bodenanlagen angegriffen.

11. September: Während in Südpolen der sich zäh wehrende Gegner über den San zurückgedrängt und der Übergang über den Fluß im Abschnitt Sanok-Jawornik Polski sowie bei Radymne und Jaroslaw erzwingen wurde, begannen die in den verschiedenen Räumen eingeschlossenen Truppen, die Waffen zu strecken. Durchbruchsversuche der eingeschlossenen Teile wurden überall verhindert. Die Einschließung des polnischen Kriegshafens Gdingen wurde fortgesetzt. Neustadt und Putzig sind in deutscher Hand.

12. September: Die große Schlacht in Polen geht westlich der Weichsel ihrem Ende entgegen. – Die Südgruppe dringt in Gewaltmärschen gegen und über den San vor. Gebirgstruppen haben im äußersten Südflügel Chyrow südlich Przemysl erreicht. Im Raum zwischen Zwolen, Radom und der Lysa Gora streckt der Feind die Waffen; Geschütze und Kriegsgerät von wenigstens vier Divisionen stehen als Beute in Aussicht. – Verzweifelte Versuche der um Kutno eingeschlossenen starken feindlichen Kräfte, nach Süden durchzubrechen, wurden vereitelt. Der Ring auch um diese feindliche Gruppe ist geschlossen. – Nördlich der Weichsel nähern sich unsere Truppen der Festung Modlin. – Nach hartem Kampf ist der Feind auch nordostwärts Warschaus geworfen.

13. September: Durch das Vorgehen unserer Truppen in den Provinzen Polen und Westpreußen wurden in den letzten Tagen Polen, Thron, Gnesen, Hohensalza und zahlreiche andere Städte besetzt. – Am 12. September setzte das deutsche Ostheer mit seinem Süd- bzw. Nordflügel die stürmische Verfolgung des Feindes fort. – Beiderseits Przemysl vorstoßend, wurden Sambor und Jaworow genommen und mit vorgeworfenen Abteilungen Lemberg erreicht. – Die südlich Radom eingeschlossenen polnische Gruppe hat aufgehört zu existieren. Die gewaltige Beute an Gefangenen, Geschützen und Kampfgerät aller Art wird noch gesichtet und gezählt. – Ostwärts und südostwärts von Warschau sind Straße und Bahnlinien Warschau–Siedlce mit starken Kräften überschritten; am äußersten Ostflügel stehen motorisierte Truppen 40 Kilometer nördlich Brest.

14. September: Als vorläufiges Ergebnis der Vernichtungsschlacht bei Radom sind 60.000 Gefangene, darunter zahlreiche Generäle, 143 Geschütze und 38 Panzerwagen eingebracht. Der umfassende Angriff gegen die um Kutno umstellten polnischen Divisionen schreitet vorwärts. – Die über die Straße Warschau–Siedlce vorgedrungenen deutschen Kräfte haben mit Teilen nach Südwesten und Westen eingedreht. – Die 18. polnische Division, darunter der Divisionsstab, streckte gestern nördlich Ostrow-Mazowicka die Waffen. 6.000 Gefangene und 30 Geschütze wurden eingebracht.

15. September: Die sehr starken und sich verzweifelt wehrenden, um Kutno eingeschlossenen polnischen Kräften versuchten gestern nochmal, nach Südosten durchzubrechen. Diese Angriffe schlugen fehl. Ostwärts der Weichsel nähern sich unsere Truppen von Norden, Osten und Südosten der Warschauer Vorstadt Praga. Die auf die Festung Brest-Litowsk angesetzten Truppen sind von Norden in die Befestigungszone eingedrungen. Die Forts sind zum Teil gesprengt. Die Zitadelle ist noch vom Feinde besetzt. – Die Stadt Gdingen ist in unserer Hand. – Die noch im Hafen Heisternest liegenden polnischen Kriegsschiffe wurden durch Bomben versenkt.

