Loßberg, Fritz von

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Fritz von Loßberg als Reichswehrgeneral: „In den zermürbenden Materialschlachten des Stellungskrieges gelang es L. dank seiner operativen wie taktischen Wendigkeit, dem an Zahl, Waffen und Hilfsmitteln weit überlegenen Gegner die Initiative zu entreißen. Besonders in der Sommeschlacht vermochte er die Gefahr eines operativen Durchbruchs abzuwenden und die Erfolge der pausenlos anstürmenden Engländer und Franzosen wesentlich einzuschränken. […] Seine Standhaftigkeit hat ihm den Ehrennamen ‚Abwehrlöwe an der Somme‘ eingetragen. […] Neben Ludendorff und Seeckt der bedeutendste deutsche Generalstabschef im 1. Weltkrieg, gehörte L. zu den wenigen Militärs, die die Kriegführung Ludendorffs bemängelt und sich vorbehaltlos zu der politisch-militärischen Konzeption des Generalstabschefs Falkenhayn bekannt haben.“[1]

Friedrich „Fritz“ Karl von Loßberg (Lebensrune.png 30. April 1868 in Bad Homburg vor der Höhe; Todesrune.png 4. Mai 1942 in Lübeck) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, des Deutschen Heeres, der Freikorps und der Reichswehr, zuletzt General der Infanterie. Seinen Lebensabend verbrachte von Loßberg als Militärschriftsteller in Lübeck.

Werdegang

Fritz Haber (2. v. l.) mit Oberst Fritz von Loßberg (Mitte) vor Giftgasgranaten im Frühjahr 1917
Friedrich „Fritz“ Karl von Loßberg.JPG
Meine Tätigkeit im Weltkriege 1914-1918, Fritz von Loßberg.jpg
„Fritz von Loßberg trat 3. Januar 1888 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum 2. Garde-Regiment zu Fuß. In diesem wurde er am 17. September 1887 zum Sekondeleutnant befördert. Am 16. Juni 1894 wurde er zum Premierleutnant befördert. Am 1. Oktober 1894 wurde er zur Kriegsakademie kommandiert. Diese besuchte er dann für fast drei Jahre. Am 1. April 1898 wurde er dann für fast genau zwei Jahre zum Großen Generalstab kommandiert. Danach wurde er am 22. März 1900 zum Hauptmann befördert. Im Sommer 1900 wurde er dann in den Generalstab vom XIV. Armeekorps eingesetzt. Anfang 1903 wurde er dann zum Kompaniechef im 6. Badisches Infanterie-Regiment ‚Kaiser Friedrich III.‘ Nr. 114 ernannt. Im Frühjahr 1905 wurde er dann in den Stab der 19. Division versetzt. Dort wurde er am 27. Januar 1907 zum Major befördert. Am 1. Oktober 1907 wurde er dann für drei Jahre als Ausbilder an die Kriegsakademie versetzt. Am 1. Oktober 1910 wurde er dann wieder in den Generalstab vom XIV. Armeekorps versetzt. Am 1. Oktober 1912 wurde er zum Bataillonskommandeur im 5. Thüringisches Infanterie-Regiment ‚Großherzog von Sachsen‘ Nr. 94 ernannt. Am 16. Januar 1913 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Oktober 1913 wurde er dann zum Chef des Stabes vom XIII. Armeekorps ernannt. Bei Beginn des 1. Weltkrieges wurde er als Oberstleutnant noch immer als Chef des Generalstabes dieses Korps eingesetzt. Anfang 1915 wurde er als Abteilungschef in der Obersten Heeresleitung eingesetzt. Dort wurde er am 24. Juli 1915 zum Oberst befördert. Am 26. September 1915 wurde er als Generalstabschef an den Brennpunkten der Westfront eingesetzt. Er war als Spezialist für die Verteidigung bekannt. Dabei war er unter anderem Chef des Stabes von fast jeder Armee an der Westfront. Zuerst wurde er es beim AOK 3. Am 2. Juli 1916 kam er dann zum AOK 2. Am 21. September 1916 wurde ihm der Pour le mérite als Chef des Generalstabes vom AOK 2 für die Leistungen an der Somme verliehen. Zu dieser Zeit war er dann bereits seit dem 19. Juli 1916 Chef des Stabes vom AOK 1. Am 11. April 1917 wurde er dann zum Chef des Stabes vom AOK 6 ernannt. Am 24. April 1917 wurde ihm das Eichenlaub zum Pour le mérite als Chef des Generalstabes vom AOK 6 für die Verteidigung von Arras verliehen. Am 12. Juni 1917 wurde er dann zum Chef des Stabes vom AOK 4 ernannt. Am 3. August 1917 wurde er zum Generalmajor befördert. Im August 1918 wurde er dann Chef des Stabes der Heeresgruppe Böhm. In diesem Krieg wurden ihm noch viele weitere Auszeichnungen verliehen. Zum Ende des Krieges wurde er dann als Chef des Stabes der Heeresgruppe Herzog Albrecht von Württemberg. Nach 1918 wurde er dann zuerst als Generalstabschef des Oberkommandos Süd des Grenzschutzes Ost eingesetzt. Danach wurde er in das Reichsheer übernommen und zum Kommandeur der Reichswehr-Brigade 26 ernannt. Danach wurde er als Chef des Stabes vom Gruppenkommando 2 in Kassel eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann zum Kommandeur der 6. Division der Reichswehr in Münster ernannt. Als solcher wurde er dann auch Befehlshaber vom Wehrkreis VI. Am 18. Dezember 1920 wurde er zum Generalleutnant befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Oktober 1920 festgelegt. Am 31. Dezember 1924 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür am 1. Januar 1925 zum Oberbefehlshaber vom Gruppenkommando 1 in Berlin ernannt. Am 1. Oktober 1926 wurde er zum General der Infanterie befördert. Am 31. Januar 1927 gab er sein Kommando ab. Er wurde an diesem Tag aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Ihm wurde das Recht verliehen, die Uniform vom 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment mit den Generalsabzeichen zu tragen. Er selbst hatte einen Sohn, Generalmajor Bernhard von Loßberg, und mehrere Töchter. Der spätere Generaloberst Ulrich Grauert war sein Schwiegersohn. 1939 gab er in Berlin seine Memoiren heraus. Der Titel lautete: ‚Meine Tätigkeit im Weltkriege, 1914–1918‘ Kurz nach dem Feuersturm am Palmsonntag in Lübeck ist er gestorben.“[2]

