Colomb, Friedrich August Peter von

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Friedrich August Peter von Colomb war verwandt mit der Mutter der Gebrüder Humboldt und ein Schwager von Feldmarschall von Blücher. Als Rittmeister und Kampfgefährte Ludwig Adolf Wilhelm Freiherr von Lützows nahm er in den Jahren 1813/14 an den Befreiungskriegen teil und zeichnete sich als Anführer einer Freischar der „Schwarzen Jäger“ aus. Er war zuletzt General der Kavallerie und ab 1841 Kommandant von Berlin. Seine bescheidene Grabstätte befindet sich im Feld VI des Alten Berliner Garnisonfriedhofs.

Friedrich August Peter Colomb, seit 1786 von Colomb (Lebensrune.png 19. Juli 1775[1] in Aurich, Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation; Todesrune.png 12. November 1854 in Königsberg, Königreich Preußen, Deutscher Bund), war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, zuletzt General der Kavallerie.

Leben

Der „Colombstein“ bei Zwickau erinnert an einen erfolgreichen Husarenstreich der Freiwilligen Jäger zu Pferde gegen die Franzosen am 29. Mai 1813.
Colomb: Friedrich August v. C., geb. 1775 in Ostfriesland, † 12. Nov. 1854. Er war der Sohn des Kammerpräsidenten v. C. in Aurich. 1792 trat er in das Zieten'sche Husarenregiment, machte den Feldzug 1806 und die Vertheidigung von Lübeck mit, unter Führung seines Schwagers, des damaligen General Blücher. 1813 war Rittmeister v. C. Führer eines Streifcorps, das aus der freiwilligen Jägerescadron des brandenburgischen Husarenregiments und 10 Husaren desselben Regiments bestand, welche am 8. Mai aus dem Lager in Meißen abgeschickt wurden, um über die Elbe zu gehen und die französische Armee im Rücken zu beunruhigen. C. ging nach Dresden, bei Schandau über die Elbe, durch das Erzgebirge nach der böhmischen Grenze, dann über Schleiz, Neustadt, Gera nach Zwickau; überall wurden kleine Commandos und einzelne Officiere aufgehoben. Auf der Straße von Zwickau nach Chemnitz überfiel am 29. Mai C. einen französischen Artilleriepark, der eine Bedeckung von über 500 Mann hatte. Sie wurde gesprengt, 300 Mann gefangen, 700 Pferde, 18 Kassen, 6 Haubitzen, 46 Munitions- und andere Wagen fielen in die Hände des 83 Mann starken Commandos, das nur 5 Verwundete hatte. Der Beginn des Waffenstillstandes machte dieser Thätigkeit Colomb's ein Ende. An den folgenden Feldzügen nahm er in höheren Stellungen Theil, machte auch im Frieden gute Carrière und wurde 1843 commandirender General des 5. Armeecorps in Posen; die polnischen Unruhen des J. 1846, der Aufstand 1848 und die Vermittlungsversuche des Generals v. Willisen erforderten seinerseits große|Energie und Gewandtheit. 1849 erhielt er seinen Abschied als General der Cavallerie und zog nach Königsberg, wo er starb. Bald nach seinem Tode erschienen die Aufzeichnungen über seine Erlebnisse in den Kriegsjahren 1813 und 1814 unter dem Titel: „Aus dem Tagebuche des Rittmeisters v. Colomb“.

Beförderungen

  • 10. April 1792 Junker
    • Eintritt in das Berliner Husaren-Regiment „von Eben“ (H 2) unter Generalmajor/Generalleutnant Karl Adolf August Freiherr von Eben und Brunnen (1734–1800)
  • 16. April 1793 Kornett
  • 3. Februar 1797 Sekondeleutnant im Leibhusaren-Regiment „von Rudorff“
  • 19. Januar 1807 Premierleutnant
  • 7. Mai 1811 Rittmeister
    • Er zeichnete sich bei der Eroberung von Zwickau am 29. Mai 1813 aus, als er an der Spitze von 82 bis 90 Husaren die gesamte französische Besatzung mit einem Artilleriepark eroberte.
  • 7. Juni 1813 Major
  • 3. Oktober 1815 Oberstleutnant
  • 19. September 1818 Oberst
    • 20. Oktober 1823 in das 1. Departement im Kriegsministerium berufen
  • 30. März 1829 Generalmajor
    • Ernennung zum Kommandeur der 12. Kavallerie-Brigade in Neiße
    • 30. März 1838 Kommandeur der 15. Division und 1. Kommandant von Köln; am 21. März 1839 entbunden, sein Nachfolger wurde Generalmajor Friedrich Wilhelm von Brünneck (1785–1859)
  • 25. März 1839 Generalleutnant
    • 1. Dezember 1841 Abgabe der Division ab; zum Kommandant von Berlin und Chef der Landgendarmerie ernannt
    • 21. September 1843 bis zum 9. Juni 1848 Kommandierender General des V. Armee-Korps in Posen; anschließend zum Gouverneur von Königsberg ernannt
  • 7. Juli 1849 Charakter als General der Kavallerie

Familie

Peter war der Sohn des gleichnamigen Peter Colomb (1719–1797) und dessen Ehefrau, einer geborenen Bacmeister. Sein Vater war preußischer Geheimer Oberfinanzrat, Kriegs- und Domänenrat sowie Kammerpräsidenten von Aurich. Für seine Verdienste war er am 2. Oktober 1786 in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben worden. Sein Bruder Ludwig Christoph von Colomb (1767–1831) war preußischer Präsident in Breslau; seine Schwester Amalie (1772–1850) war ab 1795 mit dem späteren preußischen Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher verheiratet.

Ehen

Sekondeleutnant von Colomb heiratete er am 14. August 1808 in Berlin seine Verlobte Wilhelmine von Stosch (1784–1822), Tochter des Geheimen Rats und Dr. med. von Stosch. Aus der Ehe sind vier Kinder entsprossen:

  • Peter August Moritz (1810–1833), Auskultator
  • Wilhelm Günther Enno (1812–1886), preußischer Generalleutnant ⚭ Klara Luise Georgine von Binzer (Lebensrune.png 1823)
  • Otto Gebhard (1815–1891), preußischer Generalleutnant
  • Karl Adolf (1817–1825)

Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete Oberst von Colomb am 21. Juni 1824 in Berlin Marie Henriette von Stosch (1791–1857), mit der Colomb drei weitere Kinder hatte:

  • Karl Wilhelm (1825–1905), preußischer Landgerichtsrat ⚭ Adelheid von Gustedt (Lebensrune.png 1839)
  • Mathilde (1827–1912) ⚭ 19. August 1861 Julius Muhr (1819–1865), deutscher Maler
  • Karl Ernst Georg (1831–1911), preußischer Generalleutnant ⚭ Marie von Hymmen (1838–1918)

Auszeichnungen (Auszug)

Schriften (Auswahl)

Fußnoten

  1. Der 19. Juni 1775 wird zwar als Geburtstag in der umfangreichsten Darstellung des Lebens von Peter von Colomb, dem Artikel in Kurt von Priesdorffs „Soldatisches Führertum“, angegeben. Andere Quellen, so Bernhard von Poten (Handwörterbuch der gesamten Militärwissenschaften, 1877), aber vor allem von Colombs Grabstein, geben den 19. Juli 1775 an.