16. September: Die Südgruppe des deutschen Ostheeres trieb auch am 15.9. die versprengten Teile der polnischen Südarmee vor sich her. Mit ihnen wird vor den Toren Lembergs und am Tanew bei Bilgoraj noch gekämpft. Przemysl wurde genommen. – Unter Einsatz neuer deutscher Kräfte wurde der Ring um die bei Kutno eingeschlossene polnische Armee verstärkt und im Angriff verengt. – Nach Abwehr der feindlichen Durchbruchsversuche südostwärts Warschau brachten unsere Truppen dort 8.000 Gefangene und 126 Geschütze ein und stehen jetzt dicht um Praga. – Bialystok wurde genommen.

17. September: Nördlich der Sanmündung dringen unsere Truppen in Richtung Lublin weiter vor. Deblin wurde genommen. 100 unzerstörte Flugzeuge fielen dort in unsere Hand. Bei Wlodawa südlich Brest haben sich die vordersten Aufklärungstruppen der aus Ostpreußen und der aus Oberschlesien und der Slowakei angesetzten Armeen die Hand gereicht. – Von Westen her wurde Kutno genommen, die Bzura nach Norden überschritten. – Um die Bevölkerung der polnischen Hauptstadt vor schwerstem Leid und Schrecken zu bewahren, hat die deutsche Wehrmacht den Versuch unternommen, durch einen Offizier den polnischen Militärbefehlshaber von Warschau zur Aufgabe seines zwecklosen Widerstandes in einer offenen Millionenstadt zu veranlassen. Der polnische Militärbefehlshaber in Warschau hat es abgelehnt, den deutschen Offizier zu empfangen. – Der Versuch abgesprengter polnischer Truppen, über Siedlce nach Südosten zu entkommen, endete mit der Gefangennahme von 12.000 Mann. 80 Geschütze, 6 Panzerwagen und 14 Flugzeuge wurden außerdem erbeutet.

18. September: Der Feldzug in Polen geht seinem Ende entgegen. Nach der völligen Umschließung Lembergs und der Einnahme von Lublin steht ein Teil des deutschen Ostheeres in der allgemeinen Linie Lemberg–Wlodzimierz–Brest–Bialystok und hat damit den größten Teil Polens besetzt. Dahinter vollzieht sich noch an meheren Stellen die Vernichtung und Gefangennahme einzelner versprengter Reste der ehemaligen polnischen Armee. – Aus dem umschlossenen Warschau wurde am 17. September durch polnische Sender die Bitte an das Oberkommando der Wehrmacht gerichtet, einen polnischen Parlamentär zu empfangen. Das Oberkommando der Wehrmacht hat seine Bereitwilligkeit dazu erklärt. Bis zum 17. September Mitternacht hat sich kein Parlamentär bei unseren Truppen eingefunden.

19. September: Die Auflösung und Kapitulation der versprengten oder eingeschlossenen Reste des polnischen Heeres schreiten rasch vorwärts. Die Schlacht an der Bzura ist zu Ende. Bisher wurden 50.000 Gefangende und eine unübersehbare Beute eingebracht. – Eine kleinere feindliche Kampftruppe wurde nordwestlich Lemberg vernichtet und dabei 10.000 Gefangene gemacht. Vor Warschau hat nach Ausbleiben des polnischen Parlamentärs die Kampftätigkeit wieder begonnen. Die Stadt wird von den Polen ohne Rücksicht auf die Bevölkerung, die über eine Million Menschen beträgt, verteidigt.

20. September: Die Schlacht im Weichselbogen, die vor etwa eine Woche bei Kutno begann und sich dann nach Osten gegen die Bzura zog, erweist sich nunmehr als eine der größten Vernichtungsschlachten aller Zeiten. – Die Zahl der Gefangenen hat sich gestern allein an der Bzura auf 105.000 Mann erhöht und wächst ständig an. Dazu traten noch außerordentlich hohe blutige Verluste des Feindes. – Das erbeutete Kriegsmaterial ist unübersehbar.


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Siehe auch

Verweise