Tod

Als Fritz von Loßberg starb, wurde für ihn ein Staatsbegräbnis auf Befehl Adolf Hitlers veranstaltet. Dieses fand am 21. Mai 1942 auf dem Hof der 1899 vom Lübeckischen Regiment bezogenen und später nach einer seiner Schlachten benannten nahe Loßbergs Wohnung gelegenen Meesen-Kaserne statt. Die Ansprache hielt Friedrich Fromm. In dieser Ansprache wies Generaloberst Fromm darauf hin, daß er von Loßberg einst vor dem Weltkrieg als Kompaniechef im 5. Thüringischen Infanterie-Regiment „Großherzog von Sachsen“ Nr. 94 persönlich kennengelernt hätte.

Familie

Friedrich entstammte einem alten hessischen Geschlecht, das eine Reihe von hochrangigen Offizieren hervorgebracht hatte. Er war der Sohn des späteren preußischen Generalmajors Viktor von Loßberg (1835–1903) und dessen Ehefrau Melly, geborene Toussaint (1836–1926).[3] Seine Großeltern väterlicherseits waren der kurhessische Generalleutnant Bernhard von Loßberg (1802–1869) und die Cordelie, geb. Freiin von Haynau sowie mütterlicherseits Otto Toussaint und die Caroline, geb. von Zipf.

Premierlieutenant von Loßberg heiratete 1898 in Berlin seine Verlobte Clémence (1876–1941), Tochter des preußischen Majors Louis Herwarth von Bittenfeld und der Charlotte, geb. von der Horst. Aus der Ehe sind ein Sohn und drei Töchter entsprossen. Bernhard von Loßberg wurde Generalmajor der Wehrmacht, seine Tochter heiratete den späteren Generalobersten Ulrich Grauert.

Beförderungen

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Fußnoten

  1. Loßberg, Friedrich von, Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 198–199
  2. von Loßberg, Friedrich Karl, Lexikon der Wehrmacht
  3. Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 9, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. [1941], S. 375, Nr. 2948.
  4. 4,00 4,01 4,02 4,03 4,04 4,05 4,06 4,07 4,08 4,09 4,10 4,11 4,12 4,13 4,14 4,15 4,16 4,17 4,18 4,19 4,20 4,21 4,22 Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1930, S. 37